Reisen in der StillzeitStillen auf Reisen – aber klar!

Gestillte Babys sind glückliche Babys – und auf Reisen sind sie auch besonders praktisch. Unser Still-Ratgeber für reisende Mamas nennt die Vorteile des Stillens, gibt Packtipps und Ratschläge zur Reisegesundheit. Auch an allein reisende Mütter haben wir gedacht!

von KidsAway-Redaktion

Stillen auf Reisen - kein Problem!

Stillen auf Reisen - kein Problem!

© FlickR/pusteblumenland

Das Schöne am Stillen: Es ist nicht nur die optimale Nahrung für Babys, sondern ihr habt sie auch immer dabei – Milch to go, sozusagen. Gerade bei Reisen mit Babys und Kleinkindern bringt das Stillen enorme Vorteile mit sich.

Es gibt aber auch Nachteile: Gestillte Babys verstehen kein „Später, Schatz, hier ist es grad nicht so günstig!“ In lebhaften Restaurants, im Zug oder im Flugzeug tun sich viele junge Mütter schwer damit, ihr Kind ganz selbstverständlich zu stillen, weil sie Angst vor befremdeten Blicken und verständnislosen Kommentaren haben.

Auf Reisen fällt die Option „in Ruhe zu Hause stillen“ weg. Ihr könnt versuchen, Ausflüge möglichst kurz zu halten und euer Baby im ruhigen Hotelzimmer oder auf dem Rücksitz des Autos anzulegen. Aber seien wir ehrlich: Ein vor Hunger schreiendes Baby, das seine Milchmahlzeit genau JETZT einfordert, durchkreuzt solche Pläne oft schnell, und schneller als gedacht, stillt Mama auf einer Parkbank oder mitten im Einkaufszentrum.

Auf Reisen mit einem Stillbaby könnt ihr – je nachdem, wohin ihr reist – auf extra eingerichtete Stillräume und erfreute Reaktionen von Passanten treffen oder auch auf öffentliche Ignoranz und Stillverbotsschilder. Die vielen Vorteile, die das Stillen für euch und euer Baby mit sich bringt, überwiegen solche Ärgernisse aber und sollten euch nicht davon abhalten, auf Reisen zu verzichten – oder gar dazu bringen, auf das Stillen zu verzichten!

 

Stillen auf Reisen bringt viele Vorteile mit sich

Reisende Stillbabys sind glückliche Babys

Reisende Stillbabys sind glückliche Babys

© FlickR/martin burns

Zuallererst vermeidet ihr eine Menge Gepäck: Muttermilch ist immer dabei und erspart das Mitschleppen von Fläschchen, Saugern, Milchpulver, abgekochtem Wasser, Flaschenwärmer, Destillator und, und, und. Auch unter hygienischen Aspekten sind gestillte Babys auf Reisen sicherer unterwegs: Ihr müsst euch weder Gedanken um eventuell verschmutztes Wasser machen noch ständig Sauger und Fläschchen sterilisieren. Auf diese Weise spart ihr bares Geld; ein Stillbaby schlägt im Reisebudget kaum zu Buche.

Eine Reise ist für alle Beteiligten anstrengend, besonders für Babys und kleine Kinder. Hier  kommt ein weiterer Vorteil zum Tragen: Muttermilch ist nämlich adaptiv, ihre Zusammensetzung ist immer genau an die Bedürfnisse des Babys angepasst. Ändern sich diese Bedürfnisse (durch den Stress des Reisens oder die Klimaumstellung), stellt sich die Milch binnen weniger Tage darauf ein.

Außerdem enthält Muttermilch Immunstoffe, die euer Kind vor Erkrankungen schützen; auf Reisen ist das ein Bonus, auf den ihr nicht verzichten solltet!

Besonders vorteilhaft ist Stillen auf Reisen in warme Länder: Babys, die voll gestillt werden, brauchen auch bei großer Hitze keine extra Flüssigkeit! Denkt an die Anpassungsfähigkeit der Milch: Der Wassergehalt steigt bei Bedarf auf bis zu 88 Prozent. Legt euer Baby so oft an, wie es mag, dann stellt sich das Verhältnis schnell um. Gebt ihr dem Baby zusätzliches Wasser oder Tee, macht ihr es eurem Körper nicht nur schwerer, sich auf Babys Bedürfnisse einzustellen, sondern ihr erhöht auch das Risiko einer Infektion durch unsauberes Trinkwasser.

