Sicher fliegen mit KindSchlaufengurt, Autokindersitz, Hosenträger-Gurtsystem – Wie fliege ich sicher mit meinem Baby oder Kleinkind? (Entscheidungshilfe)

Babys und Kleinkinder können laut EU-Verordnung mit dem Schlaufengurt auf dem Schoß eines Elternteils fliegen. Das kann bei Turbulenzen sowie bei Start- und Landeabbrüchen lebensgefährlich für das Kind sein. Besser reisen Babys und kleine Kinder jedoch gut gesichert auf einem eigenen Sitzplatz. Eine Entscheidungshilfe für verunsicherte Eltern.

von KidsAway-Redaktion

Beckengurte im Flugzeug sind für Kleinkinder gefährlich

Beckengurte im Flugzeug sind für Kleinkinder gefährlich

© rabble/Flickr

Wie fliegen Babys und kleine Kinder sicher?

Wer mit Babys und kleinen Kindern fliegen möchte, hat die Qual der Wahl: Richtig sicher und komfortabel geht es eigentlich nur mit Buchung eines eigenen Sitzes für Baby oder Kind. Welche Vor- und Nachteile die Buchung eines eigenen Sitzplatzes und die Verwendung eines Kinderrückhaltesystems (KRS) für Euer Kind hat, das erfahrt Ihr in dieser Gegenüberstellung der verschiedenen Möglichkeiten.

1.    Schlaufengurt (Loop Belt). Laut geltender EU-Verordnung müssen Babys und kleine Kinder, für die kein eigener Sitzplatz gebucht wurde, mit dem Schlaufengurt (Loop Belt) auf dem Schoß eines Erwachsenen an dessen Sicherheitsgurt befestigt werden. Die Größe und das Gewicht des Babys sind hierbei irrelevant.

Maßgeblich ist allein das Alter des Kindes während des Flugs: Nur Babys und Kleinkinder, die noch unter zwei Jahre alt sind, dürfen auf dem Schoß mitgenommen werden.

Der günstige Flugpreis fürs Baby (meist fliegen Babys kostenlos oder zahlen lediglich eine niedrige Flugpauschale von etwa zehn Prozent des regulären Flugpreises) sowie der niedrige organisatorische Aufwand (Airline stellt den Schlaufengurt) machen diese Flugvariante zur gängigsten für Familien mit Babys und Kindern unter zwei Jahren.

Aber auch zur gefährlichsten. Denn das “passive Sicherheitsrisiko” eines Flugs mit Schlaufengurt ist nicht zu unterschätzen: Bei Turbulenzen, plötzlichem Bremsen während der der Fahrt über das Rollfeld sowie Start- und Landeabbrüchen, die übrigens gar nicht so selten vorkommen, kann das Baby enorme innere Verletzungen erleiden oder im schlimmsten Fall sogar von dem Erwachsenen zu Tode gequetscht werden.  Hinzu kommen Stress und wenig Komfort für Eltern und Kind, wenn das Baby oder Kind während des gesamten (und mitunter sehr langen) Fluges in einem ausgebuchten Flugzeug auf dem Schoß gehalten werden muss.

2.    Autokindersitz. Da fast alle Fluglinien weltweit ihren Fluggästen keine geeigneten Kinderrückhaltesysteme (KRS) zur Verfügung stellen, müssen Eltern, die die passive Flugsicherheit für ihr Baby oder Kleinkind auf das gleiche Niveau anheben wollen wie das für einen Erwachsenen, sich selbst helfen. Die meisten (aber nicht alle) Fluglinien gestatten die Mitnahme eines geeigneten Autokindersitzes für die Sicherung des Kindes während des Fluges.

Autokindersitze können für Babys und Kinder bereits ab Geburt und bis zu einem Alter von etwa sieben Jahren (je nach Fluglinie) im Flugzeug genutzt werden. Die Buchung eines eigenen Sitzplatzes zum Kindertarif, auch für Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren, ist Voraussetzung für die Mitnahme eines Autokindersitzes in den Fluggastraum. Weitere zusätzliche Kosten fallen nicht an.

