Montezumas RacheSo beugt ihr Reisedurchfall im Urlaub vor

Reisedurchfall ist nicht nur lästig, sondern für kleine Kinder auch ziemlich gefährlich. Wie könnt ihr euch und eure Kleinen im Urlaub vor gefährlichen Durchfallerkrankungen schützen? Wir geben euch Tipps für vorbeugende Maßnahmen, damit ihr einen erholsamen und durchfallfreien Urlaub genießen könnt.

von KidsAway-Redaktion

Gründliches Hände waschen ist bei Kindern die beste Vorbeugung gegen Keime. © Markus Bormann/Fotolia.com

Gründliches Hände waschen ist bei Kindern die beste Vorbeugung gegen Keime.

© Markus Bormann/Fotolia.com

Durchfall ist eine der häufigsten Reisekrankheiten und trifft insbesondere Babys und Kleinkinder.  Die sind besonders gefährdet: Sie verfügen über geringere Flüssigkeitsreserven und trocknen somit schneller aus. Und eine Flüssigkeitszufuhr gestaltet sich im Erkrankungsfall bei Babys und kleinen Kindern mitunter sehr schwierig.

Viren, Bakterien, Parasiten  – Auslöser für Durchfall können vielfältig sein. Schlechte Hygienestandards und verunreinigtes Trinkwasser stellen Familien mit kleinen Kindern vor große Herausforderungen auf Reisen ins Ausland. Insbesondere bei Reisen in Dritte-Welt-Länder, wo Hygienestandards und das Gesundheitssystem oft zu wünschen übrig lassen, ist große Vorsicht geboten.

Aber auch innerhalb Deutschlands und im europäischen Ausland ist das Risiko, an Reisedurchfall zu erkranken, hoch. In Hotels und Restaurants müsst ihr euch bei der Zubereitung der Speisen auf Dritte verlassen. Wollt ihr diese Unsicherheit umgehen, bleibt euch nur der Selbstversorgerurlaub im Ferienhaus oder auf dem Campingplatz.

 

Was ihr im Familienurlaub bedenkenlos essen könnt und welche Lebensmittel ihr besser meiden solltet

“Boil it, cook it, peel it, or forget it!”, lautet eine geläufige Regel für Fernreisen mit Kindern.

Kochen, schälen oder verzichten – wer sich an diesen Grundsatz hält, kann das Risiko, an Durchfall zu erkranken, bedeutend minimieren. Hier eine Liste der Lebensmittel, die ihr im Urlaub mit Baby und kleinem Kind besser meiden solltet und wo ihr kräftig zulangen dürft:

 

Das ist erlaubt:

  • alles, was ganz durchgebraten, gekocht, gedünstet, gegart ist
  • industriell abgepacktes Eis
  • geschältes Obst, beispielsweise Bananen
  • pasteurisierte Milch
  • industriell hergestellte, im Gläschen versiegelte Babynahrung
  • Wasser und Softdrinks aus verschlossenen, versiegelten Flaschen
  • garantiert keimfrei: Stillt euer Baby!

Diese Lebensmittel nicht!

  • Salate und Rohkost
  • Obstsalate, frisch gepresste Obstsäfte
  • Eiswürfel in Getränken
  • ungeschältes rohes Obst und Gemüse
  • Leitungswasser
  • unpasteurisierte Milch (Rohmilch) und Rohmilchprodukte
  • rohes und nicht durchgegartes Fleisch und Wurst, beispielsweise Mett oder Tatar

 

8 Tipps zur Vermeidung von Durchfallerkrankungen im Urlaub

Eltern können einiges tun, um das Erkrankungsrisiko ihrer Kinder im Urlaub zu minimieren. Die Tipps im Einzelnen:

 

1. Hände häufig waschen. Wascht eure Hände häufig und gründlich, insbesondere

  • vor dem Zubereiten von Speisen
  • vor dem Essen
  • nach dem Wickeln
  • wenn ihr von Ausflügen in euer Quartier zurückkehrt

Achtet darauf, dass auch eure Kinder ihre Hände häufig und gründlich waschen und diese nicht in den Mund stecken. Erhöhte Vorsicht ist angesagt bei Besuchen im Streichelzoo oder auf dem Bauernhof.

 

TippAnleitung zum richtigen Händewaschen

Übt das richtige Händewaschen mit euren Kindern, bis sie es unbewusst korrekt machen. Nur dann entfernen sie Keime von ihren Händen wirklich!

  1. Hände unter fließendes, warmes Wasser halten
  2. Handseife benutzen
  3. Handseite für mindestens 20 Sekunden mit beiden Händen verreiben und waschen, auch die Zwischenräume zwischen den Fingern, Fingernägel und auf den Handrücken
  4. Hände unter fließendem Wasser gründlich abspülen
  5. Hände mit sauberem Handtuch abtrocknen

 

2. Gemüse und Obst schälen oder kochen. Das Risiko einer Erkrankung wird durch Schälen deutlich gemindert. Wascht vor und nach dem Schälen Gemüse oder Obst für mindestens 30 Sekunden mit warmem, sauberem Trinkwasser ab. Besser noch: nur gekochtes oder gegartes Gemüse verzehren.

3. Keine Tiere anfassen. Als mögliche Krankheitsüberträger für viele Durchfallerkrankungen, auch des gefährlichen EHEC-Keims, gelten Wiederkäuer, also Kühe, Ziegen, Schafe und auch Rehe. Haustiere wie Katzen oder Hunde können überdies auch Tollwut übertragen. Achtet darauf, dass eure Kinder in fremden Ländern keine Tiere, die sie nicht kennen, anfassen. Falls ein Kontakt stattfand, wascht euren Kindern möglichst bald gründlich die Hände.

4. Zähne putzen mit Trinkwasser. Nicht überall auf der Welt hat Leitungswasser Trinkwasserqualität. Putzt auf Reisen eure Zähne nur mit Wasser aus industriell abgefüllten und versiegelten Wasserflaschen. Baby- und Kleinkindutensilien wie Schnuller spült ihr ebenfalls nur mit garantiert sauberem Trinkwasser aus der Flasche und nicht mit Leitungswasser.

5. Schnuller und Flaschen abkochen. Schnuller und Trinkflaschen müssen mindestens einmal täglich in sprudelnd kochendem Wasser für mindestens fünf Minuten abgekocht werden.

6. Vorsicht bei Kontakt mit Erkrankten. Wenn möglich, vermeidet den direkten Kontakt mit erkrankten Menschen. Ist ein Familienmitglied erkrankt, solltet ihr erhöhte Hygienemaßnahmen für den Rest der Familie ergreifen: Hände regelmäßig desinfizieren oder gründlich waschen, nicht mit dem Erkrankten kuscheln, nach Möglichkeit getrennte Toiletten benutzen.

7. Stillt euer Baby. Wenn es möglich ist, solltet ihr euer Baby im Urlaub oder auf Reisen noch stillen. Ganz abgesehen von der sehr praktischen Seite des Stillens – Muttermilch ist immer und jederzeit verfügbar, ihr müsst keine zusätzliche Babynahrung mitschleppen oder vor Ort kaufen – Muttermilch ist keimfrei und enthält alle wichtigen Mineralien und Nährstoffe für Ihr Baby.

8. Warnhinweise beachten. Wird vor dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln in der Presse gewarnt, solltet ihr diese vorsorglich von eurem Speisezettel verbannen.

 

Hattet ihr im Urlaub mit Kind schon einmal mit Reisedurchfall zu kämpfen?

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