Zuguterletzt bereitet ihr ein gestilltes Reisebaby effektiv auf seine Zukunft vor: Die vielen neuen Geschmäcker gehen nämlich in die Muttermilch über – und beugen vielleicht dem berühmt-berüchtigten Herummäkeln an unbekanntem Essen vor?

 

Stillen auf Reisen – was müsst ihr beachten?

Die Aufregung des Reisens und die ungewohnten Umstände am Urlaubsort führen häufig dazu, dass der Milchvorrat zeitweilig zurückgeht. Auch der Flüssigkeitsentzug beim Fliegen, Reisedurchfall oder schlicht zu wenige Stillmahlzeiten bringen den Milchfluss zwischenzeitlich zum Versiegen.

Keine Panik! Die beste Methode, um dem entgegenzuwirken, ist häufiges Anlegen, wann immer euer Baby danach verlangt (sogenanntes „Cluster Feeding“). Gleichzeitig stellt ihr auf diese Weise auch das gesundheitliche und seelische Wohlergehen eures Reisebabys sicher – eine perfekte Kombination!

Die goldenen Regeln für stillende Mütter auf Reisen:

  • Stillt euer Kind, so oft es danach verlangt.
  • Ruht euch aus, wann immer es geht, und schlaft viel.
  • Plant genügend Pausen zum Ausruhen, Essen/Stillen und Trinken ein.
  • Trinkt viel, besonders auf Langstreckenflügen.
  • Vermeidet koffeinhaltige Getränke.
  • Raucht nicht und meidet Orte, wo geraucht wird.
  • Esst keine großen Portionen sehr intensiv schmeckender neuer Gerichte, um einen Stillstreik zu vermeiden!

 

Gepäckliste für stillende Mütter

Wird euer Baby voll gestillt und seid ihr immer mit ihm zusammen, müsst ihr nichts extra einpacken. Aber einige Dinge sind auf Reisen doch recht praktisch:

  • Stilleinlagen können peinliche Milchflecke auf der Kleidung verhindern und nehmen weniger Platz weg als ein Ersatz-T-Shirt.
  • Ein Mulltuch ist immer praktisch; zum Wischen, Kuscheln, Unterlegen oder auch zum dezenten Bedecken beim Stillen in der Öffentlichkeit.
  • Ein Still-Top, das ihr unter der Kleidung tragt, schützt nicht nur vor strengen Blicken, sondern auch vor Kälte.
  • Eine pflegende Creme kann für wunde Brustwarzen durch Cluster Feeding Wunder tun.

 

Überflüssig: Ein Stillkissen nimmt auf Reisen zu viel Platz weg. Sucht euch einen Ersatz (eine Reisetasche, ein Kissen im Hotel, eine Armlehne) oder übt das Stillen ohne Kissen. Mit einem aufgestellten Bein (ähnlich wie beim Gitarrespielen) klappt es meist gut.

 

Auch ohne Stillkissen kein Problem

Auch ohne Stillkissen kein Problem

© FlickR/Mothering Touch

Pumpt ihr Milch für das Baby ab, gehören die Milchpumpe und einige saubere, dicht schließende Behälter für die Muttermilch ins Gepäck, eventuell braucht ihr auch eine kleine Isoliertasche mit Kühlakkus. Vergesst nicht den Adapter, wenn es eine elektrische Pumpe ist! Um eure Hände auch ohne Wasser möglichst sauber zu halten, könnt ihr ein Desinfektionsgel, -tücher oder -spray mitnehmen.

Bei Kindern, die zugefüttert werden, solltet ihr einen ausreichenden Vorrat von der gewohnten Nahrung einpacken. Denkt daran, dass Milchpulver – auch vom selben Hersteller! – in anderen Ländern andere Inhaltsstoffe haben kann. Wenn ihr keinen Wasserkocher habt, ist es sicherer, (stilles) Wasser in Flaschen zum Zubereiten der Milch zu verwenden. Nachtfläschchen lassen sich auch beim Camping gut vorbereiten, indem ihr das abgekochte Wasser in eine Thermoskanne (die für diesen Zweck reserviert ist) füllt.

