Geld auf ReisenBargeld, Kreditkarte oder Reiseschecks? Der richtige Mix macht’s

Bargeld ist gut, Kreditkarten sind besser und Reiseschecks benutzt heute keiner mehr – stimmt das? Unser Check zeigt: Jedes Zahlungsmittel hat seine Vor- und Nachteile, am besten ist eine klug abgestimmte Kombination.

von KidsAway-Redaktion

Millionär für ein paar Wochen :-)

Millionär für ein paar Wochen :-)

© Weltwunderer

Bargeld

Ganz klar: Wer nur auf Bargeld setzt, riskiert den Totalverlust der Urlaubskasse durch Taschendiebe, die es in jedem Land der Welt auf arglose Touristen abgesehen haben. Zu viel auf einmal solltet ihr nie bei euch tragen, um dieses Risiko gering zu halten. Bewährt ist es, Bargeldvorräte im Urlaub im Hotelsafe zu lassen und auch kleinere Beträge immer auf beide Eltern und dann noch auf verschiedene Taschen aufzuteilen.

Ein paar Scheine müsst ihr natürlich trotzdem im Portemonnaie haben – für den Taxifahrer, den Straßenverkäufer oder das nette Restaurant, das keine Kreditkarten akzeptiert. Das Problem: Sobald ihr ins Nicht-Euro-Ausland reist, müsst ihr Fremdwährung eintauschen, und das kann teuer werden.

 

Geld tauschen – so geht‘s

Beim Tausch von Euro gegen andere Währungen zahlt ihr eine Kommission sowie Wechselgebühren in Höhe von (je nach Bank) 2,5 bis 4,5 Prozent des Betrags, den ihr tauscht. Am besten geht ihr dafür schon vor der Abreise zu eurer eigenen Bank, denn dann spart ihr euch zusätzliche Gebühren von bis zu 13 Euro und müsst nicht direkt am Flughafen oder im Hotel Geld wechseln – das solltet ihr generell vermeiden, denn hier verdienen noch mehr Leute mit! Erkundigt euch sicherheitshalber schon ein paar Tage vor der Abreise, ob die gewünschte Währung verfügbar ist.

Heutzutage haben nämlich nur noch wenige Banken größere Vorräte an Fremdwährung, US-Dollar ausgenommen. Insgesamt ist es immer ungünstiger, Bargeld zu tauschen, denn dann wird als Wechselkurs der „Sortenkurs“ angelegt; zieht ihr die Fremdwährung aus dem Automaten, gilt der günstigere „Devisenkurs“.

Viele Währungen sind in Deutschland überhaupt nicht erhältlich; dann solltet ihr wenigstens eine Währung eintauschen und mitnehmen, die vor Ort als gängige Tauschwährung akzeptiert wird. US-Dollar werden in ganz Asien gern genommen, Euro etwa in Nordafrika. (Aus demselben Grund solltet ihr möglichst das ganze Urlaubsgeld noch im Urlaub ausgeben, weil viele Währungen nicht zurückgetauscht werden können.) Für den Tausch von Euro in „exotischere“ Währungen verlangen die Banken außerdem höhere Wechselgebühren, um Kursschwankungen abzudecken.

 

EC-Karte, Maestro-Karte, Giro-Karte

Plastikgeld - hat im Urlaub Vor- und Nachteile

Plastikgeld - hat im Urlaub Vor- und Nachteile

© Weltwunderer

Die Giro- oder Maestro-Karte (oft fälschlich noch EC-Karte genannt, erkennbar am Maestro-Zeichen in der Ecke) ist das Nonplusultra für viele Reiseländer: Ihr könnt damit überall dort bargeldlos bezahlen, wo das Maestro-Zeichen zu sehen ist und auch außerhalb Europas alle Geldautomaten benutzen, die das Maestro-Zeichen tragen. Das Geld wird dabei direkt von eurem Giro-Konto abgebucht.

Der große Vorteil: Wird eure Giro-Karte gestohlen oder verloren, könnt ihr sie mit einem Anruf bei der Hotline sperren und habt kein (oder kaum) Geld verloren.

Mit der Giro-Karte ist das Abheben von Fremdwährung an Geldautomaten im Urlaubsland günstiger, als wenn ihr Bargeld tauscht. Der Grund: Die Wechselkurse sind besser und bei manchen Banken ist das Abheben sogar kostenlos. In den Ländern der EU fällt zur festen Gebühr für das Abheben noch eine Kommission zwischen 1 und 2 Prozent des Transaktionsbetrags an, im Rest der Welt sind das (wenn das Abheben möglich ist) 2 bis 3 Prozent. An jedem Automaten muss eine Preisliste der Gebühren fürs Geldabheben aushängen!

Am besten hebt ihr gleich einen größeren Betrag ab, teilt den unter euch auf oder deponiert ihn im Hotelsafe und bezahlt kleinere Beträge dann in bar. Auch bargeldloses Bezahlen kostet nämlich Gebühren; zu denen, die eure Bank berechnet, kommen eventuell noch die des Geschäfts oder des Restaurants, in dem ihr bezahlt.

