Reisen mit SchulkindSchulzeit – Was ihr nun beim Reisen mit Kind beachten müsst

Für viele Familien beginnt mit der Einschulung ihrer Kinder eine neue Lebensphase. Reisebuchung, Wahl des Urlaubsziels und vieles mehr werden nun ein wenig komplizierter – wir haben daher lebenswichtige Reisetipps für frischgebackene Schulanfänger-Eltern gesammelt.

von KidsAway-Redaktion

Schulanfang - damit ändert sich auch für Eltern so einiges © Kitty - Fotolia.com

Schulanfang - damit ändert sich auch für Eltern so einiges

© Kitty - Fotolia.com

Wie einfach, unkompliziert und günstig das Reisen mit Kindern ist, das merken viele Eltern erst, wenn es vorbei ist: Kommen die Großen in die Schule, ist es nämlich oft vorbei mit dem Urlaubsglück.

Schulzeit versus Urlaubszeit

Der offensichtlichste Nachteil daran, ein Schulkind zu haben: Nun sind bei der Urlaubsbuchung Ferienzeiten einzuhalten – und an den allermeisten Schulen auch sehr streng! –, wobei die Reiseanbieter ein waches Auge auf Ferientermine haben und genau zu diesen ihre Preise zu verdoppeln scheinen.

Urlaubsziele, die in der Vor- und Nachsaison paradiesische Abgeschiedenheit bieten, sind zur Hauptferienzeit erstens doppelt so teuer, zweitens komplett ausgebucht und drittens so überfüllt, dass ein Aufenthalt dort sowieso nicht auszuhalten ist.

 

ErfahrungsberichtSchulferien-App
Die kostenlose App „Ferien-Kalender“ für iPhone und iPad stellt Ferientermine und Feiertage in ganz Deutschland übersichtlich dar und – der Clou – zeigt an, wie hoch die Feriendichte an einem bestimmten Tag ist. Eigene Termine kann man ebenfalls eintragen und anzeigen lassen, das Ganze lässt sich ausdrucken per Mail versenden – für die einfache Urlaubsplanung von Schulkind-Eltern.

 

Exotischere Urlaubsziele südlich des Äquators fallen aus dem Urlaubsrepertoire von Schulkind-Familien komplett heraus, es sei denn, man will eine Australien- oder Südafrikareise in zwei Wochen Winterferien hineinquetschen (und nicht einmal die stehen in Bundesländern wie Hessen oder Rheinland-Pfalz zur Verfügung). In den deutschen Sommerferien herrscht in Neuseeland oder Südamerika ja leider tiefster Winter…

 

Tipps zur cleveren Terminwahl

  • Ferientermine möglichst zeitig recherchieren, auch in den (Bundes-)Ländern am Reiseziel
  • Bei Flügen nach Abflugregionen statt nach dem nächsten Flughafen suchen: liegt der Flughafen in einem anderen Bundesland mit anderen Ferienterminen, kann der Flug viel günstiger werden
  • Nicht gleich zum Ferienbeginn verreisen: Zum Ferienanfang sind Flüge und Zugtickets meist teurer
  • Nicht nach Mallorca: Auf beliebte Badeziele wie Mallorca besser verzichten, wenn nur Termine in den Sommerferien möglich sind; dann ist es teuer, voll und viel zu heiß
  • Späte Oster- oder Pfingstferien nutzen: Liegen die Oster- oder Pfingsferien spät, lieber diese für einen zeitigen Sommerurlaub nutzen und in den Sommerferien Urlaub zu Hause machen
  • Herbstferien und Weihnachtsferien sind teuer: Am begehrtesten sind Reisetermine in den Herbst- und Weihnachtsferien; hier entweder zu Hause bleiben oder schon am Jahresanfang buchen
  • Nicht von den vielen kurzen Ferien zwischendurch verlocken lassen: ein längerer Jahresurlaub ist insgesamt günstiger als mehrere Kurz- und Wochenend-Reisen
  • Frühstmöglich Urlaub: Urlaub beim Arbeitgeber so früh wie möglich beantragen
  • Eventuelle Brückentage für Kurztrips nutzen: Schulen dürfen einige freie Tage nach eigenem Ermessen über das Schuljahr verteilen, zeitig nach der Planung erkundigen
  • Reisen weit im Voraus buchen: Last-Minute-Schnäppchen gibt es heutzutage kaum noch
  • Bei Reisen mit Schulkind außerhalb der Schulferien: Nicht ohne Rücksprache und schriftliche Erlaubnis des Klassenlehrers An- oder Abreisetermin außerhalb der Ferienzeiten legen
  • Staufalle: möglichst nicht das erste oder letzte Ferienwochenende für An- oder Abreise nutzen, Samstage generell am besten vermeiden
  • Schulfreistellung: Für Traumreisen, die länger dauern sollen, kann eventuell eine Schulfreistellung beantragt werden; Nachfragen kostet nichts!

