KidsAway Airline-Vergleich Familienfreundlichkeit von der Buchung bis in die Kabine – die besten Airlines

Von der Flugbuchung über Check-in und Boarding bis zum Service an Bord - Familien haben beim Fliegen ganz besondere Bedürfnisse und freuen sich, wenn die Airlines ihnen hier entgegenkommen. Wer die Angebote und Bedingungen der wichtigsten Fluggesellschaften kennt, spart Zeit, Geld und Nerven!

von KidsAway-Redaktion

Alle zufrieden? Nicht bei jeder Airline! © Andres-Rodriguez - Fotolia.com

Alle zufrieden? Nicht bei jeder Airline!

© Andres-Rodriguez - Fotolia.com

Im letzten Beitrag zum Thema Fliegen haben wir die Regelungen der wichtigsten deutschen und internationalen Airlines in Bezug auf das Gepäck für Familien unter die Lupe genommen. Nun wisst ihr, wie viele Extra-Koffer ihr für eure Kinder kostenlos mitnehmen könnt, ob ihr den Kinderwagen einchecken müsst oder mit ans Flugzeug nehmen könnt und ob das Bordpersonal die Verwendung eines Kindersitzes erlaubt.

Familien wollen aber noch mehr wissen, wenn sie sich für eine Fluggesellschaft entscheiden. Mag man sich für zwei Stunden noch ohne Verpflegung und Komfort in einen Billigflieger zwängen, wird die Frage nach familienfreundlichen Angeboten mit zunehmender Flugdauer immer drängender. Wir haben daher die Angebote derselben Airlines zusammengetragen, die sie Familien mit Kindern und Babys rund um den Flug machen – von der Buchung (Tabelle 1) bis in die Kabine (Tabelle 2).

Damit ihr bei der Flugbuchung eine gute Entscheidung treffen könnt – oder wenigstens wisst, worauf ihr euch einstellen müsst.

Familienfreundlichkeit bei der Buchung

Das wichtigste Kriterium für viele Familien ist der Preis. Airlines werben zwar nach wie vor damit, Kinder und Babys günstig oder sogar kostenlos fliegen zu lassen, aber oft liegt hier der Teufel im Kleingedruckten. So werden die Rabatte nur auf den reinen Ticketpreis berechnet; dass der immer niedriger wird, während Zusatzgebühren und Steuern für Kerosin, Kreditkartenzahlung und Check-in am Schalter extra berechnet werden. Die Billigflieger lassen Kinder entweder gleich zum vollen Preis mitfliegen (immerhin besetzen sie ja einen Sitzplatz) oder sie berechnen eine feste Kleinkindpauschale. Was günstiger ist, hängt ganz vom Einzelfall ab.

TippRabattsperre

Auch die Linienflieger wollen ein Stück vom Kuchen der Billigangebote haben und bieten daher in letzter Zeit ebenfalls Billigtarife an – Achtung, diese schließen häufig die Rabatte für Kinder und Kleinkinder aus!

Ein familienfreundlicher Flug beginnt schon vor dem Einchecken © Image Source IS2 - Fotolia.com

Ein familienfreundlicher Flug beginnt schon vor dem Einchecken

© Image Source IS2 - Fotolia.com

Der Preisunterschied zwischen Kind und Kleinkind (im Airlines-Jargon „Infant”) ist enorm – ein Flug knapp vor dem zweiten Geburtstag scheint da verlockend. Die meisten Airlines sind jedoch sehr streng, was das angeht: Ist ein „Infant” auf dem Rückflug älter als zwei Jahre, zahlt es in der Regel den vollen Kinderpreis für Hin- und Rückflug (und bekommt dann natürlich auch auf dem Hinflug bereits einen Sitzplatz). Vermeiden könnt ihr das unter Umständen, indem ihr Hin- und Rückflug getrennt bucht.

Rühmliche Ausnahme in dieser Beziehung ist übrigens American Airlines: Geburtstagskinder, die während der Reise zwei Jahre alt werden, bekommen für den Rückflug ihren Sitzplatz kostenlos!

Weitere Punkte, die Eltern beim Fliegen wichtig sind, haben wir ebenfalls geprüft: Wie unterstützen die Airlines allein reisende Eltern mit mehreren Kindern, bis zu welcher Schwangerschaftswoche (SSW) dürfen werdende Mütter mitfliegen und wie alt müssen Neugeborene mindestens sein, um an Bord zu dürfen?

