Urlaubsplanung für FamilienWohin soll denn die Reise gehen? Sechs Schritte zur demokratischen Entscheidung

„Wandern ist doof!“, motzen die Halbwüchsigen bei der Bergtour; „Ich wollte mich auch mal entspannen“, seufzt die Mutter, während sie zum zigsten Mal das Zelt aufräumt. Ein Urlaubsziel zu finden, das die Wünsche jedes Familienmitglieds unter einen Hut bringt, ist schwer – aber nicht unmöglich.

von KidsAway-Redaktion

Dafür - dagegen - Urlaubsziel demokratisch gewählt

Dafür - dagegen - Urlaubsziel demokratisch gewählt

© Robert Kneschke - Fotolia.com

Dass Kinder gleichwertige Familienmitglieder sind, setzt sich in der Erziehung mehr und mehr durch. Natürlich sollen sie auch bei der Entscheidung über den Familienurlaub mitreden – aber allein bestimmen dürfen sie nicht. Genauso schlecht ist es allerdings, wenn sich Eltern über die Wünsche der Kinder einfach hinwegsetzen.

Dauermaulende Kinder, die jede Kooperation verweigern, können den schönsten Urlaub ruinieren.

Bei der Urlaubsplanung kann jedes Familienmitglied altersangemessen in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Eine demokratische Abstimmung in der Familie stärkt das Selbstbewusstsein eurer Kinder und bringt ihnen Verantwortung bei. Wir zeigen euch, wie ihr in fünf einfachen Schritten eine faire Abstimmung durchführt, bei der jeder zu Wort kommt.

Die demokratische Wahl des Reiseziels

 

1. Rahmen festlegen

Zuerst sind die Eltern gefragt: Sie müssen festlegen, welches Budget und welcher Zeitraum für die Reise zur Verfügung stehen. In diesen Rahmen müssen sich alle Vorschläge und Ideen  einfügen.

 

2. Review

Nun wird in die Vergangenheit geblickt: Wohin ging die letzte Reise? Hat es dort allen so gut gefallen, dass eine Wiederholung sowieso gebongt ist? Dann seid ihr schon fertig mit der Wahl. Herzlichen Glückwunsch!
Häufiger wird es jedoch so sein, dass der eine oder andere am Reiseziel oder der Reiseart des letzten Jahres etwas zu bemängeln hatte oder nicht auf seine Kosten kam; vielleicht war den Kindern der Strandurlaub im Resort zu langweilig, vielleicht fand Mama es zu anstrengend, in der Ferienwohnung in Dänemark allen hinterherzuwischen. Sprecht darüber, wer zurückstecken musste, und gebt dieser Person (oder mehreren) bei der Entscheidung eine „Bonus-Stimme“.

 

3. Wünsche sammeln

Wanderurlaub - aber nur, wenn alle dafür sind!

Wanderurlaub - aber nur, wenn alle dafür sind!

© Gorilla - Fotolia.com

Jeder in der Familie darf nun bis zu drei Wunsch-Reiseziele in den Abstimmungstopf werfen. Hier können bereits Vorschulkinder mitmachen, wenn ihr ihnen beim Aufschreiben helft. Ist ein Familienmitglied zu klein, dürfen die Eltern stellvertretend für seine Bedürfnisse eintreten: Babys und Kleinkinder wünschen sich gemeinsame Zeit mit den Eltern, Bewegungsfreiheit und eine kleinkindgerechte Umgebung.

Auf dem Stimmzettel dürfen natürlich auch Wunsch-Aktivitäten statt Reisezielen stehen, wenn die wichtiger sind; Kinder wünschen sich Strandurlaub, aber ob der in Thailand oder Ägypten stattfindet, ist ihnen egal. Und ob Papa in Norwegen oder in Schweden angelt, dürfte auch wenig ausmachen.

Auf jeden Fall sollte bei diesem Schritt jedes mitreisende Familienmitglied die Gelegenheit haben, seine Wünsche einzubringen.

 

4. Ziehung der Kandidaten

Aus dem Abstimmungstopf werden nun so viele Favoriten ausgewählt, wie eure Familie Mitglieder hat – minus eins.

