Reisevorbereitung für KinderDie große Reise: Wie ihr eure Kinder darauf vorbereitet

Wenn die erste große Reise ansteht, sind nicht nur die Eltern aufgeregt. Wir haben Tipps gesammelt, wie ihr eure Kinder auf den Urlaub in fernen Ländern vorbereiten könnt.

von KidsAway-Redaktion

Wir freuen uns auf den Urlaub! © Aleksei Potov - Fotolia.com

Wir freuen uns auf den Urlaub!

© Aleksei Potov - Fotolia.com

Kinder sind kleine Konservative – sie mögen ihre vertraute Umgebung, in der sie alles kennen und wissen, was sie erwartet. Das gilt nicht nur für Babys, sondern auch für ältere Kinder. Geht es auf eine Reise, empfinden die meisten Kinder daher nicht nur Vorfreude, sondern auch ein wenig Angst. Je weiter weg die Reise führt und je weniger sie darüber wissen, was sie am Urlaubsort erwartet, desto schlimmer – manche Kinder sind so aufgeregt, dass sie sich sogar weigern, überhaupt mitzufahren.

Kinder brauchen eure Unterstützung, um Vorfreude zu „lernen“: Nehmt euch neben Packlisten, Impfterminen und Pass-Verlängerung auch ein wenig Zeit, um euch gemeinsam mit den Kindern auf die anstehende Reise einzustimmen. Wenn das Reiseziel nicht mehr ganz so fremd ist, können sich auch Kinder schon Wochen vorher darauf freuen, was sie im Urlaub dort unternehmen werden.

Aus der Kinderperspektive ist klar: Zu Hause geht es mir gut, warum soll ich daran etwas ändern? Wenn überhaupt, dann freuen sich Kinder auf Sachen, die sie bereits kennen: Ferien im vertrauten Haus von Oma oder auf dem Zeltplatz vom letzten Jahr sind völlig okay. Hier könnt ihr ansetzen.

 

Schritt eins: den Ablauf der Reise durchgehen

Am Anfang jedes Urlaubs steht die Anreise. Je weniger Erfahrung eure Kinder mit der Reiseroute und dem Transportmittel haben, desto wichtiger ist es, dass ihr mit ihnen darüber sprecht, wie die Reise ablaufen wird.

Reist ihr mit dem Flugzeug in den Urlaub, ist das natürlich besonders spannend und aufregend. Erklärt eurem Kind den genauen Ablauf des Eincheckens, die Sicherheitskontrolle und den Gang zum Gate und legt besonderen Fokus darauf, was euer Kind dann jeweils tun und lassen soll. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um wichtige Verhaltensregeln aufzustellen und zu erklären, welchen Sinn diese haben.

Ist der Flughafen in der Nähe eures Wohnorts, ist ein Ausflug dorthin eine tolle Einstimmung auf den Urlaub. Auch wenn ihr als Besucher nur bis zu den Toren der Sicherheitskontrolle kommt, könnt ihr schon einmal „Atmosphäre schnuppern“, die Rolltreppen ausprobieren und auf der Besucherterrasse den startenden Flugzeugen zuschauen. (Bei kleineren Flughäfen mit wenig Flugverkehr lohnt sich vorher ein Blick auf den Flugplan, damit ihr eurem Kind auch etwas bieten könnt!)

Auch für zu Hause gibt es viele tolle Möglichkeiten für Kinder, sich auf den Urlaubsflug vorzubereiten: Angefangen von zahlreichen Sach- und Bilderbüchern zum Thema Flughafen und Fliegen für jedes Alter über Spielzeug-Sets von Playmobil und Lego bis zu Mal- und Bastelvorlagen für Flugzeuge findet sich für jedes Kind ein Anknüpfungspunkt für die Beschäftigung mit dem Thema.

Mit kleineren Kindern könnt ihr gemeinsam Rollenspiele mit Puppen spielen oder kurze Geschichten darüber erzählen, wie eure Reise anfangen wird oder was ihr Eltern schon beim Fliegen erlebt habt (bitte keine Schauergeschichten von Turbulenzen und luftkranken Passagieren!).

