Praktische Tipps für unterwegsWäsche waschen auf Reisen

Im Urlaub möchte man möglichst wenig mit Haushaltspflichten zu tun haben. Doch unterwegs mit Kindern kommt ihr um eine Tätigkeit nicht herum: das Wäschewaschen. Wir geben euch Tipps, wie ihr dies auf Reisen am praktischsten und effektivsten erledigt.

von KidsAway-Redaktion


Im Urlaub machen sich Kinder noch schneller dreckig als sonst. © Susanne Frank

Im Urlaub machen sich Kinder noch schneller dreckig als sonst.

© Susanne Frank

Schon vor der Abreise lässt sich einiges tun, um das nervige Waschen im Urlaub zu reduzieren. Das beginnt damit, dass eine ausreichende Menge Wechselkleidung für Kinder eingepackt wird. Doch wieviel ist ausreichend?

Die alte Backpacker-Regel, sein Gepäck so weit wie möglich zu minimieren, ist in Bezug auf Kinderkleidung nur bedingt sinnvoll. Zu hoch ist der Verbrauch vor allem kleinerer Kinder, und mehr als ein- bis zweimal pro Woche möchte im Urlaub sicher niemand waschen müssen. Kinderunterwäsche oder Babysocken zum Beispiel benötigen ohnehin kaum Platz.

 

Clever packen

Ausreichend Kleidung für eine Woche sollte daher schon vorhanden sein.  Am besten packt man pro Kind den gewohnten wöchentlichen Bedarf plus eine bis zwei Garnituren als Notreserve. Man weiß schließlich nie mit Sicherheit, wann man zum Waschen kommt.

Auch solltet ihr beim Packen die individuellen „Problemzonen“ eurer Kinder berücksichtigen. Babys und Kleinkinder verbrauchen vor allem Oberteile, da sie sich ständig bekleckern. Für Kinder, die gerade den Windeln entwachsen sind, braucht man eine Extraration Unterhosen. Also nicht stur nach Packliste packen, sondern überlegen, welche Art Kinderkleidung bei euch am meisten Wäsche verursacht und von dieser dann entsprechend mehr packen.

Die idealen Reiseklamotten für Kinder sind pflegeleicht, schmutzabweisend, schnell trocknend und knitterfrei. Eine Waschmaschine werdet ihr unterwegs eher finden als Bügeleisen oder Trockner. Sehr helle Teile sollten ebenso daheim bleiben wie wertvolle Markenkleidung. Jeans sind zwar robust, gehören aber zu den am langsamsten trocknenden Materialien.

Vor allem die Jacken der Kinder sollten aus wasserabweisendem und abwischbarem Material und außerdem imprägniert sein. Dann können sie nicht nur als Regenschutz, sondern auch mal als Lätzchenersatz oder Sitzunterlage dienen und einfach mit Feuchttuch oder Waschlappen gereinigt werden.

Aufpassen solltet ihr bei der Wahl eurer Sonnencreme. Manche hinterlassen so hartnäckige gelbe Flecken auf der Kleidung, dass sie selbst im Heißwaschgang daheim kaum zu beseitigen sind, geschweige denn unterwegs. Der Verzicht auf sehr helle Kleidung löst dieses Problem größtenteils. Allerdings ist es gar nicht so einfach, zum Beispiel Kinderunterwäsche in dunklen Farben zu finden.

 

Weniger waschen unterwegs

Niemand möchte im Urlaub mehr Zeit als nötig für seine Wäsche opfern. Wer gewisse Abstriche bei Hygiene und Eitelkeit machen kann, macht sich auf Reisen das Leben leichter und spart wertvolle Urlaubszeit. Kinder stören sich frühestens in der Pubertät an schmutziger Kleidung (wenn überhaupt). Und Eltern, die unterwegs oft waschen, ärgern sich umso mehr, wenn Junior sein Outfit mal wieder bereits beim Frühstück ruiniert hat.

Manche Globetrotter-Familien empfehlen daher: mehr Mut zu dreckiger Kleidung auf Reisen! Wenn zu erwarten ist, dass die Kinder sich an diesem Tag ohnehin schmutzig machen werden, warum nicht gleich ein schon verschmutztes Outfit anziehen? (Wen die Flecken später auf den Urlaubsfotos stören, der kann sie ja einfach wegretuschieren…)

Für die Unterbekleidung der Kinder ist diese Praxis aus Hygienegründen allerdings weniger zu empfehlen. Und je tropischer das Klima, desto schneller wird eine reisende Familie ihren ersten Wäscheberg angehäuft haben. Wie und wo also waschen?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten: eigene Handwäsche, Benutzung einer Waschmaschine in der Unterkunft oder im Waschsalon und die Abgabe in einer Wäscherei. Welche davon sich am besten für euch eignet, hängt stark von eurer Reiseform und dem Reiseland ab.

