Städtetrip für Fortgeschrittene7 Tricks für Familien, um euer Reiseziel richtig kennenzulernen

Sehenswürdigkeiten abhaken und zwischendurch im Hotel entspannen - das klingt für Familien, die ein Reiseziel richtig kennenlernen wollen, zu langweilig. Wir sagen euch, wie ihr richtig "eintaucht".

von KidsAway-Redaktion

Richtig eintauchen in die Kultur eines Landes - mit Kindern kein Problem

Richtig eintauchen in die Kultur eines Landes - mit Kindern kein Problem

© Pixabay

Das erste, was ihr bei einem Familien-Städtetrip anschauen wollt, sind höchstwahrscheinlich die bekannten Sehenswürdigkeiten – sei das der Eiffelturm, die Freiheitsstatue oder auch Familien-Attraktionen wie das sagenumwobene Disney-World.

Um eine Stadt – oder auch ein anderes Reiseziel – wirklich kennenzulernen, solltet ihr euch aber mit dem Reiseführer-Standardprogramm nicht zufriedengeben.

Wer die ausgetretenen Touristenpfade verlässt, spart nicht nur unheimlich viel Geld und Nerven (denn das Gedränge und die Warteschlangen an vielen Attraktionen sind gerade mit Kindern sehr stressig). Ihr kommt außerdem ganz automatisch in Kontakt mit Einheimischen, lernt die Einstellungen und Ansichten der Menschen kennen, schließt neue Spielbekanntschaften und bekommt sicherlich den einen oder anderen Insider-Tipp, der euren Urlaub zu etwas ganz Besonderem machen wird.

 

Raus aus dem Hotel!

Der Pool und der Indoor-Spielplatz sind verlockend, wissen wir. Aber auch wenn euch der Sinn nach nichts weiter steht als einem Glas Wein und einem guten Buch, während die Kinder gerade so schön beschäftigt sind – wenn ihr euer Urlaubsland oder die Stadt, in der ihr seid, wirklich kennenlernen wollt, dann solltet ihr das süße Nichtstun streng einschränken.

Wann immer es möglich ist, solltet ihr eure Unterkunft verlassen und draußen auf Entdeckungstour gehen!

Babys machen es euch am einfachsten, weil sie in der Trage oder im Kinderwagen schlafen können. Laufmüde Kleinkinder packt ihr in einen Reisebuggy. Kleine Hilfsmittel wie ein City-Roller verlängern die Lauflaune größerer Kinder oft noch ein ganzes Stück.

Und auch wenn ihr alle geschafft seid und euch die Füße schmerzen: Setzt euch nicht in euer Quartier, sondern in einen Park, an den Stadtstrand oder in ein Café, wo ihr das Leben an eurem Urlaubsort live beobachten könnt.

Ihr müsst nicht für jede Minute eures Aufenthalts einen Plan haben – lasst euch einfach treiben, bummelt herum und haltet die Augen und Herzen offen für neue Eindrücke.

 

Verlauft euch

Verlaufen macht Spaß

Verlaufen macht Spaß

© Pixabay

Die Horrorvorstellung vieler Eltern ist im Urlaub oft ein Geheimtipp. Packt den Stadtplan weg (aber nehmt ihn mit!) und lauft einfach los, immer der Nase nach.

Kinder haben viel Spaß daran, wenn sie einmal bestimmen dürfen, ob es nach rechts oder nach links gehen soll. Oder ihr versucht euch an einem System: zwei rechts, zwei links, geradeaus. Immer wenn ihr einen Hund seht, biegt ihr links ab. Euch fällt sicher etwas ein!

Das Ergebnis gezielten Verlaufens: Ihr entdeckt eure Umgebung mit anderen Augen, wenn ihr nicht darauf fixiert seid, den nächsten Wegpunkt zu finden. Gerade in großen Städten findet ihr so Stadtviertel, Straßen und verborgene Gässchen, die ihr ansonsten nie gesehen hättet. Und ihr könnt euch entspannen, weil ihr mal nicht im Hinterkopf behalten müsst, wo denn der nächste Abzweig sein sollte…

Notfall-Stopp: Wird es euch ungemütlich oder braucht ihr für eine Klo-Pause doch wieder Orientierung, findet ihr mit Google Maps und der Standortsuche schnell wieder zurück in vertrautes Territorium. Ohne Smartphone oder Funknetz helfen Wegpunkte wie hohe Türme, Kirchen oder die Sonne ganz altmodisch beim Zurechtfinden.

Und natürlich könnt ihr immer auch Menschen nach dem Weg fragen – womit wir gleich beim nächsten Tipp wären.

 

Holt euch Tipps bei Einheimischen

Ihr sucht ein familienfreundliches Café, einen Spielplatz oder ein Museum, das eure Kinder interessant finden? Statt wild im Reiseführer zu blättern (dort stehen sowieso kaum einmal Tipps für Familien drin) oder stundenlang im Internet zu surfen, fragt doch einfach mal einen echten Menschen!

Die Angestellten in eurem Hotel haben sicherlich selbst Familie und kennen sich vor Ort gut aus. Kellner und Ladenbesitzer sind ebenfalls gute Ansprechpartner mit Insider-Kenntnissen.

