MeinungDas Schlimmste am Reisen mit Kindern?

Ja, wir geben es zu: Reisen mit Baby und Kind ist nicht immer eitel Sonnenschein. Was wir am schlimmsten finden, was uns am meisten nervt und anstrengt - kommt euch das bekannt vor?

von KidsAway-Redaktion

Nein, es ist nicht immer ein Spaß, mit Kindern zu reisen © Wikimedia Commons/Doug Richardson

Nein, es ist nicht immer ein Spaß, mit Kindern zu reisen

© Wikimedia Commons/Doug Richardson

Reisen mit Kindern ist toll, voller spannender Erlebnisse und Herausforderungen.

Es erweitert euren Horizont, es schweißt euch als Familie zusammen.

Nicht zuletzt ist es für eure Kinder eine unheimlich wertvolle Gelegenheit, die Welt zu entdecken, zu wachsen und sich zu verantwortungsvollen Weltbürgern zu entwickeln.

Alles richtig.

Aber da gibt es noch die dunkle Seite am Reisen mit Kindern – und die haben alle Eltern schon erlebt, wetten?

Man versucht, nicht daran zu denken, was beim letzten Mal alles schiefgegangen ist, und in den Urlaubserinnerungen verblassen die vielen kleinen und großen Krisen auf magische Weise, sobald man wieder zu Hause ist. Fotos davon gibt es natürlich auch keine – und so sind wir alle jedesmal erneut überrascht, schockiert und genervt, wenn es im nächsten Urlaub wieder passiert.

Was da so alles passieren kann? Hier ist unsere Hitliste. Ihr könnt sicherlich noch so einige Favoriten hinzufügen, stimmt‘s?

 

Nummer 1: Checklisten, Packlisten, To-do-Listen

Auf KidsAway machen wir einen Sport daraus, euch auf alle Eventualitäten beim Reisen mit Kindern vorzubereiten. Wir bieten euch eine Vielzahl von maßgeschneiderten Packlisten und Checklisten für jede Art des Reisens.

Und die sind nützlich! Trotzdem ersticken wir Eltern kurz vor der Abreise in Zetteln mit fix hingekritzelten Erinnerungen, die an Türen, Schränken und PC-Monitoren kleben.

Wir streichen ab, fügen hinzu, und am Ende haben wir doch wieder den Schnuller oder die Ohrentropfen vergessen.

 

Nummer 2: Kindersicherheit

Wir alle wollen unsere Babys und Kinder sicher transportieren. Das ist umständlich und teuer, weil weder die Autoindustrie noch die Airlines ein Interesse daran zu haben scheinen, uns mit integrierten Sicherungssystemen zu unterstützen.

Wir kaufen ergeben teure Autos und Flugtickets, und dazu dann teure Autokindersitze, die für beides zugelassen und Crashtest-erprobt sind.

Und wenn wir auf Reisen gehen mit unseren Kindern, fliegt uns die ganze schöne Sicherheit um die Ohren. Da lässt die eine Airline unseren zertifizierten Autokindersitz nicht an Bord, die andere besteht darauf, ihn nur verkehrtherum einzubauen.

Das Bodenpersonal beschädigt ihn beim Transport oder verlädt ihn versehentlich nach Murmansk, so dass wir dann doch den abgeranzten Kindersitz des Autoverleihs nehmen müssen. Wobei wir bemerken, dass unser Autositz sowieso nicht auf den engen Rücksitz gepasst hätte. Oder dass es dort gar keine Gurte gibt.

Wie entspannt und faltenfrei würden Eltern wohl aussehen, wenn sie sich nicht vor jeder Reise mit Airline-Regelungen, Mietwagen-Vorschriften und Verkehrsregeln in anderen Ländern auseinandersetzen müssten?

Kein Wunder, dass die meisten deutschen Familien am liebsten mit dem eigenen Auto verreisen und keine Fernreisen machen.

 

Nummer 3: Wutanfälle übermüdeter Kleinkinder

Wer es noch nicht erlebt hat, glaubt den Erzählungen leidgeprüfter Eltern oft nicht. So ein Wutanfall eines Dreijährigen ist ein großes Spektakel!

Reisen ist für kleine Kinder sehr anstrengend, auch wenn sie selbst das erst gar nicht so sehen. Schnell schlägt die Begeisterung für alles Neue dann in Überforderung um. Und um Stress abzubauen, gibt es nichts besseres als einmal ordentlich Schreien und Heulen – danach fallen viele Kids direkt um und schlafen ein.

Profi-Eltern lächeln milde und lassen die Kleinen einfach schreien und toben, dort mitten in der Abflughalle, auf dem Platz vor dem Denkmal oder im vollbesetzten Bahnabteil. Was kann man auch sonst tun?

Oft sind aber auch die Profi-Eltern selbst müde und gestresst nach einem Pack-Marathon, einem Langstreckenflug und der endlos langen Fahrt zum Hotel. Dann würden sie sich am liebsten heulend zu ihrem Zwerg auf den Boden legen. Habt also bitte Mitleid, wenn ihr uns seht, und verschont uns mit euren kritischen Blicken!

