Unterwegs mit KindernKauftipps: Das richtige Kinderfahrrad – mit Checkliste

Das erste richtige Fahrrad für euer Kind ist eine wichtige Anschaffung. Diese Punkte solltet ihr unbedingt beachten, wenn ihr ein Kinderfahrrad kauft - also sagt schnell dem Weihnachtsmann Bescheid!

von KidsAway-Redaktion

Seite 2/3 So sieht ein ordentliches Kinderfahrrad aus

Kinderfahrrad – was muss dran sein?

Wer sein Rad liebt, der ... © Monkey Business - Fotolia.com

Wer sein Rad liebt, der ...

© Monkey Business - Fotolia.com

Fahrräder bis 18 Zoll gelten strenggenommen als Spielzeuge. Daher müssen sie auch auf dem Gehweg gefahren werden. Ab acht Jahren dürfen Kinder allerdings auf der Straße fahren (ab zehn Jahren sind sie dazu verpflichtet). Ihr Fahrrad muss dann für die Verwendung im Straßenverkehr ausgestattet sein.

Laut Straßenverkehrsordnung benötigt es dafür einen Ständer, einen Kettenschutz, eine Klingel sowie Reflektoren an den Reifen und Pedalen und Lampen vorn und hinten.

Wählt für die Beleuchtung am besten Halogenscheinwerfer, damit euer Kind auch im Dunkeln gut gesehen wird. Laut StVO muss die Beleuchtung permanent am Fahrrad angebracht sein. An- und abklickbare Lampen mit Batteriebetrieb, mit denen ihr kleinere Fahrräder ausstattet, zählen also nicht mehr. (Sie sind sowieso unpraktisch, weil sie erstens gern geklaut und zweitens gern vergessen werden. Wer morgens im Hellen losfährt, denkt oft nicht daran, dass er im Herbst schon am Nachmittag eine Beleuchtung braucht.)

Ideal – nicht nur für Kinder – ist ein Nabendynamo, der sich einfach zuschalten lässt und leicht läuft. Das etwas höhere Gewicht wird dadurch mehr als ausgeglichen.

Die kleinsten Kinderfahrräder haben eine direkte Übersetzung. Zum Fahrenlernen genügt das, weitere Handgriffe würden das Kind zu sehr vom Bewegungsablauf und der Beobachtung des Straßenverkehrs abhalten.

Mit einem 20-Zoll-Fahrrad kann euer Kind schon mit euch auf kleinere Radtouren gehen. Dafür braucht es dann eine Gangschaltung. Wie viele Gänge nötig sind, hängt vom Einsatz des Fahrrads ab: Wohnt ihr im Flachland, genügen drei Gänge, in hügeligen Gegenden sind schon fünf nötig. Ältere Kinder kommen auch mit sieben Gängen zurecht.

Sehr verbreitet bei Kinderfahrrändern sind Nabenschaltungen. Diese sind mit einem Rücktritt kombinierbar und lassen sich im Stehen oder Rollen bedienen. Kettenschaltungen eignen sich eher für fortgeschrittene Fahrer, die dann nur noch per Hand bremsen.

Leider sind viele im Handel verkaufte Kinderfahrräder nicht verkehrstüchtig ausgestattet, vor allem die schicken Mountainbikes und BMX-Räder. Achtet also darauf, dass alles Nötige am Fahrrad dran ist, und kauft notfalls die fehlenden Teile selbst nach.

Ach ja: Es gibt zwar nach wie vor keine Helmpflicht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, aber wir empfehlen euch trotzdem, beim Fahrradfahren unbedingt einen Helm zu tragen!

 

Zusatzausstattung – sinnvoll und überflüssig

Sehr sinnvoll und nützlich sind Schutzbleche. Sie zeigen ihren Wert besonders im feuchten Frühling und Herbst, wenn sie die Kleidung vor heraufgewirbeltem Schmutz und Regenwasser schützen.

Fährt euer Kind mit dem Rad zur Schule oder auf Radtouren, sollte es sein Gepäck nicht auf dem Rücken tragen müssen. Ein Gepäckträger, eventuell mit einem Gepäckkorb ergänzt, nimmt kleinere Gegenstände (oder auch mal einen „Anhalter“) auf. Sicher und bequem sind Gepäcktaschen, die blitzschnell an den Gepäckträger angehängt werden können. Ausgestattet mit Tragegurten, kann euer Kind sie als Rucksack weiterverwenden.

Überflüssig und unter Umständen sogar gefährlich sind dagegen am Lenker montierte Körbe, genauso wie Hupen oder Puppen-Fahrradsitze. Sie lenken euer Kind beim Fahren ab und behindern es eventuell beim Betätigen der Handbremse oder der Klingel.

Getränkehalter sind für längere Touren praktisch. Dummerweise werden sie meistens dort am Rahmen befestigt, wo das Kind beim Auf- und Absteigen durchsteigt. Gerade kleinere Kinder können sich dabei verheddern und stürzen. Sucht möglichst eine andere Stelle für den Getränkehalter oder verzichtet ganz darauf.

Grobe Reifenprofile sehen cool aus, verbrauchen aber unnötig viel Kraft beim Fahren und verschlechtern außerdem den Halt in Kurven und beim Bremsen. Und sie sammeln natürlich eine Menge Dreck auf. Wenn das Kinderfahrrad im Keller oder im Hausflur abgestellt wird, handelt ihr euch so viel Ärger und Putzarbeit ein.

Ebenso überflüssig ist eine Federung. Kinder sind so leicht, dass  die Federn gar nicht auf ihr Gewicht reagieren. Dafür bringen sie selbst zusätzliches Gewicht ein, sind reparaturanfällig und kosten natürlich mehr. Ist der Sattel ordentlich gefedert und sind die Reifen gut aufgepumpt, genügt das an Federung vollkommen.

Enorm sinnvoll ist hingegen ein Fahrradschloss. Bei der Art des Schlosses scheiden sich die Geister. Zweifellos sind massive Stahlbügel sehr sicher, für Kinder sind sie aber viel zu schwer und auch schwierig zu bedienen. Ein Rahmenschloss, das fest am Fahrrad verbaut ist, kann nicht vergessen werden – man kann das Fahrrad damit aber nicht an einem Zaun oder Ständer anschließen, was sehr empfehlenswert ist.

Die Experten vom ADFC empfehlen für Kinder die leichteren Seilschlösser mit einem Drahtseilkern, am besten mit einem Zahlenschloss. Im Diebstahltest der Stiftung Warentest fielen allerdings sämtliche Seilschlösser durch. Mit entsprechendem Werkzeug sind sie in weniger als drei Minuten durchgezwackt. Ein Kompromiss sind Faltschlösser, für die ihr allerdings mindestens 60 Euro bezahlt und die von kleinen Kindern kaum angebracht werden können.


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