Etwas unkomfortabel ist der Transport des Kindersitzes zum Flughafen und zum Flugzeug. Im Flugzeug jedoch ist der Autokindersitz unschlagbar in Punkto Sicherheit und Komfort für Euer Kind: Insbesondere Babys (er)kennen ihren Sitz am Geruch und der Behaglichkeit und fühlen sich auch in ungewohnter Umgebung wohl.

Nicht alle Autokindersitze erfüllen die Kriterien für eine Mitnahme ins Flugzeug. Überdies hat jede Fluglinie eigene Regeln bezüglich der Mitnahme von Autokindersitzen. Am besten informiert Ihr Euch vor Buchung eines Fluges auf der Website der Fluglinie über deren Bestimmungen zur Mitnahme eines Autokindersitzes.

3.    Hosenträger-Gurtsystem. Das Hosenträger-Gurtsystem CARES ist die erste Wahl für sicherheitsbewusste Eltern und für Flugreisen mit Babys und kleinen Kindern ab etwa einem Jahr. Es bietet viele Vorteile: Mit nur 500 Gramm ist es ein Fliegengewicht und einfach im Handgepäck zu verstauen. Das Gurtsystem wird von quasi allen Fluglinien weltweit akzeptiert, denn es ist von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA zertifiziert. Auch in deutschen und europäischen Flugzeugen ist es gemäß einer Empfehlung des deutschen Luftfahrtbundesamtes zugelassen.

Ebenso wie beim Flug mit Autokindersitz müssen Eltern für ihr Kind einen eigenen Sitzplatz zum ermäßigten Kindertarif buchen. Der Sicherheitsgurt kann ab etwa einem Jahr und bis zu einem Alter von etwa vier Jahren eingesetzt werden. Er eignet sich für Kinder mit einem Körpergewicht zwischen 10 und 20 Kilo bis zu einer maximalen Körpergröße von einem Meter.

Laut Hersteller soll CARES genauso sicher sein wie ein Autokindersitz. Er kostet circa 80 Euro und kann im Internet beispielsweise über Amazon erworben werden.

4.    Fliegen ohne Kinderrückhaltesystem. Ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr müsst Ihr für Euer Kind einen eigenen Sitzplatz buchen. Kinder bis zwölf Jahre fliegen bei vielen Fluglinien zum günstigeren Kindertarif. Die Preisermäßigung liegt je nach Fluglinie zwischen 20 und 33 Prozent. Ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr zahlen große Kinder den vollen Flugpreis.

Laut dem TÜV Rheinland ist der herkömmliche Beckengurt in Flugzeugen erst für Kinder ab einer Körpergröße von 1,20 Metern sicher. Kleinere Kinder, die unter 1,20 Meter groß sind, sollten zusätzlich mit einem KRS wie beispielsweis einem Autokindersitz oder dem CARES-Gurtsystem auf dem Sitzplatz gesichert werden.

 

Ohne KRS oder mit Autokindersitz oder Gurtsystem – alle Fakten auf einem Blick

Kinder-rückhaltesystem (KRS)Schlaufengurt
AutokindersitzHosenträger-Gurtsystem CARESOhne KRS
Alter des Kindes
ab Geburt bis 2 Jahreab Geburt bis etwa 7 Jahre1 bis 4 Jahreab 2 Jahre möglich
Körpergröße des Kindes
 egalvariiert je nach Autokindersitzmaximal 1 Metererst ab 1,20 Meter sicher
Gewicht des Kindes
egalvariiert je nach Autokindersitz10 bis 20 Kiloegal
Sicherheitsrisiko
lebensgefährlich bei Turbulenzen oder Start- und Landeabbrüchenniedrigniedrigmittel
Aufwandniedrighochniedrigniedrig
Sitzkomfort
niedrighochmittelniedrig
Akzeptanz bei Airlinesweltweitvariiert je nach Autokindersitz und Airline; Kindersitz muss von der Airline zugelassen seinFAA-Zulassung vorhandenweltweit
Kosten KRSkeinevariiert je nach Kindersitzca. 80 Eurokeine
Gewicht KRS12 bis 14 Kilo je nach Modell500 Gramm
Weitere Kostenkeine oder niedrige PauschaleSitzplatzbuchung zum ermäßigten Kindertarif

