Pro und contraWarum Pauschalreisen mit Kindern (manchmal) besser sind als ihr Ruf

Es gibt viele gute Gründe gegen Pauschalreisen mit Kindern - aber auch einige sehr gute, die dafür sprechen. Für welche Familien Pauschalreisen vielleicht doch die beste Urlaubsform sind und was ihr beachten solltet, wenn ihr eine solche Reise bucht.

von KidsAway-Redaktion

Pauschalreisen für Familien sind besser als ihr Ruf © buchachon - Fotolia.com

Pauschalreisen für Familien sind besser als ihr Ruf

© buchachon - Fotolia.com

Der Beitrag unserer Redakteurin Jenny Menzel über Pauschalreisen mit der Familie stieß bei euch auf viel Zustimmung – aber einige von euch waren auch entschieden anderer Meinung und haben uns das kundgetan (zum Glück freundlich, dankeschön).

„Ganz schön ,pauschalisiert‘, eure Aussage“, warf uns ein Kommentar vor: zu Recht! Wir lenken daher ein und geben zu: Nicht alles an Pauschalreisen ist so schlecht wie ihr Ruf.

Denn ganz klar: Eine Pauschalreise bedeutet nicht automatisch, dass man dann zusammen mit hunderten desinteressierten Klischee-Touristen hinter hohen Hotelmauern in der Sonne brät und sich am Massenbuffet abfertigen lässt.

Gerade für Familien bieten immer mehr spezialisierte Reiseveranstalter maßgeschneiderte (oder wenigstens angepasste) Pakete aus Anreise, Unterkunft und Aktivitäten vor Ort an. Dabei kann statt des Charterflugs auch ein Mietauto auf dem Reiseplan stehen, und anstelle von Hotelburgen an der Türkischen Riviera gibt es für Familien jeder Größe Ferienhäuser, Appartements oder andere familienfreundliche Unterkünfte überall auf der Welt.

 

TippAuch abenteuerliche Fernreisen mit der Familie kann man als „Pauschalreise“ buchen, etwa nach Namibia, Kuba oder Galapagos.

Da wird dann nicht nur darauf geachtet, dass es für alle Altersgruppen etwas zu erleben gibt, sondern auch auf Nachhaltigkeit und direkte Kontakte zu den Menschen vor Ort – was man auf einer Pauschalreise eben nicht vermuten würde.

 

Ein gutes Reisebüro kann euch bei der Buchung einer Pauschalreise übrigens durchaus nützen. Ihr erkennt es daran, dass man euch nicht sofort einen Stapel Kataloge hinklatscht, sondern für euer Wunschreiseziel individuelle und Pauschalreise-Angebote vergleicht.

Manchmal, vor allem außerhalb der Ferienzeiten und an sehr beliebten Reisezielen, sind Pauschalreisen nämlich doch günstiger als individuell zusammengestellte Pakete. Große Reiseveranstalter können halt riesige Flug- und Hotelkontingente einkaufen und dabei Kampfpreise bestimmen.

Allerdings wollen sie auch gern Profit machen – und so lassen sie sich den Service und die Bequemlichkeit vom Gast auch bezahlen. Selbst vermeintliche Schnäppchen sind am Ende oft nicht (viel) günstiger als eine Individualreise, vor allem für Familien mit mehreren Kindern.

 

Tipp Spartricks für Pauschalreisen

Nicht immer ist es günstiger, alle Reisebausteine vom selben Veranstalter zu kaufen. Aber bequemer ist es allemal.

Achtet beim Suchen und Buchen eurer Wunschreise in jedem Fall auf Spartricks, mit denen euch zusätzliches Geld aus der Tasche gezogen werden soll: Mitunter ist der Transfer vom Flughafen zum Hotel nicht im Preis inbegriffen, bei All-inclusive-Reisen sind dann doch nicht alle Leistungen „inclusive“, die Halbpension im Hotel schließt nur ein vorgegebenes Menü ein und keine Getränke. Ausflüge und Aktivitäten vor Ort, die der Reiseveranstalter anbietet, sind häufig viel teurer, als wenn ihr sie vor Ort über das Hotel oder privat buchen würdet.

