Spartipps für FamilienSparen auf ReisenDie besten Spartipps – Teil 1: Reisen mit Kindern clever planen

Wir haben Reise-Experten gefragt, wie ihr Geld bei der Urlaubsplanung und auf Reisen sparen könnt. Die besten persönlichen Spartipps von den Reiseprofis.

Teil 1 von 5 der Serie Spartipps für Familien

von KidsAway-Redaktion

Reisen mit der Familie - das muss nicht teuer sein! © Deklofenak - Fotolia.com

Reisen mit der Familie - das muss nicht teuer sein!

© Deklofenak - Fotolia.com

Deutsche Familien geben jedes Jahr zwischen 700 und 944 Euro für Reisen aus – pro Person! Wie kann man sich da als normal verdienende Familie einen Urlaub in den Tropen, eine Reise um die Welt oder zwei Monate in Neuseeland leisten?? Wir haben die gefragt, die es wissen müssen: Familie Bauer auf Weltreise, Sparexperte Chris von der Website Sparbaby.de, Julia und ihre Familie, die als Backpacker-Kids ein Jahr um die Welt gereist sind, und viele andere Familienreise-Experten haben uns ihre Geheimnisse verraten.*

Im ersten Teil geht es um die Planung – spontane Last-Minute-Reisen sind nämlich für die wenigsten Familien praktikabel. Im Moment ist der perfekte Zeitpunkt, um den nächsten Sommerurlaub zu planen!

 

Schritt eins: Reiseziel und Budget festlegen

Bei der Wahl des Reiseziels gehen die Meinungen auseinander: Die einen schauen gezielt nach günstigen Angeboten, die anderen verzichten lieber eine Weile, um an den Ort ihrer Träume reisen zu können – auch wenn das nicht so günstig ist. Unsere Experten haben für jeden Fall wertvolle Tipps parat.

Bevor Familie Bauer mit ihrer kleinen Tochter Alejandra auf Reisen geht, wird genau überlegt und geplant, welche Ziele mit dem aktuellen Budget finanzierbar sind. Je eher man das Ziel und den Reisezeitraum festlegt, desto mehr kann man sparen – durch geschickte Planung und Buchung, aber auch durch Verzicht auf andere Ausgaben. Wer schon im Winter und Frühjahr drei spontane Kurzreisen gemacht hat, muss sich nicht wundern, dass das Budget kurz vor den Sommerferien nicht mehr für die Thailand-Reise reicht.

Sarah und Julian beginnen früh mit der Reiseplanung: „Zuerst einen Kostenplan erstellen und dann die eigenen Finanzen beurteilen: Wie und wo können wir das nötige Geld für diese Reise an- und einsparen?“ Auch eine längere Reise ist durchaus bezahlbar, wenn man frühzeitig beginnt, ein Budget dafür anzusparen.

 

Reiseziel wählen: Warum in die Ferne schweifen…?

Wo soll es hingehen? Urlaubsplanung macht Spaß! © auremar - Fotolia.com

Wo soll es hingehen? Urlaubsplanung macht Spaß!

© auremar - Fotolia.com

Die Experten von der Weltreise-Agentur REISS AUS! family wissen: „Wenn man eine Weltreise macht, sollte man mehr Zeit in Regionen verbringen, wo die Lebenshaltungskosten niedrig sind. Die Klassiker sind Südostasien und Südamerika, innerhalb Europas ist es im Osten und Süden tendenziell günstiger.“

Das gilt natürlich auch für kürzere Reisen: Seid ihr in West- oder gar Nordeuropa unterwegs, müsst ihr für Unterkunft und Essen höhere Tagesausgaben einkalkulieren als in Deutschland. Auch innerhalb Deutschlands gibt es Unterschiede – nicht umsonst wird der Osten ein immer beliebteres Urlaubsziel. Und Vorsicht: Auch in der Türkei und in Spanien sind die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren in die Höhe geschossen, in touristischen Regionen an den Küsten sind sie teilweise höher als in Deutschland!