Ähnlich könnt ihr vorgehen, wenn ihr eine Zugfahrt vorhabt: Schaut euch den Bahnhof, die Gleise und die Züge an, steigt vielleicht auch schon mal in einen Zug ein (Abfahrtszeit beachten!) und überlegt gemeinsam, was ihr in eurem Abteil alles spielen könnt. Müsst ihr umsteigen, dann geht gemeinsam die Reihenfolge eurer Schritte durch, damit eure Kinder wissen, was dann von ihnen erwartet wird.

Ihr fahrt nur „ganz normal“ mit dem Auto? Für Kinder ist das genauso aufregend, sprecht also über den genauen Ablauf der Fahrt, begonnen beim Start zu Hause. Erzählt, eventuell mit Hilfe einer Landkarte, wie lange es dauern wird, überlegt, was ihr und euer Kind während der Fahrt spielen könnt und was ihr während der Pausen tun werdet. Hier könnt ihr an passender Stelle anbringen, warum Kinder auf dem Rastplatz nicht auf die Straße laufen dürfen, warum es so wichtig ist, dass man rechtzeitig anmeldet, wenn man mal muss, und dass ihr die Bibi-Blocksberg-CD höchstens zweimal hintereinander anhören werdet.

Kindergartenkinder freuen sich, wenn sie in die Reiseplanung einbezogen werden: Überlegt gemeinsam, welche Spielsachen sich für die Reise eignen, sucht passende Kleidung für den Urlaub gemeinsam heraus, leiht in der Kinderbibliothek Hörspiel-CDs und Bücher für die Fahrt aus und bereitet gemeinsam das Picknick für die Rastpause vor.

 

Was erwartet uns am Ziel?

Entdeckt mit den Kindern euer Reiseziel © Peter Atkins - Fotolia.com

Entdeckt mit den Kindern euer Reiseziel

© Peter Atkins - Fotolia.com

Auch auf das Reiseziel können Kind altersgerecht eingestimmt werden, um ihnen damit das Ankommen zu erleichtern und für Vorfreude zu sorgen. Dazu sind natürlich ein paar Gedanken im Vorhinein nötig. Warum macht ihr diese Reise überhaupt, was erwartet ihr selbst von eurem Urlaub? Nennt mindestens drei Dinge, die ihr in der Zeit gemeinsam mit eurem Kind unternehmen wollt oder die es dort auf jeden Fall mögen wird. Das kann eine Radtour sein, der Besuch eines Freizeitparks oder auch „nur“ das Bauen einer Kleckerburg am Strand.

Wenn ihr eine Unterkunft vorgebucht habt, erklärt euren Kindern, was sie dort erwartet und zeigt ihnen am besten Bilder davon. Google Maps zeigt älteren Kindern, die schon das Prinzip der Draufsicht verstehen können, Satellitenbilder vom Strand und vom Urlaubsort, per Streetview könnt ihr sogar schon in eurem Urlaubsort „in echt“ herumfahren.

Auch wenn euer Kind erst drei Jahre alt ist: Träumt und plant gemeinsam, was ihr im Urlaub unternehmen wollt. Schreibt alle Vorhaben auf eine Liste, auch wenn euer Kind Wünsche äußert, die das Familien-Budget überschreiten oder euch gegen den Strich gehen. Damit fühlen sich Kinder ernst genommen, und sie lassen garantiert mit sich reden, wenn ihr anschließend die einzelnen Punkte auf ihre Durchführbarkeit abklopft.

 

An’s andere Ende der Welt?

Führt euer Urlaub euch in ein wirklich fremdes Land, ist das natürlich eine spannende Sache, auf die man sich schon vorher rundum einstimmen kann. Findet gemeinsam mit euren Kindern heraus, wo genau das Reiseziel liegt und wie weit ihr dahin fliegen oder fahren müsst. Welche Uhrzeit ist dort, wenn wir hier gerade aufstehen? Welche Sprache sprechen die Menschen, wie warm ist es dort?

In der Kinderbibliothek (oder auch in der Reise-Abteilung der Erwachsenen) finden sich immer Bildbände, mit deren Hilfe Kinder einen Eindruck davon bekommen, was sie im Urlaub erwartet. Reist ihr in ein tropisches Land und bei euch ist gerade Winter, könnt ihr im Botanischen Garten oder im Zoo Tropenluft schnuppern und schon mal probeschwitzen; andersherum funktioniert es auch, so bieten zum Beispiel einige Globetrotter-Filialen Kältekammern für ihre Kunden an, in denen ihr „Winter“ spielen könnt.