AirlineRabatt KindRabatt BabyAllein mit mehreren Kindern?SchwangereMindestalter Babys
Lufthansa
(0800 8506070, kostenlos)
25 %90 % Langstrecke
Inland  kostenlos
2 Babys pro Erwachsener
(mind. 1 mit Sitzplatz und Autokindersitz)
bis 36./28.1 SSW7 Tage
Airberlin
(030 3434 3434, Ortstarif)
25 %90 % Langstrecke
Inland kostenlos2
1 Baby pro Erwachsener
nur ein Baby pro Sitzreihe!
bis 36. SSW7 Tage
Condor
(0180 5767757,
0,14 €/Minute aus dem Festnetz)
25 %90 %2 Babys pro Erwachsener
(mind. 1 mit Sitzplatz)
bis 36. SSW7 Tage
Germanwings
(Callcenter 0900 1919100, 6-23 Uhr, 0,99 €/Minute aus dem Festnetz)
20 %15 € pauschal
Inland 17,85 €
Jedes Kind unter 12 muss von einem Erwachsenen begleitet werden
(selbe Buchungsnr.)
bis 36. SSW7 Tage
Ryanair
(0180 5566200, 0,14 €/Minute aus dem Festnetz)
Kleinkindgebühr
30 € pro Strecke
1 Baby pro Erwachsenerbis 36./32.1 SSW
ab 28. SSW nur mit Fit-to-fly-Attest
8 Tage
easyJet
(0180 5566200, 0,14 €/ Minute aus dem Festnetz)
24 € pauschal1 Baby pro Erwachsener, Kinder ab 2 müssen neben einem Erwachsenen sitzenbis 35./32.1 SSW15 Tage
American Airlines
(0180 5566200 Mo-Fr 8-17:30 Uhr, 0,14 €/ Minute aus dem Festnetz)
25 %90 %
Inland  kostenlos
(USA)
2 Babys pro Erwachsener
(mind. 1 mit Sitzplatz)
bis 36. SSW2 Tage
(7 Tage empfohlen)
Air France
(01805 830830, 0,14 €/Minute aus dem Festnetz)
33 %
15 % innerhalb Frankreichs
„ermäßigt“
Inland kostenlos (Frankreich)
1 Baby pro Erwachsenerkeine  formelle BeschränkungEmpfohlen ab 8 Tage
Emirates
(0699 45192-000, Ortstarif)
25 %90 %2 Babys pro Erwachsener, wenn eines über 12 Monate ist mit eigenem Sitzplatz oder über 6 Monate und angeschnalltbis 36./32.1SSW
ab 29. SSW mit Attest
7 Tage

1 Bei komplizierten oder Mehrlingsschwangerschaften.

2 Wird das Kind während der Reise 2 Jahre alt, muss es auf dem Hinflug in einem Kindersitz gesichert werden (weil dann zwingend ein Sitzplatz gebucht werden muss).

Rabatt-Favoriten

Hinsichtlich der Rabatte ist Air France klar unser Sieger: Hier bekommen kleine Passagiere mit eigenem Sitzplatz den höchsten Rabatt im Vergleich, Babys auf dem Schoß fliegen innerhalb Frankreichs kostenlos (wie hoch hier der Rabatt bei Flügen außerhalb des Landes ist, hängt jeweils vom gebuchten Flug ab). Auch gegenüber Schwangeren zeigt sich Air France großzügig und überlässt ihnen offenbar selbst die Entscheidung, bis zu welcher Schwangerschaftswoche sie sich ins Flugzeug wagen.

Die deutschen Linienflieger Lufthansa und Airberlin tun sich hinsichtlich Rabatten für Kinder nicht eben hervor – aber sie bieten sie immerhin an, was man von den No-Frills-Airlines easyJet und Ryanair nicht sagen kann. Bei den Ferienfliegern glänzt Germanwings mit einem immerhin 20-prozentigen Rabatt für die größeren Kids und einer Pauschale von 15 Euro für Babys, die auf dem Schoß sitzen.

Schwangere und Babys

Einen relativ kinderfreien Flug dürftet ihr mit Ryanair genießen – hier sind aus Sicherheitsgründen maximal drei Babys pro Maschine (!) erlaubt, diese dürfen nur in Reihe 2 (D, E, F) und 5 auf den Schoß genommen werden. Genauso restriktiv wie bei der Sitzplatzvergabe gibt sich der König der Billigflieger gegenüber Schwangeren: Ab der 28. Schwangerschaftswoche (das entspricht dem 7. Monat, also noch vor dem Beginn des Mutterschutzes – Achtung, Berufsfliegerinnen!) dürfen sie nur noch mit einem ärztlichen Attest an Bord.

Emirates, unser Favorit beim Gepäckvergleich, ist hier ähnlich restriktiv, dafür darf ein allein fliegender Erwachsener hier zwei Babys dabei haben, wenn mindestens eines davon nicht auf seinem Schoß sitzt. Dasselbe erlauben auch Condor und American Airlines.

TippOb es überhaupt möglich ist, mehrere Kleinkinder auf einer Sitzreihe zu platzieren, hängt von der Ausstattung der Maschine mit geeigneten Sauerstoffmasken ab – ihr erinnert euch an die Sicherheitsinstruktionen vor dem Start? Fallen die Masken von der Decke, müssen Eltern auch ihre Kinder damit sichern können. Deshalb machen viele Airlines hier Einschränkungen, um die Betreuung jedes Kindes durch einen Erwachsenen sicherzustellen.

