Gemeinnützige FamilienstättenDiese Zuschüsse gibt es für euren Familienurlaub

Urlaub mit der ganzen Familie ist etwas sehr Schönes, kostet aber leider auch viel Geld. In vielen Bundesländern könnt ihr Zuschüsse beantragen, wenn ihr euch Urlaub aus finanziellen Gründen nicht leisten könnt.

von KidsAway-Redaktion

Ein gemeinsamer Urlaub tut Familien gut © drubig-photo - Fotolia.com

Ein gemeinsamer Urlaub tut Familien gut

© drubig-photo - Fotolia.com

In zehn der 16 deutschen Bundesländer könnt ihr als Familie Individualzuschüsse zum Urlaub beantragen. Diese gelten für alle gemeinnützigen Familienferienstätten der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung (BAG). Auch mit schmalem Einkommen könnt ihr auf diese Weise unbeschwerte Urlaubstage mit euren Kindern genießen.

Da die Regelungen (natürlich…) in jedem Bundesland anders aussehen und überall andere Träger für die Förderung zuständig sind, stellen wir euch die Vorgaben der einzelnen Bundesländer und die wichtigsten Informationen vor.

 

Baden-Württemberg

Leider werden hier, in einem der wohlhabendsten Bundesländer, seit 2005 keine Landeszuschüsse mehr für den Familienurlaub zur Verfügung gestellt. Möglichkeiten der Förderung gibt es aber trotzdem! Ist in eurer Familie mindestens ein Elternteil katholisch, könnt ihr einen Aufenthalt in einem Feriendorf des FEW der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. beantragen.

  • maximale Förderungsdauer: mind. 7, max. 14 Tage
  • Mindestanzahl Kinder: ab drei Kindern jährliche Förderung, ansonsten jedes zweite Jahr
  • Einkommensgrenze: monatliches Bruttoeinkommen ohne gesetzliches Kindergeld, Landeserziehungsgeld, Urlaubs- und Weihnachtsgeld abzüglich einer Pauschale in Höhe von 20 Prozent, bei Beamten von 15 Prozent – ergibt folgende Grenzen: Zwei-Eltern-Familien mit einem Kind 1.732,50 €, Ein-Eltern-Familien mit einem Kind 1.522,50 €, für jedes weitere Kind erhöht sich dieser Betrag um 577,50 €.
  • Höhe des Zuschusses: pro Kind und Verpflegungstag (An- und Abreise = 1 Tag) 15 € bzw. 20 € für behinderte Kinder (ab einem Grad der Behinderung von 50 Prozent)

 

Bayern

Einkommensschwache Familien mit Hauptwohnsitz in Bayern erhalten Förderungen für Aufenthalte in Bayern oder in vom Freistaat Bayern geförderten Einrichtungen. Während der Schulferienzeit könnt ihr auch im restlichen Bundesgebiet Urlaub machen.

  • Maximale Förderungsdauer: mind. sechs, max. 14 Tage (An- und Abreisetag gelten zusammen als ein Tag)
  • Mindestanzahl Kinder: ab einem Kind jährliche Förderung
  • Einkommensgrenze: jährliches Nettoeinkommen (Summe der pos. Einkünfte des vorvergangenen Jahres abzügl. 27 Prozent bzw. 22 Prozent für Steuer und Sozialabgaben bei versicherungsfreien oder nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegenden Arbeitnehmern) zuzüglich etwaiger Transferleistungen (Arbeitslosengeld, Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Bundeselterngeld – nicht: Kindergeld, Kindergeldzuschlag, Bundeserziehungsgeld und Bayerisches Landeserziehungsgeld) bei Alleinerziehenden mit einem Kind 15.600 €, zusammen lebenden Eltern mit einem Kind 17.400 €, für jedes weitere Kind erhöht sich dieser Betrag um 4.800 €.
  • Höhe des Zuschusses: pro Kind und Erwachsenem pro Verpflegungstag 13 € (17 Euro für jedes behinderte Kind)

 

Berlin

Familien mit Hauptwohnsitz in Berlin erhalten Förderungen für einen gemeinsamen Erholungsaufenthalt in Familienferienstätten oder vergleichbaren Einrichtungen in Deutschland. Die Förderung gibt es alle zwei Jahre.

  • Maximale Förderungsdauer: mindestens sieben Übernachtungen
  • Mindestanzahl Kinder: Zwei-Elternfamilien: zwei Kinder, Alleinerziehende: ein Kind
  • Einkommensgrenze: Familiennettoeinkommen aus Nettobezügen aus Arbeitsverhältnissen, Arbeitslosengeld I und II, Sozialgeld, Rente, Bafög (nicht Darlehen), Elterngeld, Kinderzuschlag, Kindergeld, Unterhalt, Ausbildungsbeihilfen, anteiliges Pflegegeld für Pflegekinder, Wohngeld, 13. Gehalt und andere Sonderzuwendungen, abzügl. Nettowarmmiete. Welche Einkommensgrenzen genau gelten, erfahrt ihr direkt beim Deutschen Familienverband Landesverband Berlin.
  • Höhe des Zuschusses: pro Person pro Tag von 0,50 € bis 10 €, bei geringem Familieneinkommen sowie für Familien mit sechs oder mehr Angehörigen individuell auch mehr als 10 €. Fahrgeldzuschuss bis zu 35 € pro Person.

