GepäckbestimmungenAutokindersitz auf ReisenKindersitze als Fluggepäck einchecken – was ihr beachten solltet, um Ärger zu vermeiden

Mit dem Hinflug ist es bei einer Urlaubsreise nicht immer getan. Auch vor Ort wollen und müssen viele Familien mobil sein und brauchen dafür einen passenden Autokindersitz. Wie ihr den sicher per Flugzeug an euer Reiseziel befördert, erklären wir in diesem Beitrag.

Teil 4 von 5 der Serie Gepäckbestimmungen

von KidsAway-Redaktion

Der beste Platz für einen Autokindersitz beim Fliegen ist der Sitzplatz eures Kindes © famveldman - Fotolia.com

Der beste Platz für einen Autokindersitz beim Fliegen ist der Sitzplatz eures Kindes

© famveldman - Fotolia.com

Ob ihr euch am Urlaubsort ein eigenes Auto mietet, mit dem Shuttlebus ins Hotel fahren wollt oder beim Städtetrip hin und wieder ein Taxi benutzen müsst – für eure Babys und Kinder braucht ihr einen passenden Autokindersitz.

Nicht immer ist es jedoch möglich oder sinnvoll, den eigenen Autokindersitz an Bord des Flugzeugs mitzunehmen (obwohl das für Kinder bis etwa 1,25 m Körpergröße immer die sicherste Möglichkeit zu fliegen ist!).

Viele Modelle sind für die Verwendung im Flugzeug nicht zugelassen, einige Sitze der Gruppe I/II (darunter alle Reboarder) sind auch schlichtweg zu schwer und zu sperrig dafür. Immerhin gibt es ja mit dem CARES-Gurt eine leichte und platzsparende Alternative für Kinder bis etwa einen Meter Körpergröße.

Habt ihr also einen Kindersitz, den ihr im Flugzeug nicht benutzen wollt oder könnt, dann steht ihr vor der Aufgabe, ihn sicher an euer Urlaubsziel zu bekommen.

Die allermeisten Airlines befördern kinderspezifisches Sperrgepäck wie faltbare Kinderwagen, Babyreisebetten oder eben Autokindersitze kulanterweise kostenlos und zusätzlich zur normal erlaubten Freigepäckmenge.

Dafür meldet ihr beim Check-in euren Bedarf an und lasst euch den Weg zum Sperrgepäck-Schalter zeigen. Dort wird der Autokindersitz abgegeben und tritt den Weg in den Bauch eures Flugzeugs an – nur, unter welchen Umständen das passiert, das seht ihr nicht. Fluggepäck wird beim Transport zum Teil rücksichtslos herumgeworfen, fallengelassen und grob behandelt.

 

Wie ihr euren Autokindersitz beim Transport im Flugzeug schützen könnt

Beim Gepäcktransport muss ein Kindersitz supergut verpackt werden © arinahabich - Fotolia.com

Beim Gepäcktransport muss ein Kindersitz supergut verpackt werden

© arinahabich - Fotolia.com

In jeder Autositz-Gebrauchsanweisung wird warnend darauf hingewiesen, dass schon Bagatell-Unfälle oder bloßes Fallenlassen des Sitzes auf den Asphalt zu unsichtbaren Beschädigungen führen können, die unter Umständen dann die Sicherheit und die Schutzwirkung beeinträchtigen. Genau aus diesem Grund sollen gebrauchte Kindersitze nur aus absolut vertrauenswürdiger Quelle gekauft werden – und Sitze, die ihr bei Mietwagenfirmen mitbucht, stehen genau deshalb immer unter Verdacht.

Es ist daher von immenser Wichtigkeit, euren Autokindersitz beim Gepäcktransport vor Beschädigung zu schützen.

 

  • Do-it-yourself-Verpackung

Da es vielen Eltern erst kurz vor der Fahrt zum Flughafen (oder direkt vor Ort) einfällt, den Sitz ihres Kindes beim Transport zu schützen, kommen hier mitunter abenteuerliche Umhüllungen aus dem Hausmüll zum Einsatz. Wellpappe, Müllsäcke, Luftpolsterfolie oder auch die an vielen Flughäfen angebotene Frischhaltefolie sind jedoch nicht die beste Variante für den Schutz eures Kindersitzes.

