Reise-KniggeHotelurlaub mit Kindern: Seid ihr auch schon in diese Fettnäpfchen-Fallen getappt?

Urlaub heißt Entspannung, auch für Eltern mit Kindern. Trotzdem gelten grundlegende Regeln für Anstand und Höflichkeit auch im Hotel. Wir sagen euch, wo die schlimmsten Fettnäpfchenfallen für Familien lauern.

von KidsAway-Redaktion

Mit Kindern im Hotel - da ist gutes Benehmen besonders wichtig © lavju83 - Fotolia.com

Mit Kindern im Hotel - da ist gutes Benehmen besonders wichtig

© lavju83 - Fotolia.com

Ein respektvoller, höflicher Umgang mit anderen Menschen und Angestellten ist die beste Visitenkarte von Globetrotter-Kindern und ihren Eltern.

Unser kleiner Hotel-Knigge soll euch helfen, euren Kindern angemessenes Verhalten im Urlaub vorzuleben. Das ist gar nicht so schwierig, aber offenbar kennt die grundlegende Etikette noch nicht jeder Hotelgast.

Geht gar nicht: „Ach, das sind halt Kinder. Die sind nun mal laut.“

Ja, Kinder sind laut – jedenfalls lauter als Erwachsene. Wenn ihr euch um ein familienfreundliches Zimmer in einem familienfreundlichen Hotel bemüht habt, müsst ihr eurem Nachwuchs auch nicht rund um die Uhr den Mund zuhalten. Kreischen, Brüllen und lautes Streiten und Schimpfen müssen aber nicht sein. Genauso wenig wie ewig dudelndes Elektronikspielzeug, Krach-Bumm-Cartoons im Fernsehen oder Musik aus dem Ghetto-Blaster. Kopfhörer sind eure Freunde, liebe Teenager!

Logisch, dass lautes Kreischen, Herumrennen und Balgen auf den Gängen, in den öffentlichen Bereichen und vor allem in der Lobby unerwünscht sind. Spielen und Lachen in erträglichen Grenzen sind aber auch im Hotel erlaubt und okay. Einzige Ausnahme ist der Wellnessbereich: Hier soll wirklich Ruhe herrschen. Kleine Kinder haben daher dort nichts zu suchen, wenn sie nicht zuverlässig mucksmäuschenstill sind.

Haltet euch vor allem an die landesüblichen Zeiten für Nacht- und Mittagsruhe. Vor 7 Uhr und nach 22 Uhr ist es in den meisten Ländern angebracht, Ruhe zu halten; die Mittagszeit variiert, liegt aber meist ungefähr zwischen 12 und 14 Uhr.

 

ErfahrungsberichtBabys dürfen weinen

Keine Angst – wenn euer Baby nachts weint oder euer Kleinkind wütend schreit, werdet ihr nicht aus dem Hotel geworfen, auch wenn sich euer Zimmernachbar das vielleicht wünscht. In vielen Rechtsstreits haben Gerichte hier bereits zugunsten von Eltern und ihren Kindern entschieden.

 

Ärgert ihr euch nicht über eure eigenen Kinder, sondern über die eurer Zimmernachbarn, dann wendet euch zuerst an die Rezeption und bittet um Vermittlung. Gar nicht gern gesehen werden Hotelgäste, die mit dem Pantoffel in der Hand vor anderen Zimmertüren wüten.

 

Geht gar nicht: Wir haben ein Baby – also dürfen wir das!”

Viele Hotelbetreiber geben sich große Mühe, ihren kleinen Gästen (und deren Eltern) entgegenzukommen und tun alles, um die Bedürfnisse von Babys und kleinen Kindern zu erfüllen. Freut euch über Hochstühle im Restaurant, Kinderbereiche im Pool oder eine Spielecke in der Lobby. Fehlt euch etwas zum Glück, dann fragt freundlich nach – oft organisiert man gern ein paar Buntstifte und Papier oder bereitet in Absprache mit euch ein Extra-Essen für kleine Mäkelfritzen.

Was aber sehr schlecht ankommt, ist eine fordernde Grundhaltung, die Rundum-Service erwartet. Nicht jedes Hotel ist auf Babys als Gäste vorbereitet. Das Beste ist, wenn ihr vor eurer Ankunft in einem Telefongespräch oder einer E-Mail abklärt, was ihr gern vor Ort leihen und benutzen würdet, und was ihr selbst mitbringen müsst.

