Reisen in der SchwangerschaftTipps für das erste Schwangerschaftsdrittel

Vor Reisen im ersten Schwangerschaftsdrittel sind viele angehende Mütter besonders besorgt: Was, wenn der Urlaubsstress eine Fehlgeburt auslöst? Ist ein Urlaub mit all seinen Risiken und Belastungen überhaupt noch anzuraten, wo man sich doch "schonen soll"? Wir klären euch auf - und beruhigen eure Sorgen.

von KidsAway-Redaktion

Mit dem Schwangerschaftstest beginnt eine neue Reise-Ära © B. Wylezich - Fotolia.com

Mit dem Schwangerschaftstest beginnt eine neue Reise-Ära

© B. Wylezich - Fotolia.com

Wenn der Schwangerschaftstest den ersehnten blauen Streifen anzeigt, ist das Glück groß – aber gleichzeitig stürzt oft eine ganze Reihe von Fragen auf die Eltern in spe ein.

Die größten Sorgen machen sich Frauen oft, wenn schon eine Urlaubsreise gebucht oder geplant ist: Kann man als Schwangere wie gehabt auf Reisen gehen, muss man sich jetzt besonders schonen, gibt es gar „No-Go“-Urlaubsziele, die nun zu gefährlich sind?

Wir beantworten in diesem Beitrag eure wichtigsten Fragen zum Verreisen im ersten Schwangerschaftsdrittel, also bis etwa zur 13. Schwangerschaftswoche  – Tipps für das zweite und letzte Schwangerschaftsdrittel sammeln wir in zwei weiteren Beiträgen.


Reisen im ersten Schwangerschaftsdrittel: Was geht noch, was geht nicht (mehr)?

Bis zur 13. Schwangerschaftswoche bleibt ihr von Bewegungseinschränkungen, Kurzatmigkeit oder Kreislaufbeschwerden verschont. Der Bauch ist noch flach, Wanderhosen und Badeanzug passen noch und ihr seid körperlich fast genauso belastbar wie vorher.

Also genießt diese Zeit und werft eure Reisepläne nicht nur deshalb über den Haufen, weil ihr jetzt „in anderen Umständen“ seid.

Je weiter eure Schwangerschaft fortschreitet und je größer euer Bauchbaby wird, desto mehr muss euer Körper leisten und desto weniger zusätzlichen Belastungen solltet ihr ihn aussetzen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn ihr für die Anfangszeit eurer Schwangerschaft eine anspruchsvolle Reise plant oder schon gebucht habt, dann ist das genau der richtige Zeitraum dafür – vorausgesetzt, ihr traut euch die Anstrengung generell zu.

Ausnahmen sind Extremsport-Aktivitäten, Tauchausflüge oder Fallschirmsprünge: Holt euch vor solchen Unternehmungen vorsichtshalber das Okay eures Frauenarztes ein.

 

TippPositiver Schwangerschaftstest im Urlaub?

Manchmal hat man so ein Gefühl, und dann kauft man auch im italienischen Supermarkt oder in der Apotheke auf Bali einen Schwangerschaftstest. Zeigt er ein positives Ergebnis an, dann freut euch – und genießt euren Urlaub weiter ganz normal. Ihr seid „nur“ schwanger, nicht krank. Ein Reiseabbruch ist in der Regel nicht notwendig, aber eine Reiseabbruchversicherung würde die Kosten dafür übernehmen.

Auch wenn ihr absehbar noch längere Zeit auf Reisen oder im Ausland sein werdet, müsst ihr keine übereilten Entscheidungen treffen. Eine Schwangerschaft bestätigt euch auch jeder nicht-deutsche Arzt, und die ersten Untersuchungen könnt ihr bei Gynäkologen auf der ganzen Welt vornehmen lassen. Eure Auslandsreise-Krankenversicherung wird die Kosten für diese Untersuchungen ziemlich sicher übernehmen, da sie auch in Deutschland übernommen werden.

Wichtig: Lasst euch die Untersuchungsergebnisse schriftlich mitgeben. Nur in Deutschland ist es üblich, die wichtigsten Daten der Schwangerschaft in einem Mutterpass einzutragen, in der Regel bleiben diese Angaben beim Arzt.

 

Ein echtes Problem für 75 Prozent der Schwangeren ist die Übelkeit. Wer daran leidet, der hat am Reisen keine Freude. Schon der Anblick exotischer Speisen oder bestimmte Gerüche können Anfälle von Übelkeit auslösen, die ihr nicht im Hotel (oder gar auf dem Campingplatz) durchleiden wollt.

Hier hilft nur Pragmatismus: Kommt ihr mit gelegentlichen Übelkeitsattacken zu Hause gut zurecht, dann lasst euch davon nicht von einem geplanten Urlaub abhalten. Nehmt die Wundermittel mit, die euch auch zu Hause gut helfen, und hofft das Beste.

Ist die Übelkeit so stark, dass ihr sehr darunter leidet (Mediziner sprechen hier von Hyper-Emesis), dann quält euch nicht monatelang, sondern besteht bei eurem Frauenarzt auf medizinischer Hilfe und lasst euch notfalls zur Behandlung in ein Krankenhaus einweisen! Eine Urlaubsreise tretet ihr dann besser etwa später an, wenn eure „Qualen“ ein Ende haben.

Auch wenn euch nicht permanent übel ist – viele Schwangere finden in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft nicht eben viel Freude am Leben. Die hormonelle Umstellung sorgt zusammen mit der Unsicherheit über die Zukunft manchmal für absonderliche Stimmungsschwankungen, die auch die Partnerschaft sehr belasten können. Ständige Müdigkeit, Schwindelgefühl oder Wassereinlagerungen machen ebenfalls keine große Lust auf Urlaub. Und mit plötzlichen Akne-Ausbrüchen, Haarausfall und Wassereinlagerungen in den Fußgelenken fühlt man sich zwar urlaubsreif, aber auf keinen Fall bereit für den Badestrand.

 

Zu Hause bleiben aus Angst vor einer Fehlgeburt?

Leider sind viele Schwangerschaften bereits wieder beendet, bevor oder kurz nachdem der Schwangerschaftstest positiv war. Die zehnte oder zwölfte Schwangerschaftswoche wird deshalb als „magische“ Grenze angesehen – ist sie geschafft, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Abgang des Fötus stark ab. Aus Angst vor einem frühzeitigen Abgang stornieren viele Schwangere vorsorglich ihren Urlaub, und viele Ärzte raten ihnen auch dazu.

Wir empfehlen euch solche Vorsichtsmaßnahmen bewusst nicht – verläuft eure Schwangerschaft bisher normal und gibt es keinen Anlass für besondere Vorsicht (wie etwa eine vorangegangene künstliche Befruchtung, eine Fruchtwasseruntersuchung oder eine bekannte Neigung zu Blutungen und Fehlgeburten), dann lasst euch von solchen Sorgen nicht verunsichern.

Auch wenn ihr zu Hause bleibt, kann es zu einem verfrühten Abgang kommen – dagegen lässt sich leider oft einfach nichts tun. Eine Urlaubsreise, egal ob mit dem Auto, per Fahrrad oder im Flugzeug, erhöht nicht das Risiko einer Fehlgeburt in den ersten Schwangerschaftswochen!

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