Gesund im Urlaub mit KindReisen mit gesundheitlichen EinschränkungenReisen mit Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten – (wie) geht das?

Viele Kinder leiden unter Lebensmittelallergien. Aber auch Vegetarier und Veganer haben es auf Reisen schwer: Was tun, wenn man keine Milch, kein Fleisch oder auch kein Gluten zu sich nehmen möchte oder darf?

Teil 10 von 15 der Serie Gesund im Urlaub mit Kind

von KidsAway-Redaktion

Toll, wenn Kinder ohne Angst essen können © Flickr/Bruce Tuten

Toll, wenn Kinder ohne Angst essen können

© Flickr/Bruce Tuten

Immer mehr Menschen verzichten freiwillig auf den Verzehr von Fleisch und Fisch, manche auch konsequent auf alle anderen tierischen Produkte. Aber sie wollen sich von dieser Entscheidung nicht einschränken lassen. Reiselustige Vegetarier und Veganer geben sich daher im Internet Tipps und Ratschläge über Urlaubsländer und ihre Esskultur und tauschen Rezepte für die Selbstversorgung aus.

Problematischer wird es für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf bestimmte Lebensmittel oder ganze Gruppen verzichten müssen, weil sie ansonsten schwere allergische oder Unverträglichkeitsreaktionen. Erwachsene sind am häufigsten allergisch auf Meeresfrüchte, bestimmte Gemüsearten und Nüsse. Aber auch Babys und Kinder entwickeln immer öfter Allergien, auch auf Lebensmittel. Die „Favoriten“, auf die bis zu sieben Prozent der Babys und Kinder reagieren, sind dabei Kuhmilch (vor allem das darin enthaltene Eiweiß), Eier und Nüsse. Aber auch Getreide, Sojabohnen, Fisch und Meeresfrüchte rufen oft starke allergische Reaktionen bei Kindern und Babys hervor.

TippGefährliche Erdnüsse
Zu den gefährlichsten Allergien gehört die auf Erdnüsse: Schon ein Mikrogramm kann starke Beschwerden wie Nesselsucht, Atemnot, Kreislaufprobleme, Erbrechen bis hin zum schweren allergischen Schock mit Todesfolge auslösen. Allergische Kinder und Erwachsene, die schon beim Einatmen von Erdnussproteinen reagieren, müssen daher immer ein Notfallset mit sich führen, falls sie versehentlich mit „ihrem“ Allergen in Kontakt kommen.

Immer öfter liest man auch von Laktoseintoleranz. Hier handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern eine ganz normale Milchzuckerunverträglichkeit – an der etwa 90 Prozent der Weltbevölkerung „leiden“. Schon kleine Mengen des Milchzuckers Laktose verursachen ihnen Verdauungsbeschwerden. Die meisten Europäer verarbeiten Milch und Milchprodukte dagegen problemlos mit Hilfe des Verdauungsenzyms Laktase.

Erdnüsse sind eines der gefährlichsten Allergene für Kinder © Flickr/desegura89

Erdnüsse sind eines der gefährlichsten Allergene für Kinder

© Flickr/desegura89

Laktosefreie und vegane Produkte sind keine teuren Spezialitäten, man kann sie ganz normal im Supermarkt kaufen: Spaghetti mit Tomatensoße, ein Brot mit Marmelade, ein Obstsalat oder Salzstangen als Snack oder Apfelsaft sind zwar nicht speziell als „laktosefrei” oder „vegan” etikettiert, sie sind es aber trotzdem. Statt Spezialprodukten kann man einfach Obst und Gemüse, Getreideflocken, Kartoffeln, Reis und Nudeln essen. Ist man unsicher, ob ein Produkt nicht doch einen allergenen oder tierischen Bestandteil enthält, hilft ein Blick auf die Zutatenliste.

ErfahrungsberichtLaktosefrei heißt nicht automatisch vegan!
Laktosefreie Milch wird mit Laktase versetzt, um die Laktose verdaulich zu machen. Es handelt sich aber immer noch um Kuhmilch. Auch „vegetarische” Fleischersatzprodukte sind nicht unbedingt vegan, sie können Ei- oder Milchbestandteile enthalten. Am besten genau auf die Zutatenliste schauen!

Reisen mit Lebensmittelallergien – ist das überhaupt empfehlenswert?

Das „Journal for Clinical and Translational Allergy“ stellte in einer Studie die besonderen Anstrengungen von Auslandsreisen für Allergiker vor: Danach gaben neun Prozent der Befragten an, im Flugzeug schon einmal allergische Reaktionen erlitten zu haben. Schlimmer: Nur 38 Prozent erhielten genügend Unterstützung von der Fluggesellschaft im Umgang mit ihrer Allergie. Einige Teilnehmer verzichteten vollständig auf Reisen ins Ausland, weil sie das als zu gefährlich empfanden.