 

Die Preisfrage

Ferienzeit ist Stauzeit © Kara - Fotolia.com

Ferienzeit ist Stauzeit

© Kara - Fotolia.com

Schulkinder haben aber noch einen weiteren gravierenden „Nachteil“: Sie fallen in vielen Hotels, auf Campingplätzen und auch in den meisten Freizeiteinrichtungen aus den Grenzen für Kinderermäßigungen heraus.

Wer den vollen Bettenpreis bezahlt, ein großes Fahrrad ausleihen muss und sich im Restaurant nicht mehr mit einer Kinderportion zufrieden gibt, der muss bei der Budgetplanung für die Reise schon fast als Erwachsener einkalkuliert werden.

Ist die Grundschulzeit vorbei, solltet ihr das sowieso tun: Teenies zahlen ab 12 Jahren fast überall den vollen Erwachsenenpreis. Ein langbeiniger Zwölfjähriger braucht eben auch mehr Platz zum Sitzen und Schlafen als ein kuscheliges Kindergarten-Kind, das ihr mit in euren Schlafsack nehmen könnt.

 

Tipps zum Sparen mit Schulkindern

  • Gezielt nach Sonderangeboten für Familien mit Schulkindern suchen: viele Veranstalter und Buchungsplattformen bieten einige Monate vor den Ferien Ermäßigungen an (nach Stichworten wie „Schulferien-Spezial“ oder „Kinder reisen kostenlos“ suchen)
  • Nach Flugschnäppchen etwa drei bis vier Monate vor dem Reisetermin suchen: billigflieger.de bietet eine bequeme Suchfunktion für komplette Familienpreise mit bis zu drei Kindern
  • Immer Angebote mehrerer Veranstalter oder Reiseportale einholen; Preisschwankungen reichen bis zu 50 Prozent
  • Statt Flieger besser das eigene Auto oder die Bahn für die Anreise benutzen – hier fahren Kinder bis 15 Jahre kostenlos mit und in den Ferienzeiten gibt es viele Sparangebote
  • Touristische Hotspots vermeiden und lieber Urlaub im Hinterland oder in weniger erschlossenen Regionen machen – Stichwort Osteuropa
  • Statt Hotel oder Campingplatz besser ein Ferienhaus oder ein Apartment zum festen Wochenpreis mieten
  • Urlaubs-Sharing versuchen: Ferien mit befreundeten Familien machen älteren Kindern viel Spaß und ihr könnt euch die Kosten für Unterkunft und Essen teilen
  • Günstiger als Hotels, meist zentrumsnah gelegen und spannend für ältere Kinder sind Hostels und Jugendherbergen
  • Noch günstiger und individuell angepasst an die Bedürfnisse jeder Familie: Haustausch-Ferien
  • Kreuzfahrten mit Kindern können je nach Veranstalter überraschend günstig sein: Bei MSC Kreuzfahrten fahren zwei Kinder bis 17 Jahre kostenlos mit, TUIcruises nimmt bis zu drei Kinder bis 14 Jahre in der Kabine der Eltern umsonst mit

 

Mehr mitentscheiden, mehr mitmachen

Urlaub in den Schulferien, das heißt oft volle Strände und hohe Preise © g-vision - Fotolia.com

Urlaub in den Schulferien, das heißt oft volle Strände und hohe Preise

© g-vision - Fotolia.com

Nicht nur die Kosten und die Einschränkung der überhaupt möglichen Reiseziele werden durch den Schuleintritt in eine neue Liga katapultiert: Schulkinder möchten mit zunehmendem Alter auch gefragt werden, wenn es um die Wahl des Urlaubsziels geht. Sind die angedachten Unternehmungen der Eltern „uncool“, wird gemotzt – oder die Preteens bleiben lieber allein im Quartier zurück.