Ein wichtiges Reise-Utensil für viele stillende Mamas ist ein Tragetuch oder eine Babytrage. Das Tragen ist auf Reisen nicht nur praktisch, schützt das Baby vor der stressigen fremden Umwelt und spart euch den Kinderwagen, es erhöht auch den Körperkontakt zwischen Mutter und Kind – was wiederum dabei hilft, den Milchvorrat auf dem aktuellen Bedarf zu halten.

Profi-Stillmütter nutzen das Tragetuch oder die Babytrage zum Stillen im Gehen, was meist total unbemerkt klappt. Aber auch „Anfängerinnen“ können ihr Baby, wenn es vorn im Tuch sitzt, dezent in der Öffentlichkeit anlegen, ohne Blicke auf sich zu ziehen.

 

Ein Still-Cover, muss das sein?

Stillen in den USA - dezent verdeckt

Stillen in den USA - dezent verdeckt

© FlickR/Joe Shlabotnik

Fragt stillende Mütter aus den USA nach ihrem wichtigsten „Travel Accessoire“, und jede wird von ihrem „Nursing Cover“ schwärmen. Aber mal ehrlich: Eine Frau, die sich im Restaurant plötzlich einen farbenfrohen Umhang umwirft, zieht garantiert mehr Blicke auf sich als eine Mutter, die ganz selbstverständlich ihr T-Shirt ein Stück hochzieht und ihr Baby dabei wie zuvor auf dem Arm hält, oder?

In der Regel ist beim Stillen, sobald das Baby an die Brust „angedockt“ hat, fast nichts von der Brust zu sehen (probiert es mal vor einem Spiegel aus!). Reist ihr in Länder, in denen öffentliches Stillen nicht gern gesehen wird (siehe weiter unten), empfiehlt sich ein breiter Schal, ein leichtes Tuch oder (am Strand) ein Handtuch, mit dem ihr euren Oberkörper und das Kind beim Stillen dezent bedecken könnt, damit ja niemand eine entblößte Brust sehen muss.

Setzt euch beim Stillen an einen Tisch oder dreht euch mit dem Rücken zur „Action“, dann kann ebenfalls niemand etwas sehen. Auch die Babytrage ist perfekt, um ein Baby dezent anzulegen.

Der beste Schutz vor befremdeten Blicken und Kommentaren ist ein selbstbewusstes Auftreten. Euer Baby hat ein Recht darauf, gefüttert zu werden, wenn es Hunger hat – Punkt.

 

Stillen in der Öffentlichkeit – wo ist es erlaubt?

Still-Raum: Bitte nur hier stillen!?

Still-Raum: Bitte nur hier stillen!?

© FlickR/acme

Wenn ihr auf eurer Reise stillen wollt, schadet es nicht, sich vorher über die im Land herrschende „Still-Moral“ zu informieren. Schon in Deutschland ist die Lage gar nicht so einfach:

Artikel 4, Absatz 2 des Grundgesetzes besagt: „Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.“ Trotzdem kursieren unter Eltern viele Geschichten über stillende Mütter, die aus Restaurants, Museen oder dem Bundestag verwiesen werden, weil sie andere belästigen würden. Eine Umfrage der Zeitschrift ELTERN ergab, dass über die Hälfte der befragten Mütter ihre Kinder nur dann in der Öffentlichkeit stillt, „wenn es unbedingt sein muss“ oder dies „überhaupt nicht“ tut.

Obwohl es in Deutschland (noch) weithin akzeptiert ist, wenn Mütter ihren Kindern im Restaurant oder im Park die Brust geben, existiert kein Recht auf Stillen.

Das gibt es wenigstens ansatzweise in den USA; hier wurde 1999 der „Right to Breastfeed Act“ eingeführt, der Mütter berechtigt, ihre Kinder an jedem öffentlichen Ort zu stillen (die gängige Abkürzung ist NIP für “nursing in public”). Dass Gesetze nicht unbedingt die öffentliche Meinung widerspiegeln, zeigt sich am Beispiel der USA aber ebenso deutlich: Hier wurde noch 2006 eine stillende Mutter aus dem Flugzeug verwiesen und Facebook sperrt immer wieder Bilder, auf denen stillende Mütter zu sehen sind, weil sie pornografisch wären.