Das Problem: Was zu Hause nach jahrelangem Suchen, Probieren und Routinieren meist klappt, nämlich die tägliche Versorgung mit Essen, wird im Urlaub zur Herausforderung. Einen Essensvorrat mitzubringen, der länger als ein paar Tage überdauert, wird zumindest für Familien kaum möglich sein; das Essen im Restaurant, im Flugzeug oder im Zug ist aber immer ein Risiko, weil man über Zutaten und Zubereitung nie ganz sicher sein kann. Kann man sich dann noch kaum verständigen und trifft auf wenig Verständnis, fühlt man sich schnell überfordert und bleibt mit den Kindern lieber gleich zu Hause.

Snacks bringen Allergiker-Kinder am besten selbst mit © Flickr/Sofie Snaps

Snacks bringen Allergiker-Kinder am besten selbst mit

© Flickr/Sofie Snaps

Lasst euch von Lebensmittelallergien eurer Kinder oder einer eigenen Unverträglichkeit nicht einschränken, sondern entdeckt trotzdem gemeinsam die Welt! Viele Veganer machen ein Prinzip daraus, auch im Urlaub zu ihrer Ernährungsphilosophie zu stehen und entdecken, dass es gar nicht so schwer ist. Gerade für hochallergische Kinder, die sowieso täglich Einschränkungen hinnehmen und verzichten müssen, ist es eine wichtige Erfahrung, „trotzdem“ wie alle anderen Kinder reisen zu können.

Genauso, wie man beim Reisen mit Babys und Kindern eben genug Windeln dabei haben muss und ihnen zum Fahrradfahren eben einen Helm aufsetzt (auch wenn das alles Geld kostet und sicher mitunter aufwändig und nervig ist), „muss“ man eben Gerichte finden, die keine Kuhmilch und kein Ei enthalten – oder keine Erdnüsse, kein Gluten, kein Soja … Mit der richtigen Einstellung und guter Vorbereitung sind spannende Reisen auch für Lebensmittelallergiker kein Problem – und für Veganer sowieso nicht.

 

Vegan und vergarisch essen im Restaurant

In vielen Ländern ist die Auswahl an laktosefreien und veganen Lebensmitteln wesentlich größer als bei uns zu Hause. Kein Wunder, wenn 90 Prozent der Bevölkerung keinen Milchzucker vertragen. Hartkäse, der in Südeuropa hergestellt wird, enthält in der Regel so wenig Laktose, dass er von den meisten Laktoseintoleranten gut vertragen wird.

Statt „bürgerlich-deutscher Küche“ solltet ihr Restaurants mit „Ethnic Food“ bevorzugen – die thailändische und die indische Küche sind auch aus religiösen Gründen voll von leckeren veganen Rezepten, viele spanische Tapas werden ohne Fleisch und Ei zubereitet, japanisches Sushi kann ohne Fisch gegessen werden und auch mexikanische Tacos oder italienische Pizza und Pasta sind mit der richtigen Beilage oder Füllung perfekte vegane Mahlzeiten. Dasselbe gilt natürlich für die entsprechenden Länder als Urlaubsziele!

Wird á la carte bestellt, empfiehlt es sich immer, offen und ehrlich mit dem Kellner und notfalls auch mit dem Koch zu reden. Fragt nicht einfach nur nach veganem Essen, sondern erklärt, was das bedeutet: Viele Menschen können mit dem Wort nicht viel anfangen und verstehen euch vielleicht falsch.

Statt aufzulisten, was ihr alles nicht essen wollt oder könnt, hilft es den Angestellten, wenn ihr ihnen Vorschläge macht. Schaut euch die Speisekarte an und überlegt, welche Gerichte sich schnell „veganisieren“ lassen: Olivenöl statt Butter oder eine zusätzliche Gemüsebeilage statt des Steaks. Nicht vergessen: Ihr seid zahlende Gäste, die bedient werden sollen – nicht umgekehrt!

Am Buffet könnt ihr nach Herzenslust unpaniertes Fleisch, Fisch und Gemüse essen, auch Reis, Nudeln oder Kartoffeln (ohne Soße), Salat und Obst sind kein Problem. Vor allem in den USA gibt es oft „All you can eat“-Buffets mit riesigem Angebot, wo sich immer etwas Vegetarisches oder Veganes findet.