 

Tipp

Die KidsAway-Empfehlung

Wenn Ihr Euch für eine Flugreise mit Eurem Kind entschieden habt, dann investiert in die Sicherheit Eures Kindes. Bucht auch für Euer Baby schon einen eigenen Sitzplatz. Für die ganz Kleinen bis zum Alter von etwa zwei Jahren empfehlen wir, einen von der Airline zugelassenen Autokindersitz mit an Bord zu nehmen. Für Kinder zwischen zwei und vier Jahren ist das CARES-Gurtsystem ideal. Sobald Euer Kind größer als 1,20 Meter ist, kann es mit dem regulären Flugzeug-Beckengurt ausreichend gesichert werden.

 

Frage: Müssen Babys und kleine Kinder im Flugzeug extra gesichert werden? Oder handelt es sich nur um Geldmacherei der Fluglinien, die teure Sitzplätze verkaufen wollen oder um übertriebene Panikmache?

 

 

 

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  • Samantha

    Hallo,

    der Artikel ist zwar schon etwas älter, aber immer noch unheimlich wichtig und aktuell.

    Seit wir 2008 zum ersten Mal mit Kind (und selbstverständlich Autokindersitz) geflogen sind, hat sich, glücklicher Weise, schon einiges getan.
    Auch wenn es heute noch immer nicht einfach ist einen Flug zu bekommen, der ans gewünschte Ziel geht und auf dem ein KRS (nicht nur CARES) verwendet werden darf, gegen 2008 ist es ein unglaublicher Unterschied.

    Ich persönlich bevorzuge den Autokindersitz gegenüber CARES. Viele Flugnlinien erlauben es nur bis zu einem Alter von 4 Jahren. Außerdem ist es nur bis zu einer Größe von 1m geeignet, und lt. TÜV ist der Flungzeug-Beckengurt erst ab 1,25m Körpergröße geeignet.

    Mittlerweile gibt es aber eine recht beachtliche Anzahl Kindersitz mit dem TÜV Label “for use in aircraft” (2008 gabs de facto nur den, nur noch secondhand erhältlichen Römer King quickfix).
    V.a. die Fa. kiddy hat zahlreiche im Flugzeug zugelassene Kindersitze.

    Trotz aller Verbesserungen sind wir mit unseren beiden Kindern und ihren Autositzen immer noch Exoten im Flugzeug.
    Auf allen unseren 16 Einzelflügen mit den Kids war erst 1x noch ein Kind im Kindersitz gesichert.

    Viele wissen garnicht, dass ihre Kinder ohne einen eigenen Sitz nicht ausreichend gesichert sind, vielen ist es aber leider auch egal…
    (In unserem Bekanntenkreis, wissen alle aufgrund unserer Erfahrungen davon, und doch entscheiden sich imemr wieder Eltern ihre Kinder nicht im KRS zu sichern…)

    Ich würde wirklich jedem raten einen Kindersitz auch im Flugzeug zu verwenden.
    Die Sicherheit unserer Kinder sollte uns diesen Mehraufwand wert sein.
    So schlimm ist es nun auch wieder nicht einen Kindersitz über den Flughafen zu tragen.
    Nach einer recht beachtlichen Anzahl von Flügen mit zwei Kindern und deren Autositzen im Schlapptau, weiß ich, wovon ich rede ;-)

    Ich hoffe bald dürfen die TÜV-zertifizierten Sitze endlich bei allen Fluglinien verwendet werden und das AUCH bei Start/Landung/Turbulenzen (man mag es nicht glauben, aber bei so mancher Fluglinie, darf der Sitz nämlich genau dann NICHT genuzt werden…)

    LG Samantha

    Antworten | 22. Mai 2015
  • Melissa

    Ich bedanke mich ganz herzlich für diesen tollen und sehr wichtigen Artikel zum Thema Kinderrückhaltesysteme. ich habe nun auch noch weiter das Internet bemüht und bin auf eine Pilotenseite gestoßen, die das Thema Loop-Belt auch diskutiert haben. Auf dieser Seite fand ich folgendes:

    “Ich möchte dazu auf das LBA-Rundschreiben 14/2008 verweisen, das im Juli an alle Flugbetriebe ging. http://www.tinyurl.com/7dxky7
    Nach Auffassung des LBA dürfen für die Beförderung von Kleinkindern nur noch zugelassene Kinderrückhaltesystem (was für ein Wort ?!?) eingesetzt werden. Ein Loop Belt ist nach Auffassung des LBA kein geeignetes Kinderrückhaltesystem.