 

5. Wahlkampf

Für jeden der Favoriten stellt ihr jetzt eine kleine Tourenplanung, ein sogenanntes „Itinerary“, auf, etwa so:

Camping an der Ostsee: Itinerary 1

  • Schwimmen lernen (kleiner Sohn)
  • Lagerfeuer machen am Strand (alle)
  • Surfkurs (großer Sohn und Papa): Kosten
  • Ausflug ins Ozeaneum nach Stralsund (alle): Kosten (Eintritt)
  • Tagesausflug nach Hiddensee (Mama): Kosten (Fähre)
  • Recherche: Inselzirkus XY ist am xx.xx. da (Kinder) Kosten (Eintritt)

 

Strandurlaub in der Türkei: Itinerary 2

  • Schwimmen lernen (kleiner Sohn)
  • Kinderanimation im Hotel (Kinder)
  • Ausflug nach XX (Eltern)
  • Wellnessprogramm im Hotel (Mama)
  • Hotelrestaurant und Babyphone im Zimmer (Eltern)
  • Tauchkurs (Papa): Kosten

Das ist die Gelegenheit, die anderen Familienmitglieder von eurem persönlichen Favoriten zu überzeugen!  Deshalb sollten die Eltern ihre Tourenvorschläge mit Kinder-attraktiven Unternehmungen füllen.

Auch die Partnerschaft profitiert von Kompromissen bei der Urlaubsplanung: Steht Mama auf Museen und Kultur, während Papa lieber angelt, solltet ihr darauf achten, dass die Wünsche des anderen zumindest teilweise erfüllt werden. Plant genügend Freiräume ein, in denen ein Elternteil mal etwas allein oder mit nur einem der Kinder unternehmen darf (auf das der andere vielleicht keine Lust hat).

Denkt auch daran, genügend Paarzeit unterzubringen! Um eure Beziehung lebendig zu halten, kann schließlich ein Hotel mit Babysitter-Service oder eine Reise mit einer befreundeten Familie Gold wert sein.

Der ideale Familienurlaub erfüllt jedem einen Wunsch

Der ideale Familienurlaub erfüllt jedem einen Wunsch

© Monkey Business - Fotolia.com

Auch bei noch unbekannten Reisezielen müsst ihr nicht stundenlang recherchieren. Ein Klick zu Wikitravel oder Lonely Planet zeigt schon, was die wichtigsten Dinge sind, die man an einem Reiseziel unternehmen oder anschauen kann. Gebt ihr in die Suchmaschine „[Name des Urlaubsortes] + Familie“ oder „[Name des Urlaubsortes] mit Kindern“ ein, findet ihr bestimmt schnell viele gute Tipps.
Geht es in die Ferne, solltet ihr auf jeden Fall beim Auswärtigen Amt die Einreisebedingungen, etwaige Impfbestimmungen und aktuelle Gefahrenmeldungen checken, um diese Informationen in eure Entscheidung einbeziehen zu können.

ErfahrungsberichtEin Bild sagt mehr…

Eine kurze Bilderreise zum Wunschziel geht über das Internet ganz schnell (alle Suchmaschinen haben eine extra Bildersuche) und gibt Kindern einen Eindruck davon, wie das Reiseziel aussieht. Das ist wichtig, denn Kids brauchen eine genaue Vorstellung davon, worauf sie sich freuen können. Und ihr wollt ja ihre Stimme für euren Favoriten gewinnen!

 

Fair ist fair: Kinder, die mit dem Internet noch nicht allein umgehen können, sind natürlich mit der Erstellung einer Tourenplanung überfordert. Helft ihnen dabei, ihre Wünsche und Ideen zu notieren, und schummelt nicht!

 

6. Abstimmung!

Basierend auf diesen Mini-Tourenplänen wird dann per Handzeichen abgestimmt. Jede Stimme zählt natürlich gleichberechtigt! Da ihr bei vier Familienmitgliedern über drei Ziele abstimmt, bei fünf entsprechend über vier Ziele, dürfte ein Patt extrem selten sein ;-)

(Familien, in denen ein Elternteil allein mit einem Kind ist bzw. verreist, dürfen ausnahmsweise trotzdem zwei Ziele auswählen und sich gegenseitig davon überzeugen.)

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Kommentar als Gast schreibenKommentar (1)

  • eine tolle Idee, das werden wir sicher für unseren nächsten Urlaub ausprobieren.

    Antworten | 5. März 2013

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