TippListe für Anfänger
Für „Anfänger“, die ihre Ernährung erst vor kurzer Zeit umgestellt haben, kann es hilfreich sein, eine griffbereite Liste im Handtaschenformat vorzubereiten. Mit einem Repertoire an laktose-, eiweiß- oder glutenfreien Nahrungsmitteln kann man schnell und gezielt das Angebot durchforsten und der Restaurantküche eigene Vorschläge machen.

 

Reisevorbereitung für Familien mit Lebensmittelallergien

Beim Reisen mit Allergien heißt es oft: selbst kochen © Flickr/Highways Agency

Beim Reisen mit Allergien heißt es oft: selbst kochen

© Flickr/Highways Agency

Mit guter Vorbereitung lässt sich das Reisen genießen, ohne dass man sich allzu sehr einschränken muss. Zum Glück findet man heutzutage über das Internet fast alles, was man über ein Reiseziel wissen muss; man kann aber auch einfach im Wunschhotel anrufen und gezielt nachfragen, wie dort auf die Bedürfnisse von Allergikern eingegangen wird.

Es kann sich auch lohnen, vor der Reise ein Paket mit verträglichen Lebensmitteln an euer Hotel zu schicken; habt ihr eine Reservierung, sollte der Paketannahme nichts entgegenstehen. Praktisch und bequem sind Hotelzimmer mit Kochecke oder Apartments mit eigener Küche, in der ihr euer Essen zubereiten könnt.

Einige Reisebüros haben sich auf Allergiker-Reisen spezialisiert und arbeiten mit empfehlenswerten Agenturen und Hotels zusammen. Die Familotels in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien haben zum Beispiel spezielle Angebote für große und kleine Lebensmittelallergiker. Auch die meisten Airlines und Kreuzfahrtanbieter wie AIDA Cruises oder Carnival Cruises bieten auf Wunsch vegane, laktosefreie und andere speziell zusammengestellte Menüs an.

 

Eine allergiefreie Anreise

Reiselustige Eltern, die vegan leben oder Babys und Kinder mit Nahrungsmittelallergien haben, geben vor allem diese zwei Tipps für das Reisen:

  • genug Proviant einpacken, um mindestens den Tag der Anreise zu überstehen
  • vorher genau nach Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants vor Ort recherchieren

Achtet bei der Zubereitung eurer Lunchpakete darauf, dass sie klebe- und kleckerfrei sowie mit den Sicherheitsbestimmungen der Airlines und den Einfuhrbestimmungen kompatibel sind; Milch und Fleischprodukte dürfen häufig nicht eingeführt werden, eine Packung Sojamilch für euer Kind bekommt ihr mit einem entsprechenden ärztlichen Attest aber vielleicht als „Babymilch“ durch.

Das Notfallset muss beim Fliegen immer zur Hand sein © Flickr/vu what when

Das Notfallset muss beim Fliegen immer zur Hand sein

© Flickr/vu what when

Denkt daran, dass ihr besondere Wünsche beim Flugzeugessen spätestens 24 Stunden vor dem Abflug, am besten jedoch direkt bei der Buchung, angeben solltet. Einige Airlines kommen Allergikern entgegen, indem sie nur erdnussfreie Snacks servieren; andere helfen immerhin, den näheren Umkreis eurer Sitzplätze erdnussfrei zu halten. Die jeweilige Policy findet ihr meist auf der Website der Airline in der Rubrik „spezielle Bedürfnisse“. Eine Garantie auf erdnussfreie Flüge kann niemand geben (irgendjemand könnte ja eine Erdnuss in der Tasche haben).

Zumindest solltet ihr euer Allergiker-Kind zwischen euch setzen und Sitz und Tischtablett mit Feuchttüchern reinigen oder ganz abdecken, um es von Allergenen abzuschirmen. Und egal, was euch versichert wird: Starke Allergiker sollten auf das Flugzeugmenü verzichten.

Erkundigt euch bei starken Lebensmittelallergien am besten immer persönlich vor der Buchung, ob auf eure Bedürfnisse eingegangen werden kann. Auch, wenn ihr eine schriftliche Bestätigung habt, solltet ihr direkt vor dem Abflug – bevor die Türen geschlossen sind – noch einmal nachfragen, ob alles richtig gemacht wurde.

Wenn Ihr mit der Bahn fahrt, könnt Ihr vor der Abreise auf der Website nachschauen, was im Bordbistro und im Bordrestaurant angeboten wird. Die Karte wechselt einmal im Monat. Sehr hilfreich ist auch das Zutatenheft, das eigentlich in den Zügen ausliegen sollte, aber auch als PDF herunterzuladen ist.

 

Wie sag ich’s dem Kellner?

