Unterwegs als FamilieFünf Gründe, warum Reisen mit Kindern sogar besser ist

Für viele Familien in Deutschland sind die Sommerferien nun zu Ende – eine wunderbare Zeit gemeinsamer Erlebnisse und Erholung vom Alltagsstress ist wieder einmal allzu schnell vorbei. Grund genug, einmal aufzulisten, warum wir so gern mit unseren Kindern verreisen!

von KidsAway-Redaktion

Sind Kinder dabei, wird das Reisen erst richtig gut! © Brian Jackson - Fotolia.com

Sind Kinder dabei, wird das Reisen erst richtig gut!

© Brian Jackson - Fotolia.com

Oft heißt es ja, Reisen mit Kindern sei teuer, anstrengend, vorbereitungsintensiv… Alles richtig.

Aber es ist nur die eine Seite der Medaille. Die Mamas der KidsAway-Redaktion können euch aus eigener Erfahrung versichern: Der Spaß beim Reisen hört mit den Kindern nicht auf. Er fängt im Gegenteil erst so richtig an!

Ob ihr es glaubt oder nicht (und viele Kinderlose glauben es leider nicht…): Reisen mit Kindern hat sogar direkte Vorteile. Wir haben die wichtigsten mal aufgelistet – sicher fallen euch noch mehr ein.

 

1. Kinder zwingen uns, langsamer zu reisen

Der wichtigste Reisetipp, den viele Insider als erstes weitergeben, ist für Eltern keine Neuigkeit: Wer langsamer reist, reist besser.

Wenn wir mit Kindern unterwegs sind, geht es meist gar nicht anders. Wir müssen langsamer laufen, können weniger Kilometer am Stück fahren und müssen Stadtbummel und Museumsbesuche viel kürzer halten. Das Ergebnis: intensivere und tiefere Eindrücke, mehr Erlebnisse vor Ort, weniger Hetze und mehr Erholung.

Kinder zwingen uns nicht nur im Urlaub ihre eigenen Grenzen auf – nehmen wir diese Einschränkung als Vorteil an, haben wir sofort eine viel entspanntere Zeit und können Land und Leute mit mehr Ruhe erleben.

 

Auf unseren Wohnmobil-Reisen haben wir den Unterschied konkret erlebt: Die vielen zusätzlichen Stopps, die Kinder auf solchen Fahrten brauchen und einfordern (Hunger! Toilette! Spielplatz!), sind herrliche Gelegenheiten, auch kleinere Ortschaften oder unentdeckte Landschaften am Wegrand zu entdecken, an denen das Gros der Touristen einfach vorbeifährt.

 

Vorteile am langsameren Reisen:

  • Der Transport ist meist der größte Posten im Budget. Wer vor Ort bleibt, gibt weniger Geld für Benzin oder Bustickets aus.
  • Je weniger man unbedingt noch sehen oder machen „muss“, desto weniger Druck hat man im Urlaub und desto mehr kann man das genießen, was man gerade jetzt tut.
  • Man lernt eine Urlaubsregion oder eine Stadt viel besser und intensiver kennen, als wenn man nur schnell hindurchreist und die nächste ansteuert. Ergebnis: tiefere Eindrücke jenseits des Massentourismus, eigene Geheimtipps entdecken, die Menschen vor Ort kennenlernen… Gerade ältere Kinder können bei solchen Gelegenheiten viel über ein Land lernen!
  • Weniger ein- und auspacken, pünktlich am Flughafen oder Bahnhof sein müssen, neue Wege finden und mit neuen Umgebungen zurechtkommen müssen – das ist auch für die Eltern besser und sichert euch die dringend benötigte Erholung, die ihr für den Alltag nach dem Urlaub definitiv braucht.

 

2. Kinder zwingen uns ihre Perspektive auf

Wer kleine Kinder hat, kennt das: Für sie ist unterschiedslos alles entdeckens- und bewundernswert, sei es der herrliche Sandstrand vor dem Bungalow oder eben die Kieselsteine in der Auffahrt dahinter. Sie können mit beachtlicher Geduld und Beharrlichkeit die Welt um sich herum entdecken und ausprobieren, wie sie darin zurechtkommen – helft ihnen dabei und nehmt die Gelegenheit wahr, auch selbst wieder genauer hinzuschauen.

Der Blick ins Detail bietet auch für Erwachsene oft Überraschungen. Wann habt ihr zuletzt darauf geachtet, wie wunderbar sich der Sand in eurer Hand anfühlt, was für schöne Formen die Wolken bilden oder wie faszinierend so ein Ameisengewimmel ist, wenn man es längere Zeit beobachtet?

Größere Kinder sind nicht minder herausfordernde Reisebegleiter: Sie haben tausend Fragen zu allem, was sie sehen und hören, besonders auf Reisen in unbekannten Regionen. Das geht los bei „Warum fliegt das Flugzeug?“ und hört bei „Warum haben die Kinder hier nicht so viel zu essen?“ noch lange nicht auf.

