Sport und SpaßWarum Klettern und Bouldern tolle Sportarten für Familien sind

Klettern in Familie ist auch im Flachland und sogar in der Stadt ohne Probleme möglich: in Boulder- und Kletterhallen, in immer mehr Waldseilparks und Kletterparks, oder auf familienfreundlichen Klettersteigen im Gebirge. Habt ihr es schon mal probiert?

von KidsAway-Redaktion

Geschafft! Kinder können beim Klettern viel lernen

Geschafft! Kinder können beim Klettern viel lernen

© Pixabay

Klettern ist für Kinder eigentlich keine Sportart, sondern ein körperliches Grundbedürfnis. Schon die Kleinsten tun es leidenschaftlich und oft zum Leidwesen von uns Eltern: Sie klettern einfach überall drauf.

Das Verhältnis von Körpergewicht zu Kraft ist bei Kindern ein wesentlich besseres als bei den meisten Erwachsenen; deshalb und weil sie die nötigen Bewegungsabfolgen noch instinktiv beherrschen, fällt vielen Kindern das Klettern enorm leicht.

Diejenigen, die das Klettern und die entsprechenden Techniken erst lernen müssen, sind meist wir Erwachsenen. Bis wir keuchend und schwitzend oben sind, sitzen unsere Kinder meist schon lange am Ziel und baumeln mit den Beinen. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist Klettern eine tolle Freizeitaktivität, die sich in fast jeden Urlaub und auch in einen freien Nachmittag einbauen lässt.

 

6 Gründe, warum Klettern gut für Kids ist

Nicht nur Mediziner empfehlen Klettern als Sportart für Kinder und Jugendliche. Klar, es trainiert Muskelgruppen am ganzen Körper, schult Koordination, Beweglichkeit und Körperhaltung, fördert die Konzentration und andere kognitive Aspekte.

Wir Eltern finden es am schönsten, dass man Klettern draußen an der frischen Luft, unter freiem Himmel macht (wobei wir natürlich wissen, dass es Kletterhallen gibt, und die auch sehr praktisch finden!). Es lässt sich ganz einfach mit einer Wanderung, einer Radtour oder einem Picknick verbinden, es kann im Urlaub oder auf einem Ausflug als Aktivität nebenbei stattfinden oder im Mittelpunkt einer Kletter-Reise stehen. Am echten Felsen zu klettern und dann ganz oben zu stehen, über sich nur noch der Himmel, ist ein unvergessliches Erlebnis nicht nur für Kinder.

Klettern ist für Kinder ein Grundbedürfnis

Klettern ist für Kinder ein Grundbedürfnis

© Pixabay

Viele Sportarten sind direkt mit dem Wettkampf-Aspekt verbunden – höher, schneller, weiter als die anderen. Das lieben viele Kinder, andere verlieren genau dadurch schnell den Mut. Beim Klettern misst man sich nicht an einem Gegner, sondern nur an sich selbst – kommt man oben an oder nicht? So ein Erfolg ist auch für Anfänger und „Sportmuffel“ direkt erlebbar.

Stillsitzen und konzentrieren fällt gerade den Jüngeren oft schwer. Viel mehr Spaß als in der Schule macht es beim Klettern – hier lernen Kinder ganz automatisch, vorausschauend zu vorzugehen, die nächsten Griffe und Tritte zu planen und eventuell auch wieder ein Stück zurückzugehen.

Klettern braucht darüber hinaus auch viel Verantwortungsgefühl. Beim Klettern sichert man sich gegenseitig: Mit dem Sicherungsseil legt man seine Gesundheit und sein Leben in die Hände eines anderen.

Viele Kinder blühen geradezu auf, wenn sie spüren, dass sie echte Verantwortung tragen und dass ihre Eltern (oder andere Erwachsene) ihnen etwas zutrauen. Hierbei ist es gar nicht so wichtig, wie stark oder wie alt ein Kind ist – geübte Fünfjährige schaffen locker Routen, an denen Teenager ohne Klettererfahrung scheitern.

