Gesund im Urlaub mit KindWinter-GesundheitstippsKeine Chance für Schnupfen & Co.: Wie ihr eure Kinder im Winterurlaub gesund haltet

Viele Eltern fragen sich, wie um Himmels willen sie den Nachwuchs bis zum Winterurlaub gesund halten können, wenn ringsherum alles schnieft und krächzt. Wir haben die wichtigsten Tricks für euch.

Teil 4 von 16 der Serie Gesund im Urlaub mit Kind

von KidsAway-Redaktion


Mit ein paar Verhaltensregeln bleiben Kinder auch im Winter fit © Pixabay

Mit ein paar Verhaltensregeln bleiben Kinder auch im Winter fit

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Herbst und Winter sind knifflige Urlaubszeiten für Familien mit Kindern. Wenn sie nicht sowieso schon mit triefenden Nasen in den Urlaub starten, wartet oft spätestens nach ein paar Urlaubstagen die erste fiebrige Erkältung und hält alle vom Skifahren oder Rodeln ab.

Spätestens wenn die Kleinen den Kindergarten besuchen, sind Schnupfen und Husten ab Oktober eure Dauerbegleiter. Die anderen Kinder bringen eine Menge neuer Krankheitserreger mit und tauschen sie fleißig aus – was gar nicht mal schlecht ist, weil es das Immunsystem trainiert und vor schlimmeren Erkrankungen schützen kann.

Wir haben in diesem Beitrag wichtige Verhaltensregeln für Familien in der Erkältungszeit gesammelt, mit denen ihr Infekten vorbeugen könnt. Und wenn es doch passiert, lässt sich eine Menge tun, damit aus einem harmlosen Schnupfen kein fieser grippaler Infekt wird, der euch den Winterurlaub vermiest.

 

Vorbeugen ist besser als heilen

Am besten ist es natürlich, wenn in eurem Familienurlaub überhaupt niemand krank wird. Dass ihr das schafft, können auch die besten Gesundheitstipps nicht garantieren – vor allem nicht, wenn euer Kind eine Kita besucht oder in die Schule geht, wo es täglich in Kontakt mit einer Unzahl an Krankheitserregern kommt. Und was ihr Eltern an Viren und Bakterien aus dem Büro mitbringt, muss der kleine Körper ebenfalls verkraften.

Die oberste Familienregel, sobald der Herbst beginnt, lautet daher: Hygiene.

Macht es euch zur Gewohnheit, euch gründlich die Hände zu waschen, sobald ihr eure Wohnung betretet und natürlich vor dem Essen und nach dem Toilettenbesuch. Trinkflaschen und Nuckel solltet ihr penibel sauberhalten, regelmäßig auskochen und tagsüber immer mal wieder mit einem antiseptischen Tuch abwischen oder heiß abspülen.

 

TippIn der Erkältungssaison ist das freundschaftliche Teilen von Trinkflaschen, Apfelspalten und allem anderen, was im Kindermund landet, absolut tabu!

 

Wenn es draußen friert oder nasskalt ist, während drinnen die Heizung die Luft austrocknet, werden die Schleimhäute extrem beansprucht. Trocknen sie zu sehr aus, können sie ihren wichtigen Job nicht mehr erledigen, nämlich: Krankheitserreger draußen halten! Achtet daher unbedingt darauf, die Nasen und auch die Lippen eurer Kinder im Winterurlaub (und auch vorher) zu pflegen.

Ausgetrocknete, spröde Lippen und Nasenflügel entzünden sich im Winter schnell, reißen ein und bieten so eine Angriffsfläche für Krankheitserreger. Weil Kinder außerdem schwer davon abzuhalten sind, mit den Händen daran herumzuknibbeln, übertragen sie noch mehr Keime hin und her.

Ist die Luft in eurem Quartier sehr trocken, stellt eine Schüssel mit Wasser auf oder verwendet einen Zerstäuber (das hilft nebenbei auch prima gegen Reizhusten). Alternativ könnt ihr ab und zu einen Sprühstoß Meersalz-Nasenspray verteilen. Und auch von innen könnt ihr für genügend Feuchtigkeit sorgen: Achtet darauf, dass eure Kinder auch in der kalten Jahreszeit viel trinken.

Frische Luft ist ebenfalls wichtig für die Schleimhäute. Ihr wisst bestimmt schon, dass kurzes, mehrfaches Stoßlüften besser ist als ständig angeklappte Fenster. Und natürlich solltet ihr euch so oft wie möglich nach draußen wagen, auch wenn euer Kind leicht erkältet ist.

 

TippAuch wenn euer Kind schon erkältet ist und eine dicke Nase hat: „Richtige“ Nasentropfen sollten sehr sparsam angewendet werden, weil sie die Schleimhäute zusätzlich austrocknen.