Länder, in denen Stillen generell akzeptiert wird, sind unter anderem: afrikanische Staaten und Südafrika, südostasiatische Staaten, Türkei, Israel, Australien und Neuseeland, Südamerika, Deutschland und Skandinavien.

Länder, in denen öffentlich stillende Mütter nicht gern gesehen werden, sind unter anderem: Großbritannien, Hongkong und Großstädte in China, muslimische Länder und Japan (hier wird durchaus öffentlich gestillt, aber eben dezent verdeckt oder in speziellen Räumen), Frankreich und Spanien (die meisten Mütter stillen hier früh ab) sowie viele Länder Osteuropas. Für die USA empfiehlt das Auswärtige Amt, das Stillen „am besten … zumindest in Restaurants und Bars bzw. in weniger ,liberalen‘ Gegenden zu unterlassen“.

 

Stillen auf Flugreisen

Fliegen mit Babys ist eine anstrengende Sache, nicht nur wegen der Wickel-Problematik. Hier gibt es große Unterschiede zwischen den Airlines, weshalb sich ein wenig Recherche und Umhören im Bekanntenkreis lohnen. Bucht nach Möglichkeit einen Nonstopflug über Nacht, um die Reisezeit kurz zu halten. Wenn das gar nicht geht, kann ein Stop-over mit Hotelübernachtung den Stress reduzieren.

Wer mit einem gestillten Baby fliegt, hat eigentlich nur Vorteile: Die drohenden Ohrenschmerzen bei Start und Landung sowie das generelle Unbehagen sind mit einer gut getimten Stillmahlzeit schnell vertrieben.

Pro und Contra Stillen im Flugzeug

Aus der Perspektive der Sicherheit sollte ein Baby auch und gerade beim Starten und Landen in einem Autokindersitz auf einem eigenen Sitzplatz gesichert sein. So kann es natürlich nicht gestillt werden. Wie wichtig euch Stillen und Unfallsicherheit sind, müsst ihr selbst abwägen. Den Druckausgleich kann ein Baby sicherlich auch mit Hilfe eines Schnullers bewerkstelligen, und auf Kurzstreckenflügen lassen sich Stillmahlzeiten vor den Start und nach die Landung legen.

 

Auch eine elektrische Milchpumpe dürft ihr als Handgepäck mit an Bord nehmen und benutzen; erkundigt euch vorher bei der Airline, ob im Flugzeug passende Anschlüsse vorhanden sind!

Trinkt während des Fluges viel, aber keine allzu zuckerhaltigen Getränke. Durch die Höhe und die Klimaanlage braucht euer Körper noch mehr Flüssigkeit als sonst. Kaffee solltet ihr auf eine Tasse zum Frühstück beschränken.

Ach ja: Lasst euch zum Stillen bloß nicht auf die Flugzeugtoilette schicken! Verlangt im Notfall eine Decke, die ihr euch über die Schulter legen könnt, das muss reichen.

Wenn ihr abgepumpte Muttermilch mit ins Flugzeug nehmt, braucht ihr euch wegen der Durchleuchtung beim Security Check übrigens keine Sorgen zu machen, sie hat keinen Einfluss auf die Qualität der Milch. Abgepumpte Muttermilch und Babymilch sind außerdem vom Flüssigkeitsverbot ausgenommen. Denkt daran, dass Wasser auf voller Flughöhe nicht richtig kocht! Wasser für Milchmahlzeiten sollte daher aus Flaschen kommen.

 

Stillen auf Autoreisen

Autofahrten, bei denen das Baby getrennt von euch festgeschnallt liegen oder sitzen muss, sind für alle Beteiligten wesentlich anstrengender als Flüge oder (ideal) Zugfahrten. Minimiert den Stress einer Autoreise, indem ihr die Fahrt auf die Schlafperioden des Kindes legt, viele Pausen macht und eine Begleitperson mitnehmt, die sich während der Fahrt um Babys Bedürfnisse kümmern kann (oder am Steuer sitzt, damit ihr das auf dem Rücksitz selbst tun könnt).

