RatgeberWenn das Kuscheltier auf Reisen verloren geht

Wie können Sie vermeiden, dass das Lieblingskuscheltier Ihres Kindes auf Reisen verloren geht? Was machen Sie, wenn es unterwegs doch passiert? Wie können Sie sich - und eventuell auch Ihr Kind - auf einen möglichen Verlust optimal vorbereiten? KidsAway gibt nützliche Tipps.

von KidsAway-Redaktion

Kind im Urlaub mit Kuscheltier

Kind im Urlaub mit Kuscheltier

© KidsAway

Meiner Freundin ist es passiert: Der Lieblingskuschelhase ihrer zweijährigen Tochter war verloren gegangen, zum Glück nicht auf einer Reise an einen abgelegenen Ort, sondern “nur” zuhause auf einer Einkaufsfahrt. Ihre Tochter weinte den ganzen Abend und fand nicht in den Schlaf. Auch alternativ angebotene Stofftiere spendeten ihr keinen Trost. Am nächsten Morgen, gleich nach dem Aufwachen, rollten wieder die Krokodilstränen. Meine Freundin verbrachte den gesamten Tag mit der Suche nach einem Ersatz und klapperte in ihrer Verzweiflung alle Spielzeuggeschäfte unserer Kleinstadt ab. Denn es musste natürlich exakt der gleiche Kuschelhase sein.

Glück hat, wessen Kind nicht auf ein Stofftier fixiert ist. Denn kommt es zum Verlust, dann gleicht das oft einer mittleren Katastrophe. Wer einmal die die verweinten Kulleraugen eines Kindes geschaut hat, das sein Stofftier verloren hat, der weiß, wovon ich spreche.

Forschungsergebnisse weisen auf die Wichtigkeit eines Kuscheltiers für Babys und Kleinkinder hin. Gerade auf Reisen und in einer fremden Umgebung ist ein Kuscheltier ein wichtiges, vertrautes Element: Es erleichtert Ihrem Baby oder Kleinkind das Einschlafen, es spendet Trost und Vertrauen. Kleinkinder sehen ihn ihm mitunter einen Spielkameraden, Zuhörer und Freund. Jeder kennt die witzigen Comicstrips von Calvin und seinem Teddy Hobbes, der in seiner Fantasie ein lebendiger Freund ist.

 

Wie also können Sie vermeiden, dass es zur Tragödie kommt? Hier unsere Tipps:

Vor der Reise:

1. Frühzeitig Ersatz anschaffen. Sie als Eltern bestimmen zumeist, welches Kuscheltier der Liebling Ihres Babys wird. Sobald Sie sich entschieden haben, besorgen Sie umgehend (und ich meine wirklich umgehend!) ein Ersatzexemplar. Netter Nebeneffekt: Sie können den Zwillingsbruder des Kuscheltieres Ihres Kindes leicht in die Waschmaschine stecken, ohne dass es zu Erklärungsnöten oder Problemen kommt. Wenn Sie beide Exemplare des Kuscheltiers in Gebrauch haben, nutzen sie sich auch ähnlich stark ab.

Viele Hersteller von Stofftieren wechseln ihr Sortiment regelmäßig. Als wir nur 18 Monate nach unserem Erstkauf versuchten, einen „Zwillingsbruder“ von Pauls Lieblingsteddy zu erstehen, war das im regulären Handel nicht mehr möglich.

2. Kuscheltier zuhause lassen. Ältere Kinder lassen sich mitunter davon überzeugen, dass das Kuscheltier nicht mit auf Reisen muss. Bereiten Sie es schon zwei bis drei Wochen vor Abreise auf die Trennung auf Zeit vor und nehmen Sie stattdessen ein anderes Stofftier mit. Sagen Sie Ihrem Kind, dass sein Kuscheltier auf jedem Fall zuhause wartet. Wenn Ihr Kind sich hierauf nicht einlässt, sollten Sie es aber nicht dazu zwingen.