 

Immer schön warm einpacken © Flickr/Sand_and_Sky

Immer schön warm einpacken

© Flickr/Sand_and_Sky

Ein wichtiger Rat für besorgte Mamas und Omas: Es hilft Babys und kleinen Kindern nicht, wenn ihr sie im Herbst und Winter so dick einpackt, dass sie sich kaum noch bewegen können. Dann kühlen sie nämlich entweder trotzdem aus, was bei großer Kälte sehr gefährlich werden kann, oder aber sie geraten bei der kleinsten Anstrengung ins Schwitzen – was ebenfalls nicht gut ist.

Statt eure Kleinen in Antarktis-Daunenanzüge zu stecken, folgt besser dem bewährten Zwiebelprinzip. Je nach Temperatur und Aktivitätslevel eures Kindes könnt ihr dann Kleidungsschichten ausziehen oder hinzufügen, so dass die Körpertemperatur immer ausgeglichen bleibt.

Genauso wichtig sind warme Füße: Kontrolliert regelmäßig, ob die Winterschuhe eurer Kinder gut passen (zu enge Schuhe sorgen für kalte Füße) und die kleinen Füße darin nicht feucht werden. Kalte Kinderfüße bekommen am besten sofort ein Fußbad oder ein heißes Kirschkernkissen, denn sie sind eine Eintrittspforte für Erkältungen.

Hier findet ihr ausführliche Kleidungstipps für den Winter.

 

TippKopf und Hals von Kindern sind die kritischen Stellen, an denen im Herbst und Winter die Kälte angreift. Mütze und Schal (bei den Kleinen am besten eine kombinierte Schalmütze) sind immer Pflicht.

 

Schlechte Laune kann krank machen

Dass der Kopf mindestens genauso wichtig für eure Gesundheit ist wie der Körper, ist bei genauer Betrachtung eigentlich logisch: Seid ihr gestresst, schlecht gelaunt und überarbeitet, fühlt ihr euch schneller geschafft und unwohl. Tatsächlich kann ein überlasteter Körper weniger gut gegen Krankheitserreger ankämpfen. Auch Schulkinder sind häufig enormen Belastungen und Stress ausgesetzt. Kurz vor den Ferien steigen das Lernpensum und der Stresspegel noch einmal an.

Die Schlussfolgerung ist klar: Wer in den Wochen und Tagen vor dem ersehnten Familienurlaub bis zum Anschlag im Büro bleibt, durch den Alltag hetzt und die dringenden Urlaubsvorbereitungen noch nachts erledigt, stresst sich und seinen Körper. Ihr riskiert damit, dass ihr kurz vor der Abreise krank werdet – oder spätestens in den ersten Urlaubstagen, wenn die Anspannung endlich von euch abfällt.

Das beste Mittel gegen Stress und Spannungen ist ganz einfach und kostenlos: Sorgt für gute Laune! Gemeinsames Lachen und Kuscheln, zum Beispiel abends beim Vorlesen, morgens ein gemütlicher Kakao vor dem Start zur Schule, zwischendurch mal ein Wettrennen bis zum Supermarkt oder fünf Minuten gegenseitiges Durchkitzeln – das hilft gegen schlechte Stimmung und schützt ganz nebenbei eure Gesundheit.

 

TippNicht ohne Versicherung in den Winterurlaub!

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist oberste Pflicht für jeden Familienurlaub, der euch über Deutschlands Grenzen führt.

Innerhalb der EU seid ihr zwar über eure gesetzliche Krankenkasse versichert und auch die privaten Versicherer decken innerhalb Europas die meisten Leistungen ab. Aber sobald es um einen Rücktransport aus dem Urlaub oder weiterführende Leistungen geht, springen nur noch die speziellen Auslands-Versicherungstarife ein.

Müsst ihr wegen eures kranken Kindes vorzeitig abreisen, erstattet eine Reiseabbruchversicherung die Extrakosten für umgebuchte Bahn- oder Flugtickets, nicht genutzte Übernachtungen und Skipässe.

 

Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt

Vorbeugen und abhärten gegen Erkältungen: so aber nicht! © Flickr/Richard Leeming

Vorbeugen und abhärten gegen Erkältungen: so aber nicht!

© Flickr/Richard Leeming

Hat die Vorbeugung nicht geholfen und die Nase beginnt zu laufen, könnt ihr immer noch viel tun, um den leichten Infekt in Schach zu halten. Oberste Priorität hat es jetzt, den kleinen Körper bei der Bekämpfung der Erreger zu unterstützen.

Sorgt also für genug Schlaf und eine vitaminreiche Ernährung, gebt eurem Kind viel zu trinken und haltet es warm.

Die Skipiste oder lange Winterwanderungen sind für kleine Erkältungspatienten zu anstrengend. Aber auch mit einer leichten Erkrankung können und sollen Kinder sich draußen aufhalten. Immerhin profitieren sie von der frischen Luft und dem Sonnenschein – und die Heilwirkung von guter Laune ist auch nicht zu verachten.