    Unter Punkt zwei heißt es ausdrücklich:
    quote:

    Mit der Umsetzung der EU-Verordnung 3922/91, Anhang III (EU-OPS) ab dem 16. Juli 2008 ist das früher bei Doppelbelegung eines Fluggastsitzes durch einen Erwachsenen zusammen mit einem Kleinkind in Deutschland praktizierte sog. Lapholding nicht mehr zulässig, da diese Methode nach Meinung der EU-Kommission und der EASA kein Rückhaltesystem im Sinne der genannten Verordnung darstellt und im Übrigen nach einer neueren TÜV-Studie ebenso wenig wie der Schlaufengurt eine sichere Methode für die Beförderung von Kleinkindern ist.”

    Antworten | 24. November 2014
  • Kleiner Tipp… den CARES Gurt schon vor der Reise ab und zu spielerisch am Küchenstuhl befestigen und mit dem Kinder “Flugzeug fliegen” spielen… so läuft man nicht Gefahr, dass es im Flieger Schreierei gibt, weil es den Gurt nicht mag. So kennt das Kind das dann schon und Mama und Papa wissen auch wie man ihn befestigt! Wir hatten gerade sehr viel Spaß damit, meine Tochter ist 2,5 ;-)

    Antworten | 30. April 2014
  • Da ich im Mai alleine mit meinem Sohn verreisen werden (Papi ist auf Dienstreise und uns fällt die Decke auf den Kopf) wird es mir fast unmöglich sein, den Kiddy mit zu schleppen!
    Koffer, Buggy, Kind, 2x Hangepäck, 1000 Kuscheltiere und 300kg Gummibärchen und noch n Kindersitz = überforderte Mutti

    Daher meine Frage, seht ihr den CARES als sinnvoll und gibt es dazu auch Polsterungen zu kaufen, so ganz naggisch ist doch sicher unangenehm

    Antworten | 31. Januar 2014
    • Hallo reisebaby! Ich verstehe dich vollkommnen. Die Schlepperei zum Wohle des Kindes ist immer ganz schön umständlich. Dafür ist der CARES-Gurt um so handlicher. Um deine Frage zu beantworten: Ja, der CARES-Gurt ins meines Erachtens sehr sinnvoll. Und solange die Airlines nicht eigene, vielleicht noch bessere Kinderrückhaltesysteme für Kinder zur Verfügung stellen, ist das wohl aus meiner Sicht auch neben dem Autokindersitz die einzige sinnvolle Alternative. Soweit ich weiß, gibt es keine Gurtpolsterungen für den Gurt. Aber der ist gar nicht so schlimm und unbequem. Meine beiden Kinder lassen sich den auch auf langen Flugreisen ganz gefällig anlegen. TIPP: besorg dir im Baumarkt ein Stück Anti-rutsch-Matte und schneide dir ein Stück als Sitzunterlage aus und nimm das mit. Das hat sich bei uns bewährt, weil die Kids manchmal auf den glatten Flugzeugsitzen einfach etwas wegrutschen.