Weitere versteckte Kosten sind Gebühren für Kreditkartenzahlung oder für aufgegebenes Fluggepäck, automatisch eingeschlossene Reiseversicherungen, die kein Mensch braucht oder Leistungen, die ihr als Familie gar nicht nutzen könnt oder wollt.

 

Mehr als 2.500 Reiseveranstalter teilten sich im Jahr 2014 den deutschen Pauschalreisemarkt, und der ist nach wie vor am Boomen. Fast die Hälfte aller Reisen sind Pauschalreisen, und die beliebtesten Ziele dafür kennen wir alle: die Türkische Riviera, die bulgarische Schwarzmeerküste, Spanien mit seinen Ferieninseln, aber auch Fernreiseziele wie Ägypten oder die Malediven.

Am häufigsten buchen die Deutschen bei TUI Deutschland (dazu gehören auch L’Tur, 1-2-Fly oder Airtours), Thomas Cook (inklusive Neckermann, Öger Tours und Bucher), DER Touristik mit Tochtermarken wie ADAC Reisen, Meiers Weltreisen und ITS, schließlich Alltours und FTI. Familien, die an kinderfreundlichen und spannenden Pauschalreisen interessiert sind, schauen lieber bei spezialisierten Veranstaltern wie For Family Reisen, Vamos Eltern-Kind-Reisen, ReNatour, Corfelios oder dem Fernreisespezialisten Djoser Junior nach Angeboten.

 

Vier große Vorteile von Pauschalreisen

Erholung, viel gemeinsame Zeit und ein bisschen Luxus - davon träumen viele Familien im Urlaub © max topchii - Fotolia.com

Erholung, viel gemeinsame Zeit und ein bisschen Luxus - davon träumen viele Familien im Urlaub

© max topchii - Fotolia.com

Wer nur auf „möglichst billig“ achtet, der darf sich nicht wundern, wenn er wirklich die Klischee-Pauschalreise an den Ballermann „mit Überraschungshotel“ vorgesetzt bekommt.

Viel wichtiger als das Kostenargument sind für Familien sowieso ganz andere Faktoren:

  • Zeit und Nerven sparen: Gerade bei Fernreisen ist die Recherche möglicher Flugverbindungen und Unterkünfte oft sehr langwierig – schließlich kennt man sich in fremden Ländern nicht aus, spricht die Landessprache nicht und muss dann aus tausenden Bewertungen und Empfehlungen im Internet und im Bekanntenkreis die relevanten Informationen herausfiltern. Aber auch bei sehr beliebten Reisezielen dauert das individuelle Suchen nach einem guten Hotel und passenden Flugzeiten oft Stunden oder Tage. Diese Zeit haben Eltern mit mehreren und/oder kleinen Kindern einfach nicht!
  • Erholung finden: Reisen ist Abenteuer, Entdecken, etwas wagen – richtig. Aber nach einem grauen Winter und nassen Frühling, mit dauerkranken Kindern und Stress auf der Arbeit, steht vielen Eltern der Sinn nur nach Erholung und Entspannung. Wie gut, wenn man sich dann mal ein paar Tage um nichts kümmern muss! Anfahrt, Unterkunft und die leibliche Versorgung sind geklärt, die Aktivitäten müssen nicht selbst organisiert werden, weder Kochen noch Putzen sind nötig und bei Bedarf werden sogar die Kinder beschäftigt. Auch der überzeugteste Backpacker träumt wenigstens hin und wieder mal davon, garantiert.
  • Zeit für die Familie: Nicht jede pauschalreisende Familie gibt ihre Kinder bei Urlaubsbeginn im Kids Club ab. Gerade wenn man die nervigen tausend kleinen Handgriffe des Familienalltags einmal ans Hotelpersonal abgeben kann, eröffnet sich wertvolle Freizeit für gemeinsame Aktivitäten. Ob man die als gebuchte Ausflüge oder auf eigene Faust unternimmt, oder ob man auch nur einfach das luxuriöse Hotelzimmer und den Kinderpool genießt, ist schließlich jedem selbst überlassen.
  • Zufriedene Kinder: Hand aufs Herz – gerade ältere Kinder, aber auch Einzelkinder und Geschwister mit großem Altersabstand sind sehr interessiert am Kontakt zu Gleichaltrigen. Ihre Interessen und auch ihre Fähigkeiten bei einer Individualreise so unter einen Hut zu bekommen, dass alle zufrieden sind, ist eine organisatorische Herausforderung – und damit nicht jedermanns Sache. Klar ist eine spezielle Betreuung im Kinderclub nicht unbedingt nötig. Aber wenn sich ein kompetenter, erfahrener Erzieher um eine kleine Gruppe von Kindern kümmert und mit ihnen schöne Dinge unternimmt, wird sich niemand beschweren – schon gar nicht die Eltern, die in der Zeit mal wieder etwas zu zweit (oder mit anderen Erwachsenen) unternehmen können.

