Sommerferien in den Tropen?Die besten Fernreiseziele für Familien

Für die meisten Eltern schulpflichtiger Kinder stellen die Sommerferien die einzige Möglichkeit im Jahr für eine längere Reise oder Fernreise dar. Wir verraten euch, welche tropischen Ziele sich für eine Reise mit Kindern im Juli oder August eignen.

von KidsAway-Redaktion

Überall in den Tropen gibt es kindergeeignete Strände. © Susanne Frank

Überall in den Tropen gibt es kindergeeignete Strände.

© Susanne Frank

Die Kidsaway-Umfrage hat es gerade wieder gezeigt: Eure beliebtesten Reiseziele sind Deutschland und Südeuropa. Die Flugkosten stellen sicherlich einen Grund dar, warum viele Familien ihre Sommerferien bevorzugt in Europa  verbringen, zumal die Reisekasse ohnehin durch die hohen Hochsaison-Preise belastet wird.

Wer sich und seinen Kindern dennoch eine Fernreise gönnen möchte, kommt kaum darum herum, auch diese in den Sommerferien anzutreten. In den kürzeren Schulferien im Frühling und Herbst werden lange Flüge und der damit verbundene Jetlag für die Kinder sonst sehr strapaziös, und die hohen Flugkosten rentieren sich bei einer zweiwöchigen Reise einfach weniger.

Obwohl die Flugpreise im Sommer fast überall am höchsten sind, habt ihr in den großen Ferien auch mehr Spielraum bei der Wahl des Reisezeitraums. Wer innerhalb der sechs Wochen flexibel ist, kann oft Flugkosten einsparen.

Abgesehen davon, dass man der drangvollen Enge europäischer Strände im Juli/August entfliehen kann, werden die hohen Kosten der Anreise oft durch geringere Nebenkosten vor Ort etwas abgefedert. Auch wirkt sich der schwache Euro nicht auf alle außereuropäischen Währungen so stark aus wie auf den Dollar. Warum also nicht dieses Jahr mal auf in die Ferne?

TippOft herrscht der verbreitete Irrglaube vor, alle tropischen Ziele hätten im Sommer Regenzeit und auf der gesamten Südhalbkugel sei Winter. Dem ist nicht so, im Gegenteil!

An vielen für Familien attraktiven Fernreisezielen herrschen gerade im Juli/August optimale klimatische Bedingungen – auch wenn sie auf der Südhalbkugel liegen.

Hier geht es zu unseren Favoriten für die besten Sommerferien-Fernreiseziele!

Bali

Spielplätze in den Tropen sehen irgendwie anders aus. © Susanne Frank

Spielplätze in den Tropen sehen irgendwie anders aus.

© Susanne Frank

Im Gegensatz zum überwiegenden Rest Südostasiens fällt auf der indonesischen Trauminsel (wie übrigens in fast ganz Indonesien) die Trockenzeit in unseren Sommer.

Allein die Tatsache, dass Kinder wie kleine Götter behandelt und von jedermann bespaßt werden, rechtfertigt schon eine Reise auf diese ganz besondere Insel. Wer drei bis vier Wochen Zeit hat, kombiniert den Bali-Trip mit der leicht erreichbaren Nachbarinsel Java (kulturell interessant) oder mit Lombok und den Gilis, wo man noch schöner baden kann als auf Bali. Wer über Singapur fliegt, kann außerdem einen Stopover in dieser spannenden Metropole voller Kinderattraktionen einlegen.

PRO:

  • unvergleichliche Reisterrassen-Landschaften
  • einzigartige hinduistische Kultur
  • warmes Meer
  • ein vielfältiges kulinarisches Angebot (auch für mäkelige Kinder)
  • moderate Nebenkosten
  • traumhafte Unterkünfte mit tollen Pools
  • eine extrem kinderfreundliche Bevölkerung
  • ein Tropenziel ohne Malaria!

CONTRA:

  • Flugtickets sind ziemlich teuer
  • Es gibt keine Direktflüge
  • gefährlicher Verkehr in den Ballungsgebieten
  • Es kann sehr voll werden im Juli/August

TippWeitere Tipps für eine Bali-Reise mit Kind findet ihr auf kidsontheroad.

