Fliegen mit Babys6 Schritte, um ein Baby Bassinet für euren Flug zu bekommen

Immer mehr Eltern buchen auch für Babys unter zwei Jahren einen eigenen Sitzplatz, um sie im Flugzeug bestmöglich zu sichern. Kommt das für euch nicht in Frage, wollt ihr sicherlich ein Babykörbchen für euer Kleines ergattern - wir sagen euch, ob und wie das geht.

von KidsAway-Redaktion

Das Bassinet - ein begehrter Platz im Flugzeug für Babys © Flickr - William Whyte

Das Bassinet - ein begehrter Platz im Flugzeug für Babys

© Flickr - William Whyte

Regelmäßige Leser wissen schon, dass wir großen Wert auf die bestmögliche Sicherung von Babys und Kindern im Flugzeug legen. Und wer unsere Beiträge zu diesem Thema gelesen hat, der weiß auch: Am sichersten sitzen Kinder bis zum Alter von etwa sieben Jahren im Flugzeug auf ihrem eigenen Sitzplatz in ihrem eigenen Kindersitz.

Wer mit Baby fliegt, der nutzt also am besten eine Babyschale, die für die Verwendung im Flugzeug zugelassen ist – und bucht bei einer Airline, die diese Babyschale auch an Bord zulässt (das ist leider keine Selbstverständlichkeit, vor allem bei Billig- und Pauschalfliegern).

Babys unter zwei Jahren ohne eigenen Sitzplatz, die nicht in einem zugelassenen Rückhaltesystem sitzen, müssen während Start und Landung und auch sonst immer, wenn die Anschnallzeichen leuchten, zu Mama oder Papa auf den Schoß. „Gesichert“ mit dem Loop Belt, wenn ihr mit einer europäischen Airline fliegt, oder auch einfach nur so, wenn es eine amerikanische Fluggesellschaft ist.

Zwischendurch immerhin gibt es für Eltern auf vielen Mittel- und Langstreckenflügen die Möglichkeit, ihr Baby in eine Art Körbchen (auf Englisch: „bassinet“) zu legen. Das wird an der Wand zwischen Economy und Business Class eingehängt, direkt vor den Sitzplätzen der „bulkhead row“, auch bekannt als Eltern-Kind-Reihe.

 

Baby bassinet – pro und contra

Der Vorteil: Hier können Babys wie in einem richtigen Bett schlafen oder auch im Sitzen oder Liegen spielen. Zwischendurch habt ihr eine praktische Möglichkeit, ein wenig Spielzeug oder Gepäck hier abzulegen; und die zusätzliche Beinfreiheit in der ersten Reihe freut nicht nur Krabbelbabys und Laufanfänger, sondern auch die Eltern.

Der Nachteil: Abgesehen von der mangelnden Sicherheit in den Flugphasen, in denen ihr euer Baby auf dem Schoß haltet, ist noch mehr zu bedenken: Es gibt keine absolute Sicherheit, dass ihr das Bassinet überhaupt bekommt – viele Eltern berichten erbost von Sitzplatzänderungen in letzter Minute und Langstreckenflügen, in denen sie ihr Baby durchgehend auf dem Schoß halten mussten.

Selbst wenn ihr eines ergattert, kann es bei Turbulenzen jederzeit passieren, dass ihr euer schlafendes Baby aus dem Körbchen holen und auf eurem Schoß anschnallen müsst – auf wackeligen Flügen gern auch mehrmals. Und selbst wenn alles glatt läuft, habt ihr keine Sicherheit, dass euer Baby in dem ungewohnten Körbchen auch schlafen will. Mit Pech habt ihr alle Hände voll zu tun, es nonstop am Herausklettern zu hindern oder könnt es gar nicht darin ablegen, ohne dass es weint.

Die zusätzliche Beinfreiheit erkauft ihr euch mit feststehenden Armlehnen – gemeinsames Kuscheln ist in der ersten Reihe nicht möglich. Auf Inflight Entertainment (also den Fernseher in der Rücklehne des Vordersitzes) muss man in der ersten Reihe bei einigen Maschinen ebenfalls verzichten. Mit Pech sitzt ihr dann direkt vor einem großen Bildschirm, auf dem das Bordprogramm für alle Passagiere hinter euch läuft.

 

Noch einmal: Wir fänden es wahnsinnig toll, wenn ihr auf eurem nächsten Urlaubsflug einen eigenen Sitzplatz für euer Baby bucht und es dort in einer zugelassenen Babyschale anschnallt. Welche dafür in Frage kommen, listen wir in diesem Beitrag über Kindersitze mit Flugzeugzulassung auf.