TippSicherheitswarnung

Frauen, die sich um Kinder kümmern müssen und von ihrem Gepäck abgelenkt sind, stellen eine bevorzugte Zielgruppe für Diebe dar. Wenn ihr allein mit Kind(ern) reist, tragt eure Wertsachen am Körper und behaltet eure Reisetasche im Auge – am besten, indem ihr euch draufsetzt oder einen Fuß darauf abstellt. Knallbunte Koffer und Taschen schützen ebenfalls ein Stück weit vor Diebstahl und sind auch schneller wiedergefunden, wenn ihr sie in der Hektik der Reise einfach stehen gelassen habt.

 

Gesundheitsfragen

Das internationale Symbol für stillende Mütter

Das internationale Symbol für stillende Mütter

© Wikipedia

Gestillte Babys sind vor Infektionskrankheiten wie Durchfall meist geschützt. Sollte es doch passieren, ist Stillen wiederum die beste Therapie, da Muttermilch beim Rehydrieren hilft. Habt ihr den Verdacht, dass euer Baby krank ist, legt es einfach häufiger an, damit es sich die Nährstoffe holen kann, die es braucht. Auch ältere Kinder können eine Weile wieder voll gestillt werden, wenn ihnen das hilft. Falsch wäre es, einem voll gestillten Baby mit Durchfall extra Tee oder andere Flüssigkeiten anzubieten!

Habt ihr selbst Reisedurchfall, solltet ihr weiter stillen, dabei aber noch mehr Flüssigkeit zu euch nehmen als sonst, um nicht auszutrocknen. Euer Baby steckt ihr dabei nicht an, wenn ihr euch vor dem Stillen gründlich die Hände wascht. Medikamente gegen den Durchfall könnten allerdings durchaus in die Muttermilch übergehen, also achtet auf stillverträgliche Inhaltsstoffe in der Packungsbeilage und weist in der Apotheke oder beim Arzt darauf hin, dass ihr stillt!

Besondere Vorsicht ist bei Reisen in Malaria-Gebiete geboten – nicht nur wegen eurer Gesundheit, sondern besonders der des Kindes. Auch gestillte Kinder sind nicht automatisch geschützt. Mit Kindern unter zwei Jahren wird von Reisen in Malaria-Gebiete grundsätzlich abgeraten, weil schwere und untypische Krankheitsverläufe bei ihnen häufig sind und kein Malaria-Medikament 100-prozentig wirksam ist.

Bekommt ihr auf der Reise Fieber, bedenkt immer die Möglichkeit einer Brustentzündung und weist den Arzt darauf hin; dann braucht ihr eventuell ein Antibiotikum. Achtet bei verschreibungspflichtigen Medikamenten darauf, dass sie für stillende Mütter zugelassen sind – Alternativen empfiehlt die Beratungsstelle Embryotox, telefonisch oder online.

Die stillfreundliche Reiseapotheke

Stillende Mütter müssen ihre normale Reiseapotheke nicht grundlegend umstellen. Zusätzlich erforderlich ist eventuell eine antimykotische Creme für Infektionen der Brustwarzen durch Soor (dann auch den Mundbereich des Babys eincremen!). Hilfreich bei Milchstaus kann das homöopathische Mittel Phytolacca (in der Potenz C30) sein. Packt auch ein paar Teebeutel mit Fenchel- oder einer speziellen Stillteemischung ein, um den Milchfluss anzuregen, wenn es damit Probleme gibt.

Impfen während der Stillzeit?

Für Reisen in andere Länder sind mitunter Impfungen vorgeschrieben oder werden empfohlen. Nach aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sind Impfungen in der Stillzeit, anders als in der Schwangerschaft, generell ohne Beschränkungen möglich.