 

Der wichtigste Grund pro Pauschalreise: das Kleingedruckte

Der kleinste gemeinsame Nenner für eine Pauschal- oder Bausteinreise ist die gemeinsame Erbringung mehrerer Reiseleistungen – also Beförderung, Unterbringung und damit zusammenhängende Leistungen – zu einem Gesamtpreis durch denselben Veranstalter. Auch die Zusammenstellung von mehreren getrennten „Reise-Bausteinen“ durch ein Reisebüro als Vermittler, die dann gemeinsam abgerechnet werden, gilt rechtlich als Pauschalreise.

Diese Definition hat Folgen: Wenn mehrere eigentlich getrennte Reiseleistungen von ein und demselben Veranstalter angeboten und/oder vermittelt werden, hat das reiserechtliche Folgen. Für die Gäste einer Pauschalreise sind diese von großem Vorteil: Sie müssen sich bei Beschwerden, Mängeln, Stornierung oder Ausfall der Reise – auch nicht einzelner Reisebausteine – nicht mit den einzelnen Anbietern auseinandersetzen, sondern haben immer denselben Ansprechpartner, idealerweise sogar in Deutschland.

Was das heißen kann, zeigt sich immer wieder bei Fluglotsenstreiks, isländischen Vulkanausbrüchen oder Terroranschlägen in touristischen Zentren: Eine Pauschalreise ist dann ganz einfach storniert oder der Reiseveranstalter kümmert sich um neue Flugverbindungen, bucht Hotels um und ändert das Reiseprogramm. Individualreisende haben in solchen Fällen oft einfach Pech.

Die Rechtssicherheit ist daher für uns ganz klar eines der wichtigsten Argumente für Familien-Pauschalreisen.

 

Fazit: Pauschalreise ja oder nein?

Wir geben also zu: Pauschalreise heißt nicht automatisch Massentourismus zum Billig-Standard. Gerade für Familien bietet sie einige unschlagbare Argumente. Und wer mit offenen Augen informiert bucht, der kann unter Umständen sogar noch etwas sparen.

Zufrieden? ;-)

Pauschal oder individuell? Welcher Reisetyp seid ihr?

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (4)

  • Liebe Jenny, ja, weitgehend zufrieden ;-)

    Auch wenn ich die “Spartricks” etwas zu negativ formuliert finde zu ungunsten der Pauschalreise.

    Kurz zu Deinen Punkten:

    - Mitunter ist der Transfer vom Flughafen zum Hotel nicht im Preis inbegriffen – ja, weil man dann oft in einem Zielgebiet landet, wo Kunden gerne direkt ab/bis Flughafen einen Mietwagen buchen. Ist doch gut, man kann – muss aber nicht – mit oder ohne Transfer buchen (wie “flexibel” die Pauschalreise doch ist ;-) )

    - bei All-inclusive-Reisen sind dann doch nicht alle Leistungen „inclusive“…naja, Massagen oder Shopping sind auf eigene Kosten ;-)

    - die Halbpension im Hotel schließt nur ein vorgegebenes Menü ein und keine Getränke. – Stimmt so nicht: die HP schließt Frühstück und Abendessen ein, entweder in Buffetform oder als Menü oder teilweise beides, Getränke sind fast nie inkludiert. Allerdings gibt es auch Halbpension Plus, da sind dann Tischwein, Wasser, Softdrinks inkludiert….