 

Möglichkeit 1: selbst waschen mit der Hand

Beim Reisen mit Kindern kann jederzeit eine spontane Handwäsche nötig werden. Selbst in einer Unterkunft mit Waschmaschine werdet ihr immer mal wieder ein vollgepinkeltes Höschen, sandige Badekleidung oder kleinere Flecken direkt auswaschen wollen.

Die Mitnahme eines Handwaschmittels ist daher bei jeder Reiseform sinnvoll. Es müssen nicht immer die bekannten Marken in Tuben aus der Drogerie sein, die oftmals sehr stark parfümiert sind. Die gute alte Kernseife tut es ebenso, oder zur Not auch einfach ein Shampoo. Vergesst nicht das Einweichen zu Beginn, der Dreck löst sich dann einfach sehr viel besser.

Die Handwäsche ist zwar die günstigste Variante, ein Nachteil ist aber neben dem Zeitaufwand, dass die Wäsche danach klatschnass ist. Wer vorhat, viel von Hand zu waschen, der sollte eine Wäscheleine und ein paar Klammern einpacken. Darauf trocknen Klamotten sehr viel schneller als über der Stuhllehne oder am Handtuchhalter.

Habt ihr einen Föhn zur Verfügung, kann dieser zur Not auch als Trockner herhalten. Spannt dafür ruhig die Kinder ein, die haben meistens Spaß am Föhnen. Aber natürlich nur unter Aufsicht!

Mit Handwäsche allein werdet ihr wohl nur auf einer sehr kurzen Reise auskommen. Allerspätestens nach einer Woche hat sich erfahrungsgemäß die erste Waschmaschinenladung angesammelt, bei Familien mit Kleinkindern oft schon nach drei bis vier Tagen.

 

Möglichkeit 2: im Waschsalon oder in der Unterkunft waschen

Kinder finden Waschsalons spannend. © Susanne Frank

Kinder finden Waschsalons spannend.

© Susanne Frank

Am bequemsten ist sicherlich die eigene Waschmaschine in der Unterkunft. Die meisten Ferienwohnungen, Campingplätze oder Jugendherbergen verfügen darüber. Auch wenn ihr ein Apartment ohne Waschmaschine gemietet habt, lohnt sich oft die Nachfrage beim Vermieter, der einen vielleicht die eigene benutzen lässt.

Waschmittel wird dabei nicht immer zur Verfügung gestellt, sodass man es unter Umständen kaufen muss. Da kleine Packungen oft nicht zu bekommen sind, lohnt sich bei einer kürzeren Reise eventuell die Mitnahme einer abgepackten Ration Waschmittel von zu Hause. Das hat auch den Vorteil, dass ihr wisst, was an die zarte Haut eures Kindes kommt. Ausländische Waschmittel können stärker parfümiert und vor allem für Babykleidung nicht geeignet sein.

Wer in Hotels logiert, dem bleibt oft nur die Möglichkeit, einen Waschsalon aufzusuchen. Während diese in Europa nicht immer leicht zu finden sind, gehören sie beispielsweise in den USA zur Alltagskultur. Tipp: Haltet nicht in der Stadtmitte, sondern eher in Studenten- und Szenevierteln Ausschau nach Waschsalons.

Wichtig ist beim Gang zum Waschsalon ein ausreichender Vorrat an Münzgeld. In den USA etwa braucht man meist vier bis sechs „Quarters“ pro Waschgang. Gelegentlich gibt es einen Wechselautomaten, doch darauf ist kein Verlass. Auch Waschpulver kann manchmal aus Automaten gezogen werden. Aber wer auf Nummer sicher gehen will oder Kinder mit empfindlicher Haut hat, bringt besser sein eigenes mit.  Auf einer längeren Reise ist das zudem günstiger.

Der Nachteil ist neben dem hohen Zeitaufwand das oft unbefriedigende Ergebnis. Heiß- und Kochwäsche mit 60 bis 90° C, wie wir sie kennen, findet man im Ausland höchst selten. Bei den Waschmaschinen handelt es sich (vor allem in den USA oder Australien) oft um die bei uns eher ungebräuchlichen Toplader, die von oben befüllt werden und kein Sichtfenster haben. Was sich „heiß“ nennt, ist oft nur lauwarm und entfernt keine starken Verschmutzungen.

Vorteilhaft an Waschsalons ist die Tatsache, dass man meist mit trockener Wäsche nach Hause geht, da entweder Trockner vorhanden sind oder die Kleidung, wie bei den oben angesprochenen Topladern, schon trocken aus der Maschine kommt. Auch sind die Waschgänge oft kürzer als gewohnt und es stehen fast immer so viele Maschinen zur Verfügung, dass man mehrere gleichzeitig befüllen kann.

