Baby-Ernährung im UrlaubBaby led weaning – ohne Brei auf Reisen?!

Das Baby selbst entscheiden lassen, was es essen mag – und dann noch im Urlaub? Eltern-Redakteurin Jenny hat es in Spanien, Japan und an der Ostsee probiert und schwört darauf.

von KidsAway-Redaktion

Seite 2/2 Baby led weaning im Urlaub

Baby led weaning auf Reisen: so klappt es

Baby led weaning auf Reisen © Pixabay

Baby led weaning auf Reisen

© Pixabay

Baby led weaning ist eine moderne und doch uralte Art, Babys an Beikost heranzuführen und dabei so lange zu stillen, wie sie möchten.

Und sie eignet sich aus mehreren Gründen optimal für Urlaube und Reisen mit Baby:

  • Ihr müsst keine Koffer voller Breigläschen mit in den Urlaub schleppen, und auch vor Ort keine teure Babynahrung (die in anderen Ländern oft gezuckert oder stark gewürzt ist) kaufen.
  • Ihr müsst nicht aufwendig frischen Brei kochen und dazu diverse Gerätschaften mit auf Reisen nehmen.
  • Ihr müsst im Restaurant keine angestrengten Diskussionen führen, um Sondergerichte aus speziellen Zutaten bitten oder Ähnliches.
  • Ihr müsst nicht regelmäßig für abgekochtes Wasser sorgen oder Wasser für die Trinkflasche kaufen.
  • Ihr müsst in warmen Ländern nicht ständig darauf achten, dass euer Baby auch genug Flüssigkeit zu sich nimmt.
  • Ihr könnt euren Urlaub ganz normal genießen, nach Bedarf stillen und es eurem Baby überlassen, wie viel es von der landestypischen Küche probieren mag.
  • Euer Baby wird von Anfang an lernen, wie vielfältig Essen sein kann, und (zumindest bis zum Mäkel-Alter mit vier bis fünf Jahren) bereitwillig alles probieren.

 

Wir haben Baby led weaning leider erst bei Kind Nummer drei entdeckt. Von da an wurden Urlaube ganz entspannt – und wir mussten viel weniger mitschleppen. Nach mehreren Städtetrips, Nah- und Fernreisen kann ich Bilanz ziehen: Babys probieren wirklich alles aus, wenn man sie machen lässt.

Unsere Jüngste hat in Spanien und Japan (aber natürlich auch in diversen Restaurants in Deutschland, in die wir sie gern mitnehmen) schon im Alter von wenigen Monaten eine Vielfalt von Geschmäckern und Konsistenzen kennengelernt. Und wir hatten eine entspannte Zeit, weil wir uns nicht darum sorgen mussten, was und wie viel sie isst. (Diese Sorgen hatten wir eher mit den größeren Geschwistern, die im besten Mäkel-Alter lautstark nach vertrauten Speisen verlangten!)

Resultat: Im Alter von 2,5 Jahren probiert unser Nesthäkchen immer noch neugierig alles aus, was sie nicht kennt. Sie weiß ja, dass sie nichts essen muss, was sie nicht mag. Derzeit zählen schwarze Oliven, Sushi und koreanische Kimchi-Pancakes zu ihren Favoriten. Und vor einem halben Jahr hat sie sich selbst abgestillt 🙂

 

Aus-Packliste: Das braucht ihr beim BLW auf Reisen NICHT:

  • Gläschen- und Milchpulvervorrat
  • Gläschenwärmer
  • Wasserkocher
  • Pürierstab, Kochgeschirr
  • Babygeschirr
  • spezielle Zutaten, die es nur in Mitteleuropa gibt (Rapsöl, Getreideflocken, Pastinake)
  • Fläschchen, Trinkflaschen, Schnabeltassen usw.
  • Kühlbox, Gefrier-Akkus etc.

 

Klar: Wenn ein Baby selbst entscheiden darf, was es in den Mund steckt, kann dabei eine ziemliche Sauerei entstehen. Aber die gibt es auch, wenn Karottenbrei in hohem Bogen ausgespuckt wird. Feine Restaurants sind mit BLW-Anfängern nicht die erste Wahl, aber dort geht ihr sicherlich auch mit Brei-Babys nicht hin.

Baby led weaning auf Reisen © Flickr/Gail

Baby led weaning auf Reisen

© Flickr/Gail

In warmen Ländern ist eine BLW-Mahlzeit kein Problem: Nach dem Essen wird das Kind einfach kurz abgewaschen. Ein Lätzchen mit Ärmeln kann ebenfalls größere Umzieh-Aktionen verhindern.

Und da man Babys in den allermeisten Ländern der Welt mit großer Liebe und Nachsicht begegnet, werdet ihr wegen des vollgepatschten Tisches oder der vielen Krümel auf dem Boden unter eurem Tisch sicher nicht aus dem Restaurant geworfen.