3. Regeln aufstellen. Versuchen Sie, Ihrem Kind frühzeitig daran zu gewöhnen, dass sein Kuscheltier nicht ständig und überall dabei sein muss. Für unseren Sohn Paul ist sein Kuschelteddy zum zuhause Kuscheln und als Einschlafhilfe da. Natürlich versucht er immer wieder, ihn auch zum Einkaufen oder in die Kinderkrippe mitzunehmen. Aber er lässt ihn auch bereitwillig und ohne zu quengeln zuhause – er weiß ja, dass sein Teddy auf ihn wartet und er mit ihm spielen kann, sobald er wieder daheim ist.

Gehen wir auf Reisen, dann machen wir eine Ausnahme: Auf langen Auto- oder Zugfahrten sowie im Flugzeug darf auch der Teddy dabei sein. Allerdings ist für Paul klar, dass er seinen Teddy erst im Auto, Zug oder Flugzeug aus der Tasche holen darf. Auf Reisen sollte das Kuscheltier am besten einen festen Platz haben, an dem es verstaut wird. Pauls Teddy reist immer im Handgepäck (!) und immer in der Wickeltasche. Paul hat das verstanden und sich daran gewöhnt. Es ist zum Reiseritual geworden, dass er selbstständig seinen Teddy in der Wickeltasche verstaut.

4. Kuscheltier nicht vergessen? Überprüfen Sie, bevor Sie das Haus für Ihre Reise verlassen, ob das Kuscheltier wirklich eingepackt ist. Trotz Packliste und bester Planung passiert es leicht, dass der Kuschelliebling vergessen wird, da Ihr Kind es einfach wieder aus der Tasche gezogen hat, ohne dass Sie es bemerkt haben. Überprüfen Sie also zur Sicherheit nochmals, ob es wirklich dabei ist.

 

Auf und nach der Reise:

5. Stofftier sichern. Auf Reisen kann es leicht zum Problem werden, wenn das Stofftier auf den Boden in den Dreck fällt. Zumeist kann es nicht sofort wie zuhause in eine Waschmaschine gesteckt werden.

Am besten ist, wenn Ihr Kind das Kuscheltier nicht ständig und überall mit sich herumträgt. Wenn es aber unbedingt überall dabei sein muss, dann versuchen Sie, es gut zu sichern: Im Kinderwagen mit anschnallen oder aus der Tasche (rausfallsicher) herausschauen lassen. Bei Babys können Sie kleine Kuscheltiere eventuell mit einer Schnullerkette am Kinderwagen befestigen. Vermeiden Sie, wenn möglich, dass Ihr Kind es lose in der Hand mit sich herumträgt, insbesondere an unübersichtlichen Orten wie beispielsweise großen Flughäfen oder Märkten, wo viele Menschen unterwegs sind. Wenn Sie hier das Kuscheltier verlieren, ist es wahrscheinlich unwiederbringlich verloren.

6. Bei Verlust umgehend aktiv werden. Haben Sie eine Vermutung, wo das Kuscheltier abhanden gekommen ist? Dann nehmen Sie schnellstmöglich Kontakt auf. Am besten per Telefon und sofort. Ist das Kuscheltier im Flugzeug liegen geblieben, kontaktieren Sie das Lost & Found-Büro des Flughafens, auf dem Sie gelandet sind. Die Bahn bietet die Möglichkeit, eine Verlustmeldung online aufzugeben.

7. “Kuscheltier ist schon zuhause.” Wenn ein Ersatzkuscheltier zuhause wartet, können Sie älteren Kindern erzählen, dass der Liebling schon vorgereist ist und zuhause auf ihn wartet. Das tröstet Ihr Kind eventuell über den zeitlich begrenzten Verlust hinweg.

8. Ersatz besorgen. Wenn das Kuscheltier zeitnah nicht wieder auftaucht und zuhause kein Zwillingsbruder wartet – und im Urlaub haben Sie oft weder die Zeit noch die Nerven, Tage mit der Suche nach dem verschollenen Kuscheltier zu verbringen: Trösten Sie Ihr Kind und suchen Sie den nächsten Spielzeugladen auf. Lassen Sie Ihr Kind ein neues, ähnliches Kuscheltier aussuchen. Spätestens zuhause können Sie versuchen, einen echten Zwillingsbruder des verschollenen Kuscheltieres zu ergattern:

  • Kontaktieren Sie den Hersteller. Manche Hersteller bieten einen SOS-Notfallservice für verzweifelte Eltern an: Hier können Stofftiere, die nicht mehr im Handel erhältlich sind, noch eine begrenzte Zeit bestellt werden. Allerdings ist der Notfall-Ersatz zumeist wesentlich teurer als das Original.
  • Versuchen Sie, ein gebrauchtes Exemplar zu erstehen. Bei Online-Auktionshäusern wie beispielweise eBay werden Sie vielleicht fündig.
  • Auf www.kuscheltier-suche.de können Sie eine kostenlose Suchanzeige für Ihr Kuscheltier im Internet aufgeben. Hilfreich sind ein gutes Foto und eine genaue Beschreibung des vermissten Kuscheltiers.