Klettert ihr als Familie gemeinsam, schweißt euch das deshalb noch viel enger zusammen, als es gemeinsamer Spaß in der Freizeit ohnehin schon tut. Auch Geschwister profitieren ungemein davon, wenn sie gegenseitig für sich verantwortlich sind.

 

So könnt ihr mit euren Kindern erste Kletter-Erfahrungen sammeln

In Kletterparks gibt es Herausforderungen für jedes Alter

In Kletterparks gibt es Herausforderungen für jedes Alter

© Pixabay

Unsere Tipps sind für Kletter- und Boulder-Profis natürlich alte Hüte. Wer sowieso ein erfahrener Kletterer ist, dem müssen wir nichts über die richtige Ausrüstung erzählen oder darüber, welche Routen sich eignen.

Aber das Schöne am Freizeitklettern ist ja, dass man es auch als Laie einfach mal ausprobieren kann – um richtig einzusteigen und regelmäßig „in die Wand zu gehen“, oder um hin und wieder ein wenig herumzuklettern.

Ganz ohne Vorkenntnisse und mit viel Gaudi klettert es sich in den Kletterparks, Hochseilgärten und Klettergärten, die überall wie Pilze aus dem Boden zu schießen scheinen – auch im Flachland, am Meer oder hoch oben in den Baumwipfeln. Der Vorteil: Hier bekommt ihr die komplette Ausrüstung geliehen, werdet von ausgebildetem Personal betreut und bewegt euch auf abgesicherten Routen bzw. Pfaden, die speziell für Kletter-Anfänger konzipiert wurden.

Eine Runde über einen Kletterpfad, ob kleinkindgerecht in 50 cm Höhe oder für ältere Kids in luftiger Höhe, ist in einer bis drei Stunden absolviert, je nachdem, wie viele verschiedene „Übungen“ auf der Strecke eingebaut sind, ob ihr den Weg allein oder als geführte Gruppe macht und natürlich auch, wie geübt ihr seid.

In den meisten Parks müsst ihr euch nicht anmelden, an Wochenenden oder in den Ferien kann es aber auch mal zu Wartezeiten kommen. Die Kosten für so einen Ausflug in Familie liegen zwischen 15 und 25 Euro pro Person, mit Familienkarten kommt ihr ein wenig günstiger.

 

TippAuf www.kletterparks.info werden fast 500 Kletteranlagen in ganz Deutschland vorgestellt.

 

„Richtiges“ Klettern ist das allerdings nicht. Das lernt ihr, zusammen mit der Sicherungstechnik, entweder in einem Einsteigerkurs oder Schritt für Schritt mit einem erfahrenen Partner.

Jede größere Stadt bietet heutzutage mindestens eine Kletterhalle. Hier könnt ihr mit euren Kindern unabhängig von der Witterung und auch mal schnell an einem Nachmittag die Grundfertigkeiten des Kletterns üben und Kondition aufbauen (die Kinder haben die meist schon). Auch in den Hallen kann man die nötige Ausrüstung in der Regel leihen – und wenn ihr eure eigenen Kletterschuhe oder Steigsets kaufen wollt, könnt ihr euch hier fachmännisch beraten lassen.

Richtig hinaus ins Gebirge geht es im nächsten Schritt – entweder auf eigene Faust oder auch im Rahmen einer geführten Tour. Der Deutsche Alpenverein, die Bergsteigervereine der Bundesländer und auch viele Outdoor-Fachgeschäfte bieten Kurse und Touren speziell für Familien mit Kindern an, bei denen ihr unter fachmännischer Betreuung eure ersten Klettererfahrungen am Felsen machen könnt. So habt ihr für den Anfang einen erfahrenen Partner, der den Vorstieg übernimmt, euch sichert und euch Tipps geben kann.

Dann steht einer zünftigen Bergtour mit euren Kids nichts mehr im Weg!

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