Wer gemütlich und sicher in einem Autokindersitz liegt, der braucht natürlich kein Extra-Bett zum Schlafen im Flugzeug. Entsprechend vergeben die Airlines ihre Bassinets nur an Babys ohne eigenen Sitzplatz. Solltet ihr – warum auch immer – diese Option wählen, wollen wir euch trotzdem ein paar Tipps geben, wie ihr eines der begehrten Babykörbchen im Flugzeug bekommt.

 

Ein Bassinet für euer Baby bekommen: so geht’s

Den Flug verschlafen im Baby Bassinet - hoffentlich klappts! © Flickr - William Whyte

Den Flug verschlafen im Baby Bassinet - hoffentlich klappts!

© Flickr - William Whyte

Das Problem mit den Bassinets ist: Da sie an einer recht kurzen Wand eingehängt werden müssen, stehen auf jedem Flug schlicht sehr wenige von ihnen zur Verfügung. Auch in Business und First Class sieht es in dieser Beziehung nicht besser aus.

Gerade auf Ferienflügen sind sehr oft mehr Eltern mit Babys an Bord, als Babykörbchen verfügbar sind. Um eines der begehrten Bassinets zu ergattern, geht ihr am besten strategisch vor.

 

Schritt eins: Prüfen, ob ein Bassinet in Frage kommt

Bassinets variieren bei jeder Airline in Größe und Traglast, entsprechend macht jede Fluggesellschaft andere Vorgaben, was die maximale Körpergröße und/oder das Gewicht der Babys angeht, die für ein solches Körbchen zugelassen sind.

Generell sind es die arabischen Airlines, bei denen auch große Babys noch in die Körbchen passen. Qatar Airways und Singapore, aber auch British Airways bieten Bassinets für Kinder bis zwei Jahre an. In der Regel dürfen aber nur wirklich kleine Babys die Körbchen nutzen.

 

Bassinet-Regelungen der größten deutschen Airlines

AirlineMaximale Größe/GewichtMaximales AlterVerfügbarkeit
AirBerlinkeine Angabefür Babys bis 12 Monatenicht in allen Flugzeugen, auf Flügen ab 90 Minuten, nicht reservierbar
Condor8 kg6 Monateauf Langstreckenflügen in Zonen 3, 4 und 5 nur in Premium Economy und Business Class, reservierbar bis spätestens 2 Werktage vor Abflug, nicht auf Codeshare-Flügen mit Lufthansa
Easyjetkeine Bassinets
Germanwingskeine Bassinets
Lufthansa14 kg/83 cmkeine Angabeauf Langstreckenflügen, reservierbar
Ryanairkeine Bassinets
TUIfly8 kgkeine Angabein vielen Flugzeugen, telefonisch reservierbar

 

Schritt zwei: den richtigen Flug buchen

Onlinebuchungen sind bequem und oft sehr günstig, aber keine Option, wenn ihr ein Bassinet für euer Baby haben wollt. Ruft die Airline eurer Wahl auf jeden Fall VOR der Buchung an und lasst euch bestätigen, dass für den Flug eurer Wahl überhaupt Bassinet-Plätze verfügbar sind.

 

TippAchtung: Wenn ihr einen Codeshare-Flug bucht, gelten eventuell andere Regelungen und Vorgaben bezüglich der Bassinets als bei der Airline, die ihr kontaktiert habt. Fragt hier explizit nach!

 

Schritt drei: die richtigen Plätze buchen

Selbst wenn auf eurem Flug Babykörbchen zur Verfügung stehen: Die wenigen vorhandenen Bassinets sind nicht nur schnell weg, ihr bekommt sie auch nur, wenn ihr einen Sitzplatz direkt davor habt. Nicht jeder Platz in der ersten Reihe ist mit einem Babykörbchen ausgestattet!

 

Tipp Die Website www.seatguru.com zeigt für jeden Flug die genaue Position und Ausstattung der einzelnen Sitzplätze an. Hier könnt ihr eure Flugnummer oder die Flugdaten eingeben und dann genau schauen, welche Plätze euch zu einer Bassinet-Reservierung berechtigen. Fragt auf jeden Fall auch noch einmal im Reisebüro und bei der Airline nach.

 

Schritt vier: Bassinet reservieren

Wenn ihr die Airline im Schritt eins oder zwei schon an der Strippe habt, dann nutzt das und reserviert zusammen mit euren Tickets direkt auch das Bassinet für euer Baby (und das Kindermenü für ältere Geschwister oder das vegetarische Menü für euch selbst).

Habt ihr eure Flugtickets online gebucht oder vielleicht erst später von der Möglichkeit des Babykörbchens erfahren, dann zögert nicht, die Airline auch nachträglich noch anzurufen und um ein Bassinet zu bitten.