Die Wahl des Urlaubsziels ist der Sparfaktor Nummer eins, meint Chris von Sparbaby.de. Nicht umsonst ist Deutschland das beliebteste Urlaubsziel für deutsche Familien: Fernreisen per Schiff oder Flugzeug sind einfach teurer. Selbst für die Nicht-ganz-so-Fern-Reise nach Spanien, Griechenland oder in die Türkei zahlt ihr noch ein Drittel mehr als für eine Reise innerhalb Deutschlands oder in die Niederlande. Der Sparfaktor ist hier vor allem die günstige Anreise mit Bahn oder PKW.

TippDer Big Mac Index

Der Big Mac Index vergleicht, wie viel ein Big Mac von McDonalds in 140 Ländern der Welt kostet. In Sri Lanka oder der Ukraine bekommt man schon für umgerechnet knapp 1,80 US$ einen, während er in der Türkei für 3,89 US$ und in den Euro-Ländern für 4,33 US$ zu haben ist – Spitzenreiter 2010 war Norwegen mit unverschämten 7,20 US$!

 

Mit geschickt gebuchten Flügen kann ein Urlaub in den Tropen insgesamt günstiger sein als eine Pauschalreise nach Mallorca. Julia von den Backpacker-Kids warnt aber vor allzu optimistischer Budgetplanung: „Die Lebenshaltungskosten in ärmeren Ländern können sehr niedrig sein, aber als Europäer mit Kindern werdet ihr ziemlich wahrscheinlich mehr ausgeben, um akzeptable Standards bei Sicherheit, Hygiene und der allgemeinen Ausstattung zu bekommen.“ Die berühmten Unterkünfte für weniger als 5 Dollar sind eben meist nur einfache Holzhütten am Strand ohne Wasser und Strom oder schimmlige, enge Hotelzimmer ohne Fenster.

 

Traumreise finanzieren: Ansparen und Einsparen

Auf Ausgaben verzichten ist wesentlich einfacher als mehr einzunehmen, das wissen Sparprofis. Im ersten Schritt könnt ihr, wie Familie Bauer, ein extra Reisekonto einrichten und am besten regelmäßig am Monatsanfang (!) Geld beiseite legen, auch wenn noch keine konkreten Reisepläne bestehen. Weltreiseprofi Frank Höfer empfiehlt hierfür das Tagesgeldkonto bei der DKB, zu dem ihr gleich noch eine kostenlose, weltweit einsetzbare Kreditkarte dazubekommt.

Konsumverzicht tut weh, ist aber das A und O beim Sparen: Für schicke Kleidung, das neueste Smartphone oder ein Auto gebt ihr Geld aus, das ihr besser für eure Traumreise ansparen könnt. Fragt euch bei jeder größeren Anschaffung: Brauchen wir das für unsere Reise? Reiseprofis wie die Backpacker-Kids verzichten auf den Großteil der angenehmen Alltagskleinigkeiten, fahren Fahrrad statt Auto, kaufen Kleidung secondhand, tauschen Spielzeug mit Freunden und joggen im Park, statt ins Fitnessstudio zu gehen. Es ist wirklich so einfach – und gleichzeitig so schwierig.

Zwischenvermietung - clevere Spar-Idee © ArVis - Fotolia.com

Zwischenvermietung - clevere Spar-Idee

© ArVis - Fotolia.com

Ein wertvoller Tipp, der das Reisebudget enorm erleichtern kann, kommt von den Weltwunderern: Wenn ihr während eurer Reise sowieso nicht zu Hause seid, dann kann in dieser Zeit doch jemand anders bei euch wohnen! Eine Zwischenvermietung ist auch für Mieter völlig legal und einfach: Räumt alle persönlichen Dinge in einen Raum (das Kinderzimmer bietet sich an), den ihr abschließt und nicht mit vermietet.

TippKostenlose Haushüter

Beim Zwischenvermieten passt gleichzeitig jemand auf eure Wohnung auf (Stichwort: „Diebe machen keine Ferien“!), holt die Post, gießt die Blumen und füttert die Katze.