Auf der anderen Seite sind Schulkinder mit zunehmendem Alter auch immer mehr interessiert an Solo-Unternehmungen: Sei es das Betreuungsprogramm im Hotel, eine Gruppe von Gleichaltrigen auf dem Campingplatz, die Reise ins Ferienlager oder ein Sprachlern-Aufenthalt im Ausland, ihr Eltern habt damit immer mehr Gelegenheit für Unternehmungen zu zweit. Genießt eure wachsende Unabhängigkeit!

Die wachsende Selbständigkeit von Schulkindern ist auch noch aus einem anderen Grund wichtig: Kaum eine Familie kann es sich leisten, die gesamten sechs Wochen der Sommerferien freizunehmen, um ihre dann „arbeitslosen“ Schulkinder zu betreuen. Gibt es kein Ferienangebot vom Schulhort, müssen Schulkinder sich allein zu Hause beschäftigen, die Ferienzeit bei Oma verbringen oder selbständig nach Angeboten suchen – etwa in Jugendhäusern, Vereinen oder im Rahmen eines Ferienjobs.

Familien mit älteren Schulkindern tun daher gut daran, schon weit im Voraus über die Gestaltung der gesamten Sommerferienzeit nachzudenken; natürlich gemeinsam mit dem Kind.

 

Unsere Tipps zum Reisen mit Schulkindern

 

  • Urlaubsziele gemeinsam mit den Kindern besprechen und auswählen, damit es später keine langen Gesichter gibt
  • Bei der Hotelsuche gezielt nach Betreuungs- und Freizeitangeboten und den dafür geltenden Altersgrenzen schauen; nichts ist langweiliger als ein Kids-Club-Programm, für das euer Kind schon viel zu alt ist
  • Auf Empfehlungen anderer Familien hören; auf Buchungsportalen wie HolidayCheck oder Booking.com kann man gezielt nach Bewertungen anderer Familien suchen
  • Genug Platz einkalkulieren: Schulkinder brauchen ein eigenes Bett und Bewegungsfreiheit, eventuell auch eine Rückzugsmöglichkeit, damit Regentage im Urlaub keine Katastrophe werden. Ideal beim Camping: ein eigenes kleines Zelt für die Kids
  • Interessen und Appetit der Großen vorher abfragen und ins Urlaubsbudget einkalkulieren; Softdrinks zwischendurch und große Portionen beim Essen können das Budget genauso überstrapazieren wie ständige Sonderwünsche
  • Einen gleichaltrigen Freund/eine Freundin mit in den Urlaub nehmen: Das schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn danach „getauscht“ wird und euer Kind mit der anderen Familie in den Urlaub fährt
  • Zeitig nach günstigen und interessanten Angeboten und Ideen suchen, um die gesamte Sommerferienzeit abzudecken

 

Kinder im Schulalter können schon einiges mitmachen © ARochau - Fotolia.com

Kinder im Schulalter können schon einiges mitmachen

© ARochau - Fotolia.com

Keine Angst: Reisen mit Schulkindern sind kein Horror. „Langweiligen“ Wanderurlaub oder den alljährlichen Besuch bei Tante Marta auf dem Campingplatz könnt ihr euren großen Kindern vielleicht nicht mehr schmackhaft machen – dafür interessieren sie sich immer mehr für Geschichte und Kultur, werden Städtetrip-kompatibler und sind auch ausdauernd und geschickt genug für anspruchsvollere Trekking- oder Radtouren.

Der Vorteil: Für gefährliche Rafting-Ausflüge, Klettersteige oder Segel-Abenteuer müsst ihr nicht einmal weit fahren. In Deutschland gibt es zahllose spannende Angebote für aktive Familien.

Aber auch von Fernreisen profitieren Schulkinder viel direkter und nachhaltiger als Kleinkinder, die eben einfach mitkommen: Die Eindrücke vom Leben in anderen Ländern, das Wissen über Geografie, Landeskunde und Weltpolitik, aber auch grundlegende Fähigkeiten wie der Austausch mit fremden Menschen, Orientierung in unbekannter Umgebung oder die Verständigung in einer anderen Sprache sind für Schulkinder einprägsamer als alles, was sie in der Schule eingepaukt bekommen. Nicht umsonst heißt es: Reisen bildet.

 

Wir wünschen allen Schulanfängerinnen, Schulanfängern und ihren Eltern einen tollen Start in die Schule – und weiterhin viel Spaß beim Reisen!

Welche Erfahrungen habt ihr als Eltern von Schulkindern gemacht – was ändert sich bei der Urlaubsplanung, wo sind die Kostenfallen?

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