Ein Allergiepass für Kuhmilchallergiker auf Spanisch © Flickr/betsyweber

Ein Allergiepass für Kuhmilchallergiker auf Spanisch

© Flickr/betsyweber

Die Verständigung ist besonders für Allergiker ein Problem, weil sie immer neu auf ihre Einschränkung hinweisen müssen. Sprecht ihr die Landessprache nicht, solltet ihr daher nur Hotels mit englischsprachigem Personal wählen. Seid ihr als Selbstversorger in einer Ferienwohnung oder im Zelt, kauft euch ein gutes Wörterbuch für den Einkauf. Aber auch Hotelreisende sollten zumindest die gängigsten Grundnahrungsmittel und die Lebensmittel, auf die sie allergisch sind, in der Landessprache kennen.

ErfahrungsberichtNützliche Webseiten für die Reise
Das EU-Verbraucherzentrum bietet ein Wörterbuch mit 130 allergieauslösenden Lebensmitteln für 21 europäische Amtssprachen sowie Türkisch, Russisch, Isländisch und Norwegisch. Das Allergiker-Kärtchen „Ich habe eine Allergie gegen…“ kann fertig ausgefüllt im Portemonnaie dabei sein.

Die amerikanische Website “Select Wisely“ www.selectwisely.com bietet spezielle „Chef Cards“ für alle möglichen Lebensmittelallergien und in allen erdenklichen Sprachen an, die man dem Küchenchef im Restaurant einfach zeigen kann.

 

Die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen für Lebensmittelallergiker

Essen und Reisen gehören zusammen, das sollten auch Kinder mit Lebensmittelallergie erfahren dürfen. Wer sich schon vor der Abreise mit dem landestypischen Essen auseinandersetzt, weckt Vorfreude auf den Urlaub und ist gleichzeitig gut vorbereitet, welche Zutaten üblich sind und wie man sie eventuell ersetzen kann. Euer Allergologe hilft euch sicher dabei, unbekannte Inhaltsstoffe auf etwaige Kreuzallergien zu überprüfen.

Jeder Allergiker sollte ein Attest (am besten auf Englisch) vorzeigen können, das auch klarstellt, dass er bestimmte Medikamente jederzeit, auch während des Fluges, mitführen muss. Sprecht im Flugzeug, auf dem Kreuzfahrtschiff oder im Hotel immer das Personal an und weist es auf die Allergie hin – was sind die Allergene, wie schwer kann die Reaktion sein, was werdet ihr im Notfall brauchen?

Spätestens vor einer Reise müsst ihr euch vom Arzt die Benutzung der Notfallmedikamente oder des Adrenalin-Pens genau erklären lassen. Ruhige Eltern, die angemessen reagieren, sind für ein Kind mit allergischem Schock überlebenswichtig! Eine Notfallkarte erklärt die Benutzung in einfacher Bildsprache, falls ihr oder euer Kind Hilfe von Fremden braucht. Stellt sicher, dass das Notfallset immer zur Hand ist (und nicht zum Beispiel im Gepäckfach), und weist das Personal darauf hin, dass ihr im Notfall eventuell Hilfe braucht.

Ideal ist es, wenn ihr schon vor der Anreise einen Kinderarzt, einen pädiatrischen Allergologen und/oder ein Kinderkrankenhaus am Urlaubsziel recherchiert habt, um im Notfall schnell Hilfe zu haben.

TippDie richtige Versicherung für Allergiker

Auf die Wichtigkeit einer Auslandskrankenversicherung für reisende Familien haben wir schon häufig hingewiesen. Noch wichtiger ist so eine Absicherung für den Notfall für Allergiker. Auch wenn ihr euch komplett selbst versorgt oder ein absolut vertrauenswürdiges Hotel habt, besteht immer das Risiko einer zusätzlichen Unverträglichkeit oder einer Kreuzallergie. Dass im akuten Notfall eine optimale medizinische Versorgung und eventuell ein Rücktransport notwendig werden, kommt noch dazu. Achtet darauf, dass die Versicherungsbedingungen auch Sonderbehandlungen und Medikamente abdecken, die ihr als Allergiker vielleicht braucht.

Überprüft beim Einkaufen die Kennzeichnung von Lebensmitteln; nicht in allen Ländern werden allergene Inhaltsstoffe exakt ausgewiesen, dann solltet ihr lieber verzichten. Kauft auch keine Fertigsnacks oder vorgekochte Mahlzeiten, wenn sie nicht eindeutig als allergenfrei ausgewiesen sind.

