KidsAway-InterviewMit Baby durch Südostasien – kein Problem?!

Mit Baby in die Tropen – ist das vernünftig und sicher für das Kind? Weil sich viele Eltern diese besorgten Fragen stellen, haben wir welche gefragt, die es wissen müssen: Nicole und Lukas waren mit ihrer ein Jahr alten Tochter mehrere Monate in Südostasien unterwegs.

von KidsAway-Redaktion

Durch die Tempel von Angkor Wat im Auto

Durch die Tempel von Angkor Wat im Auto

© Lukas R.

Informationen zur Reise

Reiseziel: Südostasien
Reiseroute: Thailand - Vietnam - Kambodscha - Singapur
Urlaubsort: Südostasien
Reisestart: Oktober 2012
Reisedauer: 2 Monate
Teilnehmer: 2 Erwachsene, 1 Baby

Nicole und Lukas kennen sich seit drei Jahren. In den letzten zwei Jahren lebten sie in Südafrika, wo Lukas gearbeitet hat und vor inzwischen 16 Monaten Lilly geboren ist.

Da die Rückkehr in die Heimat sowieso einen Neuanfang bedeutete, entschieden sich die beiden, noch eine siebenmonatige Reise als Zwischenstation „einzubauen“. Zwei Monate davon verbrachten sie in Südostasien, dann ging es weiter nach Australien und Neuseeland.

 

FrageKidsAway: Warum hattet ihr denn gerade Südostasien als Reiseziel gewählt?

Nicole: Wir kannten die Region beide schon und mögen diese Ecke der Welt sehr. Es gibt tolle Strände, leckeres Essen und eine spannende Kultur. Was wir vorher nicht wussten, aber sehr schön fanden: Die Asiaten lieber Kinder über alles!

 

 

FrageAuf eine Tropenreise mit Baby muss man sich doch aber sicherlich besonders vorbereiten?

Lukas: Sonderlich kompliziert ist das wirklich nicht. Wir haben darauf geachtet, immer Autan aufzutragen und Zimmer mit Klimaanlage zu buchen. In den Zimmern ist es a) schön kühl für den Mittagsschlaf und b) gibt es dann deutlich weniger Moskitos (oft auch gar keine).

Mit dem Essen waren wir recht vorsichtig: Lilly hat nur Gekochtes, Gläschen oder Obst bekommen, das man schälen konnte.

 

FrageHabt ihr Lilly extra geimpft vor der Reise?

Nicole: Da sie in Südafrika geboren ist, hatte sie schon alle Impfungen, die man heute so haben kann. Übrigens deutlich mehr, als in Deutschland üblich sind. Ein Arztbesuch vorher ist trotzdem empfehlenswert!

 

FrageViele Eltern machen sich Gedanken über Sonnenschutz in den Tropen, habt ihr dazu Tipps?

Nicole: Sonnenschutz kann man überall kaufen. Wir benutzen immer SPF 50 – trotz dieses hohen Schutzfaktors ist Lilly mittlerweile richtig braun an Händen und Füßen. Ein Schwimm-Shirt finde ich noch sehr wichtig, das ist ja auch ein Sonnenschutz. Und immer die Mittagshitze meiden, aber das wissen wohl die meisten Eltern.

 

Frage Muss man beim Hotelbuchen in Asien etwas beachten, wenn man mit Kind unterwegs ist?

Nicole: Wir haben nie für Lilly extra gezahlt – ich habe halt vorher erwähnt, dass wir mit Baby kommen. Manchmal stand dann ein Babybett im Zimmer, das haben wir aber nie gebraucht.

 

FrageApropos: Was habt ihr denn für Lilly an „Sonderausstattung“ dabeigehabt?

Lukas: Insgesamt bestimmt 15 Kilogramm: Buggy, Babytrage, Autokindersitz, Reisebett (von Deryan, grandios!), Milchpulver, Schnuller, Flaschen, Gläschen, Windeln, Feuchttücher, ein gutes Fieberthermometer (wir benutzen das Braun Thermoscan), Medikamente, drei Babybücher, Autan junior und Lillys Kleidung.