      Antworten | 31. Januar 2014
  • Die Gefahr mit dem Loop Belt bzw. dem Kind auf dem Schoß ist unbestritten, aber zum einen habe ich mehrfach in Foren gelesen dass einige Airlines gar keine Sitzplatzbuchung für Kinder unter 2 erlauben bzw. das vor allem in Buchungssystemen für Pauschalreisen teilweise nicht möglich sein soll.. Und andererseits der “ermäßigte” Kinderpreis bei einigen Fluggesellschaften auch ein Witz ist, da zahlt man z.T. kaum weniger als für einen Erwachsenen (aus wirtschaftlicher Sicht sogar nachvollziehbar, denn der Platz ist ja dann besetzt).
    Letztendlich muss jeder wie so oft selbst entscheiden, wir sind schon mit der Loop-Belt-Variante geflogen und haben das Risiko in Kauf genommen, einfach weil ich der Meinung bin, dass z.B. der Straßenverkehr deutlich gefährlicher ist (oder weil ich bisher großes Glück mit ereignislosen Flügen hatte).

    Antworten | 7. Dezember 2013
    • @Pheebsmary – ja, das ist ein Problem, dass die Variante “Sitzplatz für unter-2-Jährige +Pauschalreise” fast nicht möglich ist. Denn ein Pauschalpreis berechnet sich ja nicht nur aus der Flugkomponente, sondern auch aus dem Hotelbaustein und etwaiger anderer Dinge. Und wenn ihr bei einer Pauschalreise einen eigenen Sitzplatz für euer Baby wollt, kommt ihr in der Regel nicht drum herum, den kompletten Kinderpreis für die Reise zu zahlen (also auch den Teil fürs Hotel). Manchmal gibt es aber auch besondere Pauschalreiseangebote, bei denen Kinder kostenlos mitreisen können. Aber ich kenne keine Fluggesellschaft, die einem Baby die Buchung eines eigenen Sitzplatzes, wenn es denn den Kinderpreis bezahlt, verwehren würde. Dafür musst du allerdings entweder (bei der Online-Buchung) mit dem Geburtsdatum etwas schummeln (so machen die Reisebüromitarbeiter das übrigens auch, wenn sie Babys auf eigene Sitzplätze im System einbuchen) oder den Flug über die Hotline oder im Reisebüro buchen.

      Antworten | 9. Dezember 2013
  • Emily7882

    Hallo, finde cares Super.
    Jetzt wollte ich sicher gehen und bei Ryanair nachfragen, und die verbieten den Einsatz von eigenen Sicherheitssystemen. Können die das überhaupt? Oder kann ich darauf bestehen? Weiß das jemand?

    Antworten | 29. Juli 2013
    • Hallo Emily7882! Bei unserem letzten Flug mit Ryanair hatten wir für unseren Sohn das CARES-Gurtsystem dabei und haben es auch benutzt. Niemand hat etwas gesagt. Ich denke, womit Ryanair wohl Probleme hat, sind sperrige Autokindersitze. Schließlich sind die Sitze bei Ryanair eher schmal und da passt wohl nicht jeder Autokindersitz drauf. Und das zusätzliche Gewicht ist auch nicht erwünscht. Aber mich würde auch brennend Ryanairs offizielle Meinung zum CARES-Gurtsystem interessieren – erlauben sie die Nutzung auch offiziell oder ist sie verboten? – Wenn du eine Antwort von Ryanair erhältst, könntest du dann so nett sein und die neuen Erkenntnisse dann auch hier mit uns teilen? Viele Grüße Kerstin

      Antworten | 29. Juli 2013
      • emily7882

        Hallo,
        also offiziell ist kein rückhaltesystem für Kinder erlaubt.
        Haben den Gurt dabei gehabt und durften ihn auch nutzen, wird aber wohl nicht immer so funktionieren.
        Sind jedenfalls vollauf damit zufrieden gewesen!

        Antworten | 2. Mai 2014
  • Magdalena

    Ich hab da noch eine Frage… was ist denn mit den Kindern die zwischen 100cm und 120cm groß sind. Gibt es da eine Alternative zum Kindersitz?

    Antworten | 20. Juni 2013
  • Bettina

    @Jenny

    Ich finde, der CARES (oder andere brauchbare Systeme) sollte PFLICHTAUSSTATTUNG FÜR DIE FLUGGESELLSCHAFTEN sein. Als Erwachsener muss ich ja schließlich meinen Beckengurt auch nicht selber mitbringen. Und sooo teuer sind die Gurte oder aufblasbare Kindersitze ja schließlich auch nicht und halten vermutlich auch jahrelang.

