Unterwegs mit BabyCamping mit Baby – warum nicht?

Camping mit Baby ist gar nicht kompliziert - sagt KidsAway-Redakteurin Jenny Menzel, und die muss es wissen. Immerhin campt sie inzwischen mit dem dritten Baby, und das bei jedem Wetter. Für euch beantwortet sie die häufigsten Fragen.

von KidsAway-Redaktion

Camping mit Baby - das ist wunderschön!

Camping mit Baby - das ist wunderschön!

© Maygutyak - Fotolia.com

Im Zelt mit Baby, da machen viele Eltern (und Nicht-Eltern!) große Augen und wackeln warnend mit dem Zeigefinger. Zu kalt, zu warm, zu wenig Komfort, zu viele Gefahren … Unsere Erfahrung mit inzwischen drei Kindern: Fürs Camping ist eigentlich jedes (gesunde) Baby geeignet.

… okay, fast jedes. Zwei Punkte sollten schon gegeben sein: Euer Baby schreit idealerweise nachts nur selten und lässt sich – falls doch – schnell wieder von euch beruhigen. Zeltwände sind dünn und die Natur ist geräuschvoller, als Städter denken. Eine (moderate) Geräuschkulisse muss euer Schlafbaby also ebenfalls verkraften können, sowohl beim Einschlafen als auch am Morgen: Ein Zelt lässt sich nicht so gut abdunkeln wie ein Kinderzimmer, und im Sommer sind die Nächte kurz.

Alles andere liegt an euch! Damit ihr euren ersten Campingurlaub mit Baby ohne Sorgen antreten könnt, beantworten wir in diesem Beitrag alle Fragen, die ihr habt.

 

Camping mit einem Baby, ist das nicht furchtbar anstrengend?

Die Antwort auf diese Frage können wir euch nicht abnehmen; jeder entscheidet für sich selbst, was er als anstrengend empfindet. Ohne die Möglichkeit, das Baby mal eben in sein Bettchen oder das Krabbelgitter zu legen, ohne Wände und verschließbare Türen, die es am Davonkrabbeln hindern, und in einer Umgebung voller Käfer, Erdstückchen und Kieselsteine, die es begutachten und kosten will, sind die Anforderungen an Eltern durchaus schwieriger.

Campingplätze sind nicht auf den Alltag mit Babys ausgerichtet: Duschen, Abwaschen, Kochen und viele andere Tätigkeiten werden mit einem Baby auf dem Arm schwierig bis unmöglich.

Praktische Hilfsmittel sind faltbare Liegebuggys, in denen ihr euren Schatz für eine Weile ablegen könnt, wenn ihr beim Zähneputzen oder Wäschewaschen beide Hände braucht. In der Babyschale sollten die Kleinen zwar möglichst wenig Zeit verbringen, aber als Liege-Sitz für zwischendurch ist sie beim Camping hilfreich. Auch Babytragen oder Tragetücher eignen sich für die meisten Bedürfnisse (abgesehen von der persönlichen Hygiene) super.

 

TippEin Kinderwagen macht beim Camping nur Sinn, wenn euer Baby in der Wanne schlafen soll oder wenn der Boden des Platzes eben genug ist.

 

Unschätzbar schließlich sind weitere helfende Hände – die Weisheit, dass es ein Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen, trifft im Campingurlaub auf jeden Fall zu. Wechselt euch mit dem Tragen und Bespaßen des Babys ab, spannt ältere Geschwister oder die Kinder vom Nachbarzelt für die Beaufsichtigung ein oder bittet andere Camper um ein wachsames Auge auf euer Kleines, wenn ihr fix mal zur Toilette müsst.

 

TippIdeal für Baby-Eltern sind Campingurlaube mit befreundeten Familien – dann findet sich immer jemand, der Zeit und Lust hat, auf das Baby aufzupassen.

 

Wo und wann können wir mit unserem Baby campen?