 

FrageHattet ihr auch Babyspielzeug mit?

Nicole: Ich würde kein Spielzeug extra mitnehmen, auf Reisen ergibt sich vieles und gerade in Asien bekommt man oft was geschenkt. Lilly spielt sowieso mit allem, am liebsten „Portemonnaie ein- und ausräumen“. Wir haben ihr irgendwann ein billiges gekauft und für sie befüllt.

 

FrageMit welchen Problem(chen) hattet ihr unterwegs am meisten zu kämpfen?

Lukas: Bis auf die Tatsache, dass die Leute manchmal zu energisch das Kind anfassen wollen, gab es eigentlich keine Probleme! Wir können Reisen nach Südostasien mit einem kleinen Kind sehr empfehlen.

Nicole: Nur einmal hat Lilly hohes Fieber bekommen und wir haben uns große Sorgen gemacht – das war allerdings in Singapur und da ist die medizinische Versorgung sehr gut. Das Fieber ging auch sehr schnell wieder weg und wir wissen bis heute nicht, was sie da hatte. Wenn einem das allerdings in einem Bergdorf in Vietnam passiert, ist es schwierig, Hilfe zu bekommen.

 

FrageWie sehr passt ihr euch beim Reisen an Lillys Bedürfnisse an?

Lukas: Mit Lilly ist das Reisen langsamer als gewohnt. Wir gönnen ihr und uns mehr Pausen und erkunden daher die Umgebung langsamer. Zwischendurch durfte sie laufen üben, womit wir auch keine Kilometer reißen konnten. Aber bei der Hitze ist das ja nichts Schlechtes – solange man genug Zeit hat!

Nicole: Wir sind in Asien grundsätzlich nicht in Malaria-Gebiete gefahren. Mit Hilfe einer Karte vom Tropeninstitut kann man das sehr gut vermeiden. Was man nicht vermeiden kann, ist Dengue-Fieber, aber wir haben Lilly mit Autan junior geschützt und das hat gut funktioniert. Sie hatte in der gesamten Zeit in Asien maximal zehn Moskito-Stiche – bei uns beiden haben wir irgendwann nicht mehr mitgezählt, aber es waren viele!

 

FrageWie ist das mit dem Straßenverkehr gewesen, war das nicht gefährlich…?

Lukas: Meist sind wir Taxi gefahren und haben die Babyschale auf der Rückbank festgeschnallt, wir haben ja einen Maxi-Cosi dabei. Manchmal gibt es einfach keine Gurte hinten, dann hält man das Kind halt einfach fest. Die Menschen in anderen Ländern haben eh wenig Verständnis für das Getue mit dem Kindersitz – in Vietnam und Kambodscha sitzen ja Mutter, Vater und drei Kinder auf einem Moped! Angst hatten wir eigentlich nie …

Nicole: … nur in Vietnam, da ist der Verkehr echt rasant und gefährlich. Vietnam hat, glaube ich, die meisten Verkehrstoten weltweit!

 

Frage Wie habt ihr Lilly denn überhaupt transportiert? Das Laufen hat sie ja erst während der Reise gelernt?

Nicole: Eine Mischung aus auf dem Arm tragen (macht schöne Arm- und Schultermuskeln!), Babytrage (selten) und Buggy (noch seltener). In Hanoi lief sie dann selbst los und stieg auch begeistert Treppen selbst, aber das dauert einem meist zu lange …

 

FrageWas waren die Höhepunkte eurer Südostasien-Reise?

Lukas: Wir waren in Thailand, Vietnam, Kambodscha und Singapur. Diese Länder sind aus unserer Sicht alle gut geeignet für Reisen mit Kindern. Siem Reap bzw. Angkor Wat in Kambodscha sind ein Muss – es ist zwar sehr touristisch dort, aber die Tempel sind extrem beeindruckend. Vor allem wenn man einen guten Guide hat und der einen an versteckte Ecken führt.