In den USA sind Waschsalons oft 24 Stunden geöffnet und zudem interessante soziale Treffpunkte, wo man leicht mit Einheimischen ins Gespräch kommt. Da man im Regelfall vor Ort auf seine Wäsche wartet, solltet ihr etwas zum Spielen oder Lesen für die Kinder dabei haben.

Unterm Strich sind Waschsalons vor allem für Familien mit viel Wäsche und genügend Zeit eine gute Lösung zum Waschen unterwegs.

 

Möglichkeit 3: Wäsche abgeben

Auf der Straße sollte man seine Wäsche eher nicht aufhängen. © Susanne Frank

Auf der Straße sollte man seine Wäsche eher nicht aufhängen.

© Susanne Frank

Wer in Asien oder Lateinamerika unterwegs ist, der braucht gar nicht selbst zu waschen. Dort finden sich überall Wäschereien, wo die Kleidung günstig und schnell (oft über Nacht) gewaschen wird. Meistens wird nach Gewicht abgerechnet, was immer billiger kommt als die Abrechnung pro Kleidungsstück (vor allem bei Kinderkleidung).

Ihr solltet allerdings vorher abklären, ob die Kleidung auch gebügelt wird, und außerdem eure Wäschestücke gut nachzählen. Da oft etwas verloren geht oder verwechselt wird, lassen viele Wäschereien ihre Kunden eine Liste ihrer Kleidungsstücke ausfüllen. Manchmal muss man dabei in Kauf nehmen, dass die eigenen dreckigen Unterhosen vor aller Augen auf der Theke ausgebreitet und gezählt werden.

Wie dann hinter den Kulissen tatsächlich gewaschen wird, ist eine andere Frage. In ärmeren Ländern wird auch in Wäschereien oft nur kalt und mit der Hand gewaschen, und das nicht gerade sanft. Empfindliche oder wertvolle Kleidungsstücke solltet ihr dort besser nicht hinbringen.

Weniger ratsam ist es auch, die Wäsche am Tag vor der Abreise oder Weiterreise abzugeben. Sollte sie am nächsten Morgen wider Erwarten doch nicht fertig sein, geratet ihr ordentlich in Bedrängnis.

Natürlich gibt es auch die sehr bequeme Möglichkeit, seine Wäsche direkt im Hotel abzugeben. In besseren Hotels muss man sie dafür oft  nur in einem bereitgestellten Wäschesack im Zimmer liegen lassen und erhält sie dann aufs Zimmer zurück, meist sauber duftend und ordentlich gebügelt.

Dies ist jedoch mit Abstand die teuerste Art des Wäschewaschens auf Reisen. Wer nicht aufpasst, kann dabei böse Überraschungen erleben. Kidsaway-Autorin Susanne Frank ließ einmal in einem Hotel in Sydney eine Hose waschen, die sich anschließend mit 30 Euro auf der Hotelrechnung wiederfand.

Wenn ihr auf den Wäscheservice des Hotels zurückgreifen müsst, lest vorher genau die Preise! Es wird immer pro Stück abgerechnet, und Kinderkleidung ist oft kaum günstiger als die der Erwachsenen. Auch Bügeln kostet manchmal extra.

 

TippSchmutzwäsche aufbewahren

Für welche Form des Wäschewaschens ihr euch auch entscheidet: Wichtig ist immer, die Dreckwäsche in atmungsaktiven Beuteln aus Leinen oder Baumwolle aufzubewahren. Denkt beim Packen daran! In Plastiktüten schimmelt Wäsche schnell und stinkt bald ganz fürchterlich, besonders in den Tropen. Wer länger in einer Unterkunft ist, kann seinen Wäscheberg auch einfach auf dem Boden des Kleiderschranks oder in einer geräumigen Schublade anhäufen.

 

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Wäschewaschen auf Reisen gemacht? Könnt ihr weitere Tipps geben?

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Kommentar als Gast schreibenKommentar (1)

  • Also ich habe es einmal mitgemacht und nie wieder. Um Platz im Koffer zu sparen, packt man eben weniger ein. Aber dann waren 5 T-Shirts für 7 Tagen doch zu wenig ( Für unseren 2 Jahrigen)
    Wir flogen nach Bulgarien und da Trocknen die Sachen ( Komischerweiser) nicht so schnell, vor allem über Nacht. Entweder waren die Sachen noch nass oder er trug dreckiges. Ich packe zwar immer Waschmittel in Reisetuben ein, aber nächste mal auch viel mehr an Klamotten.

    Antworten | 15. Oktober 2017

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