Reisen und ElternseinUrlaub trotz Kind? Tipps für kleine Reise-Verweigerer (und ihre Eltern)

Wenn man ein Baby hat, das nicht gern Auto fährt, ein Kleinkind, das nicht stillsitzen kann oder ein Vorschulkind, das Panik vor Veränderungen hat – sollte man dann trotzdem in den Urlaub fahren?

von KidsAway-Redaktion

Seite 2/2 Mit "schwierigen" Kindern im Urlaub - die Herausforderungen und ein paar Tipps dazu

Problem Nummer zwei: der Urlaub an sich

Schlafen in einer fremden Umgebung fällt vielen Kindern schwer © Olesia Bilkei - Fotolia.com

Schlafen in einer fremden Umgebung fällt vielen Kindern schwer

© Olesia Bilkei - Fotolia.com

Wer nachdenkt, versteht schnell, warum viele Babys und Kleinkinder einen Urlaub nicht wirklich erholsam finden: Alles ist anders als zu Hause, unheimlich viele neue Eindrücke stürmen auf sie ein und müssen verarbeitet werden – klar, dass da an Schlaf nicht zu denken ist oder dass die Schlaffenster sich durch den veränderten Tagesablauf im Urlaub verschieben. Und klar auch, dass ein müdes, überreiztes Kleinkind nicht gut drauf ist – was es seine Eltern und die restliche Umgebung meist deutlich spüren lässt.

Diese wiederum erwarten vom Urlaub, dass es dort anders, lockerer, eben entspannter zugeht als im Alltag, dass sie ausschlafen, am Strand liegen oder Sport machen können. Wie soll ein Baby das wissen – oder verstehen, dass seine Eltern eben wegen ihrer hohen Erwartungen, die nun enttäuscht werden, besonders entnervt sind, wenn es sich doch nur so verhält wie immer?

Oft lässt sich ein gewisses Maß an Unruhe und damit einhergehendem Unmut einfach nicht vermeiden, wenn man verreist. Der Trick ist, wie ihr Eltern mit dieser Umstellung umgeht. Kinder spiegeln bekanntlich die Stimmung ihrer Eltern; je entspannter diese ist, umso besser. Wie ihr das schafft?

Die Lösung hat zwei Seiten: umfassende Vorbereitung und Flexibilität. Plant euren Urlaubstag also durchaus vor, aber seid immer darauf eingestellt, den Plan umzustoßen, wenn es nötig ist. Der Plan für einen Urlaubstag mit Baby oder Kleinkind sollte möglichst wie zu Hause aussehen. Die neue Umgebung bietet oft schon Umstellung genug; gestaltet den Tagesablauf mit vertrauten Routinen, Spielplatzbesuchen und Spaziergängen, um euer Kind nicht zu überfordern, und fügt aufregende Unternehmungen oder anstrengende Ausflüge nur behutsam hinzu.

 

TippDauercamping statt Städtetrip

Die Bedürfnisse von Kindern sind oft andere als die von Erwachsenen. Viele brauchen eine ganze Weile, um sich an neue Umgebungen einzugewöhnen. Wollt ihr einen entspannten Urlaub, solltet ihr also auf Kurztrips verzichten und/oder an Orte reisen, an denen ihr schon gewesen seid und wo sich euer Kind „auskennt“. Rundreisen und Fernreisen verschiebt ihr mit sensiblen Kindern besser auf später.

 

Schlafen in fremder Umgebung

Der Schlaf von Babys und Kleinkindern ist eine heikle Angelegenheit; problemloses Einschlafen oder gar Durchschlafen ist auch im vertrauten Zuhause bei vielen Familien eher die Ausnahme. Noch schwieriger wird es bei einigen im Urlaub.

Hat sich das Kind dann noch eine Erkältung geholt, führt vor dem Fenster eine Straße entlang oder kann das Zimmer nicht verdunkelt werden, resultiert das für die Eltern in durchwachten Nächten – nach einer ohnehin schon anstrengenden Anreise und trubeligen Urlaubstagen genau das Gegenteil der ersehnten Erholung.