 

Auszeiten nehmen

Ihr würdet gern länger verreisen, wisst aber nicht, wie ihr euch in dieser Zeit finanzieren sollt? Das Sabbatjahr, auch „sabbatical“ oder „gap year“, ist in den USA schon längst weitverbreitet und auch in Deutschland bieten immer mehr Arbeitgeber diese Form der Auszeit an: Man arbeitet für eine bestimmte Zeit zu einem reduzierten Gehalt oder leistet mehr Stunden, um dann bei (eventuell reduzierter) Lohnfortzahlung mehrere Monate aussetzen zu können. Beamte können sich bis zu einem Jahr freistellen lassen und dabei zwei Drittel bis sechs Siebtel ihrer Bezüge erhalten. In Dänemark, den Niederlanden und Finnland wird dies sogar staatlich gefördert. Erst kürzlich hat Leon Schulz sein Buch „Sabbatical auf See“ veröffentlicht, in dem er über seine 14-monatige Auszeit mit Familie auf der Segelyacht „Regina“ erzählt.

Journalistin Inka Schmeling hat auch ein Buch geschrieben, sie ist quasi die Erfinderin des Reisens in der Elternzeit: eine bezahlte Auszeit, die es so nur in Deutschland gibt, wo die Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes Elterngeld bekommen, je nach ihrem Einkommen bis zu 1.800 Euro im Monat. Auch in den zwei restlichen Jahren steht euch eine unbezahlte Freistellung von ihrer Arbeit zu – dabei seid ihr weiterhin sozial- und rentenversichert. Reisen in der Elternzeit sind nicht nur empfehlenswert, weil ihr in dieser Zeit finanziert seid – KidsAway hat darüber schon ausführlich berichtet.

TippElternzeit nehmen mit Kindergarten- oder Grundschulkind

Was viele nicht wissen: Ein Teil der Elternzeit kann aufgespart werden, bis das Kind acht Jahre alt ist! 

 

Von den Weltwunderern kommt noch ein dritter Tipp für längere Ferien. „Junge Eltern haben neben Urlaubssemestern noch eine weitere interessante Möglichkeit: Mit speziellen Visa könnt ihr in Ländern wie Australien, Kanada oder Neuseeland während eurer Reise Gelegenheitsjobs oder ,richtige‘ Arbeiten annehmen und damit die Reisekasse wieder füllen.“ Die Altersgrenze von 30 Jahren (in Kanada liegt sie bei 36 Jahren) und das Verbot, eigene Kinder mitzubringen, lassen sich umgehen, wenn nur einer von euch als „Holiday Worker“ einreist und der andere mit Kind über ein Touristenvisum.

 

Im nächsten Teil unserer Serie „Sparen auf Reisen“ stellen wir wertvolle Tipps unserer Familien-Reise-Experten vor, wie ihr mit eurer Familie möglichst günstig in den Urlaub kommt und dort preiswert unterwegs seid.

* Wer sind unsere Experten?

Familie Bauer auf Weltreise, das sind Sarah, Julian und die kleine Alejandra. Die drei zeigen immer wieder, dass man mit einem Baby durchaus anspruchsvolle Reisen unternehmen kann – sei es nach Neuseeland oder nach Island.

Chris Schulz ist Herausgeber der Eltern-Magazine sparbaby.de und liliput-lounge.de und Vater eines dreijährigen Sohnes. Er verbringt den Urlaub mit seiner Familie am liebsten in Mecklenburg-Vorpommern oder auf einem Bauernhof in der Lausitz.

Die Backpacker-Kids sind im Jahr 2008/09 mit fünf Rucksäcken und drei Kindern um die Welt gereist – mit einem Rekordbudget von insgesamt 25.000 Euro. Ihre Reise könnt ihr im Blog nachverfolgen.

 

Was sind eure Tipps – wie finanziert ihr eure Reiseträume?

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Die komplette Serie Spartipps für Familien

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