Australien

Auch wenn in Australien während unseres Sommers offiziell Winter herrscht, stellt sich dieser innerhalb des riesigen Landes sehr unterschiedlich dar und hat wenig mit unserem mitteleuropäischen Winter gemein. Für den subtropischen Norden ist unser Sommer sogar die einzige sinnvolle Reisezeit, und selbst in Sydney sind es im kältesten Monat Juli meist milde 10-15° C.

Die europäischen Sommerferien eignen sich also zum Beispiel sehr gut für die klassische Westküsten-Tour von Cairns nach Sydney in drei bis vier Wochen. Die endlose, menschenleere Weite des fünften Kontinents bietet dabei den größtmöglichen Kontrast zu den vollen Urlaubsorten Europas.

PRO:

  • exotische Tierwelt (über und unter Wasser)
  • Die Kinder üben Englisch
  • Es ist nirgends überlaufen
  • europäisches Essen
  • kein Kulturschock
  • perfekt für eine Wohnmobil-Tour (der Traum vieler Kinder)

CONTRA:

  • teurer und langer Flug mit Umsteigen
  • sehr hohe Nebenkosten
  • starker Jetlag durch 8 bis 9 Stunden Zeitverschiebung
  • Lange Autofahrten sind unvermeidbar

TippInsidertipps für Australienreisen mit Kindern findet ihr hier.

Ecuador

Seelöwen an der Gardner Bay auf Espanola, einer der Galapagos-Inseln © Flickr/Mark Rowland

Seelöwen an der Gardner Bay auf Espanola, einer der Galapagos-Inseln

© Flickr/Mark Rowland

Ein wunderschönes kleines Land im Nordwesten Südamerikas, das bisher von Familien noch nicht so richtig entdeckt wurde. Hier seht ihr „ganz Südamerika in einem Land“, das mit vielfältigsten Klimazonen aufwartet. Im Großteil des Landes fällt die Trockenzeit in unseren Sommer.

Wer es sich leisten kann, kombiniert den Ecuador-Besuch natürlich mit einer Galapagos-Kreuzfahrt: für tierliebe Kinder das wahrscheinlich spannendste Reiseziel der Welt. Aber auch das Festland allein bietet genug für eine vierwöchige Reise. Alles in allem ist Ecuador der perfekte Einstieg für Südamerika-Neulinge.

PRO:

  • verschiedenste Landschaften geballt auf engstem Raum (Hochgebirge, aktive Vulkane, Strände, Mangroven, Dschungel, Nebelwald…)
  • keine langen Fahrten
  • moderate Nebenkosten
  • schöne Kolonialstädte
  • faszinierende Tierwelt auf den Galapagos-Inseln, aber auch auf dem Festland

CONTRA:

  • Der Flug ist sehr teuer, es gibt keine Direktflüge
  • Die Höhenlagen in den Anden (Quito liegt auf 2.800 m!) sind für jüngere Kinder nicht geeignet und können auch Erwachsenen zu schaffen machen
  • Die touristische Infrastruktur ist nicht überall auf europäischem Niveau
  • Spanischkenntnisse sind erforderlich
  • Straßenkriminalität
  • geringes Malariarisiko im Dschungel

Malaysia

Malaysia ist bisher noch ein völlig unterschätztes Familienreiseziel und daher in großen Teilen weniger überlaufen als andere Reiseziele in Südostasien. Von den beiden Landesteilen ist die Halbinsel mit Kindern einfacher zu bereisen als das zwar spannende, aber extrem schwülwarme und auch teurere Borneo.

Juli/August gelten als gute, eher trockene Reisemonate, auch wenn es immer mal regnen kann.  Auf einer drei- bis vierwöchigen Rundreise erlebt man spannende Städte (Kuala Lumpur, Melaka, Georgetown), herrliche Badestrände an der Ostküste, (touristisch erschlossenen) Regenwald und Teeplantagen im Hochland.

PRO:

  • viele günstige Direktflüge nach Kuala Lumpur oder Singapur
  • gute touristische Infrastruktur
  • interessante Einblicke in einen moderaten Islam
  • Englisch ist weit verbreitet
  • leckeres (auch kindergeeignetes) Essen
  • gute Straßen für Mietwagentouren

CONTRA:

  • Es herrscht ständig schwüle Hitze über 30° C.
  • Weniger touristische Orte sind konservativ (Einheimische baden bekleidet)

TippAuch ein Abstecher in die kinderfreundliche Metropole Singapur lässt sich leicht einbinden, zum Beispiel auf einem Stopover.

