Reisen mit FreundenUrlaub mit befreundeten Familien – so klappt es

Familienferien sind teuer und anstrengend. Wenn man da sparen kann, indem man sich eine Ferienwohnung teilt – toll! Wenn die Kinder miteinander spielen – noch besser! So plant ihr den Urlaub mit befreundeten Familien, ohne dass es zu Streit und Zoff kommt.

von KidsAway-Redaktion

Kinder lieben Urlaub mit Freunden - und ihren Eltern!

Kinder lieben Urlaub mit Freunden - und ihren Eltern!

© yanlev - Fotolia.com

“Sollen wir wirklich mit anderen Eltern in den Urlaub fahren?” Klar ist es toll, wenn man sich die Kinderbetreuung, den Abwasch und die Kosten für das Ferienhaus teilen kann – aber was, wenn das Zusammenleben auf so ungewohnt engem Raum nicht funktioniert?

Die gemeinsame Ferienzeit ist für Familien sehr wertvoll und soll möglichst perfekt werden – da sind Ängste durchaus berechtigt. Ob Urlaub mit Freunden das Richtige für euch ist, müsst ihr selbst entscheiden.

Die wichtigsten Kriterien für gutes „Zusammenpassen“ solltet ihr vorher bedenken:

 

1 Passen eure Kinder zusammen?

Sind die Kinder bereits gut befreundet oder spielen wenigstens regelmäßig zusammen, erübrigt sich diese Frage. Das muss aber für alle mitreisenden Kinder gelten – vergesst die Kleinen nicht!

Gleichaltrige spielen in der Regel besser zusammen als Kinder, die mehrere Jahre im Alter auseinander liegen; ältere Mädchen lassen sich eher herab, mit „Kleinen“ zu spielen, als ältere Jungen.

Nicht nur die Interessen, auch die Bedürfnisse verschieden alter Kinder sind extrem unterschiedlich. Während Zweijährige ihren Mittagsschlaf brauchen, wollen Zehnjährige Action und brauchen Tempo. Der Vorteil, andere Kinder dabei zu haben, kann sich in solchen Situationen sogar umkehren.

Es sollten also idealerweise mehrere Kinder in jeder Altersstufe zusammen reisen, dann können sich die Gruppen getrennt beschäftigen und die Eltern können sich bei der Betreuung der Kleinen oder der Beschäftigung der Großen zusammentun.

 

2 Habt ihr das Urlaubsziel gemeinsam ausgewählt?

Wir haben schon darüber geschrieben: Auch auf Reisen müssen die Bedürfnisse von Kindern in einem gewissen Maße berücksichtigt werden, sonst wird der Urlaub schnell anstrengend und nervig – für Erwachsene UND Kinder.

Der Vorteil am gemeinsamen Verreisen: Bei der Wahl des Urlaubsziels könnt ihr vielleicht mit euren Kindern einen Kompromiss heraushandeln, wenn dafür ein paar Spielkameraden herausspringen. Denn im Endeffekt ist es Kindern meist weniger wichtig, WO sie Ferien machen, als mit WEM.

Der Nachteil am gemeinsamen Verreisen: Bei der Wahl des Urlaubsziels MÜSST ihr Kompromisse mit der anderen Familie machen. Denn die Kinder können noch so glücklich sein: Wenn eine Partei zurückstecken musste und während der gesamten Reise daran knabbert, dass sie eigentlich lieber woanders wäre, dann steht eure Freundschaft unter keinem guten Stern.

Ein Urlaub mit Freunden kann allerdings die ideale Gelegenheit für euch als Paar sein, einmal verschiedenen Interessen nachzugehen – wenn die Männer gemeinsam schweigend mit der Angel am Steg sitzen und die Frauen zusammen den nächsten Kunstmarkt durchstreifen können, sind alle zufrieden.

Seid ehrlich zu euch selbst, bevor ihr euch den gemeinsamen Urlaub versprecht: Ohne gemeinsame Interessen wird es schwierig, mehrere Tage oder Wochen miteinander auszukommen.

 

3 Habt ihr ähnliche finanzielle Vorstellungen von eurem Urlaub?

Ausflüge machen in der Gruppe oft viel mehr Spaß

Ausflüge machen in der Gruppe oft viel mehr Spaß

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Über Geld sollte man entgegen des Sprichworts durchaus sprechen, und zwar möglichst offen und vor der gemeinsamen Reise.

Wie viel wollt und könnt ihr für den gemeinsamen Urlaub ausgeben? Wo liegt eure Grenze und die der anderen Familie?

Wie steht ihr zu den kleinen Extra-Ausgaben im Urlaub – darf es täglich zur Eisdiele gehen oder spart ihr lieber für ein Essen am letzten Urlaubstag? Muss es Bio-Essen sein oder macht ihr lieber am ersten Urlaubstag einen Großeinkauf beim Discounter? Habt ihr den Besuch im nahe liegenden Vergnügungspark fest eingeplant oder wollt ihr lieber Fahrradtouren machen?

Solche Dinge müssen unbedingt im Vorhinein besprochen werden und ihr müsst euch einig sein, wie ihr mit unterschiedlichen Vorstellungen umgehen werdet – sonst wird es definitiv zu langen Gesichtern kommen, wenigstens bei euren Kindern.

Legt vorher fest, ob ihr gemeinsam einkaufen wollt und wie viel etwas kosten darf, ob ihr eure Restaurantrechnungen aufteilt oder ob ihr lieber getrennt esst. Eine bequeme Lösung kann ein All-inclusive-Hotelurlaub sein, dafür haben dann alle gleich viel bezahlt.

 

4 Habt ihr genug Platz?

Egal, wie gut ihr mit der anderen Familie befreundet seid: Seid ihr gezwungen, viel Zeit auf engstem Raum zu verbringen, wird Streit unvermeidbar sein.