Generell gilt: Die Gebühren, die eure Bank für das Geldabheben mit der Giro-Karte im Ausland erhebt, dürfen nicht höher sein als im Inland. Am besten fragt ihr vor der Reise bei eurer Bank nach und recherchiert, ob an eurem Urlaubsziel genügend Automaten stehen.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, die beim Umgang mit Giro-Karten daheim gelten, solltet ihr auch im Urlaub befolgen, dann kann eigentlich nichts passieren: die PIN-Zahl beim Eingeben verdecken und nirgends notieren, verdächtig aussehende Geldautomaten meiden, Karten und Bargeld getrennt voneinander aufbewahren und am Körper tragen und im Gedränge aufmerksam sein.

 

Kreditkarten

Es kann nicht schaden, im Urlaub eine dabeizuhaben, sei es, weil man ohne Kreditkarte kaum mehr ein Mietauto bekommt, weil die Hotelbuchung per Internet sehr einfach ist oder weil im fernen Asien kein Automat mehr Giro-Karten akzeptiert.

Beim Bezahlen mit der Kreditkarte schießt die Bank das ausgegebene Geld erst einmal vor und bucht es erst später, eventuell in Raten, von eurem Giro-Konto ab. Dadurch entsteht euch sogar ein (kleiner) Zinsvorteil. Allerdings müsst ihr für die meisten Kreditkarten eine Jahresgebühr bezahlen.

„Richtige“ Kreditkarten wie American Express und einige Visa-Cards geben tatsächlich Kredit. Die sogenannten „Charge-Karten“ könnt ihr dagegen nur so weit belasten, wie euer Bezugslimit es zulässt, und eure Ausgaben werden automatisch jeden Monat vom Girokonto abgebucht. Bevor ihr abreist, solltet ihr euch also erkundigen, wie hoch euer Verfügungsrahmen ist, und diesen im Zweifelsfall erhöhen lassen (das dauert eventuell ein paar Tage!). Mit Premier- oder Gold-Kreditkarten kann man meist deutlich mehr abheben oder bezahlen; für Otto Normalurlauber liegen die Limits um die 500 Euro für das Geldabheben und um die 2.000 Euro für bargeldloses Bezahlen.

 

Tipp Ohne PIN-Nummer kein Bargeld

Checkt außerdem rechtzeitig, ob eure Bank euch eine PIN-Nummer für die Kreditkarte zugeteilt hat, das passiert anders als bei der Giro-Karte nicht automatisch. Ohne PIN-Nummer könnt ihr zwar mit Kreditkarte bezahlen (dafür braucht es nur eine Unterschrift), aber kein Geld abgeheben!

 

Nicht jedes Kreditkartensystem wird von jedem Automaten in jedem Land akzeptiert – in Kuba steht ihr beispielsweise mit American Express dumm da. Visa und Mastercard könnt ihr weltweit fast überall benutzen. Viele Kreditkarten bieten neben der Bezahlfunktion nette Gimmicks wie angeblich kostenloses Abheben im Ausland, eine Reiserücktrittsversicherung oder Flugmeilen auf alle Zahlungen. Ob sich das insgesamt rechnet, muss jede Familie selbst entscheiden. Um die passende Kreditkarte zu finden, könnt ihr die Leistungen und Kosten hier und hier vergleichen. Finanztest hat im Jahr 2011 42 Kreditkartenangebote verglichen und kam zum Ergebnis, dass eine Kreditkarte ohne Extras für etwa 35 Euro pro Jahr für die meisten Nutzer am besten geeignet ist.

Es lohnt sich, mehrere Geldautomaten abzuklappern, größere Beträge abzuheben und Einkäufe eventuell doch lieber bar zu bezahlen.

Der Nachteil der Kreditkarte: Beim Bezahlen und Geldabheben fallen zum Teil hohe Gebühren an. Zur Geldautomatengebühr, die von der ausgebenden Bank erhoben wird, und dem Aufschlag von 1 bis 4 Prozent auf den abgehobenen Betrag kommt noch eine Auslandseinsatzgebühr von bis zu 2 Prozent, manche Anbieter verlangen obendrauf noch eine Extra-Gebühr für den Karteneinsatz außerhalb der EU. Die Gebühren für das bargeldlose Bezahlen schlagen Hotels und Geschäfte natürlich auf den Endpreis auf. Es lohnt sich also, mehrere Geldautomaten abzuklappern, größere Beträge abzuheben und Einkäufe eventuell doch lieber bar zu bezahlen.

 

TippTipp: Prepaid-Kreditkarten

Wenn euch eine echte Kreditkarte zu gefährlich ist oder ihr keine bekommt, kann eine Prepaid-Kreditkarte sinnvoll sein, deren Guthaben ihr vorher aufladet. Das Geldabheben ist damit zwar sehr teuer, aber bezahlen könnt ihr wie mit einer normalen Kreditkarte.

 

Der Vorteil: Viele Kartenanbieter ersetzen eine verlorene Kreditkarte schnell, so dass ihr sogar im Urlaub bald wieder bezahlen könnt. Wenn der Dieb mit eurer Kreditkarte einkaufen geht, haftet ihr nur bis zu einem begrenzten Betrag. Die Notfall-Nummer +49 116 116 gilt für alle Kreditkarten und die meisten Giro-Karten. Wichtig: Schreibt die Kartennummern und die Gültigkeit eurer Karten auf, die müsst ihr beim Sperren nämlich angeben!