Alle Hotelgäste möchten gern einen schönen Aufenthalt haben. Auch wenn sich gegen nächtliches Weinen nicht viel machen lässt – gegenseitige Rücksichtnahme im Rahmen des Möglichen kann auch von Eltern mit Babys und Kleinkindern erwartet werden. Parkt euren Kinderwagen also nicht mitten im Gang, wechselt Babys Windeln nicht im Restaurant und lasst eure Kleinen nicht ohne Schwimmwindel in den Pool.

 

Geht gar nicht im Hotelzimmer: „Im Urlaub müssen wir nicht aufräumen, Kinder – werft einfach alles auf den Boden!“

Auweia - wenn die Kids das Hotelzimmer rocken... © monkey business - Fotolia.com

Auweia - wenn die Kids das Hotelzimmer rocken...

© monkey business - Fotolia.com

Das Tolle am Hotelurlaub ist ja, dass jemand anders für euch aufräumt. Übertreibt es aber nicht mit der Unordnung und denkt an die Zimmermädchen: Sie wollen euer Zimmer putzen und nicht vorher eure Spielsachen aufräumen, schmutzige Wäsche weglegen und Kosmetika sortieren. Verlasst das Hotelzimmer am besten so, wie ihr eure Wohnung zurücklasst, bevor die Putzfrau kommt.

Bleibt ihr nach der Frühstückszeit ausnahmsweise auf eurem Zimmer, etwa weil euer Kind sich nicht wohl fühlt oder einen Mittagsschlaf macht, dann hängt das „Bitte nicht stören“-Schild außen an die Tür, um das Reinigungspersonal zu informieren.

Handwäsche auf eurem Zimmer ist so lange in Ordnung, wie es eine Möglichkeit zum Aufhängen derselben gibt – also einen Balkon oder einen Heizkörper im Bad. Aber weder nasse Wäsche noch nasse Handtücher gehören zum Trocknen auf die Balkonbrüstung – Hotels möchten auch von außen einen guten Eindruck machen.

Und: Die strahlend weißen Duschhandtücher sollen auch nicht mit an den Strand oder ins Schwimmbad genommen werden. Habt ihr keine eigenen Handtücher dabei, bekommt ihr in Strandhotels bestimmt extra Strandtücher an einer entsprechenden Ausgabe.

 

Erfahrungsbericht Umwelt-Anstand

Nasse Badehandtücher, die ihr auf dem Boden oder auf dem Bett liegen lasst, nimmt das Reinigungspersonal fort und lässt sie waschen. Tut der Umwelt einen Gefallen und nehmt diesen Service nicht täglich in Anspruch. Schon gar nicht für achtlos fallengelassene Handtücher, die ihr überhaupt nicht benutzt habt.

 

Geht gar nicht: „Och, das merken die gar nicht, wenn wir die Bademäntel…“

Die hübschen kleinen Ausstattungsgegenstände im Hotelzimmer sind bestimmt schöne Erinnerungen. Wenn aber jeder Gast klammheimlich die flauschigen Handtücher mit Logostickerei oder die schicke Seifenschale einpackt, wird das Hotel diesen Service früher oder später einstellen. Diebstahl ist nicht nur gemein gegenüber dem Hotel, sondern auch unfair den späteren Gästen gegenüber. Beschränkt euch auf Einweg-Artikel wie Shampoofläschchen und Seifenstücke, vielleicht auch den Notizblock mit dem Hotellogo – dagegen haben die meisten Häuser nichts. Und wenn ihr euch wirklich in den Bademantel verliebt habt, fragt an der Rezeption nach, ob ihr ihn kaufen könnt.

Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es in vielen Hotels eine Bar, einen Shop neben der Rezeption oder auch die Minibar auf eurem Zimmer. Hier dürfen sich Gäste gern bedienen – als extrem unfein gilt es jedoch, den Inhalt mit selbst gekauftem Ersatz oder gar mit Wasser wieder aufgefüllten Flaschen neu zu bestücken, um nichts bezahlen zu müssen.