 

TippEintauchen mit Couchsurfing

Couchsurfing.org ist nicht nur eine Plattform, um kostenlose Unterkünfte zu finden. Viele Couchsurf-Gastgeber bieten auch an, sich auf einen Kaffee zu treffen oder euch durch ihre Heimatstadt zu führen. Selbst wenn ihr den Komfort eines Hotels vorzieht, findet ihr auf diese Weise also engagierte (und kostenlose!) „local guides“.

 

Unterhaltet euch

Wer die Landessprache beherrscht, hat es gut. Aber auch mit gebrochenem Englisch, Französisch oder Russisch kommt ihr in weiten Teilen der Welt gut in Kontakt zu den Menschen. Und das solltet ihr unbedingt tun!

Für Eltern mit kleinen Kindern ist es in der Regel sehr einfach, ins Gespräch zu kommen: Meistens müsst ihr euch gar nicht um Kontakt bemühen, sondern werdet direkt angesprochen – auf eure entzückenden Kinder und wie toll es ist, dass ihr mit ihnen verreist.

Egal, mit wem ihr sprecht, wo ihr es tut und was ihr fragt: Es ist unheimlich interessant, die Ansichten fremder Menschen kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören. Die Kultur eines Landes zeigt sich jedenfalls viel eher im Verhalten seiner Bewohner als in historischen Gebäuden oder Denkmälern.

 

Esst wie die Einheimischen

Essen wie die Einheimischen

Essen wie die Einheimischen

© Pixabay

Mit Kindern geht man in puncto Essen auf Reisen gern auf Nummer Sicher – Pizza und Pommes funktionieren halt immer. Auch wenn ihr mit heiklen Essern unterwegs seid oder Angst vor Keimen habt: Versucht, wenigstens ab und zu die lokalen Spezialitäten zu essen.

Geht an den Touristen-Restaurants mit den bunten, englischen Speisekarten vorbei und setzt euch in eine Kneipe oder ein Café, in dem nur Einheimische essen. Street food ist in vielen Ländern eine Köstlichkeit, bei der ihr im Vorbeigehen für wenig Geld Häppchen probieren könnt. Schaut aufmerksam, welche Snacks die Leute kaufen, und lasst euch auf Märkten zum Probieren verleiten.

Auch wenn ihr die Speisekarte nicht lesen könnt oder gar keine da ist – fragt einfach neugierig, was eure Tischnachbarn da essen, was der Koch empfehlen kann oder ob es ein Tagesmenü gibt. Lasst eure Kinder von eurem Essen probieren und bestellt eine zweite Portion, wenn es ihnen schmeckt – oder verlangt nach „only rice“, wenn ihr kein Risiko eingehen wollt.

 

Geht einkaufen

Shopping steht bei Familien nicht allzu weit oben auf der Urlaubs-Agenda, aber was wir meinen, ist: Selbstversorgung! Macht es wie die Einheimischen und kocht euer Essen selbst, anstatt dreimal täglich ins Restaurant zu gehen. Selbst wenn ihr im Hotel gut versorgt werdet, könnt ihr euch ein Picknick für unterwegs selbst zusammenstellen.

Wenn ihr dort einkauft, wo auch die ganz normalen Menschen einkaufen – sei das der Wochenmarkt, der Riesensupermarkt am Stadtrand oder der kleine Tante-Emma-Laden –, dann lernt ihr euer Reiseziel noch einmal anders kennen. Was kosten die Produkte, was gibt es überhaupt zu kaufen, was essen die Menschen hier?

Lasst euch vom Bäcker oder Fleischer die besten Stücke zeigen, probiert euch durch exotische Obstsorten und Snacks, und freut euch noch lange nach eurer Rückkehr an den fremdartigen Verpackungen.

 

Macht es wie zu Hause

Auf Märkten lernt man ein Land oder eine Stadt richtig kennen

Auf Märkten lernt man ein Land oder eine Stadt richtig kennen

© Pixabay

Was machen Eltern mit Kindern in einer Stadt? Sie gehen auf den Spielplatz, oder in den Park, oder ins Freibad. Genau dort werdet ihr auch an eurem Urlaubsort andere Familien treffen, und genau dort solltet ihr also hingehen, wenn ihr mit Kindern auf Reisen seid.

 

TippKulturprogramm selbst gemacht

Recherchiert vor eurer Reise im Veranstaltungskalender: Gibt es Puppentheater, Straßenfeste oder andere Events, die ihr zu Hause mit euren Kindern besuchen würdet? Dann schaut sie euch doch auch mal woanders an!

 

Um herumzukommen, bieten sich in Städten öffentliche Verkehrsmittel an. Bahn, Bus und Metro fahren lieben Kinder sowieso. Es ist außerdem günstig und ihr kommt dabei garantiert ins Gespräch mit Einheimischen, denn es ist nicht immer leicht, die richtige Haltestelle zu finden.

Die üblichen Sehenswürdigkeiten könnt und sollt ihr natürlich auch besuchen. Aber viel mehr Spaß und tolle Begegnungen werdet ihr wahrscheinlich auf dem örtlichen Spielplatz, am Teich im Stadtpark oder auf dem Flohmarkt am Stadtrand haben.

Dort kommt ihr am ehesten mit Einheimischen ins Gespräch, dort können eure Kinder ihre Sprachkenntnisse ausprobieren, dort seht ihr ganz unverfälscht, wie das Leben an eurem Reiseziel abläuft.

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