    -Ausflüge und Aktivitäten vor Ort, die der Reiseveranstalter anbietet, sind häufig viel teurer, als wenn ihr sie vor Ort über das Hotel oder privat buchen würdet. – ist ja auch logisch, denn es muss ja jemand alle diese Ausflüge planen und organisieren und dieser Mensch, der das tut (und bei einer Incomingagentur vor Ort arbeitet) mag ja auch am Ende des Tages seine Familien von irgendeinem Einkommen ernähren

    - Weitere versteckte Kosten sind Gebühren für Kreditkartenzahlung oder für aufgegebenes Fluggepäck, – HALT: solche versteckten Kosten finden sich wohl eher auf Online-Reiseportalen oder Flug-Buchungsportalen als auf den Websiten der seriösen Veranstalter. Und ein Reisebüro klärt einen vor Buchungsabschluss ganz genau über die Kosten auf ;-)

    - automatisch eingeschlossene Reiseversicherungen, die kein Mensch braucht oder Leistungen, die ihr als Familie gar nicht nutzen könnt oder wollt. – HALT: alle Reisevermittler sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Kunden eine Reiserücktrittsversicherung anzubieten, welche in der Tat im Falle einer Stornierung von erheblichem Nutzen ist. Also: klar, wenn man im Internet bucht, muss man ein Häckchen setzen, aber automatisch inkludiert sind die Versicherungen ja nun wirklich nur in ganz wenigen Fällen (ich weiss, dass der USA Veranstalter CANUSA Versicherungen inkludiert…und trotzdem sind die ganz super günstig!)

    Übrigens habe ich schon viele interessante Pauschalreisen gemacht als Rundreise mit tollen einheimischen Reiseleitern in Mexico, Venezuela, Marokko, Ägpyten etc.! Oder tolle Kreuzfahrten – pauschal gebucht. Warum? Wenn ich den Flug separat buche und dieser dann Verspätung hat, dann Aidos liebes Schiff….wenn ich beim Veranstalter pauschal buche, dann ist es dessen Problem, wie ich an Bord gelange ;-)

    So, also ich gebe ja zu: eine Individualreise macht manchmal Sinn. Unsere letzte Reise durch Mexiko war von mir ganz individuell zusammengestellt mit super süßen Hotels, die gar nicht über Veranstalter buchbar sind und es war ein Traumurlaub! Jetzt geht es aber erst mal ganz “pauschal” eine Woche in den Robinson Club in Belek, ja, Türkei! ;-) , bevor es im Oktober per “Baustein”-Reise auf die Seychellen zum Inselhopping geht. Und das wird eine Mischung aus einem Luxushotel, einem “normalen” Hotel und zwei Guesthouses, alle über Veranstalter buchbar :-)

    In diesem Sinne: Frohes Reisen!!! Hauptsache ist doch, keiner muss zu Hause bleiben…

    Antworten | 29. Juni 2015
  • Liebe Autoren der beiden Artikel: Nachfolgendes bitte nicht persönlich nehmen!

    War der Artikel bezüglich Individualreisen witzig, ironisch und individuell, wie eben Individualreisen, so ist dieser zwar prall gefüllt mit Informationen und Beschreibungen, bzgl. Pauschalreisen, aber pups langweilig, wie eben auch die Pauschalreisen.

    Edit: Individualreisenden stehen nicht nie Nackenhaare zu Berge wenn sie an Pauschalreisen denken, weil kein Erholungs- oder Spassfaktor gegeben ist, sondern viel mehr, weil ihnen mit Buchung einer solchen die Selbstbestimmung genommen wird.

    Antworten | 24. Juni 2015

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