 

Geht gar nicht im Restaurant: „Wir haben so viel für das Buffet bezahlt, da packen wir von dem guten Essen noch was ein!“

Auch am Buffet gibt es Regeln © stockyimages - Fotolia.com

Auch am Buffet gibt es Regeln

© stockyimages - Fotolia.com

Auch wenn es verlockend ist und kleine Kinder immer genau dann Hunger haben, wenn es kein Essen mehr gibt: Vom Buffet solltet ihr kein Essen abzweigen und heimlich mit aufs Zimmer nehmen. (Ein Apfel oder ein angegessenes Brötchen sind natürlich in Ordnung.) Habt ihr nach den Mahlzeiten immer noch ein hungriges Kind, packt euch das Personal bestimmt gern ein kleines Lunchpaket oder deckt einen Tisch am Rand des Speisesaals noch einmal neu ein.

Viele Hotels bieten Familienzimmer oder Apartments mit kleinen Kochecken an. Hier ist es okay, wenn ihr Getränke und Essen aus dem Supermarkt mit aufs Zimmer bringt und dort verzehrt. In klassischen Hotelzimmern wird solche Selbstverpflegung gar nicht gern gesehen. Mit einem Reisetauchsieder könnt ihr euch hier allenfalls eine Tasse Tee aufbrühen.

Mit kleinen Kindern ist es oft hektisch. Nehmt die vom Hotel angegebenen Essenszeiten nicht als sportliche Herausforderung und erscheint Punkt eine Minute vor Buffetschluss. Das Personal freut sich, wenn ihr euch spätestens 30 Minuten vor der Schließzeit einfindet. Habt ihr mal verschlafen, bestellt das Frühstück lieber aufs Zimmer, als durch den Frühstückssaal zu hetzen und die letzten Käsescheiben von der Auslage zu schnappen.

Während der Mahlzeiten gelten – je nach Niveau des Hotels – lockere bis strenge Verhaltensregeln für kleine und große Gäste. Erkundigt euch unbedingt vorher dezent (oder beobachtet bei den anderen Gästen), was von euren Kindern erwartet wird und bereitet sie darauf vor. Dafür könnt ihr durchaus Stifte und Papier oder kleine Spielsachen mitbringen, wenn es hilft. Ist abzusehen, dass sie nicht lange genug stillsitzen oder leise sein können, dann tut euch und den anderen Gästen einen Gefallen und kehrt woanders ein.

 

Tipp Ordentlich essen am Buffet

Nicht nur Kinder müssen manchmal noch lernen, wie man ordentlich isst. Am Buffet gilt es als unfein, zuerst von den Nachspeisen zu nehmen, Speisen aus mehreren Gängen durcheinander auf den Teller zu türmen und sich alles auf einmal aufzuladen, was das Buffet zu bieten hat. Gegessen und getrunken wird erst am Tisch, häufiges Nachholen ist ausdrücklich erlaubt. Nehmt dafür aber nicht euren benutzten Teller mit.

 

Geht gar nicht im Freizeitbereich: „Bei der Hitze kann unser Kleiner doch nackt herumlaufen…“

Spaß am Pool, aber mit Respekt und Rücksichtnahme © famveldman - Fotolia.com

Spaß am Pool, aber mit Respekt und Rücksichtnahme

© famveldman - Fotolia.com

Egal wie klein und süß, Kinder sollten in den öffentlichen Bereichen des Hotels immer in angemessener Kleidung unterwegs sein. Auch auf dem Weg zum Schwimmbad oder Pool. Und beim Planschen sollten Babys und Kleinkinder, die nicht zuverlässig trocken sind, immer eine Schwimmwindel tragen. Auf vielen Kreuzfahrtschiffen dürfen sie aus hygienischen Gründen überhaupt nicht in den Pool.

Dass man dort nicht schon vor dem Frühstück auftaucht, um die besten Liegen mit eigenen Handtüchern zu „reservieren“, ist heute eigentlich jedem bekannt. Ihr dürft aber durchaus eure Siebensachen auf der Liege zurücklassen und sie so blockieren, wenn ihr mal eben das Baby für ein Nickerchen aufs Zimmer bringt.

Seid ihr im Hotelurlaub in südlichen Ländern, erkundigt euch vorher über die dort geltenden Sitten. In vielen tropischen Paradiesen wird es gar nicht gern gesehen, wenn oben ohne oder gar nackt gebadet wird. Das gilt auch schon für kleine Kinder!

 

Und – in welche Fettnäpfchen seid ihr schon getreten?

 

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