 

Tipps für das Ein- und Durchschlafen im Urlaub

  • „Schlaftraining“: auch zu Hause sollte das Einschlafen nicht in kompletter Stille und Dunkelheit stattfinden, Einschlafen immer wieder in verschiedenen Situationen ausprobieren (anderes Zimmer, bei Oma usw.)
  • eigenes, schon benutztes Bettzeug und vertraute Kuscheltiere mitnehmen
  • zu Hause CD mit vertrauten Nachtgeräuschen aufnehmen und beim Einschlafen abspielen
  • geeignetes Hotelzimmer wählen
  • das Babyreisebett schon zu Hause verwenden, so dass es vertraut ist
  • Babys und Kleinkinder im Elternbett oder im Elternschlafzimmer schlafen lassen
  • Zubettgehzeit im Urlaub flexibel an die Müdigkeit des Kindes anpassen, nicht nach Uhrzeit richten

 

Viel Bewegung an der frischen Luft sorgt für ausgepowerte Kinder im positiven Sinn. Was ihr vermeiden solltet, sind Müdigkeit durch Überforderung und Überreizung. Lange, anstrengende Ausflüge, Stadtbummel im Getümmel oder auch zu viel Fernsehen sind Gift für ruhige Abende im Urlaub.

Ist euer Baby rund um die Uhr zufrieden und schläft überall problemlos ein und durch, Glückwunsch! Alle anderen Eltern tun gut daran, ihre eigenen Erwartungen an den Urlaub sehr bewusst zu überdenken und immer daran zu denken, wie ihr Kind die Situation wahrnimmt. Klappt nicht alles wie gewünscht oder auch nur erhofft, ist es wichtig, wie ihr mit dieser „Enttäuschung“ umgeht: meckern und schlechte Laune helfen euch nicht weiter.

Versucht, superfrühe Morgenstunden mit eurem Kleinkind auf einem Morgenspaziergang zu genießen und legt dafür mittags ein Nickerchen ein (notfalls abwechselnd), oder schaut euch mit eurem nimmermüden Baby den Mond an, während alles schon schläft.

Auch Eltern mit „einfachen“ Kindern sind auf Reisen immer wieder in Situationen, die sie an ihre Grenzen bringen. Ein dauerschreiendes Baby oder ein Kind, das sich konsequent verweigert, ist in der Ausnahmesituation Urlaub aber eine solche Belastung – für seine Eltern, aber natürlich auch für sich selbst –, dass viele Familien in den ersten Jahren mit dem Baby auf Reisen verzichten.

Und so sehr wir bei KidsAway das Reisen mit Kindern auch empfehlen: Manchmal ist es einfach zu anstrengend. Es ist keine Schande, wenn ihr euren Urlaub früher beendet, auf halber Strecke umkehrt und wieder nach Hause fahrt oder beschließt, im nächsten Jahr den Sommer auf Balkonien zu verbringen. Durchhalten auf Teufel komm raus wollen wir euch nicht empfehlen; allerdings legen wir euch ans Herz, das Reisen mit euren Kindern geduldig immer wieder zu probieren.

Mit zunehmendem Alter verkraften Kinder immer mehr Belastungen und können Eindrücke besser verarbeiten, sie werden offener gegenüber Neuem und können ihre Grenzen besser wahrnehmen. Auch die Reisekrankheit verwächst sich bei den allermeisten Kindern spätestens mit zwölf Jahren. Übung macht den Meister – das gilt auch für das Reisen.

Für euch Eltern besteht die wichtigste Lektion beim Reisen mit Kindern darin: Ruhe bewahren und lächeln. Auch aus schlechten Erfahrungen kann man etwas lernen; und wenigstens hinterher lacht man meist darüber.

 

Habt ihr ein „schwieriges“ Reisekind? Erzählt uns von euren Erlebnissen und Erfahrungen!

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Kommentar als Gast schreibenKommentar (1)

  • Nadine

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für den sehr interessanten Beitrag und die tollen Tipps.
    Ich möchte diesen Sommer mit meiner Familie in den Urlaub fahren. Uns ist es wichtig, dass Kinder willkommen sind. Auf der Suche nach Hotels bin ich auf diese Seite gestoßen: [Link entfernt]

    LG
    Nadine

    Antworten | 19. April 2017

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