Reisebericht DeutschlandVor dem Urlaub ist im Urlaub …

Reisen mit Kind gestaltet sich schon bei der Vorbereitung aufwendiger als gedacht. Aber wenn dann erstmal alles im Koffer ist und man auch noch entspannt Bahnfahren kann, wird es ein erholsamer Urlaub.

von Max

Bahnfahren mit Kind © Ilona Hartmann

Bahnfahren mit Kind

© Ilona Hartmann


Reisebericht verfasst von

Max
am 03.07.2012

Informationen zur Reise

Reiseziel: Deutschland
Reisestart: Juni 2012
Reisedauer: 1 Woche
Teilnehmer: 1 Erwachsener, 1 Baby
Für 10 Tage Urlaub den Koffer zu packen ist schon für mich alleine immer eine Herausforderung: Was nehme ich alles mit? Lieber ein paar warme Pullis mehr oder doch nur Shorts und Zahnbürste? Zum Ausgehen noch ein fünftes Paar Schuhe dazu und am Ende ist der Koffer nicht groß genug.

Doch jetzt ist alles anders. Alles noch komplizierter. Und das Reisegepäck doppelt so schwer. Die erste große Fahrt mit Baby steht an und die kleinen Zettel beschrieben mit Sachen, die ich nicht vergessen darf, nehmen zu. Urlaub in der 600 Kilometer entfernten Heimat bei den Eltern entpuppt sich plötzlich als größte Herausforderung und obwohl es auch dort Einkaufsmöglichkeiten gibt, möchte ich für den Notfall ausgestattet sein. Der Lieblingsteddy lässt sich schließlich nicht durch ein 0815 Kuscheltier ersetzen. Und die Reiseapotheke sollte für die Fahrt auch vollständig sein, man weiß ja nie was kommt.

Als allein reisende Mutter wollte ich nicht auf Hilfe angewiesen, sondern für alles gerüstet sein. Jedes Szenario, der schlimmste Fall, der auftreten könnte, wird beim Packen im Kopf durchgespielt und so kommen noch drei neue Punkte auf einen Zettel dazu. Damit die lieben Verwandten nicht mit dem Umzugswagen am Gleis auf mich warten müssen, habe ich schließlich die Checkliste aus dem Artikel „Ich packe meinen Koffer“ auf der Ratgeberseite www.kombiniere.info genutzt, und vieles wieder ausgepackt und dafür anderes ein. Wenn man, wie dort beschrieben, rechtzeitig einen kleinen Haufen mit den wichtigsten Dokumenten und Babyutensilien in der Wohnung anlegt, die Babyklamotten, die Reiseapotheke und die eigene Wäsche auf das Wichtigste reduziert, kommt man auch mit einem Koffer und einer Tragetasche gut aus, die man bequem an den Koffer binden kann. Jetzt musste nur noch das Baby umgeschnallt werden und los ging’s.

Auch die Zugfahrt hätte ich mir schlimmer vorgestellt. Ein volles Gleis, keine Reservierung, wer passt auf das Gepäck auf, wenn ich mal auf die Toilette muss und wo bitte geht es zur nächste Wickelmöglichkeit? Mittlerweile gibt es in jedem Zug ein Kleinkindabteil, wo es nicht so stört, wenn die Kleinen mal laut loskreischen oder das Baby vor Hunger weint.

Glücklicherweise hatte ich das Abteil für mich und meinen kleinen Sohn alleine, so können wir uns ungestört ausbreiten. Da ich keinen Maxi Cosi dabei hatte, habe ich Max auf dem Schoß gehabt, sonst kann man die Babyschale aber wunderbar auf einem der Sitze deponieren. Auch die Verstauungsmöglichkeiten für das Gepäck sind praktisch, es ist genug Platz um die schweren Koffer an die Seite zu stellen und die leichten Taschen über den Sitzen abzulegen. Durch die (freundliche!) Schaffnerin erfuhr ich auch sofort, wo sich die Toiletten mit Wickeltisch befinden. Als dann noch eine nette ältere Dame in das Abteil kam, konnte ich auch mein Gepäck mit ruhigem Gewissen zurücklassen und mit Max ein paar Schritte durch den Zug gehen. So vergingen 6 Stunden wie im Flug (und das obwohl wir im Zug saßen).

In der Heimatstadt angekommen, ist es wunderbar abgeholt zu werden. Aber nach ein paar anstrengenden Tagen Verwandtenbesuch, gönnen wir uns Erholung am Badesee. Dort warten auch schon die nächsten Fragen auf Mutter und Kind: Ab wann darf ein Baby in die Sonne? Oder lieber nur im Schatten bleiben? Hab ich überhaupt Baby Sonnenmilch? Und was ziehe ich meinem Sohn zum Schwimmen an? Ich creme Max immer ein paar Stunden vor dem Sonnenbaden (allerdings ausschließlich im Schatten und nicht in der Mittagssonne) mit Sonnencreme für Babys mit hohem Lichtschutzfaktor ein. Bei den Schwimmwindeln habe ich Bedenken, ob sie sich im Wasser auflösen, aber es ist nicht so. Aber sie sind nur einmal zu verwenden! Zur Sicherheit habe ich also noch eine Badehose dabei, die einen Windeleinsatz hat.

Nach dem kurzen Bad auf Mamas Arm lagen Max und ich auf der Strandmatte im Schatten und haben uns die älteren Kinder angeschaut, die mit Luftmatratze und Gummiball im See um die Wette geschwommen sind. Während Max mit seinen Spielsachen freudig auf der Decke spielte, konnte ich sogar kurz in meinem Lieblingskrimi schmökern. Am See kann man gut mit der ganzen Familie den ganzen Tag verbringen, ohne dass es langweilig wird. Das nächste Mal werden wir den Papa mitnehmen und einen entspannten Tag am See mit Sandburgen bauen und Picknick verbringen.

Die restlichen Ferien verbringen wir mit viel Schlafen und langen Spaziergängen in Parks. Auch die Zugrückfahrt klappte wieder genauso gut. Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass alleine Reisen mit Kind auch ein schönes Erlebnis ist, denn man kommt automatisch mit vielen Leuten ins Gespräch, die sich freuen, wenn sie einer allein reisenden Mutter mit Kind behilflich sein können. Die Hilfe kommt ganz von selbst und das Reisen im Kleinkindabteil macht mit ein paar Spielkameraden gleich viel mehr Spaß. Nur ein paar Schuhe für Mama hätten noch eingepackt werden können. Denn Schuhe hat man nie zu viel. Es sei denn man reist alleine. Zum Glück kommt nächstes Mal der Papa mit …

 

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