"Notfälle" unterwegsDas Pinkel-Einmaleins für reisende Familien

"Mama, Papa, ich muss maaaal!" Wenn Eltern auf Reisen diesen Satz hören, bricht ihnen der kalte Schweiß aus. Wir sagen euch, wie ihr eure Windelfrei-Anfänger gut vorbereitet und wo sie ihr Geschäft am besten verrichten können - in Deutschland an der Raststätte oder auch in Japan auf dem Spielplatz!

von KidsAway-Redaktion

Seite 4/4 Wildpinkeln - erlaubt oder verboten?
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Unterwegs Pipi machen – wo ist es erlaubt und okay?

In die freie Natur sollte man nur im absoluten Notfall pinkeln - auch als Kind! © Pixabay

In die freie Natur sollte man nur im absoluten Notfall pinkeln - auch als Kind!

© Pixabay

Es ist tatsächlich gesetzlich geregelt, wo man im öffentlichen Raum urinieren darf – nämlich gar nicht. Auf Männer, die nach Großveranstaltungen nonchalant an Mauern oder in Gebüsche pieseln, wartet daher ein Bußgeld zwischen 20 Euro und 40 Euro. In einigen Kommunen sind es bis zu 400 Euro, zum Beispiel in Köln während des Karnevals oder in München zur Wiesn-Zeit.

Auf der Urlaubsinsel Mallorca müssen „Wildpinkler“, die am Strand oder in den Dünen erwischt werden, mit bis zu 1.500 Euro Bußgeld rechnen.

Bei kleinen Kindern, die dringend mal müssen und deshalb von ihren Eltern diskret abgehalten werden, drücken die allermeisten Staatsbeamten ein Auge zu. Aber ganz sicher sein könnt ihr nicht!

 

TippAchtung, Straftat

Während öffentliches Urinieren hierzulande schlimmstenfalls als Belästigung der Allgemeinheit angesehen wird und damit als Ordnungswidrigkeit, gilt es in den USA als „disorderly conduct“ oder gar „public indecency“ und wird als Straftat behandelt!

 

Trotzdem ist es unter Eltern sehr umstritten, wo und wann man kleinen Kindern ihr „Geschäft“ erlauben sollte. Das ist vor allem eine Frage der Hygiene, aber auch der Sicherheit und der Privatsphäre. Und nicht zuletzt gewöhnen sich vor allem kleine Jungs, die stolz überallhin pieseln dürfen, vielleicht allzu sehr an diesen Komfort, den wir bei erwachsenen Männern so kritisch sehen.

Spielplätze, Strände und Wiesen im Park sind No-go-Zonen fürs Pinkeln. Nicht nur, weil Urin bis zu 10.000 Keime pro Milliliter enthält (steril ist er nur, solange er noch in der Blase ist), sondern auch, weil altes Pipi eklig stinkt. Hier sind Krabbelbabys und neugierige Entdecker unterwegs, die alles anfassen oder gar in den Mund stecken, Menschen legen sich direkt ins Gras oder in den Sand. Es reicht, wenn man hier nach Scherben, Zigarettenkippen und Hundehaufen Ausschau halten muss.

Noch weniger erquicklich sind Pinkeleien direkt neben öffentlichen Toiletten. Ja, manchmal stinken die zum Himmel und sind wenig einladend. Aber es ist keine Lösung, ihre Benutzung für andere Menschen dann noch ekliger zu machen, indem man sich rundherum erleichtert.

Wenn es wirklich nicht anders geht und ihr weit und breit keine Toilette findet, dann sucht euch zum Pinkeln einen Platz aus, der möglichst nicht von außen einsehbar ist und dessen Oberfläche nicht versiegelt ist. Eine Wiese, eine Blumenrabatte oder auch eine Sandfläche nehmen den Urin gut auf, ohne dass er in Minitröpfchen irgendwohin spritzt. Und die Mikroorganismen freuen sich sogar über die Nährstoffzufuhr.

 

TippOft gefragt: Darf man ins Wasser pinkeln?

Auch wenn es nicht stimmt, dass Schwimmbad-Wasser einen chemischen Markier-Stoff enthält, der Pipi sofort rot färbt – bitte lasst eure Kinder auch nicht ins Wasser von Pools und öffentlichen Bädern pinkeln. Der Hintergrund des Gerüchts ist nämlich durchaus richtig: Urin verbindet sich in Chlorwasser zu Vorstufen des sehr gefährlichen Trichloramins und Cyanogenchlorids.

US-amerikanische Wissenschaftler haben allerdings kürzlich Entwarnung gegeben: Es ist völlig okay, wenn ihr im Urlaub ins Meer pinkelt. Die Urin-Mengen sind nicht nur winzig im Vergleich zur Wassermenge (und zur Menge des Urins der darin lebenden Meeresbewohner!), der enthaltene Stickstoff ist sogar eine willkommene Nahrungsquelle für Algen und Wasserpflanzen.

 

Am Straßenrand solltet ihr eure Kinder unter gar keinen Umständen abhalten, weder in der Stadt noch auf der Landstraße (oder gar auf der Autobahn!). Hier besteht vor allem die Gefahr des Autoverkehrs. Es gibt aber auch Menschen, die sich dadurch belästigt fühlen, wenn sie euch bei eurem „Geschäft“ zusehen müssen; und viele sind auch der Meinung, dass man Kinder öffentlich nicht derart entblößen sollte.

Dasselbe gilt natürlich für alle öffentlichen Plätze und Fußgängerzonen. Für Privatsphäre in Notsituationen sorgt ihr mit einem vorgehaltenen Tuch oder indem ihr den Buggy als Sichtschutz verwendet.

 

…und wenn es ein großes Geschäft ist? Dann packt es unter allen Umständen ein und entsorgt es später in einem Mülleimer – und zwar komplett! Zu den ekelhaftesten „Entdeckungen“ auf einem Spaziergang oder einer Wanderung gehören am Wegrand liegende Taschentücher, die zum Abwischen benutzt wurden – und das, was darunter liegt. Wenn ihr in einer sehr abgelegenen Gegend unterwegs seid, könnt ihr große Hinterlassenschaften auch vergraben.

 

Welche Pipi-Anekdoten von euren Reisen könnt ihr erzählen? Oder habt ihr gute Tipps für solche Situationen?
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Kommentar als Gast schreibenKommentar (1)

  • Wir standen mal ewig in der Schlange um in Siena auf den Turm irgendeiner Kirche zu kommen. Mein Sohn, damals 4, musste nach etwa 20 Minuten Schlange stehen dringend Pipi. Was tun? Neu anstellen? Quengeln lassen? Oder eine nasse Hose riskieren? Mein Mann hatte zufällig eine leere PET-Flasche dabei – den Rest könnt ihr euch denken. Wir fanden das alle lustig. Das ging sogar relativ dezent vonstatten, allerdings funktioniert das nur bei Jungs.

    Antworten | 17. Dezember 2015

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