Auf Chiang Mai und Koh Samui in Thailand hätten wir dagegen verzichten können. Ich war vor einigen Jahren schon mal in Chiang Mai und fand die Stadt damals toll – diesmal hat sie mich enttäuscht. Auch Koh Samui war nicht so toll, weil es fast nur noch aus Hotels besteht. Und Singapur ist einer der sehr wenigen Orte, die noch ordentlicher und sauberer als Deutschland sind. Und damit auch weniger Charme haben als der Rest von Asien, wie wir fanden.

Nicole: Vietnam hat uns überraschend gut gefallen, besonders die Hauptstadt Hanoi und Hoi An. Allerdings geht die Kinderliebe hier so weit, dass Lilly sich teilweise gegen die Zuneigung gewehrt hat. Sie war teilweise von zwanzig Menschen umgeben, die sie alle anfassen wollten!

 

Frage Und wo fand es Lilly am schönsten?

Lukas: Unabhängig vom Land waren ihre Favoriten immer im Pool planschen oder im Sand spielen!

 

FrageHat Lilly unterwegs auch Spielkameraden gefunden?

Nicole: Manchmal haben wir zufällige Bekanntschaften am Strand oder am Pool mit anderen Kindern geschlossen, sonst hat sie fast nur Kontakt mit uns. Man wird recht kreativ und auch kindisch, wenn man so lange mit einem Baby zusammen ist!

 

FrageDie Lieblingsfrage unserer Leser: Wie hat ihr das mit dem Geld gemacht?

Nicole: Wir glauben, dass man in Asien mit einem Tagesbudget von 100 Euro eine schöne Reise machen kann. Mit diesem Tagesbudget schwelgt man nicht mehr im Luxus, wie das vor 20 Jahren möglich war, aber es lässt sich angenehm damit leben! Und mit einem Kleinkind will man ja auch nicht in der letzten Absteige unterkommen. Hier entscheiden einfach stark die persönlichen Bedürfnisse nach Luxus.

Lukas: Blöd waren die Flugbuchungen – wir hatten im Kopf, dass Flüge in Südostasien sehr günstig sind und daher lief unser Weltreiseticket nur bis Bangkok und drei Monate später von dort weiter nach Australien. Das heißt, wir haben alle Flüge innerhalb Asiens erst vor Ort gebucht – und dafür knapp 3.000 Euro ausgegeben, die wir nicht im Budget geplant hatten.

Fazit: Es gibt Verbindungen in Asien, die günstig sind, aber meist sind das die, die man gerade nicht braucht! Ich empfehle, alle Stationen auf einem Round-The-World-Ticket mit einzuplanen oder schon vorher günstige Flüge zu buchen.

Und noch ein Tipp für Reisende mit Kindern in Vietnam: Für jedes Foto vom Kind 20 Cent kassieren, dann bezahlt sich die Reise von selbst. ;-)

 

FrageWo wir von Tipps sprechen: Was würdet ihr anderen Eltern, die nach Südostasien reisen wollen, unbedingt empfehlen?

Nicole: Vor der Reise unbedingt mit einem Arzt über Malaria und Dengue-Fieber sprechen und das Risiko bewusst einschätzen. Wir glauben, dass das Risiko sehr gut kontrollierbar ist und man sich keine großen Sorgen machen muss. Allerdings würde ich in Malaria-Gebieten das Kind schon sehr gut vor Moskito-Stichen schützen, da die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs für Kinder deutlich höher ist.

Lukas: Noch eine Empfehlung: In Singapur haben wir airbnb ausprobiert (wohnen bei Privatleuten gegen Bezahlung). Das hat sich sehr gelohnt, wir hatten eine schöne Unterkunft mit einer lieben Familie. die Gastgeberin hat sich um uns gekümmert wie eine Mutter!

 

FrageWenn eine Fee mit einem Zauberstab käme: Was ist euer großer, unerfüllter Reisetraum?

Lukas: Wir sind gerade dabei, uns diesen Traum zu erfüllen … auf Tahiti!

 

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