    Oder die Fluggesellschaften könnten mit den Herstellern von Kindersitzen zusammenarbeiten und einen/mehrere Sitze speziell für Flugzeuge weiter entwickeln.

    Bei den Unsummen in Milliardenhöhe, die in die Flugzeugforschung und Entwicklung gesteckt werden, kann die Sicherung von Babys doch wirklich nur ein Tropfen auf dem heissen Stein sein.

    Meinetwegen könnten sie auch noch eine geringe Gebühr fürs Ausleihen nehmen (wie die Mietwagenanbieter), dann hätten sich die Systeme bestimmt schnellstens amortisiert und sie würden sogar noch Gewinn damit machen können…

    Aber zumindest sollte es Vorschrift werden, dass Kinder IMMER auf einem eigenen Platz und IMMER mit einem altersgemäßen und sicheren Rückhaltesystem gesichert werden müssen.

    Sorry, dass ich schon wieder so viel geschrieben habe aber das Thema liegt mir grade unheimlich am Herzen.

    Liebe Grüße, Bettina

    Antworten | 18. Januar 2012
    • Hallo Bettina, danke für Deinen tollen Kommentar! Du sprichst mir aus der Seele. Eigentlich sollte es Aufgabe der Fluggesellschaft sein, auch den ganz Kleinen ein sicheres Fliegen zu ermöglichen. Ich denke, dass es hier schlichtweg um Ergebnismaximierung geht: Einen Sitzplatz an einen Erwachsenen zu verkaufen, bringt einfach mehr. Und solange es erlaubt ist, ein Baby kostenlos auf dem Schoß mitzunehmen (auch wenn es sehr gefährlich ist), werden auch die meisten Eltern lieber das Geld sparen.

      Ein in den Flugsitz integrierten Kindersitz hat die Firma Recaro bereits für die Lufthansa Technik zum fertigen Prototypen entwickelt: http://bit.ly/vYYlSt

      Dieser Sitz ist klasse. Einziges Manko: Keine Fluglinie will ihn offenbar haben. Auch die Lufthansa selbst, die im letzten Jahr in 180 Flugzeugen 32.000 neue Sitze eingebaut hat, hat ihn nicht in einem Flugzeug eingebaut …

      Antworten | 18. Januar 2012
  • Bettina

    Hallo,

    ein sehr guter und unheimlich wichtiger Artikel! Wobei mir darin noch der aufblasbare “Luftikid” fehlt (der momentan jedoch leider nicht nachproduziert wird… ich verstehe die Firma nicht, das müsste doch eigentlich ein Riesengeschäft sein). Vielleicht könnte die Redaktion da nochmal recherchieren und ergänzen.

    Da wir im April mit unserer dann 13 Monate alten Tochter nach Mallorca fliegen werden, habe ich mich in den letzten Tagen mit der Thematik auseinander gesetzt. Ich bin total entsetzt, dass man Babys im Flieger nicht vernünftig anschnallen kann/muss. Ein eigener Platz ist im normalen Buchungsmodus nicht vorgesehen, man bekommt noch nichtmal die Option angezeigt, einen weiteren Sitz für den Zwerg hinzu zu buchen.

    Es ist wirklich unglaublich, dass Babys/Kleinkinder mit diesen lebensgefährlichen Loop Belts im Flieger sitzen müssen während bei Erwachsenen peinlichst genau darauf geachtet wird, dass sie sich richtig angeschnallt haben.

    Und jetzt kommt der Hammer: Über die CARES-Internetseite bin ich auf einen Brief des Luftfahrtbundesamtes aus 2008 gestoßen (http://www.cares.de/cares-zertifizierung.html … und dann … http://www.lba.de/cae/servlet/contentblob/33634/publicationFile/1131/Rundschreiben%2014-2008.pdf) in dem unter Punkt 2 sogar geschrieben steht, dass man den LOOP BELT BEI NOTWASSERUNGEN UND NOTLANDUNGEN GAR NICHT VERWENDEN DARF !!!