 

Wenn stillende Mütter allein reisen

Stillende Mutter - die natürlichste Sache der Welt

Stillende Mutter - die natürlichste Sache der Welt

© FlickR/Eat_Crow

Wenn ihr voll oder teilweise stillt und eine Weile allein unterwegs seid, könnt ihr die optimale Ernährung eures Kindes sicherstellen, indem ihr Muttermilch auf Vorrat abpumpt. Das ist nicht immer einfach und braucht Erfahrung, Zeit und Geduld. Am besten klappt es, wenn ihr mit dem Abpumpen so früh vor der geplanten Trennung wie möglich beginnt, so dass kein Druck entsteht. Es ist außerdem hilfreich, wenn ihr das Trinken aus der Flasche oder aus einer Tasse (um eine Saugverwirrung zu vermeiden) mit eurem Baby vorher übt – und noch besser, wenn das die Person tut, die das Füttern während eurer Abwesenheit übernehmen wird.

Während für Babys Wohlergehen gesorgt ist, müsst ihr an euch selbst denken: Der Milchvorrat geht nämlich zurück, sobald die Brust weniger „benutzt“ wird. Keine Angst; regelmäßiges Anlegen eures Kindes wird den Milchfluss schnell wieder anregen. Damit ihr bei eurer Rückkehr problemlos weiterstillen könnt, empfiehlt es sich, während der Reise regelmäßig Milch abpumpen oder ausstreichen (das verhindert außerdem schmerzhafte Milchstaus), ungefähr zu den Zeiten, zu denen ihr sonst stillt.

Abgepumpte Milch ist wertvoll, schüttet sie also, wenn möglich, nicht weg! Muttermilch hält sich gekühlt bis zu 24 Stunden, gefroren bis zu fünf Tagen. Natürlich darf sie zwischendurch nicht aufgetaut werden.

Ist dieser Artikel lesenswert?

Bitte bewerte diesen Artikel: Bewerte diesen Artikel mit einem SternBewerte diesen Artikel mit 2 SternenBewerte diesen Artikel mit 3 SternenBewerte diesen Artikel mit 4 SternenBewerte diesen Artikel mit 5 Sternen
Bewertung: 4,78 von 5 (bei 18 Stimmen)

Verwandte Artikel auf anderen Internetseiten (Trackbacks)

Aktuelle Umfrage

Fällt euer Sommerurlaub auch ins Wasser?

lädt ... lädt ...

Kommentar als Gast schreibenKommentare (4)

  • Ich kann mich nur Andrea anschließen. Das Stillen in der Öffentlichkeit selbst in westlichen Ländern noch ein Problem darstellen soll, ist gleichzeitig lächerlich und ein Riesenskandal. Daher finde ich es zwar gut, dass ihr in eurem Artikel auf unterschiedliche Einstellungen in verschiedenen Ländern hinweist, aber wenn keiner den Vorreiter macht, wird sich auch nie etwas ändern. Natürlich muss jede Frau für sich entscheiden. Ich persönlich würde lieber blöde Kommentare riskieren, als mein Baby schreien zu lassen und dabei noch der von Andrea so treffend benannten Doppelmoral Vorschub zu leisten.
    In Großbritannien habe ich übrigens oft problemlos öffentlich gestillt. Also bitte keine prophylaktische Zensur.
    Davon abgesehen aber ein hervorragender, gut recherchierter und sehr informativer Artikel.

