Reisebericht PortugalMit Bus und Baby durch Europa

Mit Bus und Baby 11.000 Kilometer quer durch Europa - geht das als aufgeregte Neu-Mami? Und ob! Portugal, Spanien, Gibraltar, Frankreich! Während die Eltern das Familienleben und die Surfstrände genossen, wuchs Hannes vom Buggykind zum Krabbelkind.

von jessika

Surfen am Praia do Amado © jessika

Surfen am Praia do Amado

© jessika

Reisebericht verfasst von

jessika
am 14.04.2014

Informationen zur Reise

Reiseziel: Portugal
Reiseroute: Portugal, Spanien, Gibraltar, Portugal, Frankreich
Urlaubsort: Portugal
Reisedauer: 3 Monate
Teilnehmer: 2 Erwachsene, 1 Baby

Schon vor Hannes’ Geburt stand für uns fest: Wir wollen die Elternzeit nutzen, um einmal richtig lange zu reisen. Stefan hatte das schon so lange vor, und nun war das natürlich eine tolle Möglichkeit. So fragte er sehr frühzeitig bei seinem Chef nach. Da er in einem kleinen Büro arbeitet, ist so ein Ausfall natürlich nicht so schön, aber der Chef (der selbst drei Kinder hat) sagte zu.

Als Hannes dann geboren war, fing mein Mutterherz an zu wanken. Es war doch alles etwas aufregender, als ich es mir vorgestellt hatte. Und Hannes war auch nicht das pflegeleichteste Baby. Aber ich wollte mich da von meinen Ängsten auch nicht leiten lassen, und wir hielten weiter an dem Plan fest.

Geboren wurde Hannes im August. Die Elternzeit hatten wir für April/Mai geplant, da es dann von Stefans Arbeit aus ganz okay aussah. Hannes war bei Reiseantritt also acht Monate alt. Unser Reiseziel stand von Anfang an fest: Wir wollten nach Portugal! Dort waren wir während meiner Schwangerschaft gewesen und hatten uns sehr wohl gefühlt. Hier wollten wir unbedingt noch einmal mit dem eigenen Bus runter fahren und das Land in Ruhe bereisen. Wir hatten knapp elf Wochen Zeit. Anfang des Jahres wurden unsere Planungen langsam konkreter. Erstes Ziel sollte Sagres in Portugal sein. Dort mieteten wir für zwei Wochen ein Appartement. Erst mal wollten wir entspannt in die Reise starten, der Rest der Reise sollte sich dann spontan ergeben. Tendenziell wollten wir dann auch lieber campen, falls das uns allen gefallen würde. „Ohne Kind“ waren wir vorher immer gern nur mit dem Bus unterwegs gewesen. Wobei ich zugebe, doch ein wenig zu den Luxuscampern zu gehören, ich habe einfach gern alles dabei ;o). Das Budget hatten wir aber so geplant, dass wir uns auch die ganze Reise über ein Ferienhaus „leisten“ könnten.

Je näher der Termin rückte, umso mehr Gedanken machte ich mir: Wie übersteht Hannes so eine lange Fahrt? Wie viele Kilometer schaffen wir pro Tag? Welches ist der bequemste Kindersitz? Bei wie viel Grad kann ein Kind noch im Bus schlafen? Welche Medikamente muss ich mitnehmen? Was ist mit Sonnenschutz? Wie viel Essen muss ich mitnehmen und welche Produkte gibt es im Ausland? So manch schlaflose Nacht lag hinter mir, zusätzlich zur nächtlichen Stillerei. Stefan war vor der Reise auch sehr angespannt, das hatte aber eher berufliche Gründe. Außerdem war unser Bus noch nicht fertig ausgebaut, da es das Frühjahr war, wo der Schnee nicht enden wollte. Im Endeffekt wurde der Bus bei Schnee und Eis, mit dem Gaslüfter vom Opa unter Planen fertiggestellt.

Ich nutzte die Zeit und besorgte das nötige Equipment. Da ich die ganze Zeit Angst hatte, dass das Kind erfriert, bestand ich darauf, einen kleinen Heizlüfter und eine Kabeltrommel mitzunehmen. Außerdem einen dicken Winterschlafsack mit Ärmeln. Hannes’ Garderobe hatte ich aufgeteilt: eine Tasche griffbereit mit allen nötigen Sachen und eine Tasche, die in den unteren Fächern des Busses verstaut wurde, aus der ich dann nachfüllen konnte. Insgesamt hatte ich viel zu viel eingepackt, da wir sowieso jede Woche gewaschen haben.

Um Hannes’ Ernährung machte ich mir ebenfalls sehr viele Sorgen, so dass Stefan dann auch meinte, wir nehmen einfach alles mit und gut ist. So fuhren wir mit 15 Packungen Babymilch, 60 Mittagsgläschen, Obstgläschen, Hirse, Vollkornflocken und einem Babykocher für unterwegs. Dieser hat sehr gut funktioniert. Es ist super, das Essen mitzunehmen, wenn man den Platz hat. Im Ausland sind teilweise merkwürdige Zusatzstoffe drin, von denen Hannes starkes Bauchweh bekam. Außerdem ist es sehr, sehr teuer. Ein einfaches Gemüse-Fleisch-Gläschen bei Lidl kostet in Portugal 1,75 Euro! Und jeden Tag mit dem Campingkocher etwas kochen, dazu war ich ehrlich gesagt zu faul.

Nun wurde es langsam ernst. Das Auto wurde gepackt. Ein heilloses Durcheinander. Busvorzelt, Tisch, Stühle, Buggy, zwei Wellenreiter, einmal Windsurfmaterial, Küchenutensilien,  Medikamente und, und, und… Die Abfahrt musste einen Tag verschoben werden, da Stefan noch einmal ins Büro musste. Für mich war das schlimm, ich war so aufgeregt und saß auf  heißen Kohlen. Ostersonntag ging es dann um 14 Uhr endgültig los. Freunde kamen noch zum Winken. Hannes war gerade furchtbar motzig drauf, weil die Zähne wuchsen oder irgendwas, daher tat es mir gar nicht so leid, dass er die Nacht im Kindersitz verbringen sollte. Der Sitz war übrigens der Cybex Aton, meiner Meinung nach die geräumigste Babyschale. Ich hatte in meiner Krabbelgruppe alle Sitze vermessen.

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Kommentar als Gast schreibenKommentare (2)

  • Ein toller Beitrag!

    Vielen Dank und herzliche Grüße aus Portugal.

    Fam. Mueller

    Antworten | 6. Dezember 2016
    • Jessika

      Dankeschön! Herrlich das jetzt mal wieder zu lesen! Hannes ist inzwischen 4,5 und die Schwester 2,5 Jahre. Die durfte mit neun Wochen gleich nach Lacanau :-)

      Antworten | 8. Dezember 2016

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