    Da weiss man als Mutter doch echt nicht mehr, was man noch sagen soll. Ja sind die verantwortlichen Behörden und die Luftfahrtindustrie denn alle wahnsinnig? Haben die alle keine Kinder oder ist denen die Thematik sch…egal? Ich kann das gar nicht fassen, dass sowas in unserem Behördenstaat überhaupt möglich ist.

    Was muss denn erst passieren, bis z.B. der CARES oder speziell entwickelte Kindersitze Vorschrift werden und der Loop Belt wieder verboten wird (wie er es offenbar schonmal war und in den USA/CAN immer noch ist)? Muss dafür erst ein Baby sterben und das dann groß in der Presse aufgebauscht werden?

    Offenbar hatte die ganze Branche bisher ein gradezu unglaubliches Glück, dass es noch nicht zu toten oder schwerstverletzten Babys gekommen ist. Oder sie haben es irgendwie hinbekommen, dass solche Fälle noch nicht durch die Presse gegangen sind. Wahrscheinlich würde erst dann ein riesengroßer Aufschrei durch die Nation gehen und es würde was geändert :-(

    Ich habe auf jeden Fall meine Konsequenzen gezogen und Air Berlin bezügl. eines separaten Sitzes und der Möglichkeiten der Sicherung angeschrieben. Die Antwort steht leider noch aus.

    Gibt es irgendwo eine Initiative, die das Thema vorantreibt? Ich würde meine Unterschrift gerne dafür hergeben, dass die gesetzlichen Vorgaben verschärft werden.

    Und jetzt komme mir bitte keiner damit, dass das dann teurer würde. Wenn man das zusätzliche Geld für das Baby nicht übrig hat, dann muss man eben zuhause bleiben. Ab 2 Jahren muss man für die Kleinen ja sowieso mitbezahlen. Und im Auto darf man auch nicht fahren ohne seine Kinder vernünftig anzuschnallen.

    Hoffentlich wird da schnellstens nachgebessert, da viele Eltern gar nichts über die Gefährlichkeit des “auf dem Schoss sitzens” und des Bauchquetsch-Gurts wissen. Ich selber bis vor ein paar Tagen ja auch nicht. Leider gibt es vermutlich aber sogar auch Eltern, die es zwar wissen, das Risiko aber trotzdem in Kauf nehmen um billig fliegen zu können. Leidtragende sind dann die wehrlosen Babys und das Ganze ist sogar noch legal :-(

    Guten Flug wünscht Bettina

    Antworten | 18. Januar 2012
    • Hallo Bettina,
      danke für Deinen Hinweis. Das mit der Notwasserung ist unglaublich, das wusste ich auch noch nicht. Leuchtet aber ein, denn soweit ich weiß, müssen Passagiere bei Notwasserungen eine bestimmte Schutzhaltung einnehmen (nach vorne bücken), und das geht mit Baby auf dem Schoß natürlich nicht. Ich meine auch, einmal gelesen zu haben (ist aber nicht ordentlich recherchiert), dass bei Notlandungen das Baby auf den Fußboden gelegt werden muss!!!

      In Punkto Initiative: Ich habe über so etwas auch schon oft nachgedacht. Da müsste man wohl direkt an die EU ran mit einer Eingabe. Und dafür sind sehr viele Unterschriften notwendig. Ich weiß nicht, ob man die zusammen bekommen würde, in Anbetracht der Tatsache, dass einfach zu viele Eltern gerne “noch einmal günstig in den Urlaub fliegen, bevor das Kind 2 Jahre alt ist”.

      Antworten | 18. Januar 2012
  • Das ist ein sehr wichtiger Artikel und eine gute Vergleichstabelle. Ich fürchte allerdings, bevor der gefährliche Loop Belt verboten wird und man ein vernünftiges Kindersicherungssystem direkt in den Flugzeugsitz integriert, muss erst ein schlimmer Unfall passieren, der die Passagiere, also die Käufer, wachrüttelt …
    Der CARES-Gurt ist einfach in der Benutzung und klein im Packmaß, er sollte Pflichtausstattung für fliegende Familien sein.

    Antworten | 17. Januar 2012

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