Diese Fragen sind nicht nervig, sondern hervorragende Anregungen für Eltern, um nachzudenken, nachzufragen und oft auch selbst Neues zu lernen. Einfach dadurch, dass wir Antworten auf die endlosen und oft gnadenlosen Kinderfragen suchen, nehmen wir uns und unsere Umwelt genauer wahr.

Mit Geduld und Neugier können wir unseren Kindern sogar dabei helfen, sich selbst und ihren Platz in der Welt zu entdecken. Eine herausfordernde Aufgabe!

 

3. Kinder eröffnen uns Kontakte

Jeder, der schon mit (kleinen) Kindern auf Reisen war, kann es bestätigen: Kinder sind unglaublich talentierte Eisbrecher. Sie bieten selbst den kauzigsten Menschen Anlass für Gespräche oder wenigstens ein freundliches Lächeln und schließen sofort Freundschaft mit fremden Kindern.

Versucht mal, einen Spielplatz oder ein Café im Ausland zu besuchen, ohne wenigstens ein paar Worte oder freundliche Blicke mit den Einheimischen zu wechseln.

Und auch wenn ihr selbst total menschenscheu seid oder euch keinen Deut um andere schert – wenn eure Kids mit anderen Kindern spielen, dann müsst ihr euch einfach ein wenig mit den anderen Eltern austauschen. Wir sind selbst oft überrascht, was sich dabei für nette Begegnungen ergeben – und wir gehören selbst eindeutig zur Eigenbrötler-Fraktion!

Es gibt sogar Länder, vor allem in Asien, da müsst ihr euch mit Kindern regelrecht vorsehen: Hier kommen die Menschen herbeigelaufen und zücken Kameras, um europäische Babys und Kinder bewundern zu können. Es ist dort nicht ungewöhnlich, wenn bärbeißige Polizisten plötzlich Babywangen knuddeln oder wenn die gesamte Belegschaft eines Geschäfts sich um ein Kleinkind schart und es bespaßt.

Die freundlichen Bemerkungen, die spontanen Geschenke, das verliebte Juchzen und Köpfchen-Streicheln, und das anerkennende Schulterklopfen, weil man Kinder hat – das sind Erfahrungen, die ihr daheim in Deutschland garantiert noch nicht gemacht habt.

 

 

4. Mit Kindern sind Ferienwohnungen nicht mehr spießig

Ohne Kinder fanden wir Ferienhäuser immer spießig und sowieso viel zu teuer. Aber Hand aufs Herz: So schick und komfortabel Hotels sein mögen und so günstig Hostels sind: Mit Kindern ist beides nicht die optimale Art des Wohnens auf Reisen.

Die meisten Hotelzimmer sind nicht wirklich kindergeeignet, und dass die Zielgruppe von Hostels in der Regel keine Familien sind, bemerkt man ebenfalls oft.

Ferienhäuser (oder auch Privatwohnungen) hingegen haben einen Kühlschrank, eine Waschmaschine und eine Kochgelegenheit, viel Platz zum Bewegen und separate Schlafzimmer, man kann essen und schlafen, wann und wie man mag und es gibt keine Zimmernachbarn, auf die man dabei Rücksicht nehmen müsste. Ist das spießig? Quatsch, clever!

 

5. Mit Kindern müssen wir Roadtrips machen

Ja, Flugreisen oder Backpacking mit kleinen Kindern sind möglich – haben wir selbst schon ausprobiert. Einfach oder gar bequem ist das jedoch nicht. Früher oder später finden sich daher die meisten Familien im Auto oder im Wohnmobil wieder – die eigenen vier Räder sind für Eltern mit kleinen Kindern einfach die beste Möglichkeit des Reisens.

In eurem eigenen Fahrzeug habt ihr nicht nur genug Platz für das ganze Gepäck, ihr müsst es auch nicht ständig ein- und auspacken. Außerdem gewinnt ihr wertvolle Flexibilität, um anzuhalten oder weiterzufahren, wann und wie lange es euch gefällt. Ihr könnt eure geplante Route einhalten, abkürzen oder mit Abstechern verlängern, dem schönen Wetter hinterherfahren oder einer Idee eures Minis folgen, doch noch einen Tag länger bleiben oder lieber wieder heimfahren zum vermissten Buddelkastenfreund.

Ganz zu schweigen davon, dass es euch kein bisschen peinlich sein muss, wenn ihr alle laut die Kinderlieder-CD mitsingt, wenn euer Zweijähriger stundenlang „Pupskacke“ ruft oder einen Wutanfall in seinem Autositz bekommt.

Ach ja: Darin schläft es sich unterwegs auch viel bequemer als im Flugzeug oder im Reisebus. Und wie toll es sich im Wohnmobil schläft, haben wir schon oft beschrieben – probiert es einfach mal aus!

Anstatt im Billigflieger der Sonne hinterherzujetten und dabei den Treibhauseffekt zu fördern, zwingen uns Kinder zu einer wunderbar entspannten, flexiblen und auch noch (relativ) umweltfreundlichen Reiseart. Danke, liebe Kinder!

 

Welche Gründe fallen euch ein, warum Reisen mit Kindern einfach besser sind? Wir freuen uns über eure Ideen!

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