 

Schritt fünf: Bassinet bestätigen lassen

Nur bei wenigen Airlines ist es möglich, ein Babykörbchen überhaupt zu reservieren. Meist bekommt ihr nur eine Bestätigung eurer Anfrage. Dann solltet ihr 24 Stunden vor eurem Flug noch einmal anrufen und eure Reservierung bestätigen. Dasselbe solltet ihr vorsichtshalber auch tun, wenn man euch ein Babykörbchen fest zugesichert hat – sicher ist sicher.

 

Tipp Vergesst nicht, eure Bitte auch 24 Stunden vor dem Rückflug noch einmal durchzugeben, und fordert das Bassinet auch für mögliche Anschlussflüge an!

 

Absolute Garantie auf ein Babykörbchen gibt euch übrigens keine Airline. Es kann immer in letzter Minute zu Umbuchungen kommen, etwa wenn auf einen anderen Maschinentyp ausgewichen werden muss oder auch, wenn Passagiere mit medizinischen Bedürfnissen an Bord kommen – diese haben immer Priorität.

 

Schritt sechs: Bassinet bekommen

Bei den meisten Airlines läuft die Bassinet-Vergabe nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Sind viele Babys auf einem Flug dabei, werden die Körbchen an die jüngsten und kleinsten unter ihnen vergeben – und natürlich an diejenigen, die zuerst nachfragen.

Checkt also für euren Flug mit Baby so früh wie möglich ein und verlangt direkt beim Check-in noch einmal nach einem Babykörbchen. Auch an Bord solltet ihr die ersten sein, findet euch also rechtzeitig zum Beginn des Boardings am Gate ein und platziert euch im Wartebereich so, dass ihr als erste an den Schalter kommt.

 

Ihr habt ein Bassinet bekommen? Glückwunsch!

Bevor euch das Bordpersonal dabei hilft, das Körbchen einzuhängen, denkt daran, den Bildschirm aus eurer Armlehne herauszuklappen. Ist das Bassinet einmal installiert und euer Baby liegt drin, ist nämlich nicht mehr genug Platz dafür.

Aus Sicherheitsgründen sollen Babys auch im Bassinet angeschnallt werden; dafür gibt es je nach Airline verschiedene Vorrichtungen. Mit älteren Babys solltet ihr diese vor dem Schlafengehen einmal ausprobieren, um sie daran zu gewöhnen und auch, um selbst Sicherheit im Umgang damit zu bekommen. Flug-Profis empfehlen nämlich, das Baby bereits schlafend in das Bassinet zu legen.

Sitzt ihr in einer Reihe mit anderen Passagieren, kann es beim Essen sehr eng werden. Bittet also die Crew, euer Essen ein wenig zeitiger oder auch zeitversetzt (also nur für ein Elternteil eher) zu servieren, damit ihr mehr Platz habt.

Und bevor ihr euch allzusehr ausbreitet: Bei Start, Landung und Turbulenzen während des Fluges muss der Raum zu euren Füßen ordentlich aufgeräumt sein. Anders als die anderen Passagiere könnt ihr nichts unter den Sitz eures Vordermanns oder in die Rücksitztasche schieben, alles muss in das Compartment über euch. Wählt also mit Bedacht, was ihr während des Fluges unbedingt braucht.

 

Habt ihr eines der begehrten Bassinets auf eurem Flug mit Baby ergattert?

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (2)

  • Das Problem mit den Gewichts- und Altersangaben ist, dass das Kind dann trotz passenden Alters und Gewichts NICHT ins Bassinett passt…

    Unser Sohn war ein sehr schlankes Baby, aber groß. Bei Condor (glaube ich) passte er dann nicht ins Bassinett, was extrem ärgerlich war. Das war dann das erste und einzige Mal, dass wir ohne Autokindersitz mit Bassinett und Baby auf dem Schoß geflogen sind. Und den Flug inkl. Bassinett hatten wir über ein Reisebüro gebucht :-(

    Antworten | 15. September 2015
  • Liebes Kidsaway-Team,

    das klingt alles ja doch recht kompliziert! Wie wäre es, wenn die reiselustigen Eltern einfach ein kompetentes Reisebüro zu Rate ziehen würden. Man muss Flüge nicht online buchen und tausend Telefonate mit Airlines führen etc. Man kann auch die ganze Arbeit einem Fachmann/frau überlassen ;-) und einfach die Vorfreude genießen. Ich hatte bisher, wenn die Babys “jung” genug waren noch keine Probleme, für meine Kunden ein Babybassinett zu reservieren…

    Antworten | 14. September 2015

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