Achtet bei der Wahl eurer Unterkunft darauf, dass jede Familie einen eigenen Rückzugsbereich und mindestens ein eigenes Badezimmer hat. So vermeidet ihr nicht nur morgendliches Gedrängel, sondern auch kleinliches Meckern und Streiten, das zwangsläufig entsteht, wenn man zu eng aufeinander hockt.

Stehen euch mehrere Räume oder auch komplett getrennte Unterkünfte zur Verfügung, könnt ihr die Vorteile des Urlaubs mit Freunden voll ausschöpfen: Streitende Kinder lassen sich besser trennen, einzelne Grüppchen können mal allein spielen oder schwatzen, eine Partei kann ein Nickerchen machen, während die anderen sich um die Kinder oder Geschwister kümmern oder schon mal das Essen vorbereiten.

 

5 Habt ihr im Voraus Regeln aufgestellt?

Es mag kleinlich klingen, aber auch die besten Freunde profitieren davon, wenn vor dem Urlaub verbindliche Regelungen der wichtigsten Knackpunkte getroffen wurden.

Das betrifft die tägliche Organisation:

  • Wann wird aufgestanden? Wird überhaupt gemeinsam aufgestanden?
  • Wird gemeinsam gegessen und wenn ja, wann, wo und was?
  • Wer ist für den Einkauf, das Kochen und den Abwasch zuständig?
  • Wie wird das gemeinsame Budget verwaltet – tägliche Abrechnung oder gemeinsamer Topf, aus dem alles bezahlt wird?
  • Welche gemeinsamen Aktivitäten sollen unternommen werden?
  • Welche Aktivitäten sollen getrennt unternommen werden?
  • Wer darf wann ins Bad?

 

Wichtig sind aber auch generelle Absprachen:

  • Dürfen die Kinder Süßigkeiten essen? Gibt es Dinge, die nicht gegessen werden, oder Unverträglichkeiten?
  • Müssen die Kinder beim Essen sitzen bleiben, bis alle anderen fertig sind? Müssen sie aufessen oder nur probieren?
  • Wann müssen die Kinder abends ins Bett? Gibt es einen festen Mittagsschlaf?
  • Gelten die festen Regeln von zu Hause auch im Urlaub?
  • Wer darf Regeln und Verbote für die Kinder aussprechen?
  • Darf geraucht werden? Vor den Kindern? Im Haus?

 

Gerade bei mehreren Kindern empfiehlt es sich, eine generelle Zuständigkeit auszusprechen: Jeder Erwachsene ist fürs Brote schmieren, Po abwischen und Streit schlichten zuständig und darf (im vorher abgesprochenen Rahmen) den Kindern Weisungen erteilen, auch denen der anderen Familie.

Schafft ihr das nicht, weil eure Erziehungsvorstellungen zu konträr sind, überlegt euch einen gemeinsamen Urlaub gut und bucht zumindest getrennte Quartiere.

 

Tipps für einen gelungenen Urlaub mit Freunden

Gemeinsame Absprachen sind die Basis einer Gruppenreise

Gemeinsame Absprachen sind die Basis einer Gruppenreise

© bst2012 - Fotolia.com

Neben einer im Vorhinein gut abgesprochenen Organisation sind zwei Dinge wichtig, wenn man gemeinsam Urlaub macht: Ehrlichkeit und Flexibilität.

Jede Familie hat ihre eigenen Regeln und funktioniert anders. Im Zusammenleben mit anderen sind Kompromisse und die Bereitschaft, auch mal zurückzustecken, unabdingbar. Eure Kinder profitieren davon, wenn sie lernen, dass das Leben in anderen Familien einfach anders abläuft – nicht besser, aber auch nicht schlechter.

Packt ein paar schöne Familienspiele und Vorlesebücher ein und überlegt (gemeinsam mit den Kindern), was ihr zusammen unternehmen wollt. Es sollte auch im Vorhinein geklärt werden, ob und wie ihr die Kinderbetreuung untereinander aufteilen wollt. So kann ein Elternpaar auch mal ein paar Stündchen Exklusivzeit bekommen!

Wenn euch etwas stört, dann sprecht es an – am besten sofort und ohne Vorwürfe wie „Immer sagt ihr …“ oder „Nie macht ihr …“.

Denkt daran: Ein gemeinsamer Urlaub bedeutet nicht, dass ihr wirklich alles gemeinsam machen müsst. Freiräume für einzelne Personen sind genauso erlaubt und wichtig wie Privatzeiten der jeweiligen Familien. Und: Es muss keine perfekte Harmonie herrschen – kleine Streitereien sind überhaupt nicht schlimm, wenn man sich danach wieder verträgt!

Ein eigenes Auto pro Familie ist ähnlich wichtig wie ein eigenes Zimmer: So ist man unabhängiger und kann auch mal allein etwas unternehmen oder besorgen; im Notfall kann man auch allein abreisen.

 

TippHabt ihr noch nie Urlaub mit einer anderen Familie (oder speziell dieser anderen Familie) gemacht und seid euch unsicher, ob das funktionieren wird, dann macht doch vorher einen Test! Ein Kurztrip übers Wochenende zeigt meist schon, ob ihr in den wichtigsten Punkten zusammenpasst oder eher nicht.

 

Ein gewisses Risiko bleibt immer, egal wie lange man sich schon kennt und wie gut man im Alltag miteinander zurechtkommt. Gut möglich ist es aber auch, dass aus den netten Kindergarten-Bekannten nach einem gemeinsamen Urlaub Freunde fürs Leben geworden sind. Traut euch!

 

Leserfrage: Seid ihr schon einmal mit einer befreundeten Familie verreist? Und seid ihr auch “danach” noch Freunde?

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