Immerhin müsst ihr die Umwicklung am Ankunftsort unter Umständen schnell wieder abfriemeln und habt dann ein großes Müllpaket, das ihr entweder entsorgen oder gar bis zum Rückflug aufheben müsst.

 

  • spezielle Autokindersitz-Taschen

Viele Hersteller von Autokindersitzen bieten maßgeschneiderte, gepolsterte Transporttaschen für ihre Produkte an. Einige lassen sich für den Transport am Flughafen auf Rollen ziehen oder als Rucksack tragen.

Unser Tipp: „Pimpt“ eure Transporttasche zusätzlich auf, indem ihr sie mit Luftpolsterfolie ausstopft und mehrere „Fragile“-Aufkleber außen anbringt. Gepäck, das als „empfindlich“ gekennzeichnet ist, wird vorsichtiger behandelt und liegt außerdem immer oben auf dem Gepäckstapel – weshalb es dann als erstes auf dem Kofferband landet.

 

  • Gate-Check-in

Die raue Behandlung als normales Fluggepäck könnt ihr eurem Kindersitz auch ganz ersparen, wenn ihr es schafft, ihn bis zum Boarding oder zum Betreten des Flugzeugs mitzunehmen. Gerade bei Babyschalen oder beim „Doona“, der gleichzeitig eine Babyschale und ein Buggy ist, sind die Flughafenmitarbeiter hier oft kulant. Lasst euch hierfür gleich beim Check-in-Schalter ein „baggage tag“ geben.

Der Vorteil: Buggys und Kindersitze, die erst am Gate eingecheckt werden, kommen nicht zusammen mit dem Gepäck in den Flugzeugbauch, sondern werden gesondert (und pfleglich) aufbewahrt. Ihr bekommt sie entweder direkt nach dem Aussteigen zurück oder sie begrüßen euch als erste Gepäckstücke auf dem Kofferband, lange vor dem restlichen Fluggepäck.

 

  • Verwendung des Sitzes nach dem Start und vor der Landung

Was selbst unter vielfliegenden Eltern weitgehend unbekannt ist: Die Vorgaben und Einschränkungen der Airlines zur Zulassung von „Kinderrückhaltesystemen“ beziehen sich nur auf die Phasen des Fluges, in denen die Anschnallzeichen leuchten – in der Regel also Start und Landung. In der Zeit dazwischen könnt ihr auch einen nicht „for use in aircraft“ zertifizierten Autokindersitz auf dem Sitzplatz eures Kindes verwenden, sofern er dort hinpasst und sich mit dem Beckengurt befestigen lässt (für einen Reboard-Sitz kommt das natürlich nicht in Frage).

Zwar muss so ein Sitz bei Start und Landung in einem Compartment aufbewahrt werden – euer Kind könnte derweil auf eurem Schoß, allein mit dem Beckengurt oder auch gesichert mit dem CARES-Gurt sitzen –, aber den Hauptzweck der Unternehmung habt ihr erreicht: Euer Autositz wird pfleglich behandelt und nicht beschädigt.

 

Welche sicheren Alternativen gibt es?

All diese Möglichkeiten stellen leider immer noch keinen kompletten Schutz dar. Es passiert immer wieder, dass Eltern ihren eingecheckten Autositz beschädigt zurückbekommen oder dass er ganz verschwindet. Selbst wenn ihr euren Kindersitz ein paar Tage später doch noch zurückbekommt, müsst ihr in der Zwischenzeit eine Notfall-Alternative finden – und wie sollte die für ein Baby aussehen?

Eine sinnvolle Ausweichmöglichkeit: Kauft euch vor Ort einen günstigen Autokindersitz neu. Das ist besonders in den USA und anderen Ländern, die europäisch zertifizierte Kindersitze nicht anerkennen, eine kluge Idee und gar nicht mal teuer – jedenfalls nicht teurer, als wenn ihr für eine mehrwöchige Urlaubsreise den täglichen Mietpreis eines unter Umständen schon betagten und zweifelhaften Kindersitzes zusammenrechnet.

Auch ein billiger Kindersitz schützt euer Kind immer noch besser vor Schäden als gar keiner oder ein bereits beschädigter!

 

Wie regelt ihr das Autositz-Problem in eurem Urlaub? Habt ihr einen Trick auf Lager, den wir noch nicht kennen?

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