 

Nummer 4: Hunger!

Es ist zum Wahnsinnig-Werden: Zur Essenszeit haben Kinder scheinbar nie Hunger, aber nur eine halbe Stunde später dann doch ganz doll. Dumm nur, wenn die netten Stewardessen das Kindermenü dann schon wieder abgeräumt haben, oder wenn die Familie das Restaurant verlassen hat und weitergefahren ist.

Je kleiner die Kinder sind, desto schlimmer wird die Krise, wenn der große Hunger kommt. Die Lektion, dass IMMER ein paar Snacks zur Hand sein müssen, lernen die meisten Eltern jedenfalls schnell.

 

Nummer 5: zu viele Kinder!

Dieses hilflose Gefühl kennen Familien mit zwei oder mehr Kindern; Patchwork-Familien und Single-Eltern können ein Lied davon singen. Einkind-Eltern sind oft überrascht von der Dynamik einer Kindergruppe, wenn sie gemeinsam mit befreundeten Familien verreisen.

Immer, wenn uns das nicht endende Plappern und vielstimmige „Mamaaa!“ in den Ohren klingt, wenn unsere Augen vom Verfolgen der hin und her schießenden Kids zu schielen anfangen und wir unter Bergen von mal-eben-schnell-gehaltenen Kinderrucksäcken, Kinderjacken und Kinderreisepässen wanken, wünschen wir uns ganz leise eine Nanny.

Oder wenigstens verständnisvolle Service-Mitarbeiter und Mitreisende, die uns beim Check-in zur Hand gehen, unsere Koffer in den Zug heben oder das Kind am Wegwandern hindern.

 

Nummer 6: laaaangweilig!

Sind wir schon da? Wie lange dauert es noch? Können wir was spielen? Lange Autofahrten oder Langstreckenflüge sind nicht für die Kinder anstrengend, sondern vor allem für die Eltern!

Wir lernen schnell dazu und haben bald ein Repertoire an Spielen drauf, für die man nur seine Finger und seinen Kopf braucht. Und die werden dann so lange in Beschlag genommen, bis sie bluten (nicht im wörtlichen Sinn, zum Glück).

Wer zwei Stunden am Stück „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder „Ich packe meinen Koffer“ spielen kann, wer „Onkel Paule hat ne Farm“ singen kann, ohne sich selbst dabei zuzuhören, der ist in das Nirvana der Reise-Eltern aufgestiegen.

Wir anderen Eltern ergeben uns derweil leise seufzend in unser Schicksal – oder reichen doch mit schlechtem Gewissen das Smartphone auf die Rückbank. Aahh, herrliche Ruhe…

 

Nummer 7: Mir ist schlecht…

Ganz ehrlich, da muss doch ein höherer Plan dahinterstecken: Pünktlich einen Tag vor der Abreise werden 90 Prozent aller Kinder krank. Und wenn es kein plötzliches hohes Fieber, mysteriösen Ausschlag oder fieser Schnupfen ist, dann wird dem Kind kurz nach dem Start schlecht. Wetten?

Wir bereiten uns darauf vor, so gut wir können. Auslandsreise-Krankenversicherung, Rücktrittsversicherung, Reiseapotheke, Wechselsachen – wir kennen das ganze Programm. Aber jammern dürfen wir doch trotzdem.

 

Nummer 8: Ich muss mal…

Ach, wie schön war doch die Windelzeit! Danach kommen lange Jahre, in denen Eltern auf Reisen ängstlich nach diesem Satz lauschen.

„Ich muss mal!“ kommt zuerst superdringend, so dass kaum eine Chance auf trockene Hosen bleibt; es ist die Zeit des verstohlenen Abhaltens in Parks und an Straßenrändern, und die Zeit der vielen Wechselgarnituren.

Aber auch mit Schulkindern kann „Ich muss mal!“ einen Reiseplan ziemlich durcheinanderbringen. Ja, kann man denn nicht vorsorglich zur Toilette gehen, wenn gerade eine da ist? Kann man offenbar nicht.

(Wenn wir jetzt gerade so an die Windelzeit zurückdenken: So witzig war das auch nicht, ständig nach einem Wickeltisch zu suchen, wenn es gerade gar nicht passte, aber die Windel überquoll…)

 

Nummer 9: kritische Blicke und blöde Kommentare

Wir haben es ja so gewollt, oder? Wer es wagt, mit seinen Kindern in ein Flugzeug zu steigen, andere Bahnpassagiere zu belästigen oder gar in ein Museum einzufallen, der hat kritische Bemerkungen und hilfreiches Augenrollen verdient.

Wir haben uns daran gewöhnt und tun so, als hätten wir es gar nicht gesehen. Schließlich wollen wir unseren Kindern das Gefühl ersparen, unerwünscht zu sein oder etwas falsch zu machen, nur weil sie sind, wie sie sind.

Aber wenn wir richtig schlecht drauf sind, dann gibt es einen gesalzenen Kommentar zurück! Na ja, vielleicht beim nächsten Mal.

 

Was nervt euch am meisten beim Reisen mit Kindern? Lasst es raus!

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