Wissbegierige Vorschulkinder und Grundschüler bekommen direkt ein paar Unterrichtsstunden in Landeskunde: Die Flagge eures Reiseziels oder seine Umrisse können als Malvorlage aus dem Internet heruntergeladen werden; auf einer Blanko-Landkarte könnt ihr gemeinsam die Hauptstadt und euren Urlaubsort einzeichnen. Vielleicht gibt es auch einen Kinderfilm oder ein Buch, dessen Handlung in eurem Urlaubsland spielt?

 

Eintauchen in fremde Kulturen

Schon zu Hause auf den Urlaub freuen

levranii - Fotolia.com

Andere Länder, andere Sitten – das können Kinder nicht früh genug lernen. Um das abgedroschene Sprichwort mit Leben zu füllen, könnt ihr euch eurem Urlaubsland schon Wochen vorher nähern. Kocht zum Beispiel einfache Gerichte der dortigen Küche nach, oder lasst euch bekochen; in großen Städten findet ihr vom Afghanen bis zum Vietnamesen aus jedem Land ein Restaurant. Dabei lernen oft auch die Eltern etwas dazu – und sei es, dass den Kindern kein indisches Essen schmeckt und sie sich einen Plan B überlegen müssen.

Ein anderer wichtiger Teil vieler Landeskulturen ist die Musik; beinahe jedes Land hat eine „typische“ Musik und Tänze, für die ihr Beispiele im Internet oder in der Bibliothek findet. Schaut euch an, was die Menschen an eurem Urlaubsziel für Kleider tragen und überlegt, warum sie das tun; interessant sind auch Bildbände, in denen gezeigt wird, wie die Kinder in einem Land leben und wie sie zur Schule gehen.

 

Erfahrungsbericht Eine Fremdsprache lernen mit kleinen Kindern

Auch für zwei Wochen Mallorca lohnen sich ein paar Brocken Spanisch; Kinder sind sehr stolz, wenn sie Wörter in einer fremden Sprache beherrschen und anwenden können, und die Einheimischen freuen sich immer, wenn sie bemerken, dass Gäste ihres Landes sich die Mühe machen, ihre Sprache zu sprechen (gerade auf Mallorca …). Einzelne Wörter in einer Fremdsprache, die oft gebraucht werden, lernen schon Zweijährige schnell – und ihr Selbstbewusstsein bekommt einen großen Schub, wenn der Kellner oder die Kinder auf dem Spielplatz sie verstehen.

In diesem Beitrag haben wir Ideen gesammelt, wie ihr im Urlaub spielerisch mit eurem Kind eine Fremdsprache lernen könnt.

 

Training für die Reise

Zuguterletzt könnt ihr euch auch richtig handfest auf eure Reise vorbereiten. Ist die Reise eine Premiere – sei es das erste Mal mit eurem Baby oder dem kleinen Geschwister oder die erste Fahrt in das jeweilige Urlaubsland –, dann könnt ihr vielleicht mit einem Kurztrip ein paar Wochen vorher schon „üben“: Bei einem Wochenendausflug mit zwei Übernachtungen checkt ihr eure Ausrüstung auf Herz und Nieren, könnt ausmerzen, was überflüssig ist, testet, wie gut das Baby im Schlafsack schläft oder wie lange ihr „Ich sehe was, was du nicht siehst“ auf der Autobahn spielen könnt, ohne wahnsinnig zu werden.

Habt ihr Schwachstellen in eurer Planung oder in der Ausrüstung gefunden, ist nun noch genug Zeit, um Änderungen vorzunehmen, Pläne umzustellen und nachzubessern. Außerdem könnt ihr durch häufiges Reisen auch Routinen entwickeln, durch die beim nächsten Mal alles schneller geht, flüssiger abläuft und entspannter angegangen wird. Auch für eure Kinder haben die Trainings-Reisen einen Nutzen: Sie lernen nicht nur, wie eine Reise konkret abläuft und dass sie am Urlaubsziel viel Spaß haben, sondern wissen danach auch, dass sie immer wieder in ihr vertrautes Heim zurückkommen werden – denn zu Hause ist es doch am schönsten. Kleine Konservative eben.

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