Standpunkt

Fliegen mit Kindern – unser Standpunkt

Zu einer für alle Familienmitglieder angenehmen und sicheren Flugreise gehört unserer Meinung nach unbedingt die Sicherung mit einem passenden, altersgerechten Rückhaltesystem – genau wie beim Autofahren.

Nach Statistiken des TÜV Rheinland sind 90 Prozent aller Flugzeugunglücke überlebbar – für Erwachsene. Der Beckengurt ist für Kinder bis etwa sieben Jahre ein unzureichender Schutz und kann sie unter Umständen schwer verletzen. Dasselbe gilt für die Sicherung von Babys auf dem Schoß eines Erwachsenen mit dem zusätzlichen Schlaufengurt – nicht umsonst ist dieser in den USA verboten und war es bis 2008 auch in Europa.

Solange die Airlines keine für den Körperbau von Babys und Kindern optimierten Rückhaltesysteme entwickeln und anbieten, müssen Eltern selbst für die Sicherheit ihrer Kinder beim Fliegen sorgen.

Das bedeutet:

  • Ein Kind, ein Sitzplatz: Jedes Kind, egal wie alt, sollte immer einen eigenen Sitzplatz im Flugzeug haben. Airlines, die Kindern unter zwei Jahren einen Sitzplatz verweigern, sollten Eltern meiden.
  • Kein Schlaufengurt! Der Loop Belt dient lediglich dem Schutz anderer Passagiere vor herumfliegenden Babys und kann diese, wenn sie zum „Airbag“ für den Erwachsenen werden, schwer verletzen oder töten. Genauso gefährlich ist das bloße Festhalten auf dem Schoß – bei Turbulenzen oder einem Aufprall kann ein Baby nicht festgehalten werden!
  • Was im Auto gilt, gilt auch im Flugzeug: Babys bis 15 Monate sitzen im Auto rückwärtsgerichtet in einer Babyschale. Im Flugzeug sollten sie das auch tun. Für ältere Kinder gibt es mehrere Autositz-Modelle, die für den Gebrauch im Flugzeug zugelassen sind. Ist so ein Sitz vorhanden und von der Airline zugelassen, sollte er auch während des Fluges verwendet werden.
  • Besteht keine Möglichkeit, einen Autokindersitz an Bord zu verwenden, sollten Kinder zwischen 1,5 und etwa vier Jahren (bis 1 m Körpergröße) mit dem CARES-Gurt gesichert werden. Er ist klein, leicht zu verstauen und kann fast auf jedem Flugzeugsitz eingesetzt werden. Leider ist die Nutzung dieses Kinderrückhaltesystems jedoch bei einer steigenden Zahl von Airlines verboten!

Eltern haben Konsumenten-Macht: Wenn sie auf der angemessenen Sicherung ihres Kindes im Flugzeug beharren und sich nicht von schlecht informiertem Personal beirren lassen, und wenn sie Airlines boykottieren, die keine angemessene Sicherung von Kindern erlauben, setzen sie als Konsumenten ein Zeichen. Nur so wird sich die Praxis der Airlines langfristig ändern.

Beim Autofahren ist es für Eltern selbstverständlich, ihre Kinder auf einem passenden Kindersitz zu transportieren, und auch beim Radfahren tragen alle einen Helm. Genauso selbstverständlich sollte die Sicherung von Kindern im Flugzeug sein – denn kleinere Zwischenfälle wie Notbremsungen und Startabbrüche am Boden oder Turbulenzen in der Luft passieren jeden Tag und können unzureichend gesicherte Babys und Kinder schwer verletzen.

Wir Eltern sind für die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Kinder verantwortlich. Sollten wir wirklich auf ihre Kosten am Reisepreis sparen?