 

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (6)

  • Wir haben das problem umgangen indem ich meinem Sohn …. also dem Lieblingskuscheltier… einfach einen eigenen Reisepass gebastelt habe. So hat man die wichtigsten daten und ein Foto immer griffbereit, fall es dann doch mal verloren geht.
    Das kam in meinem bekanntekreis so gut an, dass ich schon die nächsten 2 Aufrtäge für “Kuscheltierreisepasse” habe :)

    Antworten | 17. März 2013
  • Micha

    Wie wäre es ein GPS-Sender ins Lieblings-Kuscheltier einzubauen? Das würde die Suche erleichtern ;-) .

    Scherz beiseite. Ruhe bewaren wenn das liebste Kuscheltier abhanden gekommen ist. Ggf. Nachbarn / Vermieter (In Ferienwohnungen/Parks befragen) oder mit dem Kind in Ruhe durchgehen wo es das Kuscheltier zuletzt gesehen / mitgenommen hat.

    Antworten | 30. Oktober 2012
  • Kuscheltier verlieren ist wirklich nicht so schön. Ich hatte als ich 4/5 Jahre alt war auch meinen Lieblingshasen auf einem Ausflug verloren und ich erinnere mich heute noch ganz genau an diese Situation! Ich hab allerdings damals keinen Ersatz bekommen, wäre vielleicht besser gewesen.

    Liebe Grüße

    Antworten | 15. August 2011
  • Kerstin

    Tja, das klingt super mit dem sofortigen Ersatz. Leider hat sich unsere Tochter erst nach einem halben Jahr auf ein Kuscheltier “eingeschossen”, ab da an gab’s nur noch Tom! Der erste Urlaub stand bevor, ich wollte unbedingt den Ersatz parat haben, falls es irgendwie Probleme (Dreck, Verlust,…) gäbe. Nur war Tom leider nicht der von Opa geschenkte Bär mit Knopf im Ohr, sondern ein Werbegeschenk der Dorint-Hotels. 4 Hotels antelefoniert: Leider gibt’s den Bär nicht mehr … Panische Mamas verbringen dann Stunden vor dem größten Online-Auktionshaus und geben die Suchbegriffe “Teddy Pyjama” und “Teddy Schlafanzug” und “Teddy hellblau” und “Teddy Zipfelmütze” ein, sichten wirklich tausende Bären und haben dann nach ca. 2 Wochen auch Erfolg :)

    Antworten | 19. Juli 2011
    • Hallo Kerstin,
      danke für Deinen Bericht. Leider ist das meist so, wie Du es beschreibst: Die Kleinen entwickeln erst nach Monaten den Hang zum Lieblingskuscheltier. Und oft ist es dann schwierig, einen Zwilling zu erstehen. Oft hat man die Plüschtierchen ja schon länger zuhause …

      Antworten | 19. Juli 2011
  • Ole Tiedt

    Hej, das ist ja endlich mal eine sinnvolle Seite! Super Idee. Das Problem mit den Kuscheltieren hatten wir bei unseren Zwillingen auch schon einige Male.
    Du kommst im Urlaub an, willst endlich entspannen und stellst erschrocken fest, das “Katzi” alleine zu Hause geblieben ist.
    Vielleicht könntet Ihr ja noch mal eine Checkliste ins Netz stellen, damit man diese ganzen wichtigen Dinge nicht immer vergisst.
    Aber Ihr habt schon Recht, am besten ist es wenn man die Kleinen dazu bekommt, dass sie gar nicht so abhängig davon sind.
    Gruß aus dem Norden
    OT

    Antworten | 31. Januar 2011

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