Camping-Idylle mit Baby

Camping-Idylle mit Baby

© Weltwunderer

Ihr dürft natürlich mit eurem Baby überall dort Zelturlaub machen, wo es euch selbst gut gefällt. Um dem kleinen Schatz einen Gefallen zu tun, solltet ihr euer Reiseziel allerdings nicht zu weit entfernt wählen. Wird das Baby krank, gibt es einen Wetterumschwung oder stellt ihr fest, dass das Campen nichts für eure kleine Familie ist, könnt ihr eure Zelte fix abbrechen.

Für Babys sind sowohl lange Autofahrten als auch lange Flugreisen sehr anstrengend; das festgeschnallte Sitzen in der Babyschale ist nicht gut für ihren Rücken und sollte daher nicht länger als zwei Stunden am Stück nötig sein. Soll es wirklich eine Strecke von mehr als 500 km sein, dann teilt die Fahrt in mehrere Tagesetappen auf und macht die Anreise gleich mit zum Teil eures Urlaubs – oder fahrt mit dem Zug, wo ihr wesentlich mehr Bewegungsfreiheit genießt.

Je weiter weg ihr fahrt, desto stärker kann sich das Klima verändern. Sehr hohe Temperaturen, wie sie im Sommer in Südeuropa herrschen, belasten Babys Organismus stark – und im Zelt steht euch weder eine Klimaanlage noch ein Ventilator zur Verfügung. Schon bei Temperaturen um die 25° C kann es bei sonnigem Wetter in einem Zelt enorm heiß werden.

Schließlich spricht ein ganz praktischer Grund dafür, euren Campingurlaub mit Baby nahe der Heimat zu verbringen: Gewohnte Produkte wie Windeln, Babybrei oder Milchpulver findet ihr hier zuverlässig im Supermarkt und müsst keinen Vorrat mitnehmen – so spart ihr Platz im Kofferraum.

 

TippDie beste Jahreszeit für einen Campingurlaub mit Baby ist nicht unbedingt der Sommer. Warme Frühlingstage und mildes Herbstwetter bieten nicht nur angenehme Temperaturen, sondern auch eine weniger intensive UV-Strahlung und mehr Platz auf den Campingplätzen und drumherum.

 

Wo finden wir einen babyfreundlichen Campingplatz?

Der Online-Campingführer des ADAC verzeichnet besonders familienfreundliche Plätze extra.

Auf Eurocamp könnt ihr Plätze mit fertig aufgestellten Bungalowzelten, Luxuscaravans und Chalets auf der ganzen Welt buchen, die meisten bieten außerdem Kinderprogramme für jedes Alter an.

Happy Family Camping bietet in 20 familienfreundlichen Camping-Ferienanlagen Spielangebote, Babysitterservice und kleinkindgerechte Sanitärbereiche.

Ansonsten gilt: vor der Buchung einfach direkt beim Campingplatz anfragen, ob man auf Gäste mit Babys eingestellt ist.

 

Darf man mit Babys am Meer campen?

Gegenfrage: Warum denn nicht? Um mit eurem Baby den Sommerurlaub am Strand zu verbringen, bietet sich Camping als günstige und naturnahe Urlaubsart an.

Ein paar Vorsichtsmaßnahmen empfehlen wir trotzdem: Prüft täglich das UV-Strahlungsniveau an eurem Urlaubsort im Wetterbericht und schützt euer Baby entsprechend vor der Sonne. Auch wenn es bewölkt ist, sollten Babys immer einen Sonnenhut und langärmelige Kleidung tragen und nur im Schatten spielen und schlafen. Pfeift hingegen der kalte Nordseewind, packt ihr euer Baby in eine warme Wolldecke, einen Fleece-Overall oder am besten direkt unter eure winddichte Jacke in eine Trage. Nur sehr kleine oder kranke Babys sollten dem Seewind nicht ausgesetzt werden, für alle anderen ist das „Reizklima“ am Meer sehr gesund.

Für den Zeltplatz und auch für den Strand könnt ihr ein Pop-up-Zelt oder eine Strandmuschel mit UV-Schutz verwenden. So hat euer Baby immer zuverlässig Schatten zum Spielen und Schlafen, während ihr (in Maßen!) die Sonne genießt.

Mehr Tipps zum Thema „Strand mit Baby“ haben wir in diesem Beitrag für euch.

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