Am strengsten ist Germanwings, das für jedes Kind bis 12 Jahre eine erwachsene Begleitperson mit derselben Buchungsnummer verlangt; bei easyJet wird verlangt, dass neben jedem Kind ein Erwachsener sitzen muss. Normal ist die Regelung: ein Baby (auf dem Schoß) pro Erwachsenem, Kinder mit eigenem Sitzplatz können dagegen meist nach Belieben mitkommen. Erkundigt euch trotzdem vor der Flugbuchung bei der Airline, ob ihr als Erwachsene „in der Unterzahl” fliegen dürft!

Familienfreundlichkeit an Bord

Service an Bord - bei Linienfliegern selbstverständlich © Pavel Losevsky - Fotolia.com

Service an Bord - bei Linienfliegern selbstverständlich

© Pavel Losevsky - Fotolia.com

Mit der Buchung der Tickets geht die Reise erst los. An Bord zeigt sich gerade auf Langstreckenflügen, wie familienfreundlich eine Airline wirklich ist. Billigflieger wie Condor und Germanwings steuern ebenso Ziele in Nordafrika, Amerika und Asien an wie die großen Linienflieger und müssen den Vergleich mit diesen wohl oder übel antreten. Die „No frills”-Airlines easyJet und Ryanair bieten in diesem Bereich fast gar nichts an – was aber Teil ihrer Politik ist.

AirlineSitzplatz-reservierung für Familien?Preboarding für Familien?Kostenloses Kindermenü?*Babynahrung/
Windeln
Bassinet
Lufthansa++++
auf Langstrecken
und Snacks!
++
buchbar
bis 14 kg/83 cm
Airberlin+
mit Baby,
sonst 10–15 €
+
auf Langstrecken
+
ab 90 min. Flugdauer
+
buchbar ab 90 min. Flugdauer
bis 12 Monate
Condor+
mit Baby,
sonst 10–15 €
+
nur mit Baby
5–15 Euro für Vorbestellung
+
ab 90 min. Flugdauer
+
nach Verfügbarkeit
bis 8 kg
Germanwings
8/15 € für Reihe 1–10,
online kostenlos
+
Ryanair
10/20 €
nach Griechenland/
Kanaren 15/30 €
Preboarding inklusive**
5/10 € pro Person
u. Flug
easyJet
(Zuweisung aller Sitzplätze)
+
für Kinder bis 5 Jahre, nach dem Speedy Boarding
American Airlines+
(kein Online-Check-in mit Baby!)
++
Vergabe nach Priorität
bis 2 Jahre/15,8 kg
Air France+++
nur mit Baby
+
ab 2,5 Std. Flugdauer
für Kinder zwischen 3 und 8
extra reservieren für Kinder bis 11
++
und Kekse!
+
telefonisch buchen
für Langstreckenbis 10 kg/70 cm
Emirates+++
für Familien mit „kleinen Kindern“
++
mehrere zur Auswahl, alle Halal
+++
reservierbar
in allen Flugzeugen
bis 11 kg

* Kindermenüs können nur für Kinder ab 2 Jahre oder mit Sitzplatzbuchung bestellt werden.

Service-Sieger

Der Vergleich zeigt deutlich: Der große Unterschied zwischen Linien- und Billigflug zeigt sich im Bordservice. Familien, die hierauf Wert legen, können bei allen großen Airlines einen umfassenden Service erwarten. Dass man sich vor der Buchung trotzdem erkundigen sollte, zeigt das Beispiel American Airlines: Hier werden auf Langstreckenflügen weder Windeln noch kostenlose Kindermenüs angeboten!

Unter den Ferienfliegern bietet Condor noch den umfassendsten Service für Familien an – wenn diese ein Baby dabei haben. Mit älteren Kindern werden Preboarding und Sitzplatzreservierung leider kostenpflichtig, weshalb man sich die happigen Preise für das Kindermenü dann wahrscheinlich sparen wird. Überraschend sticht hier auch Germanwings mit kostenlosem Preboarding für Familien heraus.

Web Wer es noch genauer wissen will: Die Zeitschrift „Clever Reisen“ hat im Februar 2011 insgesamt 19 deutsche und internationale Fluggesellschaften auf ihre Familienfreundlichkeit getestet. Sieger im Ranking war Singapore Airlines, dicht gefolgt von Emirates. Lufthansa schnitt unter den europäischen Linienfliegern am besten ab. American Airlines landete auf dem letzten Platz, aber immer noch mit dem Prädikat „gut“.

Im Vergleich der Billigflieger erzielte Airberlin das beste Ergebnis (die seitdem allerdings die Ermäßigung für Kindertickets von 33 auf 25 Prozent reduziert haben). easyJet und Ryanair schnitten dagegen in puncto Familienfreundlichkeit so schlecht ab, dass sie mit „ausreichend“ bzw. „mangelhaft“ durchfielen. Interessant an dem Ranking ist vor allem das gute Abschneiden der deutschen Billigflieger, die sich durchaus mit den besseren Linienfluggesellschaften messen können.

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