    Antworten | 30. März 2015
  • Andrea Mordasini, Bern

    Dass man in der heutigen modernen und scheinbar fortschrittlichen Zeit überhaupt über so was Normales, Natürliches, Gesundes und Selbstverständliches wie das (öffentliche) Stillen diskutieren und streiten muss, kann ich als Mutter zweier Kinder (7 und 5,5) nicht verstehen. In was für einem verknorzten Zeitalter und einer verklemmten Gesellschaft leben wir eigentlich, dass über das Stillen so ein Theater und Aufsehen gemacht wird! Ob und wie lange eine Mutter ihr Kind stillen will, ist allein ihre Entscheidung, egal was andere, die dies übrigens überhaupt nichts angeht, dazu denken, schreiben oder gar sagen mögen.
    Wir haben
    hier das Privileg, zwischen Muttermilch und mittlerweilen qualitativ hochwertigen Pulvermilchen entscheiden zu dürfen. Diese Alternative haben Mamis in Drittwelt- und Entwicklungsländern nicht. Auch ich habe meine beiden Kinder in den ersten paar Lebensmonaten voll gestillt, auch öffentlich, und glücklicherweise nie Probleme damit gehabt. Wir waren weder blöden Blicken noch hässlichen Sprüchen ausgesetzt, noch wurden wir eines Lokals verwiesen. Solange sich die Mutter gesund und ausgewogen ernährt und während der Stillzeit möglichst auf Nikotin, Alkohol und blähende Speisen verzichtet, ist Muttermilch für das Baby/Kleinkind das Gesündeste und Beste. Zudem macht ein Kleinkind ja nichts anderes als wir Erwachsene auch – es stillt ein Grundbedürfnis, es isst und trinkt, und wie wir eben auch, ab und zu auswärts, im Restaurant oder sonst wo…
    Einfach traurig und tragisch, dass stillende Babies/Kleinkinder nach wie vor in einigen Restaurants und sonstigen öffentlichen Institutionen nicht willkommen sind :( . Was bitte soll an einem friedlich stillenden, also trinkenden/essenden Kleinkind so störend, schlimm und falsch sein? Stillen ist weder kriminell noch anrüchig oder pervers und verboten schon gar nicht! Mir sind ehrlich gesagt 10 friedliche Stillkinder im Restaurant 100 Mal lieber als ein einziger, schmatzender, rülpsender, rumpöbelnder und besoffener Zechpreller.
    Zudem: auf Werbeplakaten, in Modekatalogen und in Filmen sieht man in der Regel viel mehr nackte Haut/Busen als beim Stillen… Doppelmoral lässt grüssen… Wozu also dieser unnötige Aufschrei sowohl bei Euch in Deutschland als auch bei uns in der Schweiz?! Ich habe übrigens noch nie eine provokativ stillende Mutter mit gänzlich entblösster Brust gesehen. Die meisten tun dies ja eh möglichst diskret und so, dass sich das Stillkind nicht gestört und abgelenkt fühlt. Zudem bedeckt der Babykopf mehr oder weniger der ganze Busen, so dass dieser kaum bis gar nicht ersichtlich ist… ;) . Mütter, die sich genieren auswärts zu stillen, tun dies eben nur zu Hause oder in einem für sie geeigneten, geschützten Rahmen bzw. geben ihren Kleinen die zuvor zu Hause abgepumpte Milch auswärts im Fläschchen. Und (prüde) Menschen, die sich tatsächlich ab einem Stillkind gestört fühlen und sich darob „ekeln“, haben wohl am ehesten ein Problem mit sich selber und sollen doch einfach weg- statt hinsehen oder am besten gleich zu Hause bleiben – und nicht umgekehrt! So einfach geht das ;) .
    Mit etwas mehr gegenseitigem Leben und leben lassen, weniger Vorurteilen und weniger Anfeindungen, dafür mehr gesundem Menschenverstand, Toleranz, Offenheit, Akzeptanz, Respekt, Rücksicht, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Unterstützung, Anstand und Lockerheit auf allen Seiten wäre das leidige Stillthema gelöst, somit vom Tisch, solche Diskussionen überflüssig und das Zusammenleben noch viel einfacher, friedlicher, gemütlicher und harmonischer :) !

    Antworten | 20. April 2014
  • Kerstin Pfenninger

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich bin gerade erst Mama geworden und stille meinen Zwerg voll. Bis jetzt habe ich noch nicht in der Öffentlichkeit gestillt und ich muss zugeben, ich habe doch etwas Bammel davor es zu machen und blöde Blicke oder Kommentare zu ernten.

    Antworten | 22. Januar 2013
  • gesunde reisen

    Stillen muss sein und ich bin kein Freund von künstlicher Muttermilch, richtige Muttermilch ist einfach gesünder.

    Antworten | 22. Januar 2013

Anmelden | RegistrierenKommentar als Gast schreiben

Tipp: Wenn du Dein Bild in den Kommentaren sehen möchtest, nutze bitte den kostenlosen Service von Gravatar.com.

6 + = sieben

Dein Name und deine Email-Adresse sind erforderlich. Deine Email-Adresse wird nicht angezeigt.

Anzeige