Mauritius/Reunion

Für die beiden Trauminseln im Indischen Ozean gilt unser Sommer als gute Reisezeit mit kaum Regen und angenehmen Temperaturen von 20 bis 25° C. Für eine drei- bis vierwöchige Reise bietet es sich an, die Badeinsel Mauritius mit dem wilderen, gebirgigen Reunion zu verbinden, das durch eine zehn- bis zwölfstündige Fährfahrt oder einen kurzen Flug erreichbar ist.

Alles in allem sind die paradiesischen Inseln ein unkompliziertes Tropen-„Einsteigerziel“ ohne allzu schwüles Klima.

PRO:

  • bezahlbare Direktflüge (z. B. mit Condor)
  • familienfreundliche touristische Infrastruktur
  • viele seichte Strände
  • teils Nebensaison-Preise im Sommer
  • kaum Jetlag (nur zwei Stunden Zeitdifferenz)
  • kurze Fahrtzeiten (ein Standort reicht für die ganze Insel)
  • europäische Küche
  • keine Malaria

CONTRA:

  • recht hohe Nebenkosten (besser pauschal buchen)
  • Das Meer ist mit ca. 23° C im August nicht wirklich tropisch warm
  • An der Ostküste kann es windig und kühl sein

Südafrika

In Südafrika können schon die Kleinsten auf Safari gehen. © Susanne Frank

In Südafrika können schon die Kleinsten auf Safari gehen.

© Susanne Frank

Das südlichste Land Afrikas berührt  im Nordosten die Subtropen und kann daher auch im dortigen Winter bereist werden. In allen östlichen Gegenden (Johannesburg, Krüger-Park, Durban) herrscht sonniges, trockenes Wetter mit 20 bis 25° C.

Eine Rundtour von Johannesburg über den Krüger- und den Hluhluwe-Park bis zu den Stränden von Durban bietet mehr als genug für eine etwa drei- bis vierwöchige Tour in den Sommerferien.

PRO:

  • bezahlbare Flüge, auch Direktflüge
  • kein Jetlag durch fehlende Zeitverschiebung
  • moderate Nebenkosten
  • grandiose Natur (Tierwelt)
  • gute touristische Infrastruktur auch für Familien

CONTRA:

  • erhöhte Kriminalität
  • Malaria-Risiko im Nordosten
  • kühles Meer (Durban 20°C im Juli)

TippDer Südwesten, rund um Kapstadt, dürfte den meisten Europäern im Juli/August zu kühl und verregnet sein. Aber Südafrika ist ohnehin zu groß für eine einzige Reise.

Tansania/Sansibar

Auch in Ostafrika ist unser Sommer die optimale Reisezeit, da es trocken und nicht so schwülheiß ist wie im Winter. Die Chancen für Tierbeobachtungen stehen dann ebenfalls sehr gut, und mit Glück erlebt man eines der größten Naturspektakel der Erde: Die Wanderung von über 1 Million Gnus in der Serengeti.

Sansibar ist mit seinen weißen Palmenstränden ein tropisches Badeparadies (noch) ohne Touristenmassen.

PRO:

  • Safari auf dem Festland und Badeurlaub auf Sansibar: perfekte Kombination für Kinder
  • kein Jetlag
  • einmalige Tiererlebnisse

CONTRA:

  • Malariarisiko
  • Gelbfieberimpfung ist vorgeschrieben
  • manche Safaris sind erst ab zehn Jahren möglich
  • keine Direktflüge
  • hohe Nebenkosten (v.a. für Safaris)

Ihr seht, es spricht einiges dafür, in den Sommerferien auch mal die ausgetretenen europäischen Pfade zu verlassen und mit seinen Kindern in die Ferne zu schweifen!

Welche Erfahrungen habt ihr mit Fernreisen in den Sommerferien gemacht? Könnt ihr weitere Ziele empfehlen?

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Kommentar als Gast schreibenKommentar (1)

  • Also wir waren tatsächlich mal in der Nebensaison im Juli 2010 mit unserem damals gerade zweijährigen Sohn in Südafrika – und es war spitze! Wir würden jederzeit wieder im europäischen Sommer dorthin fahren. Hier findet ihr unseren Reisebericht dazu.

    Antworten | 19. Mai 2015

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