Fliegen mit KindKinder bewältigen Jetlag oft spielend

Fernreisen mit Baby oder Kleinkind? Viele junge Eltern sind skeptisch. Einerseits punkten die in Frage kommenden Ziele – beispielsweise USA, Kanada, Australien – mit den gewohnten Standards in Bezug auf Sicherheit oder Hygiene. Andererseits stehen vor dem Urlaub auf der anderen Seite der Welt ein Langstreckenflug und eine mehrstündige Zeitverschiebung.

von KidsAway-Redaktion

Jetlag kann Kinder und Erwachsene ermüden

Jetlag kann Kinder und Erwachsene ermüden

© Polynice/Fotolia.com

Die Flugzeit ist dabei das kleinere Problem – entspanntes Fliegen mit Kind ist bei guter Vorbereitung und ausgiebiger Beschäftigung mit den kleinen Reisenden realistisch. Was aber ist mit dem Jetlag, den viele Erwachsene als äußerst unangenehm empfinden?

Die gute Nachricht zuerst: Baby und Kind kommen mit dem Jetlag oft besser zurecht als die “Großen”. Wenn die Eltern vor Antritt der Reise einige Regeln beachten, bewältigen Kinder die Umstellung auf den neuen Rhythmus schnell und ohne Probleme.

 

Was ist Jetlag?

Bei einem Jetlag gerät “die innere Uhr” außer Kontrolle. Er tritt auf, wenn die Zeitverschiebung schneller erfolgt, als sich der Körper an die Veränderung anpassen kann – also immer dann, wenn bei einem Langstreckenflug mehrere Zeitzonen passiert werden. Der durcheinander geratene Tag-Nacht-Rhythmus macht sich mit Schlafschwierigkeiten, Erschöpfung und möglicherweise auch Magen-Darm-Beschwerden bemerkbar. Ost-West-Zeitverschiebungen – etwa auf einem Deutschland-Amerika-Flug – werden dabei meist als weniger belastend empfunden und können einfacher kompensiert werden.

 

Zeitverschiebungs-Training vor der Reise

Mediziner meinen, dass kleine Kinder am wenigsten unter einem Jetlag leiden, da ihre “innere Uhr” noch nicht so eingetaktet ist wie im späteren Leben. Ein Baby wird die Zeitumstellung vielleicht gar nicht spüren und sich in seinem Tagesablauf unterwegs genauso wohlfühlen wie zu Hause. Bei einem etwas älteren Kind können die Eltern versuchen, die Zeitverschiebung schon einige Tage vor dem Fliegen zu “trainieren” und Schlaf- und Essenszeiten allmählich dem Rhythmus des Reiseziels anzupassen. Zwang sollte dabei keine Rolle spielen: Wenn das Kind auf seinen gewohnten Zeiten besteht, ist ein stressarmer Urlaubsstart auf jeden Fall wichtiger als die perfekte Jetlag-Kompensation.

 

Fliegen mit Baby und Kind nach Jetlag-Plan – aber wie?

Die Faustregel dafür ist: eine späte Ankunft im Westen, ein Nachtflug nach Osten. Bei der abendlichen Ankunft in Miami oder New York kann das Kind sofort zu Bett gehen – die Anpassung an den neuen Zeitrhythmus erfolgt dann sozusagen im Schlaf. Das Gleiche gilt für die Gegenrichtung: Auf eine im Flieger hoffentlich verschlafene Nacht erfolgt ein zeitlich “normaler” Start in den mitteleuropäischen Alltag.

 

Umstellung auf die örtliche Zeit gleich nach der Ankunft?

Auf einen Versuch kann man es ankommen lassen – das “Fliegen nach Jetlag-Plan” hilft sicher dabei. Ansonsten ist einem Kind wahrscheinlich nur schwer zu vermitteln, dass es nicht schlafen darf, wenn es müde ist oder schlafen muss, wenn es nicht will.

Sehr zu empfehlen ist eine Ruhepause nach der Ankunft – vielleicht ein Mittags- oder Nachmittagsschlaf – und danach einige spannende Aktivitäten im Freien.

Sonne und Licht sind wichtige biologische Wecker. Außerdem machen Spiele, Baden oder das Erkunden der neuen Umgebung die Kinder bis zum Abend so müde, dass sie wahrscheinlich ohne Schwierigkeiten einschlafen können.

 

Große Portionen und viele Kohlenhydrate

Zumindest gilt das für den Ankunftstag nach dem Langstreckenflug. Schlaf-Experten raten am ersten Tag zu möglichst kohlenhydratreichen und recht üppigen Mahlzeiten.

Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens benötigt auch die Nahrungsaufnahme eine Anpassungszeit, gerade bei Kindern kann der Jetlag nach langem Fliegen dazu führen, dass sie nachts regelrecht heißhungrig aufwachen. Zweitens machen Kohlenhydrate müde, satt und zufrieden, während eine Protein-Mahlzeit neue Energien weckt.

 

Entspannte Eltern

Baby und Kind sind endlich im Bett und schlummern dem nächsten aufregenden Reisetag entgegen. Die Eltern sollten es ihnen gleichtun und sich auf einen frühen Tagesstart einstellen.

Ansonsten gilt: Keine Angst vor Jetlag. Fliegen mit Kind oder Baby bedeutet auch, dass die Kleinen die Unsicherheit oder Anspannung der Eltern sehr genau registrieren und darauf reagieren.
Umgekehrt gilt: Gelassenheit hilft auch gegen Jetlag.

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (2)

  • Lotte

    Nächste Woche Flug in die Emirate, Zeitverschiebung zum Glück nur 3 Stunden, wird schon nicht so schlimm… Ankunft dort am Abend, deutsche Zeit Schlafenszeit, Emiratizeit schon bissi später, geht dann gleich ins Bett. :) New York and back war schlimmer… Aber auch nicht viel. Man muss halt einfach ruhig bleiben, wenn es nicht genau nach Plan läuft. Doof bei Zeitverschiebung ist, dass man zweimal “Stress” mit dem Kind hat, aber auch das geht vorüber… :)

    Antworten | 1. Dezember 2013
  • Jenny Menzel

    Der Jetlag war auf unserer großen Reise nach Neuseeland (12 Stunden Zeitverschiebung!) ein Teil des Abenteuers – und so haben wir ihn unseren Kindern auch verkauft ;-) So hat sich keiner geärgert, als wir am ersten Urlaubstag allesamt um 4 Uhr morgens wach waren, sondern wir haben die ungewöhnliche Zeit und das Erwachen des neuen Tages ganz bewusst genossen. Genauso gelassen waren wir, als unser Kleinster noch drei Tage lang nachmittags fest einschlief und bis zum nächsten Morgen nicht mehr wach zu kriegen war – das Abendessen hat er dann am Morgen nachgeholt, so what?
    Wichtig ist, den Jetlag in der Planung einzukalkulieren und keine wichtigen Termine (zu denen man wach sein muss!) auf die ersten Urlaubstage zu legen. Alles weitere ergibt sich mit genug Gelegenheiten zum Ausruhen und Gelassenheit durch Ausgeruhtsein recht schnell :-)

    Antworten | 16. August 2011

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