Kaufberatung ZelteWas muss ein gutes Familienzelt bieten?

Der Sommer steht vor der Tür und euer erster Campingurlaub ist geplant? Bevor ihr viel Geld für euer Familienzelt ausgebt, solltet ihr unsere Kaufberatung lesen. So findet ihr das ideale Zelt für eure Bedürfnisse.

von KidsAway-Redaktion

Seite 2/3 Woran man ein gutes Familienzelt erkennt

Woran erkennt man ein gutes Familienzelt?

In diesem Tunnel-Familienzelt ist wirklich viel Platz! © Flickr_Chris Barnes

In diesem Tunnel-Familienzelt ist wirklich viel Platz!

© Flickr_Chris Barnes

Familienzelte bieten je nach Größe und Design Platz für drei bis acht Personen. Entsprechend hoch sind meist das Packmaß und das Gewicht. Bis zu zwölf Kilogramm sind hier völlig in Ordnung; alles, was leichter ist, geht mit Abstrichen einher oder kostet deutlich mehr.

Checkliste: Das gehört zu einem guten Familienzelt

  • einfach auf- und wieder abzubauen (testen!)
  • Packmaße und Gewicht passend zur Reiseart und zum Kofferraum
  • genug Platz für alle Mitreisenden, das Gepäck und Proviant
  • bei älteren Kindern oder mehreren Parteien: getrennte Schlafkabinen
  • Schlafplatz von mindestens 60 cm Breite pro Mitreisendem
  • angenehme Stehhöhe, gemessen am größten Reiseteilnehmer (mindestens 1,70 Meter)
  • Nässeschutz (einzippbarer Boden im Vorzelt, geklebte Nähte, Regenvordach über dem Eingang)
  • Moskitonetze an allen Türen und Fenstern
  • zwei Eingänge, für bessere Belüftung und weniger Gewusel
  • helle, freundliche Farbe (Innenraum bleibt abends länger hell, Regentage schlagen weniger aufs Gemüt)

 

Vor allem wenn ihr mit Kleinkindern campt, sollte im Aufenthaltsbereich des Zeltes ein fester Boden liegen. Luxus-Ausführungen haben zum Beispiel direkt eingearbeitete Staufächer für die wichtigsten Kleinigkeiten, die schnell zur Hand sein müssen, und ein „Dachfenster“, das tagsüber für viel Helligkeit sorgt.

Das „perfekte Material“ gibt es nicht, auch hier sind eure Bedürfnisse entscheidend. Für Sommerurlaube im Süden, wo es feucht-warm wird, bieten sich Baumwolle oder das Baumwoll-Mischgewebe „Technical Cotton“ (TC) an. Sie sorgen für ein angenehmes Zeltklima und halten die starke UV-Strahlung ab. Gegen Regen ist Baumwolle auch ohne Extra-Beschichtung gut gerüstet, weil die Fasern bei Feuchtigkeit aufquellen und so von selbst dicht halten.

Der Nachteil ist das höhere Gewicht – und die lange Zeit, die so ein nasses Zelt zum Trocknen braucht. Für den mehrwöchigen Familien-Sommerurlaub auf dem Zeltplatz sind Zelte aus TC jedoch ideal.

Kunststoffe wie Polyester oder Nylon (Markenname „Ripstop“) sind leicht und schnell trocknend. Sie eignen sich daher vor allem für Touren, bei denen es auf das Gewicht des Zeltes ankommt. Zwar schützen sie euch besser vor Extremwetterlagen, dafür ist die Belüftung dieser Zelte meist weniger gut und Polyester raschelt unangenehm laut bei Wind. Nylonzelte sind außerdem wenig UV-stabil und verlieren bei Regen an Festigkeit, weshalb ihr sie dann nachspannen müsst (und nass werdet).

Habt ihr die Wahl, dann entscheidet euch für Silikon-Beschichtungen; sie sind langlebig und sorgen nicht nur für bessere Reißfestigkeit, sondern erhöhen auch den UV-Schutz. Nach dem Kauf eines solchen Zeltes solltet ihr allerdings zuerst alle Nähte per Hand nachversiegeln.

 

TippWie dicht ist dicht?

Ein Zelt sollte wasserdicht sein, keine Frage. Eine Wassersäule ab 1.500 mm garantiert Regendichte beim Außenzelt, der Boden sollte mindestens eine 2.000-mm-Wassersäule haben. Fast alle Zelte erfüllen diese Mindestvorgaben; entscheidend ist hier jedoch, wie lange die Stoffe so dicht halten. Hier zahlt sich die Qualität einer hochwertigen Beschichtung aus – und die kostet meist etwas mehr.

 

Das Gestänge moderner Familienzelte besteht nicht mehr aus stabilem, aber schwerem Stahl, sondern meist aus günstigem Fiberglas oder Aluminium. Letzteres ist etwas teurer, aber leichter und fester als Fiberglas. Durch die innen liegenden Verbindungsstücke zwischen den Stangen-Elementen wird auch der Zeltstoff nicht so stark beansprucht.

Der Preis allein ist nicht entscheidend – wenn ihr keine Extremcamper seid, findet ihr auch im unteren Preissegment robuste und gute Zelte, die bei sorgsamem Gebrauch und Pflege jahrelang halten.

Gute Qualität erkennt man als Laie vor allem an der Verarbeitung eines Zelts. Achtet darauf, dass Nähte nicht nur genäht, sondern auch verklebt sind, damit sie lange wasserfest bleiben. Ösen, Schnüre und Reißverschlüsse müssen immer eingenäht sein, damit sie nicht bei Beanspruchung reißen können. Statt Metall sollte hier immer Kunststoff zum Einsatz kommen, um Rost zu vermeiden.

Entscheidend für Zelte, in denen man sich eine Weile aufhalten will, ist nicht nur Nässeschutz nach außen, sondern auch eine gute Belüftung. Sonst sitzt ihr nämlich spätestens nach der ersten Nacht in einer Pfütze des Kondenswassers eurer Atemluft. Ein Zelt sollte also möglichst viele Fenster und Belüftungsöffnungen haben, die sich so öffnen lassen, dass kein Regen von außen hineinlaufen kann.

Schaut euch Zelte vor dem Kauf möglichst immer im aufgebauten Zustand an. Dann könnt direkt prüfen, ob die Zeltplanen gleichmäßig gespannt sind, ob sich Reißverschlüsse und Haken leicht öffnen und schließen lassen und ob der gesamte Aufbau für euch und eure Bedürfnisse praktikabel ist.

Das alles muss nicht teuer sein! Ein gutes Sommer-Familienzelt für drei Personen bekommt ihr schon für unter 100 Euro. Nach oben ist die Skala natürlich offen, aber mehr als 800 Euro muss wirklich niemand für ein Zelt investieren, das in einen Familienurlaub mitkommen soll.


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