Ein schöner heißer Tee, eine Heiße Zitrone oder eine heiße Milch (mit Honig, lecker) sind eine wunderbare Vorbeugung in der Erkältungszeit und dienen gleichzeitig als Erste Hilfe, wenn es dann doch kratzt im Hals.

Genauso wohltuend und auch bei leichtem Fieber erlaubt ist ein heißes Bad. Spezielle Zusätze mit ätherischen Ölen sind für kleinere Kinder oft nicht empfehlenswert. Der Anti-Erkältungs-Effekt setzt aber allein schon durch das heiße Wasser ein. Wichtig ist, dass ihr den kleinen Patienten danach schön warm einpackt und ins Bett steckt.

Eine regelmäßige Nasenspülung mit Salzwasser sieht dämlich aus, hilft aber auf wunderbare Weise dabei, die Schleimhäute feucht zu halten und kann eine verstopfte Nase viel besser befreien als Nasentropfen oder Schneuzen. Die Prozedur ist nicht ganz einfach und wird meist erst von Grundschulkindern beherrscht. Während das Salzwasser in das eine Nasenloch hineinläuft (am besten geht das mit einer speziellen „Nasendusche“ oder einem Kännchen), macht man den Mund weit auf und sagt am besten dazu ein stetiges „Aaaa“, um den Rachen geschlossen zu halten. Dann läuft das Wasser automatisch aus dem anderen Nasenloch wieder heraus – der Kopf muss also über eine Schüssel oder das Waschbecken gehalten werden.

Bevor ihr die Reiseapotheke auspackt oder zur Apotheke lauft und teure Medikamente kauft: Eine normale Erkältung lässt sich damit allenfalls lindern. Sie braucht generell mindestens eine Woche, bevor ihr sie wieder los seid. Auf die so beliebten Erkältungsmittel aus der Fernsehwerbung könnt ihr getrost verzichten: Noch keine Studie konnte ihre Wirksamkeit belegen.

Gegen Husten und Halsweh helfen warme Wickel bei Kindern oft wunderbar. Gekochte, zerdrückte Kartoffeln für einen Brustwickel gegen Husten, Quark als Halswickel oder kleingehackte Zwiebeln gegen Husten, Schnupfen und Ohrenschmerzen findet ihr in jedem Urlaubsort. Ihr braucht nur ein Baumwoll- oder Leinentuch für die innere Lage (eine Mullwindel ist ideal) und ein größeres Handtuch für die Außenschicht. Dann wird der kleine Patient warm eingepackt und soll sich in Ruhe gesund schlafen.

Auch Kamille und Salbei sind super zur Erkältungs-Therapie geeignet. Gurgeln und Spülen mit dem Tee genügen, es gibt auch Salbei-Bonbons zum Lutschen. (Still-Mamis aufgepasst, Salbei drosselt die Muttermilch-Produktion!)

 

TippWenn ihr ein bestimmtes Heilkraut im Urlaub nicht in der Apotheke findet, ist das nicht schlimm.

Gegen leichten Husten hilft prinzipiell jedes Bonbon, denn es geht vorrangig um das Lutschen und das Feuchthalten der Schleimhäute. Genauso wirkt jeder Tee, wenn er heiß getrunken wird, bei Halsschmerzen und Erkältungen wohltuend.

 

Manchmal ist es doch nötig, im Urlaub einen Arzt aufzusuchen. Wenn Kleinkinder sehr hoch oder über mehrere Tage fiebern, über Schmerzen klagen oder ihr ein ungutes Gefühl habt, dann zögert nicht und fragt im Hotel oder bei der Touristeninformation nach einem Kinderarzt an eurem Urlaubsort oder stellt euch in einem Krankenhaus vor.

 

Checkliste: Reise-Apotheke für den Winterurlaub mit Baby und Kind

  • Sonnencreme oder Sunblocker
  • Wind- und Wettercreme (wasserfrei!)
  • Heilcreme für kleinere Wunden und Entzündungen
  • Meersalzwasser-Nasenspray oder -Nasentropfen
  • abschwellende Nasentropfen, an Alter des Kindes angepasst (Wirkstoff Xylometazolin oder Oxymetazolin)
  • antiseptische Tücher (oder eine kleine Sprühflasche)
  • Lutschtabletten gegen Halsschmerzen
  • Hustenlöser (pflanzlich oder mit Wirkstoff Ambroxol oder N-Acetylcystein)
  • Hustenstiller (rezeptfrei: Wirkstoff Clobutinol oder Dextromethorphan), nur nachts anwenden!
  • Fiebermittel (Wirkstoff Paracetamol oder Ibuprofen) für Kinder (bei Zäpfchen und Tabletten auf passende Wirkstoff-Dosierung achten)
  • Fieberthermometer

 


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Kommentar als Gast schreibenKommentar (1)

  • schöner Artikel, gute Tipps. Ich bin gespannt wie dieses Jahr verläuft. Letztes Jahr waren wir gefühlt dauerkrank.

    Antworten | 11. Oktober 2016

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