EntschleunigenReizüberflutung im Urlaub mit Baby und Kleinkind vermeiden

Beim Reisen geht es den meisten auch um eine Abwechslung vom Alltag – das Entdecken neuer Orte, Länder und Städte ist spannend. Familien mit Baby oder Kleinkind sollten sich allerdings mit dem Thema Reizüberflutung im Urlaub befassen.

von KidsAway-Redaktion

Reizüberflutete Babys kommen nur schwer zur Ruhe © yogenro/Flickr

Reizüberflutete Babys kommen nur schwer zur Ruhe

© yogenro/Flickr

Für viele ist das Kennenlernen anderer Kulturen, das Sammeln neuer Erfahrungen und ein Ausbruch aus der täglichen Routine das Schöne am Reisen. Während manche innerhalb kurzer Zeit so viel wie möglich erleben und besichtigen möchten, zelebrieren andere das genussvolle Nichtstun im Urlaub – beides ist im Familienurlaub mit Kind oder Baby aber nicht empfehlenswert. Damit die Reise Groß und Klein Spaß macht, müssen die Bedürfnisse jedes Einzelnen berücksichtigt werden – das gilt auch in Bezug auf das Thema Reizüberflutung im Urlaub: Beim Ferienprogramm ist ein Mix aus Action und Pausen wichtig.

 

Was ist eine Reizüberflutung?

Die Welt steckt voller (An-)Reize, die alle Menschen über Ohren, Augen, Nase, Zunge und die Haut wahrnehmen – Babys natürlich ebenso; das ist auch gut: Denn dadurch entwickeln sie sich weiter. Kommt es allerdings zu einer Überflutung mit Reizen, geschieht das Gegenteil: Babys und Kleinkinder finden nicht die nötige Ruhe, um die neuen Dinge zu (be-)greifen und werden besonders anhänglich, quengelig oder aggressiv, weinen und können oft trotz größter Müdigkeit schwer einschlafen.

 

ErfahrungsberichtEin überreiztes Kleinkind
Viele Kleinkinder drehen bei einer Reizüberflutung richtig auf, machen alberne Späßchen, wirken regelrecht hyperaktiv und laufen ruhelos von einem Spielzeug zum anderen oder zwischen Mama und Papa hin und her – während andere eher anhänglich und weinerlich werden.

 

Kleine Kinder saugen mit ihren Sinnen intensiv alles auf, was die Welt ihnen bietet – sie sind im Vergleich zu uns Erwachsenen noch nicht so abgestumpft und hören die Vögel zwitschern, entdecken den Geruch einer intensiv duftenden Tasse Früchtetee und finden es sogar interessant, wie sich die Strickjacke von Mama anfühlt.

Schließlich erleben sie die Welt zum ersten Mal, was wir Erwachsene längst nicht mehr hören, sehen oder anders erfahren (möchten) – interessiert und begeistert unsere Kinder. Es kann sie aber auch überfordern, wenn pausenlos Eindrücke auf sie hereinprasseln. Neues kann zudem angsteinflößend wirken, wenn etwa plötzlich eine Schiffshupe ertönt oder sie ein bislang unbekanntes Tier entdecken. Wichtig ist immer eure Reaktion, egal ob euer Kind etwas Neues toll findet oder sich davor erschreckt.

Babys und Kleinkinder brauchen Neues und Bekanntes gleichermaßen, um sich gesund zu entwickeln. Und Reisen kann auf Babys und kleine Kinder einen überaus positiven Effekt haben: Laut Hirnforscher Kristian Folta lernen Babys und Kleinkinder, die oft auf Reisen sind, leichter.

 

ErfahrungsberichtJedes Kind ist anders
Nicht alle Babys und Kleinkinder sind gleich – jedes hat seine individuelle Grenze, wann es zu viel ist. Schon bei den Kleinsten könnt ihr Unterschiede bemerken: Das eine Baby ist zufrieden, wenn viel los ist und beobachtet das Geschehen neugierig, das andere reagiert auch auf ein bisschen Trubel sofort mit Unbehagen und wendet den Kopf ab. Ihr müsst die Veranlagung eures Kindes kennen und akzeptieren und im Alltag – egal ob daheim oder auf Reisen – berücksichtigen.

 

Wahrscheinlich seid auch ihr manchmal genervt, weil ihr für den Weg zum Supermarkt ums Eck mit eurem Kleinkind nicht drei, sondern eigentlich kindgerechte 30 Minuten einplanen müsstet: Es ist etwa fasziniert von einem Stück Papier am Gehsteig, möchte unbedingt die Steinmauer streicheln oder zeigt aufgeregt auf das Flugzeug hoch am Himmel.

Neue Erfahrungen zu machen und Eindrücke zu sammeln, benötigt Zeit, dasselbe gilt auch für die Verarbeitung von Reizen. Je älter man wird, umso mehr gerät das allerdings bei den meisten in Vergessenheit – das geht auch vielen Eltern so. Für einen entspannten Alltag mit Kind ist es aber wichtig, einen Gang zurückschalten – das bemerken die meisten frischgebackenen Mamas und Papas sowieso früher oder später. Entschleunigung - so lautet das Zauberwort, um Reizüberflutung im Urlaub mit Baby oder Kleinkind zu vermeiden.

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (3)

  • Der Artikel ist super. Ich finde es auch wichtig, dass man sich richtig Zeit nimmt beim Reisen mit Kindern. Wir planen für unsere Reise pro Ort 4-7 Tage ein. Alleine hätten wir 2-5 geplant. Aber der Kleine braucht mehr Zeit und es ist auch wichtig, dass man nciht in Stress gerät, wenn man auf das Baby oder Kind erstmal einen Tag Auszeit braucht.

    Antworten | 7. April 2014
  • Sehr schöner Artikel!!!

    Antworten | 7. April 2014

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