Auch in tropischen Ländern ist Baby led weaning übrigens möglich (die Menschen, die dort leben, tun es ja auch). Achtet aber sicherheitshalber darauf, eurem Baby vor jeder Mahlzeit die Hände zu waschen oder mit einem Spray fix zu desinfizieren.

Bietet ihm dann sein Essen genauso an, wie ihr es auch selbst zu euch nehmt. Das heißt vor allem, auf die Grundregeln der Hygiene zu achten: Es gibt nur Gekochtes, Gebratenes oder Geschältes („cook it, fry it, peel it or forget it“).

Sorgen um verschmutztes Wasser müsst ihr euch nicht machen, denn anstatt Pulverbreie anzurühren, stillt ihr euer Baby ja weiterhin regelmäßig. So kann es auch ganz allein seinen Flüssigkeitshaushalt regulieren – es braucht keine zusätzlichen Getränke, auch nicht bei tropischer Hitze!

 

Ist Baby led weaning etwas für uns?

Baby led weaning auf Reisen © Pixabay

Baby led weaning auf Reisen

© Pixabay

Stillt ihr euer Baby noch voll und denkt darüber nach, ihm bald Brei anzubieten?

Habt ihr eurem Baby schon Brei angeboten und es hat sich wenig begeistert gezeigt?

Füttert ihr regelmäßig Brei und jede Mahlzeit ist ein Kampf, bei dem euer Baby schreit und weint und nicht essen will?

Seid ihr total genervt vom täglichen Brei-Kochen, der dann doch nicht gegessen wird?

Habt ihr eine längere Reise mit eurem Baby vor, bei der ihr möglichst wenig Gepäck mitschleppen und möglichst frei und entspannt unterwegs sein wollt?

Dann solltet ihr BLW unbedingt eine Chance geben!

Habt ihr auch Baby led weaning im Urlaub ausprobiert? Wir sind neugierig auf eure Erfahrungen!

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (5)

  • Wir haben bei unserem jüngsten Kind auch BLW praktiziert, da es an den Brei irgendwie so gar nicht ran wollte. Meine Frau kam dann auf die Idee BLW zu versuchen, ich war am Anfang sehr skeptisch um ehrlich zu sein, hatte Angst, dass sich das Baby böse verschlucken konnte. Nach einer Weile wurde ich lockerer, es hat super funktioniert und war tatsächlich äußerst praktisch.

    Antworten | 15. September 2016
  • Sehr schöner Artikel. Ich war vor längerer Zeit mit einer Freundin und Ihrem Baby für ein paar Tage verreist. Auch Sie ernährte Ihr Kind damals nach BLW. Ich fand das unglaublich toll und so einfach. Sie kam darauf weil Ihr Kind nie so recht Brei wollte. Als sie ihr aber Brot, Nudeln oder Gemüse anbot, hat sie gegessen.

    Antworten | 8. September 2016
  • Therese

    Auf unserer 7wöchigen Reise ans andere Ende der Welt habe ich unseren Sohn auch voll gestillt. Es war v.a. in der Südsee mit 6 Monaten sehr hilfreich, nicht Brei kochen zu müssen. Auch auf Rarotonga gibt es diese Quetschbeutel, wo wir uns mal einen als Reserve geholt haben. Ansonsten gab es eben auch mal Sternfrucht, Pitahaya oder Avocado.
    In Australien und Neuseeland hat der Kleine dann auch mal zum Fisch oder anderen Sachen auf dem Teller gegriffen. Erst in unserer letzten Woche in den Staaten mit sieben Monaten gab es früh einen gekochten Brei. Wir werden noch heute für unsere Reise und die Essgewohnheiten gescholten…
    Ich würde es beim zweiten Kind auch wieder so machen. Nichts ist so unkompliziert wie Muttermilch, denn ihr schützt das Kind damit auch und wenn es etwas möchte, greift es auch zu. Also traut euch.

    Antworten | 1. September 2016
    • Vielen Dank für deine Erfahrungen, Therese – das macht anderen Eltern sicher Mut!

      Antworten | 1. September 2016
  • Sabrina

    Unser Sohn war das Modell-Baby: von der Brust zum Butterbrot! Er wollte ausschließlich!! nur gestillt werden, bis er 10 Monate alt war (wir haben wirklich alles versucht). Zu diesem Zeitpunkt waren wir in Süditalien in Urlaub, dort fing er an zu essen, aber kein Brei etc. Seine erste Mahlzeit bestand aus Meeresfrüchten, Büffelmozarella und Aprikosen. Zusätzlich gestillt habe ich, bis er 17 Monate alt war. Seitdem verweigert er jegliche Aufnahme von Milch und meistens sogar Milchprodukten…. Er ist jetzt 5 und lebt noch 😉

    Antworten | 1. September 2016

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