Bringt die gewohnte allergenfreie Babynahrung für euer Kind immer von zu Hause mit; entsprechende Produkte sind in vielen Ländern nicht erhältlich oder werden falsch etikettiert.

Bei schweren Nahrungsmittelallergien solltet ihr dem Personal unbedingt verständlich machen, was auf dem Spiel steht, wenn ihr falsch informiert werdet. Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, besteht besser auf ein Gespräch mit dem Koch.

Gefährlich für starke Allergiker sind Hotelbuffets: Hier stehen die verschiedenen Speisen nahe nebeneinander, schnell wandert der Schöpflöffel in die falsche Schüssel und bringt Allergene in Gerichte, in denen eigentlich keine Laktose oder keine Erdnuss sein dürfte. Soßen und Dressings werden fast immer mit Sahne, Ei oder Gluten zubereitet und oft auch einfach als Fertigprodukt verwendet. Seid sehr vorsichtig und bestellt sie immer separat dazu.

Meiden solltet ihr generell Süßspeisen. Erstens enthalten sie nahezu alle bekannten Hauptallergene (Milch, Hühnereiweiß, Sesam, Nüsse), ob in offener oder versteckter Form. Zweitens haben Desserts und Gebäck ein hohes Kontaminationsrisiko –Rührschüsseln werden nur ausgewischt und Arbeitsflächen nicht zwischengereinigt … Schließlich kaufen die meisten Restaurants ihre Nachspeisen fertig zubereitet ein und wissen so gar nicht, welche Inhaltsstoffe wirklich enthalten sind.

Was da wohl drin ist ...? © Flickr/teamshaw79

Was da wohl drin ist ...?

© Flickr/teamshaw79

Vor allem in den Entwicklungsländern Afrikas und Asiens sollten strenge Veganer und besonders Lebensmittelallergiker große Vorsicht beim Essen walten lassen. Allergien auf Nahrungsmittel sind dort (warum wohl?) weit weniger verbreitet als in Europa und Nordamerika, Wissen darüber ist kaum vorhanden und daher hat man es manchmal schwer, sein Anliegen verständlich zu machen.

Die Verwendung von Fertigwürzmischungen wie Maggi und Glutamat, Erdnussöl zum Braten oder von Fischsaucen gehört für viele Köche in Afrika und Asien zur Standardprozedur. Die vietnamesische Küche enthält in nahezu jedem Gericht die traditionelle Fischsauce Nuoc Mam, in Israel wiederum wird enorm viel Sesam verwendet.

Gerade in kleineren Restaurants und in Garküchen am Straßenrand geht es nicht allzu hygienisch zu; wenn der Wok nach dem Zubereiten eines Fischgerichts nur kurz ausgewischt und dann weiterverwendet wird, können Allergiker schwere Probleme bekommen. Hier hilft nur genaues Hinschauen auf die am Stand vorhandenen Zutaten (oft wird nur ein einziges Gericht angeboten), viel Kommunikation und im Zweifelsfall lieber Verzicht.

ErfahrungsberichtWebtipps

  • Ein Portal zur Buchung vegetarischer Hotels auf der ganzen Welt ist www.veggiehotels.de.
  • Reiseberichte von Doris Paas über laktosefreie Ernährung in Ägypten, Finnland, Norwegen und den USA.
  • Noch mehr Berichte über Reiseziele mit veganer Ernährung gibt es im Veltenbummler-Blog.
Frage: Hat euer Kind eine Lebensmittelallergie oder Lebensmittelunverträglichkeit? Verreist ihr trotzdem? Und wie schützt ihr euch im Urlaub vor Komplikationen?

 

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Kommentar als Gast schreibenKommentar (1)

  • Glutenfee16

    Hallo!

    Unser Sohn (4) hat eine Zöliakie (bzw. Glutensensitivität, da bin ich mir im Moment nicht sicher) und eine Haselnussallergie. Im Urlaub haben wir eine Liste auf Englisch dabei, die wir dem Koch im Hotel geben. Da ich auch eine Glutensensitivität habe, ist der praktische Umgang leichter. Bisher hat das einigermaßen geklappt (in Portugal und Frankreich).
    Wir wollen in 2 Wochen nochmal für ein paar Tage nach Holland. Da wir dort campen und selber kochen, erstelle ich mir gerade eine Liste für den Einkauf (auf niederländisch). Ich habe allerdings Angst, etwas zu vergessen und daher meine Frage: Ich war vor einigen Wochen auf einer Messe in Berlin und habe diese “Foodcard” gesehen. Es gibt sie auch auf niederländisch- hat vielleicht jemand schon Erfahrungen damit?
    Viele Grüße!

    Antworten | 15. August 2016

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