Tagesausflugstipp DeutschlandDer wilde Osten – Kulturinsel Einsiedel

Wir kommen mindestens einmal im Jahr hierher - in die östlichste Ecke von Sachsen nach Zentendorf, wo die Kulturinsel Einsiedel darauf wartet, Kinder und Eltern zu verzaubern.

von Jenny Menzel

Wo geht's denn hier lang? © Jenny

Wo geht's denn hier lang?

© Jenny

Reisebericht verfasst von

Jenny Menzel
am 06.02.2012

Informationen zur Reise

Reiseziel: Deutschland
Urlaubsort: Zentendorf, Zentrallausitz
Reisestart: August 2011
Reisedauer: 1-3 Tage
Teilnehmer: 2 Erwachsene, 1 Kleinkind, 1 großes Kind

Ganz versteckt, im östlichsten Winkel der sächsischen Lausitz, fast schon an der Grenze zu Polen, dort liegt der kleine Flecken Zentendorf mit nicht einmal 200 Einwohnern. Jedes Jahr zwischen März und November bekommt dieser Flecken jedoch täglich ein Vielfaches an Besuchern; die meisten davon sind minderjährig.

Die Kulturinsel Einsiedel, ein „grüngeringelter Freizeitpark“, ist seit Jahren ein Geheimtipp unter sächsischen Familien. Auch für uns gehört ein Besuch der Kulturinsel mindestens einmal im Jahr zum Pflichtprogramm, seit wir Kinder haben.

Der überaus schaffensfreudige Holzkünstler Jürgen Bergmann hat auf einem fünf Hektar großen Waldgelände kurz nach der Wende einen Abenteuer-Freizeit-Kultur-Spaßpark angelegt, der jedes Jahr wächst und neue Ideen hervorbringt. Egal, wie alt die Besucher sind, zwischen fantasievollen Spiel-, Kletter- und Turngeräten jeder Größe findet garantiert jeder etwas, um sich auszutoben. Die typischen Spielgeräte, die immer aus Holz gebaut sind, kann man in ganz Europa auf Spielplätzen wiederfinden -  “echte Bergmanns” sieht man zum Beispiel im Möbel-Höffner-Kinderland in Dresden, im Zoo Osnabrück oder im Stadtpark von Cordoba.

Ein Besuch in Einsiedel funktioniert so: Schon auf dem Parkplatz staunen die Kinder über Bäume, an denen Autos wachsen. Während wir Eltern die Eintrittskarten kaufen (eine Familienkarte kostet 34 Euro, Kinder zahlen ab 4 Jahren), erkunden die Lütten schon mal das Reich der „Turi Sede“, ein geheimnisvolles und vor 1.000 Jahren ausgestorbenes slawisches Volk – und die „archäologischen Funde“ aus ihrer Hochkultur. Nach Entdeckung des Geheimgangs und Mutprobe beim Marsch über turisedische  Gerippe begeben wir uns auf den Marsch durchs Gelände: vom Irrgarten zum Riesentrampolin und natürlich zum gewaltigen Märchenschloss, das alle mit genügend Mut und Taschenlampe ober- und unterirdisch erkunden.

Beim Ausstieg über die unzähligen unterirdischen Geheimgänge verlaufen wir uns grundsätzlich und finden erst am Fresstempel wieder zusammen, wo auf selbst entzündeten Feuern Stockbrot oder Fleischiges gegrillt wird. Die Eltern essen auch gern mal à la carte in der Feuerschenke: eine Einsiedlerpfanne, Vermummte Sprotten oder Soko Kukurutschu (hä?).

Nicht lange, und die Kinder werden schon wieder zappelig – wir essen hastig auf, denn es gibt noch so viel zu entdecken! Die Kleineren schaukeln hoch durch die Luft, kichern versteckt in der Korbschaukel und kreischen auf dem alten Kettenkarussell, die Großen kriechen mit leuchtenden Augen durch finstere Gänge und kraxeln hoch über den Baumwipfeln entlang. Wir Eltern ermutigen bangen Herzens, quetschen uns durch kindergroße Tunnel und – mein spezieller Favorit – wandeln leise durch den verwunschenen Hexenwald, wo man bei genauem Hinhören die Inselgeister raunen hört.

Viel zu schnell ist so ein Tag auf der Kulturinsel zu Ende. Wer abends noch nicht nach Hause will (nach Dresden ist es ca. eine Stunde auf der Autobahn), kann praktischerweise gleich nebenan auf dem Zeltplatz übernachten; oder stilecht (und etwas teurer) auf dem Gelände des Parks im Baumhaus-Hotel, im Erdhaus oder im orientalischen Alkoven. Das bietet sich auch deshalb an, weil rund um die Kulturinsel noch so viel mehr zu erkunden ist. Die Zentrallausitz ist eine herrliche Gegend für einen Kurzurlaub, und gleich hinter der Grenze warten die riesigen Wälder Polens – mit echten Wölfen!

Wir kommen garantiert wieder; und zwar jedes Jahr!

Oh, hoch hinaus! © Jenny

Oh, hoch hinaus!

© Jenny

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