 

Brandenburg

Familien mit Wohnsitz im Land Brandenburg erhalten einmal jährlich Zuschüsse für einen Aufenthalt in Familienferienstätten oder in anderen für eine Familienerholung geeigneten Einrichtungen in Deutschland, Polen oder in Tschechien.

  • Maximale Förderungsdauer: mindestens fünf, maximal 14 Tage (An- und Abreisetag = ein Tag)
  • Mindestanzahl Kinder: ab ein Kind
  • Einkommensgrenze: Einkommensgrenzen orientieren sich an der Höhe der pauschalierten Regelleistung bei Arbeitslosengeld II/Sozialgeld (maximal 150 Prozent); maßgeblich sind die jeweils am Jahresanfang gültigen Sätze.
  • Höhe des Zuschusses: pro Tag für jedes mitreisende Familienmitglied zwischen 5,20 € und 7,70 € in Abhängigkeit von der Höhe des Einkommens.

 

Bremen

Einen Zuschuss erhalten Bremer Familien (allerdings nicht Bremerhavener Familien!) mit mindestens zwei Kindern und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind, die an Familienurlauben gemeinnütziger Träger teilnehmen oder eine Erholungsmaßnahme einer anerkannten Familienferienstätte buchen. Die Förderung gibt es alle zwei Jahre.

  • Maximale Förderungsdauer: 21 Tage
  • Mindestanzahl Kinder: Zwei-Elternfamilien: mindestens zwei Kinder, Alleinerziehende mindestens ein Kind
  • Einkommensgrenze: Familieneinkommen aus Nettoeinkünften aus Arbeitsverhältnissen (einschl. Überstd.), Kindergeld, Berufsausbildungshilfe, Renten, Vermietung und Verpachtung, Wohngeld, Lastenzuschuss, Unterhalt und sonst. Einkommen, abzügl. Zahlungen aufgrund gesetzlicher Zahlungsverpflichtungen (Unterhalt) – Auskünfte über die genaue Einkommensgrenze bekommt ihr bei der Bremer Daniel-Schnakenberg-Stiftung. http://www.schnakenberg-stiftung.de/
  • Höhe des Zuschusses: 15 € pro Tag und Teilnehmer

 

Hamburg

Für Familien in Hamburg gibt es leider seit 2011 keine Zuschüsse mehr für den Familienurlaub.

 

Hessen

Auch in Hessen stehen derzeit keine Fördergelder für Familienerholungsmaßnahmen zur Verfügung. Ihr könnt aber bei der örtlichen Verwaltung nachfragen; einzelne Kreise und Gemeinden fördern einkommensschwache Familien aus eigenen Mitteln.

 

Mecklenburg-Vorpommern

Die bisherige Förderrichtlinie wird hier derzeit überarbeitet. Bei Fragen wendet ihr euch am besten direkt an das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales.

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (3)

  • Hany.soliman

    Sehr geehrte Damen und Herren, 

    wir sind Flüchtlinge. Wir kommen aus Ägypten. Wir sind in Deutschland seit 3 Jahren. Wir wohnen in Berlin. Wir möchten einen Urlaub in Deutschland machen und neue Stadt in Deutschland kennenlernen, aber wir haben nicht viel Geld. Wir sind Christen und wir sind 4 Personen, 2 Erwachsene und 2 Kinder. Könnten Sie uns helfen? Bitte antworten Sie. Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen 

    Antworten | 13. April 2016
    • Sandra

      Hallo, ich kann Ihnen empfehlen, mal bei http://www.bag-familienerholung.de vorbei zu schauen. Da findet sich bestimmt etwas für Sie, inklusive Informationen zu Zuschüssen etc. Darüber hinaus kann man auch gut in Jugendherbergen in ganz D Urlaub machen. Die Bedingungen und passende Unterkünfte finden Sie auf http://www.jugendherberge.de
      Ich wünsche viel Spaß bei der Urlaubsplanung. :)

      VLG aus Sachsen

      Antworten | 19. April 2016
    • Hallo, zusätzlich zu Sunnys sehr gutem Vorschlag haben wir noch einen weiteren Tipp: Mit einem Zelt können Sie als Familie sehr günstig Urlaub machen, sowohl auf stadtnahen Campingplätzen als auch in der wunderschönen Natur. Rund um Berlin gibt es so viel zu entdecken! Sie könnten sich auch auf dem Couchsurfing-Portal anmelden und bei freiwilligen Gastgebern in ganz Deutschland kostenlos übernachten, oder Ihre Wohnung per Haustausch mit einer anderen Familie für den Urlaub tauschen… Es gibt viele Möglichkeiten, in Deutschland günstig Urlaub zu machen!

      Viele Grüße, Jenny

      Antworten | 20. April 2016

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