 

Reiseschecks / Travelers Cheques – umständlich, aber preiswert und sicher

Ein Reisescheck über 100 USD von American Express

Ein Reisescheck über 100 USD von American Express

© Valentin Wittich/Wikipedia

Reiseschecks werden von Visa, American Express und Thomas Cook ausgegeben. Am besten kauft ihr sie bei eurer Bank in Deutschland in US-Dollar oder Euro, die in vielen Ländern der Welt als Tauschwährung akzeptiert werden. Für den Kauf (das geht mitunter sogar ganz bequem online!) fallen Gebühren in Höhe von 1 bis 2,5 Prozent des Kaufpreises an, bei einigen Banken gar keine. Achtung: Um Travelers Cheques zu beschaffen, brauchen Banken zwischen einem Tag und mehreren Wochen – vorher nachfragen!

Im Ausland könnt ihr die Schecks, die in kleineren Geldbeträgen, ähnlich wie Geldscheine, ausgestellt werden, in einer Bank wieder gegen Bargeld eintauschen. Sind die Schecks bereits in der passenden Währung ausgestellt, ist auch das kostenlos. Einige Geschäfte nehmen Travelers Cheques auch als Zahlungsmittel an, vergleichbar mit Geldscheinen (achtet auf das Travelers-Cheques-Zeichen an der Ladentür). Ihr solltet eure Reiseschecks daher in kleinen Stückelungen à 50 US-Dollar kaufen. Keine Angst, die Reiseschecks verfallen nicht; ihr könnt sie zu Hause wieder zurücktauschen oder einfach bis zum nächsten Urlaub aufheben.

Reiseschecks haben einen großen Vorteil: Sie sind extrem sicher. Bevor ihr damit bezahlen oder sie gegen Bargeld eintauschen könnt, müsst ihr sie zweimal unterschreiben: einmal beim Kauf in eurer Bank zu Hause und einmal vor den Augen des Bankangestellten beim Einlösen. Sind die Unterschriften nicht identisch, wird kein Geld ausgezahlt. Seid ihr zu zwei unterwegs, gibt es auch die Variante mit zwei ersten Unterschriften und einer zweiten (falls Papa mal mit Baby im Hotel bleibt und Mama schnell allein zur Bank will). Und: einmal gekauft, habt ihr nicht mehr das Risiko plötzlicher Kursverluste beim Tauschen. Nachdem in Neuseeland 2011 die Erde gebebt hatte, bekamen Touristen im Land am Geldautomaten für ihre Euro merklich weniger Gegenwert.

Werden die Schecks gestohlen, bekommt ihr sie kostenlos innerhalb von zwei Tagen ersetzt. Dafür müsst ihr jedoch die Verkaufsquittung vorlegen können, auf der alle Schecks mit Seriennummern aufgeführt sind! Die sollte also auf jeden Fall an einer anderen Stelle aufbewahrt werden.

Früher waren Reiseschecks sehr verbreitet, inzwischen ist es sehr unwahrscheinlich, dass ihr irgendwo hinkommt, wo es keinen Geldautomaten gibt – wahrscheinlicher scheint es dagegen, dass keine geöffnete Bank zu finden ist. Wer mit Travelers Cheques reist, muss daher umsichtig und vorausschauend mit Geldvorräten umgehen. Unterm Strich ist das jedoch die sparsamste Variante mit den wenigsten Zusatzgebühren, und außerdem die sicherste: Phishing & Co. haben bei Reisescheck-Benutzern keine Chance, und auch Dieben nutzen die Zettelchen mit nur einer Unterschrift wenig.

Zum Vergleich haben wir für euch eine Tabelle aufgestellt:

Zahlungsmittel

Einsatz in der EU

Einsatz weltweit

Geld abheben

Bezahlen

Geld abheben

Bezahlen

Giro-Karte1 Prozent vom Abhebungsbetrag, mind. 3,50–5 EuroKostenlosWie EUMeist 1 Prozent vom Umsatz, mind. 1 Euro
KreditkarteKostenlos oder 2–3 Prozent vom Abhebungsbetrag (mind. 5 Euro)KostenlosWie EU, plus 1–2 Prozent Entgelt für AuslandseinsatzMeist 1–2 Prozent Entgelt für Auslandseinsatz
ReiseschecksKauf kostenlos oder 1–2,5 Prozent des Kaufpreises, mind. 5 EuroKostenlos bei passender Landeswährung, evtl. Einlösegebühren pro ScheckWie EUWie EU

 

 

Welche Zahlungsmittel habt ihr mit in euren Urlaub genommen? Habt ihr noch Tipps für andere Eltern?

 

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (2)

  • Helen

    Danke für die hilfreiche Übersicht :)

    Antworten | 1. Juli 2016
  • Sehr schöne Übersicht der möglichen Zahlungsmittel!

    Antworten | 19. Oktober 2012

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